Tamara Labas: Ein Windstoß aus Fehlern und Zeit / Daniela Daub: Unendliche Postkarte
Tamara Labas’ Gedichte bewegen sich zwischen persönlicher Erinnerung, Kriegserfahrung und politischer Gegenwart. In freien poetischen Formen verdichten sich Kindheitsbilder, Körpererfahrungen und Zukunftsvisionen zu einem vielstimmigen Panorama. Die Texte erzählen von weiblicher Selbstermächtigung, von Verletzlichkeit, Migration und der Weitergabe von Traumata über Generationen hinweg. Immer wieder erscheinen Motive wie Dornen, Licht, Lilien oder Körper als Bilder für Schmerz und Neubeginn. Mit großer sprachlicher Präzision und emotionaler Intensität sucht Labas nach einer Sprache für das, was bleibt, wenn Gewissheiten zerbrechen. Eine politische und zugleich sehr persönliche Lyrik zwischen Gedicht und poetischer Prosa.
Die Gedichte von Daniela Daub sind wie Spaziergänge durch die Sprache, bei denen sie die Bedeutungsmöglichkeiten der Worte abgeht. Noch die statischsten Beobachtungen sind in Bewegung. Die hier versammelten Texte zeichnen sich durch eine große Einfachheit aus. Alltagsnotizen könnte man sagen, die aber eine Tiefe offenbaren, weil sie aus einem feinfühligen Erleben des Auf-der-Welt-Seins schöpfen und sich trauen, an der Grenze von Belanglosigkeit und Sensation entlangzuschreiben. Von Zeit zu Zeit regnet es, oder es scheint die Sonne. Indem jedes einzelne Gedicht für sich steht, bilden sie ein Panorama; ein eigenwilliger Blick auf einen Ausschnitt der Welt, von der man ein Teil ist.
Moderation: Artur Becker
Datum & Zeit
7. Oktober 2026, 17:00 Uhr
Veranstaltungsort
Heussenstamm. Raum für Kunst und Stadt
Braubachstraße 34
60311 Frankfurt am Main
Letzte Änderung: 06.10.2026 | Erstellt am: 06.10.2026
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