Newsletter 2. Juli 2026  |  im Browser öffnen
Über die Wirkung der Dichtung: “Hamnet”, eine Filmbesprechung
Im Schatten der Trauer

Das Leben des wohl größten englischen Dichters Wiliam Shakespeare kommt auf die Kinoleinwand – auch wenn er nicht der Protagonist ist. Der Roman “Hamnet” der Autorin Maggie O’Farrell erhält 2025 eine gleichnamige filmische Adaption, die der hochgelobten Romanhandlung neue Elemente und sensible Perspektiven hinzufügt. Der Film erweist sich dann als ein transformatives Werk, das die Arbeiten der Regisseurin Chloé Zhao sowie der Hauptdarstellerin Jessie Buckley auf ein neues Niveau hebt. Mehr als ein Historiendrama ist der Film eine bewegende Geschichte über Familienkonflikte, Verlust und die Frage, wie wir mit Schmerz umgehen. Eine eindringliche, zugleich brutale und fragile Schönheit in filmischer Form, findet Gabriel Romano.


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Wie Wien seinen antisemitischen „Volkskaiser“ verklärt – und warum Karl Luegers Denkmal endlich verschwinden sollte
Warum Lueger fallen muss

2020 war das Jahr der attackierten Statuen. Im Zuge eines neuen identitätspolitischen Antirassismus entdeckten Aktivisten die Schattenseiten der Heroen auf den Sockeln westlicher Städte. Das führte zu Szenen, wie sie der zeitgeschichtlichen Erinnerung aus Osteuropa nach dem Untergang der Sowjetunion, aus dem Irak nach der US-Invasion geläufig sind: In Bristol brachten wütende Demonstranten die Statue des Philanthropen und Sklavenhändlers Edward Colston (1636–1721) zu Fall und warfen sie ins Hafenbecken – der Auftakt zu europaweiten Appellen, auch unzähligen weiteren Rassisten und Kolonialisten aus Stein und Bronze den Garaus zu machen. Dem stolzen Habitus der Statue des ebenso populären wie antisemitischen Bürgermeisters Karl Lueger (1844–1910) konnten diese Anfechtungen nichts anhaben. Pikanterweise schützt ihn nicht Gott, auf den er sich stets berief, sondern seine einst größte Feindin, die Wiener Sozialdemokratie.


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Eindrücke von der Venedig-Biennale 2026: Eine sehr subjektive Auswahl
Sechs Pavillons, sechs Welten

Die Venedig-Biennale 2026 zeigt sich als Spiegel globaler Konflikte und Hoffnungen. Stefana Sabin war vor Ort und berichtet über sechs Pavillons, die zwischen politischen Spannungen, Natur und Spiritualität ein vielstimmiges Bild zeitgenössischer Kunst entwerfen – nicht umfassend, aber persönlich.


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Rezension zu Stefan Müller-Doohms „Frankfurt als geistige Lebensform“
Die geistige Kraft der Mainmetropole

Frankfurt gilt vielen als das deutsche Finanzzentrum, als Stadt der Banken und der Börse. In seinem neuen Buch „Frankfurt als geistige Lebensform“ erinnert Stefan Müller-Doohm jedoch daran, dass die Mainmetropole zugleich eine der bedeutendsten kulturellen Landschaften der Bundesrepublik ist. Zwischen Gesprächen, Erinnerungen und Essays über Theodor W. Adorno, Jürgen Habermas, Max Beckmann und die Frankfurter Öffentlichkeit entfaltet sich ein Panorama aus Literatur, Philosophie und Stadtgeschichte. Gabriel Romano wirft einen Blick auf Müller-Doohms Buch und stellt fest: Es geht um Ideengeschichte, Milieustudie und Selbstvergewisserung.


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3 Tipps unserer Redaktion zu Kulturevents, die du auf keinen Fall verpassen solltest.
Auf keinen Fall verpassen! No. 5

In der neuen Rubrik von Faust Kultur „Auf keinen Fall verpassen“ stellt unsere Redaktion einen bunten Mix an Kulturangeboten aus ganz Deutschland vor. Von Literatur über Kino und Theater bis hin zu Konzerten und Ausstellungen – alles hat hier Platz. Ein kuratiertes, wöchentliches Format mit dem Ziel, unsere liebsten Kulturerlebnisse zu teilen und weiterzuempfehlen.


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Fußball zwischen Triumph und Tragödie: Ein politischer Essay
Anpfiff der Grenadiere

Kann Sport ein Land verbinden – oder lenkt er nur vom Zerfall ab? Hans Christoph Buch analysiert in seinem Essay den politischen Hintergrund von Haitis Qualifikation für die FIFA-Fußball-WM: verweigerte Einreisen für Fans und Spieler, das Trikotverbot der FIFA und massenhafte Abschiebungen in ein vom Bandenkrieg erschüttertes Land. Ein Bericht nicht nur über Fußball, sondern über Haitis aktuelle politische Gegensätze – und über die Frage, ob Unterhaltung zur Nebelwand wird.


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NACHHALTIGKEIT: KOOPERATION MIT IMPAKTER MAGAZINE
Erstes Europäisches Forum für Umweltmenschenrechte: Wie geht es jetzt weiter?

Vergangene Woche kamen in Straßburg Hunderte Umwelt- und Menschenrechtsverteidiger:innen, Vertreter:innen von Institutionen sowie politische Entscheidungsträger:innen zusammen, um über die Zukunft des Schutzes von Umweltmenschenrechtsverteidiger:innen und die Stärkung ihrer Rechte zu beraten.


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Über die Wichtigkeit der Kunst für die Pflege menschlicher Beziehungen: Rezension zu Trung Le Nguyens „The Magic Fish“
Geschichten sprechen, wo Worte fehlen

Tiến will seinen Eltern etwas sagen – doch ihm fehlen die Worte. Meist sprechen sie keine gemeinsame Sprache und fühlen sich dadurch oft weit voneinander entfernt. Was bleibt, sind Geschichten, die mehr über sie selbst erzählen als nur von fantastischen Begebenheiten. Mit „The Magic Fish“ debütiert Trung Le Nguyen als Graphic-Novel-Autor und greift dabei die Komplexität von Migration, Sexualität und Kommunikation auf. Mit autobiografischen Elementen und eindrucksvollen Illustrationen zeigt er, dass Kunst manchmal das einzige Mittel sein kann, um mit Trauma, Scham und Distanz umzugehen. Eine beeindruckende Lektüre für das Verständnis emotionaler Dynamiken – so Gabriel Romano.


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