|
Eli erzählt von seinem Leben, erinnert sich, analysiert es – aber er scheint nur noch in seinen Erinnerungen wirklich zu leben. Katerina Poladjan zeichnet mit ihrem Roman “Goldstrand“, der mehr einer Novelle ähnelt, ein Bild eines Gefangenen: Ihre Erzählung spiegelt das Innenleben eines in Bewegungslosigkeit verharrenden Mannes wider und schafft gerade dadurch eine gewisse Distanz zur Realität. Zwischen Einsamkeit, Gedankenschleifen und Fragmenten aus der Vergangenheit erfahren wir die Komplexität eines Lebens, das jegliche Emotionalität bewusst verweigert. Es ist ein Experiment der Gefühle, das keine Gefühle mehr hervorruft. Ein Roman, der zwar klug komponiert sei, aber das Risiko scheue, so Mayjia Gille.
|