Wie die Welt das 1,5-Grad-Ziel aufgab

Wie die Welt das 1,5-Grad-Ziel aufgab

STRANDED ASSETS VS. KAMPF GEGEN KLIMAWANDEL
Von Grist
Wie die Welt das 1,5-Grad-Ziel aufgab | © Veros Books

Ein Jahrzehnt nach dem Pariser Abkommen zeigen Andreas Malm und Wim Carton auf, dass wir weiterhin wie gewohnt weitermachen.

Als die Länder der Welt auf der jährlichen Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris im Jahr 2015 das Ziel vereinbarten, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, schien es möglich – ja sogar wahrscheinlich –, dass die Menschheit auf dem richtigen Weg war, die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu vermeiden. Dieses neue Ziel war sogar strenger als dasjenige, das sieben Jahre zuvor in Kyoto vorgeschlagen wurde, und spiegelte sowohl den wissenschaftlichen Fortschritt als auch die Bereitschaft der politischen Entscheidungsträger wider, der Dringlichkeit des Moments gerecht zu werden. Zu den Befürwortern des sogenannten Pariser Abkommens gehörten sowohl die weltweit größten Emittenten wie die Vereinigten Staaten und China als auch die kleinen Inselstaaten, die am stärksten von steigendem Meeresspiegel bedroht sind.

„Heute stellt sich die Welt der Herausforderung“, sagte der ehemalige Präsident Barack Obama in einer Rede im Rosengarten am Tag, an dem das Abkommen offiziell in Kraft trat. „Und wenn wir die Verpflichtungen, die dieses Abkommen verkörpert, einhalten, könnte die Geschichtsschreibung es durchaus als Wendepunkt für unseren Planeten bewerten.“

Fast ein Jahrzehnt später kann die Pariser Konferenz kaum als Wendepunkt bezeichnet werden. Die Emissionen fossiler Brennstoffe sind weiterhin stetig gestiegen – mit einem kurzen Rückgang während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020, gefolgt von einem erneuten Anstieg. Obwohl sich Wissenschaftler weitgehend einig sind, dass keine neuen fossilen Brennstoffprojekte genehmigt werden dürfen, wenn das 1,5-Grad-Ziel erreicht werden soll, haben Öl- und Gasunternehmen in den letzten Jahren einen regelrechten Bauboom erlebt – mit neuen Gaspipelines und Bohrstätten von Mosambik bis zum Perm-Becken. Gleichzeitig sind die Folgen des Klimawandels immer deutlicher spürbar: vernichtende Hitzewellen in Europa, anhaltende Dürre in Ostafrika und immer heftigere Hurrikane im Golf von Mexiko. Wie lässt sich die Diskrepanz zwischen den erklärten Zielen des Pariser Abkommens und der wirtschaftlichen Entwicklung seitdem erklären?

In ihrem neuen Buch Overshoot: How the World Surrendered to Climate Breakdown argumentieren Wim Carton und Andreas Malm, dass die Antwort in der titelgebenden Ideologie des „Overshoot“ liegt. Diese akzeptiert, dass die offiziell festgelegten Grenzen der globalen Erwärmung überschritten werden, bevor technologische Innovationen die Temperaturen wieder auf ein akzeptables Niveau zurückführen. Diese Denkweise – oder vielmehr eine Verführung dazu, nicht kritisch nachzudenken – sei, so die Autoren, etwa zur Zeit des Pariser Abkommens in die Mainstream-Klimapolitik eingedrungen und habe sich unter anderem aufgrund der schwammigen Bestimmungen des viel gepriesenen Vertrags durchgesetzt.

Das Ergebnis: ein „Weiter so“ wie bisher. Ölkonzerne haben seither Rekordgewinne eingefahren, während sich der Planet weiter aufheizt.

