|
Uwe Schütte dokumentiert eine humanitäre Hilfsreise von Berlin nach Lwiw im Juli 2026. Seine Aufzeichnungen sind kein reportagehafter Überblick, sondern ein Tagebuch, das die Widersprüche des Kriegsalltags einfängt: zwischen Drohnenalarm um drei Uhr morgens und Käsekuchen um neun Uhr vormittags, zwischen Kriegsdenkmälern und Kirschwein vor dem Rathaus, zwischen der Stille um gefallene Soldaten und dem Lachen eines vierjährigen Flüchtlingsmädchen auf der Rückfahrt. So entsteht ein menschliches, vielschichtiges Porträt der Ukraine im Krieg, in dem wenige Stunden Normalität in kleinen Zufluchtsorten möglich scheinen, bevor die Realität sie wieder einholt – begleitet von Scham, Schuld und Ohnmacht. Weder heldenhaft überhöht noch auf Opferbilder reduziert, versucht Schütte sich der heutigen Situation des Landes anzunähern.
|