Hallo Baden-Württemberg, reden wir über Heimat
PEN Berlin kündigt eine Gesprächsreihe zu Heimat und Demokratie an: Series of Talks – Hallo Baden-Württemberg, reden wir über Heimat. Die Autorenvereinigung PEN Berlin veranstaltet diese umfangreiche Gesprächsreihe in 22 größeren und kleineren Orten in Baden-Württemberg. Mehr Informationen finden Sie hier.
Pressemitteilung vom 14. Januar 2026
Die Autorenvereinigung PEN Berlin geht in den Südwesten Deutschlands und veranstaltet in 22 größeren und kleineren Orten in Baden-Württemberg eine Gesprächsreihe – der Auftakt einer großen Serie, der weitere Veranstaltungen folgen werden: im März in Rheinland-Pfalz, im August und September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.
Wie bei unserer vielbeachteten und vielgelobtenVeranstaltungsreihe vor den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg 2024 und wie bei unserer Kundgebung im September im mecklenburgischen Klütz ist das Publikum eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Mehr noch, das Publikum ist integraler Bestandteil des Konzepts. Es soll nicht ehrfürchtig den Gästen lauschen, um am Ende zwei, drei hastige Fragen zu stellen, sondern ist eingeladen, mitzusprechen – mit dem Podium, aber auch untereinander.
Im Sommer 2024 lautete unser Thema Meinungsfreiheit.
Diesmal möchten wir einen anderen Fokus legen. Viele Ängste belasten die Deutschen: Die Angst davor, dass der Staat seine elementaren Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. Die Angst vor einer Überforderung der Gesellschaft durch Einwanderung. Die Angst davor, dass Wohnen unbezahlbar und Gesundheitsvorsorge unerreichbar werden. Die Angst vor einem tiefen Fall der Wirtschaft dieses Landes. Begleitet von vielschichtigen Gefühlen wie Einsamkeit, Machtlosigkeit und Verunsicherung. Wie soll man sich verhalten gegenüber politischem Extremismus? Wie und wann sich gegen ansteigenden Antisemitismus und Rassismus wenden? All diese und weitere Ängste lassen sich in einem Motiv bündeln: die Angst vor dem Verlust des Vertrauten. Die Angst vor dem Verlust von Heimat.
Genau darüber möchten wir reden: über Heimat.
Unter dem gebrochenen Motto »Ist das noch mein Land?« bis zu »Ist das schon mein Land?« In Heidenheim und Crailsheim, in Esslingen und Göppingen, in Ulm und in Gmünd. Zu den Podiumsgästen gehören u.a. die Publizisten Michel Friedman und Michel Abdollahi, die Journalist:innen Julia Ruhs, Özge Inan und Kai Diekmann, die Schriftsteller:innen Eva Menasse, Feridun Zaimoglu und Francesca Melandri.
Allerdings sind auf den jeweils dreiköpfigen Podien – darunter etlichen Journalistinnen und Journalisten aus der Region – nicht nur Leute aus »unserer«, der schreibenden Zunft, sondern auch Unternehmer:innen, Polizist:innen, Pfarrer:innen – und Kommunalpolitiker:innen. In Tübingen und Schwäbisch Gmünd die Oberbürgermeister Boris Palmer bzw. Richard Arnold, in Calw Ryyan Alshebl, der 2015 als Kind mit seinen Eltern aus Syrien nach Deutschland floh und 2022 zum Bürgermeister der benachbarten Kleinstadt Ostelsheim gewählt wurde.
Zu Gast sind wir in Theatern und Kulturzentren, aber auch in anderen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtigen Einrichtungen: In Sigmaringen im Schützenverein, in Göppingen im Gemeindesaal – dort auch mit dem evangelischen Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl –, in Lörrach kooperieren wir mit der Narrengilde, in Freiburg sind wir beim größten Sportverein – dem SC Freiburg – zu Gast. Das detaillierte Programm in Rheinland-Pfalz, das sich unmittelbar an die Reihe in Baden-Württemberg anschließen wird, werden wir in den kommenden Tagen bekanntgeben; das Programm für Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im Sommer.
Fest steht bereits der Ort, an dem diese Reihe einen glanzvollen Abschluss finden soll: in Berlin-Neukölln, im – na klar – Heimathafen. »Das wird nicht immer nett. Aber mir scheint dieser Weg, die Auseinandersetzung zu suchen, der richtige«, sagte PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel. »Besser, als in Berlin zu sitzen, unsere Demokratie zu beschwören und dabei zuzusehen, wie die Menge derer, die mit diesem Possessivpronomen bezeichnet wird, immer kleiner wird.«
Einen Überblick über alle 22 Veranstaltungsorte und 66 Teilnehmer:innen finden Sie hier.