„Overshoot ist hier kein Schicksal, dem man sich passiv fügt“, schreiben Carton und Malm, beide Professoren an der Universität Lund in Schweden, in der Einleitung ihres Buches. „Es ist ein aktiv verfolgtes Programm, um mit dem Zusteuern auf die Katastrophe umzugehen: Lasst es vorerst weiterlaufen, und dann werden wir die Dinge gegen Ende dieses Jahrhunderts in Ordnung bringen.“

Carton und Malms Buch, der erste Teil einer zweiteiligen Reihe, ist zugleich eine detaillierte Historiografie, die die Ursprünge und Entwicklung der Overshoot-Ideologie nachzeichnet, und eine umfassende Abhandlung über die politische Ökonomie des Spätkapitalismus. Mithilfe der marxistischen Theorie argumentieren die Autoren, dass die grundlegende Natur des globalen Wirtschaftssystems fossile Brennstoffe gegenüber erneuerbaren Energien bevorzugt.

Die Stärke des Buches liegt in seiner Fähigkeit, die Merkmale einer Logik zu benennen, die alle betrifft, die im Bereich Klimawandel arbeiten – von politischen Entscheidungsträgern über JournalistInnen bis hin zu WissenschaftlerInnen und Investoren in saubere Energie. Mit teils verblüffender Detailgenauigkeit zeichnen Carton und Malm nach, wie diese Denkweise wirkt.

Ihre These, dass die Überwindung des Overshoot-Ansatzes eine direkte Konfrontation mit der Dynamik kapitalistischer Akkumulation erfordert, mag diejenigen frustrieren, die keine grundsätzliche Auseinandersetzung mit den Chancen einer globalen Revolution führen wollen. Dennoch bietet das Buch wertvolle Einsichten, um die Analysen der Frage „Wie sind wir hier gelandet?“ zu schärfen.

Das Buch wirkt zudem als gezielter Eingriff in die Debatte: Wenn wir, gemäß der eigenen Logik des Overshoot, in den kommenden Jahren breit angelegte Lösungen umsetzen müssen, dann – so lehren uns Carton und Malm – dürfen wir auch solche nicht ignorieren, die als „antikapitalistisch“ gebrandmarkt werden.

Eines der ersten Beispiele für Overshoot-Denken im Mainstream war ein einflussreicher Aufsatz des Ökonomen William Nordhaus aus dem Jahr 1991, den Carton und Malm als „den Dschingis Khan der bürgerlichen Klimawirtschaft“ bezeichnen. Der Artikel mit dem Titel „To Slow or Not to Slow: The Economics of the Greenhouse Effect“ untersuchte, welche wirtschaftspolitische Strategie optimal wäre, um mit dem Klimawandel umzugehen.

Nordhaus kam zu dem Schluss, dass ein schneller Ausstieg aus fossilen Brennstoffen hohe wirtschaftliche Kosten verursachen würde und dass diese Aufgabe daher künftigen Generationen überlassen werden sollte. Fossile Energieträger würden die weltweite Entwicklung beschleunigen, argumentierte er, wodurch Gesellschaften wohlhabender und besser gerüstet wären, um mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. (Diese Logik wurde von Fachleuten zwar mehrfach als fehlerhaft kritisiert, dennoch erhielt Nordhaus 2018 den Nobelpreis für sein Lebenswerk.)

Carton und Malm schreiben, dass die Idee des Overshoot nach der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls von 1997 deutlich an Fahrt aufnahm. Das Abkommen setzte die Grenze der globalen Erwärmung auf 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau fest, doch die Europäische Union war unsicher, welche Maßnahmen sie ergreifen sollte, um dieses Ziel tatsächlich zu erreichen. (Die USA ratifizierten den Vertrag nicht, da sie ihn für zu restriktiv hielten.)

Um diese Frage zu beantworten, begannen WissenschaftlerInnen, eine Reihe von Computermodellen zu entwickeln, die biophysikalische Systeme mit grundlegenden wirtschaftlichen Annahmen verknüpften, um verschiedene Wege zur Einhaltung der 2-Grad-Grenze zu skizzieren.

Wie alle prognostischen Modelle basierten auch diese auf einer Reihe von Annahmen, etwa dem rationalen Verhalten von Investoren. Ihre Ergebnisse lieferten politischen Entscheidungsträgern optimistische Vorhersagen darüber, dass die Menschheit weiterhin fossile Brennstoffe nutzen und dennoch die international vereinbarten Klimaziele einhalten könne.

Den entscheidenden Popularitätsschub erhielten die Modelle durch die Einführung von Technologien zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS). Plötzlich wurde es möglich, mit ein paar einfachen Tastendrücken eine enorme Menge CO₂ aus der computergenerierten Atmosphäre zu entfernen.

