Auf keinen Fall verpassen!

Auf keinen Fall verpassen!

3 Tipps unserer Redaktion zu Kulturevents, die du auf keinen Fall verpassen solltest.
Logo | © Faust Kultur

In der neuen Rubrik von Faust Kultur „Auf keinen Fall verpassen“ stellt unsere Redaktion einen bunten Mix an Kulturangeboten aus ganz Deutschland vor. Von Literatur über Kino und Theater bis hin zu Konzerten und Ausstellungen – alles hat hier Platz. Ein kuratiertes, wöchentliches Format mit dem Ziel, unsere liebsten Kulturerlebnisse zu teilen und weiterzuempfehlen.

Musik: Pat Metheny in Deutschland!

Pat Metheny zählt seit Jahrzehnten zu den prägendsten Gitarristen des modernen Jazz – ein echter Ausnahmemusiker, der wie kaum ein anderer technische Meisterschaft, unerschöpfliche Neugier und starken Ausdruck vereint. Im Juni 2026 kommt der vielfach ausgezeichnete Künstler für eine Reihe ausgewählter JazzNights Konzerte nach Deutschland und macht in Flensburg, Lübeck, Hamburg, Berlin, München, Dortmund, Freiburg, Nürnberg und Frankfurt Station.

Im Zentrum dieser Shows steht Pat Methenys neues Album Side-Eye III+, sein erstes Studio-Album seit sechs Jahren. Hierfür hat er seine Kernbesetzung, bestehend aus ihm, Chris Fishman (Piano/Keyboards) und Joe Dyson (Drums), um den Bassisten Jermaine Paul sowie den Percussionisten und Sänger Leonard Patton erweitert. Dieses fünfköpfige Line-Up stellt für Metheny einen Blick in die Zukunft seines Side-Eye Projektes dar. Da das im Studio aufgenommene Ergebnis von Side-Eye III+ im Trio-Format nicht zufriedenstellend reproduzierbar ist, nahm er die Herausforderung dankend an, andere Herangehensweisen an das neue Material zu finden. Metheny-Fans wissen, wie viel kreative Energie dies bei ihm freisetzt, daher darf sich sein Publikum live auf echte Sternstunden freuen!

Das Album erscheint auf Uniquity Music, Pat Methenys eigenem Plattenlabel, mit dem er sich seinen langgehegten Traum einer Labelheimat erfüllt, die all seine vergangenen und zukünftigen Werke unter einem Dach vereint. Neben allen zukünftigen Veröffentlichungen erscheinen hier künftig auch Reissues all seiner Alben ab 1984.

Kaum ein anderer Gitarrist bewegt sich so selbstverständlich zwischen Genres und Klangwelten. Metheny arbeitet mit Ikonen wie Steve Reich, Ornette Coleman, Herbie Hancock, Jim Hall, Milton Nascimento oder David Bowie und komponiert für Solo-Gitarre, Ensembles, Orchester, Ballett und sein bahnbrechendes „Orchestrion“-Projekt. Stets überschreitet er dabei stilistische Grenzen und lotet die technischen Möglichkeiten seines Instruments neu aus – ob mit dem Synclavier in den frühen Jahren elektronischer Musik oder mit innovativen Gitarren wie der 42-saitigen Pikasso-Gitarre.

Für seine Arbeit hat Pat Metheny nahezu sämtliche Ehrungen erhalten, die die Jazzwelt zu vergeben hat – darunter 20 Grammy Awards in verschiedenen Kategorien, drei Goldalben sowie die Aufnahme in die DownBeat Hall of Fame. 2018 wird er zudem als NEA Jazz Master ausgezeichnet, die höchste Auszeichnung des US-amerikanischen Jazz.

Als leidenschaftlicher Live-Musiker tourt Metheny seit über fünf Jahrzehnten unermüdlich um die Welt und spielt jährlich weit über hundert Konzerte. Auch 2026 dürfen sich Jazzfans und Musikliebhaber auf außergewöhnliche Abende freuen, bei denen der frischgebackene Labelchef Metheny nicht nur seine neuesten Side-Eye-Kompositionen, sondern stets auch herausragende neue Musiker-Talente präsentiert.

Line-Up: Pat Metheny – Gitarre / Joe Dyson – Drums / Chris Fishman – Piano/Keyboards / Jermaine Paul – Bass / Leonard Patton – Percussion/Vocals

Tickets und weitere Informationen: 040 413 22 60 / kj.de /

Pat Metheny | © Foto: Jimmy Katz

Kunst: Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat in Frankfurt

Der Küstenort Étretat wird zum Mythos – und fasziniert bis heute. Die Felsen von Étretat, in der Normandie an der Atlantikküste gelegen, zogen im 19. Jahrhundert zahlreiche Künstler in ihren Bann. Das Städel Museum präsentiert vom 19. März bis 5. Juli 2026 eine große Ausstellung über die künstlerische Entdeckung des einstigen Fischerdorfes und seinen Einfluss auf die Malerei der Moderne. In Frankfurt sind rund 170 herausragende Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und historische Dokumente aus führenden französischen, deutschen und weiteren internationalen Museen sowie aus Privatsammlungen zu sehen, darunter allein 24 Werke von Claude Monet.

