Auf keinen Fall verpassen! No. 8

Auf keinen Fall verpassen! No. 8

3 Tipps unserer Redaktion zu Kulturevents, die du auf keinen Fall verpassen solltest.
Logo | © Faust Kultur

In der neuen Rubrik von Faust Kultur „Auf keinen Fall verpassen“ stellt unsere Redaktion einen bunten Mix an Kulturangeboten aus ganz Deutschland vor. Von Literatur über Kino und Theater bis hin zu Konzerten und Ausstellungen – alles hat hier Platz. Ein kuratiertes, wöchentliches Format mit dem Ziel, unsere liebsten Kulturerlebnisse zu teilen und weiterzuempfehlen.

Kino: 斬る Kill! im Rahmen der Filmreihe „NAKADAI Tatsuya (1932–2025) – Die vielen Gesichter der japanischen Schauspiellegende“, gewidmet dem großen japanischen Schauspieler Nakadai Tatsuya

Das unterhaltsame Historiendrama basiert auf der Geschichte „Seventeen Days on Mt. Toride“ (Torideyama no jûshichinichi) von Yamamoto Shûgorô. Nakadai Tatsuya verkörpert die Figur des Genta, der als herrenloser Samurai (Rônin) durch die Lande zieht und zusammen mit einem ehemaligen Bauern in eine Geschichte um Verrat und Intrigen verwickelt wird.

Im Jahr 1833 kommt der ausgehungerte Ex-Samurai Genta, gespielt von Tatsuya NAKADAI, in eine verwüstete Stadt. Diese ist Schauplatz einer Intrige zwischen Samurai und Yakuza – und ehe er sich versieht, ist auch Genta darin verwickelt. Zwischen Komik und Zynismus entlarvt der visuell beeindruckende Klassiker von Kihachi OKAMOTO die Sinnlosigkeit von Gewalt und Machtkämpfen und greift dabei auch einige Elemente des Spaghetti-Western auf.

Nakadai Tatsuya zählt zu den bedeutendsten Schauspielern der japanischen Filmgeschichte. Der vielfach ausgezeichnete Darsteller war in über 120 Filmen zu sehen und verkörperte zumeist komplexe und vielschichtige Charaktere.

Geboren am 13. Dezember 1932 in Tokyo besuchte Nakadai nach seinem Schulabschluss Aufführungen der Theatergruppe Haiyûza, in die er 1952 selbst aufgenommen wurde. 1954 gab er mit einem Statistenauftritt sein Filmdebüt in Die sieben Samurai, was den Beginn einer langjährigen Partnerschaft mit Kurosawa Akira markierte: Nakadai spielte tragende Rollen in Yojinbô oder Tsubaki Sanjûrô und brillierte als Protagonist in den großen Epen Kagemusha und Ran. Aber auch mit anderen renommierten Regisseuren wie Kobayashi Masaki, Okamoto Kihachi und Teshigahara Hiroshi verband ihn eine enge Zusammenarbeit.

1975 gründete Nakadai gemeinsam mit seiner Frau und Schauspielerkollegin Miyazaki Yasuko eine Schule für Nachwuchsschauspieler namens Mumei juku, die von zahlreichen Talenten besucht wurde, darunter auch Yakusho Kôji (bekannt u.a. aus Perfect Days).

Die schillernde Bandbreite der von Nakadai dargestellten Figuren reicht von Samurai, Kriminellen und Universitätsprofessoren bis hin zu Malern und Familienvätern, denen er mit feinen Nuancen Tiefe und Intensität verlieh.

Nakadai Tatsuya starb am 8. November 2025 im Alter von 92 Jahren an einer Lungenentzündung.

Die Filmreihe findet in Zusammenarbeit mit dem Filmfestival Nippon Connection in Frankfurt statt (02. – 07.06.2026). Im Rahmen der Retrospektive des Festivals zeigt das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum acht Filme mit NAKADAI Tatsuya aus dem Archiv der Japan Foundation in Tokyo.

Regie: OKAMOTO Kihachi / 1968, 114 Minuten, Übersetzung OmeU, Format 35 mm

Infos zur Veranstaltung: 23. Juli 2026 / 18.30 – 20.30 Uhr / Eintritt frei / Japanisches Kulturinstitut (Universitätsstraße 98, 50674 Köln)

 | © Foto: 1968 Toho Co., Ltd.

Kunst: Ausstellung „Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik“ läuft noch bis September in München!

Die Künstlerin Käte Hoch zeigt ihren Freund Erich Müller-Kamp telefonierend am Schreibtisch. Ein Ferngespräch, so rät Kurt Tucholsky, soll möglichst deutlich und dialektfrei geführt werden, sonst können die Überwachungsbeamten dem Dialog nicht folgen. Sich selbst malt Hoch in den Farben der Suffragetten und mit Bubikopf. Auch junge Angestellte schneiden sich die Haare kurz. Sie tippen schnell, rauchen Kette und gehen abends ins Kino oder Tanzlokal. Sie lieben Charleston und Shimmy, hören Schmachtfetzen, Swing und Jazz.