Der angenommene zukünftige Erfolg von CCS – einer Technologie, die bis heute nicht in großem Maßstab funktioniert – machte es überflüssig, die erneuerbare Energieinfrastruktur schnell auszubauen. Die zusätzlichen Emissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe konnten bequem später gelöscht werden.
Eine Gruppe niederländischer Forscher integrierte diese Strategie in ein einflussreiches Modell mit dem Akronym IMAGE, um zu zeigen, wie die Welt eine „maximale“ Emissionsreduktion im Einklang mit der 2-Grad-Grenze erreichen könnte.

Mit diesen Ergebnissen in der Hand kehrten sie „zur EU und anderen Regierungen zurück – mit einer erstaunlichen Erkenntnis: Selbst sehr niedrige Grenzen sind völlig machbar“, schreiben Carton und Malm. „Man muss sich nur die Freiheit nehmen, sie zunächst zu überschreiten.“

All diese Modelle ließen jedoch bestimmte entscheidende Faktoren außen vor, etwa das Auftauen des Permafrosts und großflächige Klimamigration. Es gibt einen Punkt, an dem es zu spät ist. Eine neue Studie, veröffentlicht in der wissenschaftlichen Zeitschrift Nature, zeigt, dass die Fähigkeit der Menschheit, die Erdtemperatur nach einem Overshoot wieder zu senken, keineswegs garantiert ist. „Nur schnelle Emissionsreduktionen in der nahen Zukunft sind wirksam, um Klimarisiken zu verringern“, schreiben die Autoren.

Carton und Malm sind nicht die Ersten, die die Grenzen dieser Modellprognosen aufzeigen – Prognosen, auf denen alles basiert, von den jährlichen Berichten des Weltklimarats (IPCC) bis hin zur Logik des Inflation Reduction Act der Biden-Regierung. Eine wachsende Kritik bezeichnet integrierte Klimamodelle als „grob irreführend und bemängelt ihre „mangelnde Transparenz sowie „unangemessene Eingangsannahmen“. Was Carton und Malm jedoch bieten, ist eine Verbindung zwischen den offensichtlichen Schwächen dieser Modelle und dem Aufstieg der Overshoot-Ideologie.

Tatsächlich argumentieren Carton und Malm, dass es mit wachsendem Einfluss der integrierten Modelle für Länder wie die USA zunehmend möglich wurde, strengere Klimaziele zu unterzeichnen – solange sie sich nicht verpflichten mussten, die Emissionen sofort drastisch zu senken.

Ende der 2000er-Jahre begannen kleine Inselstaaten wie die Malediven und die Marshallinseln, energisch eine Verschärfung des 2-Grad-Ziels aus dem Kyoto-Protokoll zu fordern, mit der Begründung, dass ein solcher Temperaturanstieg einen Großteil ihres Territoriums unter Wasser setzen würde. Ihr Ziel war ein Ziel von 1,5 Grad Celsius, verbunden mit rechtlichen Verpflichtungen, dass starke Emittenten ihre Emissionen bis zu bestimmten Terminen drastisch reduzieren.

Was sie erhielten, war jedoch etwas ganz anderes: ein verschärftes Erwärmungsziel, jedoch ohne Emissionsobergrenzen oder Quoten und ohne jegliche Verpflichtung über das bloße Berichtswesen zur Klimafortschritten alle fünf Jahre hinaus.

„Wenn es in Paris Gleichheit gab, dann in Form einer gemeinsamen Unverantwortlichkeit: Das Abkommen verlangte, dass niemand zu einer bestimmten Handlungsstufe verpflichtet wurde“, schreiben Carton und Malm. „Was bekommt man also, wenn ein scheinbar striktes Ziel mit so laxen Regeln kombiniert wird? Man bekommt Overshoot.“

Ein Ergebnis der Pariser Klimakonferenz war der Auftrag an den IPCC, einen Bericht zu erstellen, der die Klimafolgen einer Erwärmung von mehr als 1,5 Grad darstellt. Der Special Report on Global Warming of 1.5 °C, veröffentlicht im Oktober 2018, enthielt ernüchternde Darstellungen einer Welt, die in die Abgründe der Klimakatastrophe gestürzt ist: weit verbreitete Ernteausfälle, Wasserknappheit, tödliche Hitzewellen und die Ausbreitung von Viren von Tieren auf den Menschen. Um diese Szenarien zu verhindern, schrieb das Gremium, wären „Systemtransformationen“ in einem „nie dagewesenen“ Ausmaß notwendig, einschließlich „effektiver Planung“ in städtischen Gebieten und „einer markanten Veränderung der Investitionsmuster“.

