Newsletter 12. März 2026  |  im Browser öffnen
Die Kraft der Erinnerung ‒ zu Judith Hermanns neuem Buch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“
Zwischen Schweigen und Trauer

Judith Hermanns Buch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ beschreibt eine Reise nach Radom in Polen, wo der Großvater der Autorin während der deutschen Besatzung im Dienste der Waffen-SS eingesetzt war. Doch geht es in neuem Buch der Bestsellerautorin weniger darum, die Biografie der Familie aus der Kriegszeit und Okkupation Polens an seinem Beispiel historisch zu rekonstruieren, als vielmehr um die Erinnerung, die die Familie an diesen Mann kultiviert hat ‒ wie auch darum, wie diese Erinnerung alle geprägt hat. Indra Wussow, Historikerin und Psychologin, zeigt sich von dem Ringen der Autorin mit dem schwierigen Stoff ‒ dem Versuch der Erinnerung an einen Täter ‒ fasziniert.


weiterlesen →
Zwischen Recht und Macht: Großmächte, Just-War-Theorie und die Zukunft der internationalen Ordnung
Eine Ordnung unter Druck

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs basiert die internationale Politik formal auf einem zentralen normativen Fundament: dem Gewaltverbot der United Nations Charter. Staaten sollen Konflikte friedlich lösen, territoriale Integrität respektieren und militärische Gewalt nur in klar definierten Ausnahmefällen einsetzen – etwa zur Selbstverteidigung oder mit Mandat des UN-Sicherheitsrats. Parallel zu dieser juristischen Ordnung existiert eine moralphilosophische Tradition, die ähnliche Fragen stellt: die Just War Theory. Sie versucht zu definieren, unter welchen Bedingungen ein Krieg moralisch gerechtfertigt sein kann und wie er geführt werden muss, um legitim zu bleiben. In den letzten Jahren gerät dieses normative System jedoch zunehmend unter Druck. Drei Großmächte stehen im Zentrum dieser Entwicklung: die Vereinigten Staaten, Russland und China. Jede von ihnen interagiert auf unterschiedliche Weise mit den Regeln der internationalen Ordnung – durch offene Verletzung, flexible Interpretation oder strategische Umdeutung.


weiterlesen →
Erinnerung an António Lobo Antunes (1. September 1942 - 5. März 2026)
Verneigung aus Achtung und aus Trauer

Ein Nachruf auf den großen portugiesischen Schriftsteller António Lobo Antunes, dessen unver-wechselbare, rhythmisch verschachtelte Prosa ihn zu einem Geistesmentor der Moderne machte. Gegen Schuld, Geschichtsignoranz und Erinnerungsflucht schrieb er in langen, mächtigen Sätzen und erschuf eine einzigartige literarische Landschaft – eine Sprache von solcher Schönheit, dass sie selbst das Unerträgliche ertragbar macht.


weiterlesen →
NACHHALTIGKEIT: KOOPERATION MIT IMPAKTER MAGAZINE
Wie Skandinavien beim umweltfreundlichen Reisen den Weg weist

In bewegten Zeiten möchten wir diesen Montag den Blick nicht verengen, sondern bewusst weiten – hin zu Themen und Orten, die Ruhe, Achtsamkeit und neue Perspektiven eröffnen. Mit Skandinavien richten wir den Fokus auf eine Region, in der nachhaltiges Reisen, Naturverbundenheit und Entschleunigung auf besondere Weise zusammenfinden.


weiterlesen →
Ein Diptychon über Erinnerung, Mythos und die imaginäre Rückkehr nach Hause
Mnemosyne

In ihrem Essay „Mnemosyne“ setzt sich Indra Wussow mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinander, die vor langer Zeit in Riga begann: Es geht dabei um die Erinnerungskultur und das beharrliche Schweigen der Täter nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Wussows Text ist eine kraftvolle Meditation über die Geschichte, die Identität und die Notwendigkeit, sich aus dem Bann des Schweigens zu befreien.


weiterlesen →
Leoš Janáčeks „Das schlaue Füchslein“, dirigiert von Simon Rattle in Ted Huffmans Neuinszenierung in Berlin
So viele Küsse gesammelt!

Ted Huffmans Neuinszenierung der Oper „Příhody lišky Bystroušky“ (Das schlaue Füchslein) von Leoš Janáček an der Staatsoper Unter den Linden begeistert Alban Nikolai Herbst. Das Zusammenspiel von Janáčeks Musik, geprägt von tschechischer Sprachmelodie, und Simon Rattles Leitung erlauben eine geniale dreiteilige Opernperformance, die selbst tschechische Aufnahmen in den Schatten stellt.


weiterlesen →
Zur Musik der Rockgruppe Garbage
Schöner Müll: Ein Lob des Künstlichen

Die amerikanisch-schottische Band Garbage prägte den Sound der Neunzigerjahre und ließ sich in keine Schublade stecken. Adorján Kovács analysiert in seinem Essay die faszinierenden Klangwelten von Garbage, wobei die charismatische Vokalistin und Frontfrau Shirley Mason im Vordergrund steht. Von den berühmten ersten Alben bis zur aktuellen Tournee beweist Garbage, dass artifizielle Klänge zutiefst menschlich berühren können. Reifer, theatralischer und kreativer kehrt die Band live zurück – mit einem einzigartigen Sound und einer hypnotisierenden Performance. Wie schafft es Garbage, ihren Sound 2026 präsenter und wirkmächtiger denn je zu vermitteln? Und womit haben wir hier also zu tun? Mit „Alternative Rock“? Elektronischen Raffinessen? Eklektizismus? Purem Rock? Kunst? Perfektionismus? Pop- und Rock-Poesie? Viele Fragen, die Kovács stellt und als begeisterter Musikkritiker zu beantworten versucht. Ein Blick auf die musikalische Entwicklung einer Band, die nie aus der Zeit fällt.


weiterlesen →
NACHHALTIGKEIT: KOOPERATION MIT IMPAKTER MAGAZINE
Woher wird der Strom der Welt im Jahr 2030 kommen?

Erneuerbare Energien wachsen rasant – doch reicht ihr Ausbau, um den steigenden globalen Strombedarf bis 2030 klimaverträglich zu decken? Ein Blick auf Trends, Prognosen und die Rolle von Solar-, Wind- und Wasserkraft im Energiemix der Zukunft.


weiterlesen →

Faust Kultur Stiftung
Bergesgrundweg 3

60599 Frankfurt am Main

Telefon: 069 / 71047110-0
Telefax: 069 / 71047110-9
E-Mail:
Web: faustkultur.de


Klicken Sie HIER um das Newsletter-Abo abzubestellen.