Leonor Fini — magisch surreal

Leonor Fini — magisch surreal

Die Schirn widmet einer der eigenständigsten Protagonistinnen des Surrealismus eine große Retrospektive
Leonor Fini in ihrem Atelier Rue Payenne, 1947 | © Estate Leonor Fini, Paris Quelle: SCHIRN Kunsthalle Frankfurt

Im Herbst wird es mit Leonor Fini magisch surreal in der SCHIRN. Ab dem 23. Oktober zeigt die erste große Retrospektive in Deutschland das faszinierende Œuvre der Künstlerin zwischen Traum und Mythos, Masken und Kostümen.

Leonor Fini (1907–1996) war als Künstlerin wie auch als Privatperson eine Rebellin. Die SCHIRN präsentiert vom 23. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027 die erste Retrospektive der Künstlerin in Deutschland. Rund 100 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Kostüme, Masken und Bücher geben einen umfassenden Einblick in ihr faszinierendes Œuvre. Geboren in Buenos Aires und aufgewachsen in Triest, blieb die Autodidaktin trotz ihrer Nähe zum Surrealismus zeitlebens künstlerisch unabhängig. Beeinflusst von Renaissance, Symbolismus, deutscher Romantik und magischem Realismus entwickelte Fini eine unverwechselbare Bildsprache zwischen Traum, Mythos, Fantasie und theaterhaften Inszenierungen. In ihrem charakteristischen, altmeisterlichen Stil schuf sie traumartige Szenen mit Priesterinnen, Sphinxen und hybriden Wesen, die klassische Geschlechterrollen umkehren. Es entstanden kraftvolle Darstellungen von Frauen und androgynen Figuren, häufig als Neuinterpretationen historischer Vorbilder. Emanzipation, Genderfluidität, Eros, Okkultismus, Tod und Verwandlung durchziehen ihr Werk ebenso wie der spielerische Umgang mit Masken, Kostümen und Rollenbildern. Die Auseinandersetzung mit ihrer Position als Frau und Künstlerin ist ein zentrales Thema ihres Werks. Von Beginn an inszenierte sich Fini selbstbewusst als freigeistige, glamouröse Ikone und verwischte bewusst die Grenzen zwischen künstlerischer Schöpfung und gelebter Existenz. Die Ausstellung zeichnet mit Werken aus rund sieben Jahrzehnten ihre außergewöhnliche künstlerische Entwicklung nach.

Leonor Fini, Im Turm (Selbstporträt mit Constantin Jalenski), 1952, Öl auf Leinwand, 90,8 x 64,8 cm | © Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2026, FAMM (Femmes Artistes du Musée de Mougins) / The Levett Collection

***

„Die kontinuierliche Befragung und Verwandlung ihrer Rolle als Frau und Künstlerin, Finis Rebellion und Eigenständigkeit, ihr virtuoser Malstil, ihre moderne Adaption klassischer Mythen und ihre Selbst-Inszenierung als Mode-Ikone erscheinen erstaunlich aktuell.“
Ingrid Pfeiffer, Kuratorin der Ausstellung

Letzte Änderung: 29.10.2026  |  Erstellt am: 29.10.2026

divider

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Teilen Sie ihn mit Ihren Freund:innen:

divider

Kommentare

Es wurde noch kein Kommentar eingetragen.

Kommentar eintragen