In den USA, wie auch in anderen großen Emittentenländern, ist eine solche Systemumstellung jedoch noch nicht eingetreten. Die Biden-Regierung hat Millionen in alles investiert, von der Solar- und Windkraftentwicklung bis hin zu der umstrittenen Technologie der Kohlenstoffabscheidung, und dennoch ging die Entwicklung fossiler Brennstoffe unvermindert weiter und widersprach damit scheinbar der traditionellen Wirtschaftslogik. Warum?

„Der erste Blick sollte auf die Basis gerichtet sein, nicht auf die Überstruktur“, schreiben Carton und Malm in der Einleitung zum zweiten Teil ihres Buches. Hier beziehen sich die Autoren auf ein klassisches marxistisches Konzept, das die Gesellschaft in zwei Teile unterteilt: die Produktionsmittel (also die Wirtschaft) und die daraus resultierenden Beziehungen und Ideen (also Kultur, Institutionen, Ideologie).

In der wirtschaftlichen „Basis“ befinden sich die Investitionen, die Finanzinstitute und Öl- sowie Gasunternehmen in fossile Brennstoffinfrastruktur getätigt haben – versunkene Kosten, die zu enormen Verlusten führen würden, wenn ein schneller Übergang zu erneuerbaren Energien stattfinden würde. Die Logik des Overshoot entsteht also aus einem Wirtschaftssystem, das tief in fossile Brennstoffe investiert ist – in Pipelines, die noch im Bau sind, in Flüssiggas-Terminals, die gerade erst in Betrieb gehen, in Tiefsee-Ölfeldern, die noch nicht erschöpft sind.

Dies ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis des Buches: Die Aussicht auf „stranded assets“, also fossile Brennstoffprojekte, die vor dem Ende ihrer erwarteten wirtschaftlichen Lebensdauer unprofitabel werden, ist die Hauptkraft, die die Welt davon abhält, den Klimawandel zu bekämpfen.

Carton und Malm argumentieren, dass stranded assets ein typisches Merkmal des Kapitalismus sind, da technologische Innovationen oft Produktionsweisen obsolet machen. Fossile Brennstoffvermögen sind jedoch eine ganz andere Art von Vermögenswert. Öl und Gas sind so tief in jedem Sektor der globalen Wirtschaft verankert, dass ein massiver Verlust dieser Vermögenswerte zu schweren Erschütterungen im gesamten System führen würde. Laut Studien, die Carton und Malm zitieren, würden fossile Brennstoffproduzenten bei einer Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 Grad zwischen 4 und 185 Billionen Dollar verlieren.

Asset stranding mag erklären, warum bestehende fossile Brennstoffprojekte nicht aufgegeben werden können, aber was ist mit den neuen Projekten, die sich noch in der Planungs- und Entwicklungsphase befinden? Warum entscheiden sich Shell und Total Energies nicht dafür, stattdessen Solarfarmen zu bauen? Hier greifen die Autoren auf eine ziemlich komplexe ökonomische Theorie zurück. Kurz zusammengefasst: Selbst wenn die Entwicklung erneuerbarer Energien kostengünstiger ist, wird erneuerbare Energie immer weniger profitabel sein als fossile Energie, weil ihre Produktion deutlich weniger Arbeitskraft erfordert. Und Arbeit (genauer gesagt menschliche Arbeit) ist der entscheidende Faktor, um aus einer Ware im kapitalistischen System Wert zu schöpfen.

