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Indra Wussow, Psychologin, Holocaust-Forscherin und Kuratorin aus Johannesburg, reflektiert in ihrem Essay die Auswirkungen zwischen Gewalt, Angst, Trauma und Erinnerung auf individuelle und kollektive Wahrnehmung. Ihr Text berührt, denn er versucht, das Unbegreifliche an sinnloser Gewalt begreifbar zu machen. Die Autorin fragt sich, wie sich der 7. Oktober auf das Gedenken des Holocausts auswirkt, und sie lässt nie die Opfer aus dem Auge, die stets auf beiden Seiten leiden müssen oder umkommen, zwar aus zwei verschiedenen Kulturen stammend, jedoch mit derselben Angst vor Gewalt und Tod, die in jedem Körper steckt und wach wird, wenn ein Mensch Bedrohung und Lebensgefahr spürt. Wussow beschreibt persönliche Begegnungen mit ihren Freunden in Israel und Südafrika, und sie betont, wie wichtig die Komplexität bei allen Konflikten dieser Welt ist ‒ durch Vereinfachung werde man Frieden und Heilung nicht herbeiführen, sondern durch Empathie und Bereitschaft zur Verantwortung auf persönlicher und kollektiver Ebene.
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