Irmgard Keuns “Kunstseidenes Mädchen” träumt von schmalen Silhouetten und Schuhen mit Eidechsenkappen. Ré Soupault entwickelt ein Transformationskleid, das im Büro direkt für den Abend umgewandelt werden kann. Im Variété werden Geschlechterrollen durchlässig, Monokel senden Signale.

Die Wirtschaft blüht, oft auf Pump, Teile der Bevölkerung verarmen, nicht nur während der Hyperinflation und der Weltwirtschaftskrise. Kriegsversehrte, Arbeiterinnen, Arbeitslose und Veilchenverkäufer prägen die Straßen und konterkarieren die Goldenen Zwanziger. Oskar Maria Graf verteilt mit einer Arbeitsgruppe antifaschistische Flugblätter, in Schwabing treffen sich Feminist*innen und das Münchner Antikriegs-Komitee und eine Ortsgruppe der revolutionären Künstler*innen-Vereinigung ASSO bastelt an einer Zeitschrift. George Grosz zeigt den Aufstieg der Nationalsozialisten und karikiert den Hitlergruß.

Das neue Theater von Helene Weigel und Bertolt Brecht sehnt sich nach der Wucht des Boxens und versucht sich an Dialogen, die wie Kinnhaken sitzen. 1923 wird die erste staatlich kontrollierte Rundfunksendung in Deutschland ausgestrahlt – Max Radler malt einen Fabrikarbeiter beim Radiohören. 1930 macht Tim Gidal im Deutschen Museum ein Foto von einer der ersten Fernsehübertragungen.

Die Ausstellung konzentriert sich auf konkrete Geschichten und greifbare Details, statt große Thesen zur Weimarer Zeit zu formulieren. Zu den verschütteten Möglichkeiten der Weimarer Republik soll so ein Kontakt hergestellt werden – ein Ferngespräch.

Mit Werken von Käte Hoch, Heinrich Hoerle, Karl Hubbuch, Lotte Jacobi, Grethe Jürgens, Jeanne Mammen, Gabriele Münter, Christian Schad, August Sander, Rudolf Schlichter u.a.

In Kooperation mit dem Münchner Stadtmuseum und mit großzügiger Unterstützung einer Privatsammlung

Kuratiert von Karin Althaus, Adrian Djukić und Matthias Mühling

Infos zur Veranstaltung: 12. Mai 2026 – 27. September 2026 / Regulär: 10,00€, Ermäßigt: 6,00€ / Lenbachhaus, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau (Luisenstraße 33, 80333 München)

Tickets finden Sie hier.

 | © Foto: Käte Hoch, Bildnis Dr. E. Müller-Kamp, 1929, Öl auf Leinwand, 95,5 cm x 100,6 cm x 2,1 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

Literatur: Autorenlesung von Zsuzsa Bánk im Rahmen des „Höchster Salon B25“ aus ihrem Roman "Sterben im Sommer" (Fischer Verlag)

In ihrem neuesten Roman erzählt Zsuzsa Bánk vom Sterben ihres Vaters. Noch einmal verbringt er den Sommer in der alten Heimat Ungarn, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den Balaton. Aber die Rückreise führt in ein deutsches Krankenhaus und die Tochter setzt sich an sein Bett. Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin, studierte in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Sie lebt als Autorin in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman »Der Schwimmer« erhielt sie mehrere Preise. Auch für »Unter Hunden« aus ihrem Erzählungsband »Heißester Sommer« wurde sie ausgezeichnet. Ihre Romane »Die hellen Tage« und »Schlafen werden wir später« wurden große Erfolge.

Eine Veranstaltung von “Raum für Kulturelle Fragen” e.V., mit freundlicher Unterstützung des Kulturamtes Frankfurt am Main LOGO www.kulturellefragen.de

Ausblick: Höchster Salon B25 im Herbst 2026
4 Autor/innen Lesungen zum Thema “Herkunft”
Dienstags ab 18:30
08.09. – Zsuzsa Bánk, Restaurantschiff Mainod
13.10. – Christian Setzepfandt, KulturRaum B25 (Brüningstr. 25, Frankfurt/ Höchst)
10.11. – Martin Piekar, KulturRaum B25 (Brüningstr. 25, Frankfurt/ Höchst)
01.12. – Britta Boerdner, KulturRaum B25 (Brüningstr. 25, Frankfurt/ Höchst)

Infos zur Veranstaltung: 08. September 2026 / Einlass 18:30 Uhr, Lesung ab 19:00 Uhr / Eintritt kostenlos, Spendenbasis / Höchster Restaurantschiff Mainod, Batterie (direkt am Main in Höchst)

Zsuzsa Bánk | © Foto: Gaby Gerster

Letzte Änderung: 23.07.2026  |  Erstellt am: 22.07.2026

divider

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Teilen Sie ihn mit Ihren Freund:innen:

divider

Kommentare

Es wurde noch kein Kommentar eingetragen.

Kommentar eintragen