Ohne Maßnahmen wie ein Fracking-Verbot oder eine CO₂-Steuer, die neue Pipelines oder Bohrstellen wirtschaftlich unattraktiver machen, können wir wahrscheinlich erwarten, dass der Trend der letzten Jahre – der Ausbau der Nutzung fossiler Brennstoffe – weiterhin anhält. In der Tat ist es schwer vorstellbar, dass eine Wirtschaftspolitik, die die Öl- und Gaspreise steigen lässt, in unserer fossilabhängigen Welt politisch erfolgreich wäre. Die kürzliche Wahl von Donald Trump, der mit dem Slogan „Drill, baby, drill“ für eine Rückkehr zu den Tagen der intensiven Förderung fossiler Brennstoffe antrat, sollte ein ausreichender Beweis dafür sein, dass eine solche Politik bei der amerikanischen Wählerschaft äußerst unpopulär wäre.

Es ist also viel einfacher, die Sache auf die sprichwörtliche lange Bank zu schieben, darauf zu vertrauen, dass menschliche Ingenieurskunst uns aus diesem Durcheinander herausholen wird, sobald es vollständig auf uns zukommt, und zu akzeptieren, dass es für viele zu diesem Zeitpunkt bereits zu spät sein könnte. Deshalb bekommen wir eine endlose Folge integrierter Modelle, die unaufhörlich neue Wege zu 1,5 Grad berechnen. Es erklärt auch, warum die Verhandlungen auf der COP29 in Aserbaidschan, wie viele U.N.-Konferenzen vor ihr, mehr bürokratische Diskussionen über Klimafinanzen beinhalteten als tatsächliche Planungen zur Reduktion fossiler Brennstoffe.

Carton und Malm verbringen nicht viel Zeit damit, konkrete Empfehlungen zu geben, wie man aus dem Overshoot-Zyklus ausbrechen kann. Was ihrer Meinung nach jedoch nicht passieren sollte, ist eine massive Rettung der fossilen Brennstoffindustrie, bei der Unternehmen Milliarden erhalten, um die Öl- und Gasproduktion zu stoppen — im Wesentlichen eine Entschädigung für die Zerstörung des Planeten.

Sie berichten von einem inspirierenden Beispiel, das kürzlich in Lateinamerika stattfand: Der neu gewählte linksgerichtete Präsident Kolumbiens, Gustavo Petro, erklärte das Ende der Öl- und Gasexploration und verpflichtete sich, bis 2034 die fossile Förderung vollständig einzustellen.

„Wir sind überzeugt, dass eine starke Investition in den Tourismus, angesichts der Schönheit des Landes und des Potenzials, das das Land hat, um saubere Energie zu erzeugen, in kürzester Zeit die Lücke füllen könnte, die fossile Brennstoffe hinterlassen“, erklärte Petro letztes Jahr beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Auffällig ist, dass Petro diese Nachricht nicht nach seiner Wahl seinen Leuten überbrachte. Es war das Programm, mit dem er antrat, und ein Versprechen, das er mittlerweile zu erfüllen begonnen hat – ein kultureller Wandel, in der Überstruktur, losgelöst von der wirtschaftlichen Basis.

Dies ist es, was Carton und Malm dem Leser mit auf den Weg geben: Die Auseinandersetzung mit der Klimakrise wird nicht von Politikern kommen, die den fossilen Brennstoffriesen und ihren Billionen von Vermögenswerten verpflichtet sind, sondern von gewöhnlichen Menschen und ihrem kollektiven Wunsch, die Welt zu einer echten, nachhaltigen Veränderung zu bewegen.

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Dieser Artikel von Grist wird hier in Kooperation mit Impakter Magazine und im Rahmen der globalen Journalismus-Kooperation Covering Climate Now (CCN) veröffentlicht. Grist ist eine gemeinnützige, unabhängige Medienorganisation, die sich der Berichterstattung über Klimaschutzlösungen und eine gerechte Zukunft widmet. Ihr Ziel ist es, durch die Kraft des Storytellings den Weg in eine bessere Welt aufzuzeigen, Millionen von Menschen zu inspirieren, diesen Weg mitzugehen, und deutlich zu machen, dass die Zeit zum Handeln jetzt ist

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Aus dem Englischen von Liam Grunsky

Letzte Änderung: 28.03.2025  |  Erstellt am: 24.02.2025

Den Originalartikel von Grist in Englisch finden Sie hier.

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