Étretat spielte eine bedeutende Rolle bei der Entstehung einer neuen Malerei, die als Impressionismus in die Geschichte der Kunst einging. Das Interesse der Künstler galt vor allem der charakteristischen Klippenlandschaft, die als aufregend schön und bedrohlich zugleich wahrgenommen wurde. Maler und Schriftsteller reisten nach Étretat und machten den abgelegenen Ort durch ihre Werke über die Grenzen Frankreichs hinaus berühmt. Mit der zunehmenden touristischen Erschließung um 1850 entwickelte sich Étretat zu einem beliebten Seebad und zu einem Treffpunkt für Künstler, Intellektuelle und das Pariser Bürgertum: Gustave Courbet malte hier seine berühmten Wellenbilder, Guy de Maupassant erhob Étretat literarisch zu einem Sehnsuchtsort und der Gentleman-Gauner Arsène Lupin, die Romanfigur von Maurice Leblanc, hortete hier seine Kunstschätze. Auch der aufstrebende Maler Claude Monet war von der einzigartigen Steilküste mit ihren drei Felsentoren – der Porte d’Amont, der Porte d’Aval und der Manneporte – derart fasziniert, dass er ihr etliche Gemälde widmete. Unter dem Eindruck der sich stets verändernden Licht- und Wetterverhältnisse begann Monet in Étretat Motivreihen zu malen – eine Arbeitsweise, die sich später zu seinem Markenzeichen entwickeln sollte.

Die Ausstellung vereint neben Werken von Eugène Delacroix, Gustave Courbet, Claude Monet und Henri Matisse eine Vielzahl weiterer wichtiger Positionen der modernen und zeitgenössischen Kunst – von Johann Wilhelm Schirmer und Eugène Le Poittevin über Camille Corot und Eugène Boudin bis hin zu Elger Esser. Gemeinsam verdeutlichen die Arbeiten die anhaltende Faszination, die dieser Ort bis heute ausübt. Die Leihgaben stammen unter anderem aus den Staatlichen Museen zu Berlin, dem Fitzwilliam Museum in Cambridge, dem Metropolitan Museum of Art in New York, der National Gallery of Canada in Ottawa sowie dem Musée d’Orsay in Paris.

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Tickets: 19 Euro, ermäßigt 17 Euro; Dienstags-Special: jeden Dienstag 15.00–18.00 Uhr 10 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren. Gruppen ab 10 regulär zahlenden Personen: 17 Euro pro Person. Für alle Gruppen ist generell eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder erforderlich. Sonderöffnungszeiten unter staedelmuseum.de

Ausstellungsansicht „Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ | © Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz

Musik: Brasilianisches Phänomen Liniker in Berlin und Hamburg

Das brasilianische Phänomen Liniker kommt zum zweiten Mal nach Deutschland mit ihrer Caju-Tour: Nach Berlin am 25. Mai 2026, und nach Hamburg am 2. Juli 2026. Die preisbehangene Musikerin und Songwriterin verbindet Soul, Samba-Rock, Jazz und R&B zu einem einzigartigen Sound. Als erste Trans-Frau mit einem Latin Grammy wurde sie international bekannt und gilt heute als wichtige Stimme für Vielfalt und queere Sichtbarkeit.

2021 veröffentlichte Liniker ihr erstes Soloalbum Indigo Borboleta Anil, das 2022 für drei Latin Grammys nominiert wurde und den Preis für das beste populäre Musikalbum in portugiesischer Sprache gewann. Mit ihrer ersten Solo-Tournee reiste Liniker durch Brasilien und lieferte gefeierte Auftritte bei großen Festivals, unter anderem auf der Sunset Stage beim Rock in Rio 2022 und beim ersten Primavera Sound São Paulo.

2023 gab sie dann auch ihr Solo-Debüt in Europa mit ausverkauften Konzerten in Spanien, Portugal, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland. Im selben Jahr wurde sie von der Brasilianischen Akademie für Kultur (ABC) als „Immortal“ geehrt. Liniker ist eine der wenigen brasilianischen Künstlerinnen, die bei NPR Tiny Desk, Colors Studio und großen Festivals wie Glastonbury, Roskilde und Rock in Rio aufgetreten sind.

Zuletzt veröffentlichte Liniker das Album CAJU, das sie gemeinsam mit Fejuca und Gustavo Ruiz produziert hat – dem gleichen Trio, das auch hinter der Produktion von Indigo Borboleta Anil steht. CAJU ist ein sehr persönliches Album, das eine eklektische Mischung aus verschiedenen Stilen vereint, darunter Pop, Samba, Jazz und House sowie Pagode, Arrocha, Disco und Reggae. Das Album enthält Kollaborationen mit Lulu Santos, BaianaSystem, ANAVITÓRIA, Pabllo Vittar und Priscila Senna.

CAJU sollte der endgültige Durchbruch für Liniker werden: Nur zehn Tage nach seiner Veröffentlichung wurde ihr zweites Soloalbum zu einem Meilenstein in ihrer Karriere und erzielte über 200 Millionen Streams auf allen Plattformen – davon allein 6 Millionen in den ersten 24 Stunden. Das Album erreichte Platz 6 der Spotify Global Top Album Debut Charts, während 13 der 14 Titel in die Top 100 von Apple Music Brasilien kamen. Sowohl das Album als auch der Titelsong schossen innerhalb von nur drei Tagen nach der Veröffentlichung auf Platz 1 der iTunes-Charts in Brasilien.

Tickets und weitere Informationen zu Linikers Konzerten (Berlin, Hamburg) finden Sie hier.

Liniker | © Foto: Larissa Kreili

Letzte Änderung: 21.05.2026  |  Erstellt am: 21.05.2026

divider

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Teilen Sie ihn mit Ihren Freund:innen:

divider

Kommentare

Es wurde noch kein Kommentar eingetragen.

Kommentar eintragen