Im Garten des Geldes

Im Garten des Geldes

Kunst Turm Mücke

Nach einem Jahr künstlerischer Forschung in der ehemaligen Erzabbau Region Mücke in Mittelhessen zeigt die Künstlerin Line Krom ihren Hortus pecuniae (Garten des Geldes). Das Projekt protokolliert ihre Recherche zu Zeigerpflanzen und Pflanzengesellschaften in der Bergbaufolgelandschaft Mücke. Zu sehen ist eine Installation mit lokalen Wildkräutern in lokaler Erde, Objekte und Zeichnungen. Bei der Finissage am Sonntag, den 31. Juli um 14 Uhr, wird das Living Environment im Kunstturm Mücke be-erntet.

Botanic Mining – Die grüne Schmiede

Auf der Flur, umhegt von hartem Basalt, liegt mein kleines Reich,
schwarz glänzt die Mauer, darauf Kissen von samtem Moos, ganz weich.
Die eiserne Strasse leitet zu meiner Gartenpforte sacht,
über dem Revier der scharfäugige Robin mit seinem roten Brustharnisch wacht.
In die Erde, schwer und rot, bracht ich im Lenz den Samen ein,
schnell besiedeln meine grünen Kameraden jeden Stein.
Wohl raune ich ihnen zu, frohlocke mit köstlichem Nass und lichtem Gemüte, zupfe jene am Blättchen, die nicht recht wachsen; und künde Bienen von ihrer Blüte.
Die Zweige der Robinie scharren spröde im Sommerhauch,
das sich wiegende Korn klirrt auch.
Drückend regnet die Sommerböe Blätter herab, die messerscharf eine Schneise roden, mit dem hellen Klang einer Glocke fällt die Foliage zu Boden.
Das Startsignal für meine Genossen: die Schafgarbe als Pionierin prescht vorweg, auch schüchterne Gemüter folgen keck:
spitze Nesseln, heilender Wermuth, exotisches Springkraut und zierliche Nelken. Fleißig schmiedet meine beseelte Schar eine Frucht, die im Garten sonst so selten: ein silbrig glänzenden Blutstein wächst, – das Kapital für technische Welten.

Line Krom: Collage

Die Künstlerin

Line Krom lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Ihre künstlerische Recherche zu den Existenz- und Arbeitsbedingungen im Kunstbetrieb manifestiert sich in Zeichnungen, Objekten, Installationen, Texten, Performances und partizipatorischen Situationen. Humorvoll verbindet sie künstlerisch die Punk- Attitude des DIY mit der kargen Bildsprache der Arte Povera. Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen als Resource künstlerischer Arbeit und Basis der kreativen Existenz sind in ihrem Oeuvre zentral, gegenwärtig arbeitet sie mit Pflanzen, als nicht-menschlichen Kollaborateuren, die Metalle schürfen.

Gezeigt wurde ihre Arbeiten u. a. im Neuen Kunstverein Gießen, Frauen Museum Wiesbaden, Deutsches Ledermuseum Offenbach, European School of Design Frankfurt, Freie Internationale Akademie Amorbach, Boecker Contemporary Heidelberg, L.A. Book Fair, Blyth Gallery London, BronxArtSpace New York, Jerwood Space London.

Als Residenzkünstlerin war sie u.a. zu Gast am Art Park Pedvale, Lettland, Art Hub Copenhagen, Center for Contemporary Art Kitakyushu, Japan, dem Centre for Drawing London.

Sie studierte an der Goethe Universität Frankfurt, der UdK Berlin und der UAL London. Seit 2014 übernimmt sie regelmässig Lehraufträge, gegenwärtig am Institut für Kunstpädagogik der Goethe Universität Frankfurt.

Weitere Informationen: www.linekrom.com

Letzte Änderung: 15.07.2022  |  Erstellt am: 13.03.2022

Line Krom: Hortus Pecuniae, Living Environment aus lokalen Erden, Pflanzen und Wasser
Line Krom: Hortus Pecuniae, Living Environment aus lokalen Erden, Pflanzen und Wasser

LINE KROM
HORTUS PECUNIAE (GARTEN DES GELDES)

Dauer der Ausstellung:
10. April bis – 31. Juli 2022

31. Juli 2022, 14 Uhr:
Finissage, bei der die „Eisenfresser-Pflanzen“ aus der Ausstellung erworben werden können, ausserdem wird der Katalog zur Ausstellung vorgestellt

Kunstturm Mücke e.V.
Heegstr. 40 (außenliegend)
35325 Mücke-Merlau

www.kunstturmmuecke.de

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