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Judith Hermanns Buch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ beschreibt eine Reise nach Radom in Polen, wo der Großvater der Autorin während der deutschen Besatzung im Dienste der Waffen-SS eingesetzt war. Doch geht es in neuem Buch der Bestsellerautorin weniger darum, die Biografie der Familie aus der Kriegszeit und Okkupation Polens an seinem Beispiel historisch zu rekonstruieren, als vielmehr um die Erinnerung, die die Familie an diesen Mann kultiviert hat ‒ wie auch darum, wie diese Erinnerung alle geprägt hat. Indra Wussow, Historikerin und Psychologin, zeigt sich von dem Ringen der Autorin mit dem schwierigen Stoff ‒ dem Versuch der Erinnerung an einen Täter ‒ fasziniert.
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