Improvisierendes Tanzen

Improvisierendes Tanzen

Neue Leitung für die Dresden Frankfurt Dance Company
Ioannis Mandafounis

Die Dresden Frankfurt Dance Company löst sich mit ihrer neuen Leitung vom choreografischen Denken ihres Gründers und langjährigen Chefs William Forsythe. Der in Athen geborene Choreograf Ioannis Mandafounis und die Kulturmanagerin Annika Glose werden mit der Spielzeit 2023/2024 ihr neues Amt antreten.

Nach dem Abschied von Jacopo Godani beginnt mit der Spielzeit 2023/24 ein neues Kapitel der Dresden Frankfurt Dance Company. Ioannis Mandafounis tritt sein Amt als Künstlerischer Direktor an und leitet mit Annika Glose die Company. Das Ensemble wird aus 17 Tänzer*innen bestehen und außer Todd Baker sind sie allesamt neu gecastet worden und erstmals im Herbst – bei der Premiere am 15.11.2023 im Bockenheimer Depot – zu erleben.

Annika Glose, Ioannis Mandafounis

Nach Aussage von Ioannis Mandafounis darf das Publikum neue Kreationen und performative Arbeiten auf der Bühne und auch andernorts erwarten – wie zum Beispiel in Museen, auf Festivals und auf öffentlichen Plätzen.
Ein besonderer Fokus wird dabei auf Improvisation und Partizipation. Gleich bei der ersten Neukreation von Ioannis Mandafounis für die Dresden Frankfurt Dance Company können die Besucher*innen aktiv dabei sein und bei „À la carte“ (Uraufführung in Frankfurt am 15.11.2023), dem choreografischen Fest zum Auftakt der Saison, den Verlauf der Aufführung mitbestimmen.
Ein weiteres neues Werk von Ioannis Mandafounis, „Lisa“, wird im Schauspiel Frankfurt im kommenden Jahr uraufgeführt – und der Choreograf ist damit der einzige Mann, der in der nächsten Spielzeit auf der großen Bühne des Schauspiels inszenieren darf.

Auch die bisher in Deutschland ungesehenen Choreografien „Scarbo“ und „Bis.N.S. (as usual)“ von Ioannis Mandafounis kommen zur Aufführung.

In all diese Werken geht sein Verständnis von Tanz ein und wird hoffentlich für das Publikum nachvollziehbar: Die Anwendung der von ihm entwickelten Methodologie bringt ein tänzerisches und choreografisches Ergebnis auf die Bühne, das improvisiert ist, aber wie geplant erscheint. Dadurch werden die Künstler*innen gestärkt, und es entsteht ein gemeinsamer Prozess zwischen den Tänzer*innen und dem Publikum. So wird Live-Choreografie zur Identität der Company – immer in Bezug auf ihre Wurzeln im zeitgenössischen Tanz, im Experiment und in ihrer Geschichte.

Dresden Frankfurt Dance Company

Der neue künstlerische Leiter der Dresden Frankfurt Dance Company war Tänzer unter William Forsythe und war auch in der freien Szene der Stadt mit der Gruppe MAMAZA unterwegs. Ist also in Frankfurt kein Unbekannter – gleichwohl betont er, dass er zwar viel von Forsythe gelernt habe, aber letztlich seinen eigenen Stil verfolge und nicht die choreografischen Fußabdrücke von William Forsythe. Das kann man nur begrüßen, denn die immer wiederkehrende Frage nach Forsythe sollte der Vergangenheit angehören. Der Choreograph hatte seine Zeit hier in der Stadt und jetzt sind neue Handschriften angesagt, an denen sich das Publikum erfreuen oder auch reiben kann.

Inwieweit sich die Company an Diskussionen in Bezug auf den Neubau der Städtischen Bühnen und die damit mögliche Einrichtung einer Sparte Tanz beteiligt bleibt offen – immerhin ein verlockender Gedanke!

Über das Vorstellungsprogramm hinaus wird es Gesprächsformate und Workshops geben. Dabei können die Teilnehmenden mehr über Tanz erfahren oder sich selbst tänzerisch ausprobieren und die Produktionen sowie die choreografische Methodik von Ioannis Mandafounis besser kennenlernen.

Kooperieren wird die Company mit der PaluccaHochschule für Tanz in Dresden und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main sowie mit anderen Kultur- und Bildungsinstitutionen.

Hier schon einmal die Namen der 17 Tänzer*innen. Heißen wir sie willkommen:

TODD BAKER, THOMAS BRADLEY, SARAH BUCHER,
AUDREY DIONIS, LOUELLA MAY HOGAN, NASTIA
IVANOVA, MARINA KLADI, NOÉMIE LARCHEVEQUE,
UGNĖ IRENA LAURINAVIČIŪTĖ, YAN LEIVA, MANON
PARENT, EMANUELE PIRAS, SOLÈNE SCHNÜRIGER,
ICHIRO SUGAE, IDO TOLEDANO, ASHLEY
ALEXANDRA WRIGHT, SAMUEL YOUNG-WRIGHT

https://www.dfdc.de/

Letzte Änderung: 07.07.2023  |  Erstellt am: 06.07.2023

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