Wir bedanken uns beim Deutschen Bundestag, dem Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, dem Bundesprogramm »Demokratie leben!« und dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Berthold Leibinger Stiftung, der Wüstenrot Stiftung sowie der Agentur Scholz & Friends für ihre Unterstützung. Ganz besonders danken wir allen mitwirkenden Einrichtungen und Podiumsgästen.
Also, Baden-Württemberg: Reden wir über Heimat.
PEN Berlin. Wir stehen im Wort.
Press release of January 14, 2026
The PEN Berlin writers’ association is heading to south-west Germany to host a series of talks in 22 towns and cities in Baden-Württemberg. This is the first in a series of events, with further talks planned for March in Rhineland-Palatinate, and in August and September in Saxony-Anhalt, Mecklenburg-Western Pomerania, and Berlin.
As with our highly acclaimed series of events You can’t Say Anything Theses Days ahead of the 2024 state elections in Saxony, Thuringia and Brandenburg, and our rally in Klütz, Mecklenburg, in September, the audience is invited to participate in the discussion. Furthermore, the audience is an integral part of the concept. Rather than being expected to listen reverently to the guests and then ask two or three hasty questions at the end, they are invited to join in the discussion – with the panel and with each other.
In the summer of 2024, our theme was freedom of speech.
This time, however, we would like to focus on something else. Many Germans are burdened by fears, such as the fear that the state will no longer be able to fulfil its basic tasks. The fear that immigration will overwhelm society. The fear that housing will become unaffordable and healthcare unattainable. They fear a deep economic decline in this country. These fears are accompanied by complex feelings such as loneliness, powerlessness and uncertainty. How should one behave towards political extremism? When and how should one take a stand against rising anti-Semitism and racism? All these fears can be summed up in one motive: the fear of losing what is familiar — the fear of losing one’s Heimat, that deeply rooted sense of home, belonging, and identity.
That is exactly what we want to talk about: Heimat.
From the broken motto »Is this still my country?« to »Is this already my country?« In Heidenheim and Crailsheim, in Esslingen and Göppingen, in Ulm and in Gmünd. Our panel guests include publicists Michel Friedman and Michel Abdollahi; journalists Julia Ruhs, Özge Inan, and Kai Diekmann; and writers Eva Menasse, Feridun Zaimoglu, and Francesca Melandri.
However, the three-person panels, which include several regional journalists, will also feature entrepreneurs, police officers, pastors, and local politicians. In Tübingen and Schwäbisch Gmünd, we will be joined by the mayors Boris Palmer and Richard Arnold respectively, and in Calw by Ryan Alshebl, who fled Syria with his parents as a child in 2015 and was elected mayor of the neighbouring town of Ostelsheim in 2022.
We will be guests at theatres and cultural centres, as well as other institutions important for social cohesion. In Sigmaringen, we will be at the Schützenverein (German for »marksmen’s club«) ; in Göppingen, we will be at the community hall, where we will be joined by Protestant regional bishop Ernst-Wilhelm Gohl. In Lörrach, we will be working with the Narrengilde, and in Freiburg, we will be guests at the largest sports club, SC Freiburg. The detailed programme for Rhineland-Palatinate, which follows immediately after the Baden-Württemberg series, will be announced in the coming days. The programmes for Saxony-Anhalt, Mecklenburg-Western Pomerania and Berlin will be announced in the summer.
The location for the grand finale of this series has already been decided: Berlin-Neukölln’s Heimathafen – What else? »It won’t always be pleasant. But I believe that seeking confrontation is the right way forward«, said PEN Berlin spokesperson Deniz Yücel. »It’s better than sitting in Berlin invoking our democracy while watching the number of people referred to by this possessive pronoun dwindle.«
You can find an overview of all 22 venues and 66 participants here.
We would like to thank the German Bundestag, the Federal Government Commissioner for Culture and the Media, the federal programme »Demokratie leben!«, the Federal Ministry of Education, Family, Senior Citizens, Women and Youth, the Berthold Leibinger Foundation, the Wüstenrot Foundation, and the Scholz & Friends agency for their support. We’d also like to say a big thank you to all the institutions and guests who are taking part.
So, Baden-Württemberg: Let’s talk about Heimat.
PEN Berlin. We stand by our word.


Letzte Änderung: 15.01.2026 | Erstellt am: 14.01.2026
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