Auf keinen Fall verpassen! No. 2
In der neuen Rubrik von Faust Kultur „Auf keinen Fall verpassen“ stellt unsere Redaktion einen bunten Mix an Kulturangeboten aus ganz Deutschland vor. Von Literatur über Kino und Theater bis hin zu Konzerten und Ausstellungen – alles hat hier Platz. Ein kuratiertes, wöchentliches Format mit dem Ziel, unsere liebsten Kulturerlebnisse zu teilen und weiterzuempfehlen.
Literatur: „NOTHING AS IT SEEMS“-Lesung in Frankfurt
LOTTE & LIBERTINE begrüßen Mildred Kiconco Barya und Artur Becker zu einem literarischen Abend mit Poesie, Gesprächen und neuen Lesungen. Die beiden Freunde werden Gedichte aus ihren Büchern sowie neue Werke vorlesen. Mildred Kiconco Barya, deren Schreiben sich zwischen Ökopoetik, Umweltgeisteswissenschaften und sozialer Gerechtigkeit bewegt, trifft auf Artur Becker, Schriftsteller, Dichter, Essayist und langjährige Stimme der zeitgenössischen Literaturszene.
Moderation: Jana Baumann.
Infos zur Veranstaltung: 02. Juni 2026 / Einlass 19:00 Uhr / LIBERTINE LINDENBERG (Frankensteiner Str. 20, Frankfurt am Main)

Kunst: Grönland – Not For Sale – Kalaallit Nunaat Forever in Frankfurt
Grönland – Not For Sale – Kalaallit Nunaat Forever ist einem Land gewidmet, das vor enormen Veränderungen steht und wie ein Vergrößerungsglas die Themen unserer Zeit aufzeigt. Es sind die filmischen Arbeiten des Teams um Beat Hächler und Gian Suhner und die aktivistische Kunst von Julie Hardenberg, die dem deutschen Publikum zahlreiche Facetten der Wirklichkeit eines Landes und seiner Menschen durch gewaltige Bildwelten sichtbar machen.
Grönland steht aktuell im Fokus geopolitischer Bestrebungen. Seine militärstrategische Lage, die Seltenen Erden und die sich wegen des Klimawandels öffnenden Schiffsrouten haben politische Verschiebungen weiter angeschoben. Spätestens mit den jüngsten öffentlichen Äußerungen des US-amerikanischen Präsidenten steht die Frage nach politischer Unabhängigkeit gegenüber geopolitischer Vernetzung vehement im Raum.
Auch ein langwieriger und schmerzhafter Prozess der Entkolonisierung und Unabhängigkeit von Dänemark prägen die grönländische Debatte, die zwischen Tradition und westlicher Konsumwelt, zwischen Aufarbeitung und Anerkennung verhandelt wird.
Immer noch ist unser westliches Grönland-Bild von unberührter arktischer Natur und Iglu-Romantik und von Vorurteilen geprägt. Was wissen wir in Deutschland von diesem Land? Was wissen wir über die Menschen in Grönland, über die Natur und über die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Umwelt und Kultur? Was über die Geschichte kolonialer Gewalt? Welche politischen Kräfte erheben Anspruch auf das Land, das sich nach Unabhängigkeit sehnt?
Grönland ist vom arktischen Meer umgeben, sechs Mal so groß wie Deutschland und ist in den vergangenen Jahren unfreiwillig in den Fokus der Großmächte gerückt. Mit der Beschleunigung der Erderwärmung sind die ansonsten gefrorenen Seewege befahrbar geworden und die schmelzenden Gletscher legen Oberflächen des Landes in Teilen frei. Die strategische Lage an der Schnittstelle zwischen Kanada, den USA, Russland und Europa weckt die Begierde nach Vorherrschaft über die Meereswege und den Zugriff auf die zahlreichen Rohstoffe.
Wie sehen das die Menschen vor Ort? Grönlands rund 57.000 Bewohner:innen erleben aktuell eine sich zuspitzende geopolitische Lage und finden sich im Fokus internationaler Begehren wieder. Wie haben sich die kulturellen und nationalen Zugehörigkeitsgefühle seit den jüngsten geopolitischen Ereignissen verschoben? Was bedeutet es, in Anbetracht der medialen und politischen Aufmerksamkeit seine politische Unabhängigkeit und kulturelle Identität zu bewahren? Welche Kunst
und welche Musik drücken die Gefühle ihrer Einwohner:innen und besonders der jungen Generation aus?
Grönland stellt sich dem Druck globaler Veränderungen, der sich in vielen Regionen der Welt heute auf Menschen ähnlich auswirkt. Die zahlreichen Folgen der globalen Klimaerwärmung, wirtschaftliche Interessen von transnationalen Großunternehmen, die die lokale Bevölkerung außen vor lassen und geopolitische Machtansprüche üben Druck auf das Land aus. Intern entstehen Verschiebungen im Verhältnis zwischen Staat und Bürger:innen, die sich aus dem wachsenden identitätspolitischen Bewusstsein ergeben.
Grönland – Not For Sale – Kalaallit Nunaat Forever ist eine Ausstellung in neun Kapiteln. Julie Edel Hardenbergs politische Kunst, die filmischen Panoramabilder und dreißig Videointerviews Gian Suhners zeichnen das Portrait eines Landes und seiner Menschen, das wir so noch nicht kannten.
Eröffnung: 18. Juni 2026 / 17:30 Uhr / Frankfurter Kunstverein
Eine Ausstellung des ALPS Alpines Museum der Schweiz, Bern, in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Kunstverein
Kuration von Beat Hächler (Direktor des ALPS Alpines Museum der Schweiz, Bern) und Gian Suhner (Filmemacher) und für zeitgenössische Kunst von Franziska Nori (Direktorin Frankfurter Kunstverein)
Mit Julie Edel Hardenberg

Musik: Brasilianische Ikone Lulu Santos in Berlin
Lulu Santos veröffentlichte 1982 sein Debütalbum „Tempos Modernos“. Die Mischung aus Pop, Rock und Samba machte ihn über 50 Jahre lang zu einer Hitmaschine, wobei er mit MPB-Künstlern wie Caetano Veloso, Gilberto Gil und Gal Costa zusammenarbeitete. Im Jahr 2024 erhielt Lulu zwei Auszeichnungen bei den Latin Grammys: den Lifetime Achievement Award und den Preis für den besten Urban-Song in portugiesischer Sprache für „Cachimbo da Paz 2“, zusammen mit Gabriel O Pensador und Xamã. Seine letzte Tournee, „Barítono“, versammelte über 2 Millionen Menschen bei 109 Konzerten in Brasilien und den USA. Lulu hat über 15 Millionen Alben verkauft und bleibt auch im digitalen Zeitalter relevant, indem er Milliarden von Streams in den Musik-Apps verzeichnet. Er war in allen 12 Staffeln Coach bei „The Voice Brasil“, bis die Show 2023 endete.
Infos zur Veranstaltung: 28. Mai 2026 / 18:00 Uhr / Berlin Astra Kulturhaus (Revaler Str. 99, 10245 Berlin)
Tickets finden Sie hier.

Letzte Änderung: 28.05.2026 | Erstellt am: 28.05.2026
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