Ausstellung: Jacob Lawrence in New York

Und die Migranten hörten nicht auf zu kommen …

Er gehört zu den kanonischen Malern der USA: Jacob Lawrence (1917-2000) hat den Alltag der schwarzen Bevölkerung gemalt und ihn damit zum Bestandteil des US-amerikanischen kollektiven Bewusstseins gemacht. Seine »Migration Series«, die Stefana Sabin im Museum of Modern Art in New York gesehen hat, ist engagierte Kunst und politische Malerei zugleich – und ein Meilenstein amerikanischer Moderne. mehr

Essay

Eine tragische Liebesgeschichte

Seit der Aufklärung haben sich viele jüdische Intellektuelle zu Martin Luther und zur Bedeutung der Reformation für die Moderne zu Wort gemeldet. Angesichts des Abgleitens maßgeblicher protestantischer Theologen in antisemitische Denkweisen seit 1933 kann man von einer großen Tragik der jüdischen Liebesgeschichte mit Luther sprechen, meint Christian Wiese. mehr

Gespräch mit Ronja von Rönne

»wie ein Zementsack direkt unter der Bauchdecke«

Ihr in der WELT veröffentlichter Text „Warum mich der Feminismus anekelt“ löste eine kontroverse Debatte aus. Nun wurde Ronja von Rönne zum Bachmannpreis-Wettbewerb nach Klagenfurt geladen. Alexandru Bulucz sprach mit der jungen Autorin über Ich-Journalismus, Unterprivilegierung und den perfekten Shitstorm. mehr

Erforscher der NS-Zeit

Ernst Klee: seine Bücher, sein Erbe

Ernst Klee war Investigativjournalist und Schriftsteller. In seinen Zeitungsartikeln, Filmen und Büchern befasste er sich mit Behinderten und psychisch Kranken, dann schrieb er über die Euthanasie und die Medizin im Dritten Reich. Ohne seine Arbeit wären viele NS-Verbrechen verborgen geblieben. Walter H. Pehle, sein Freund und Lektor beim S. Fischer Verlag, erinnert an den außergewöhnlichen Aufklärer. mehr

Being German – Deutsch sein

Mit ostdeutschem Migrationshintergrund

Was bedeutet »Deutschsein« heute, 25 Jahre nach der Wiedervereinigung? Vier Autoren gehen dieser Frage bei Faust-Kultur aus eigener, biographischer Sicht nach. Für Annegreth Schilling ist ihre DDR-Erfahrung ebenso wichtig wie das Bewusstsein für Deutschlands materiellen Reichtum und kulturelle Pluralität. mehr

MESSEN IN BASEL

Der Mittelpunkt der Welt

Zahlreiche Messen und Ausstellungen locken jedes Jahr im Juni die Kunstwelt nach Basel. Isa Bickmann war vor Ort und hat Eindrücke und Schnappschüsse von den Messen LISTE, VOLTA und ART BASEL mitgebracht. mehr

ITALIEN FEIERT DANTES 750. GEBURTSTAG

Dante Superstar

Das genaue Geburtsdatum ist nach wie vor ein spekulatives Datum: Mai oder Juni 1265. Seit Mai feiert Italien den 750. Geburtstag des Nationaldichters Dante Alighieri – und findet dabei zu einer neuen Hoffnung jenseits von Politikverdrossenheit, Wirtschaftskrise und Flüchlingskatastrophe. Stefana Sabin erklärt, warum Dante immer noch aktuell und populär ist. mehr

Über Kunstmigration in Deutschland

Fremde Zeitgenossenschaften

Die Begegnung zwischen Kulturen in einer Einwanderungsgesellschaft der Gegenwart führt oft zu gegenseitiger Distanz und Befremden. Auch Künstler bekommen das zu spüren. Ljudmila Belkin zeigt die für Deutschland spezifischen Schwierigkeiten und Differenzen am Beispiel postsowjetischer Kunstmigranten. mehr

Zur Aufarbeitung des NSU-Skandals in Hessen

Die »Kasseler Problematik«

Der Beamte des Hessischen Verfassungsschutzes Andreas Temme war anwesend, als der »Nationalsozialistische Untergrund/NSU« den 21-jährigen Halit Yozgat in dessen Internet-Café in Kassel erschoss, im April 2006. Im zweiten Teil seines Beitrags berichtet Johannes Winter über die Aufarbeitung des Falls durch den NSU-Untersuchungsausschuss im Hessischen Landtag. mehr

»Wordweaver Publishing House« aus Windhoek

Verlegen in Namibia

Verlegen in Namibia, das mit Deutschland seit den Zeiten von Imperialismus und Kolonialismus eine gemeinsame Geschichte teilt, erfordert Mut und Zuversicht. Die Verlegerin Bryony van der Merwe bringt beides mit. Bruno Laberthier stellt den 2012 von ihr gegründeten Verlag Wordweaver vor. mehr

Günter-Eich-Preis an Ror Wolf

Ein Augenblick des Entzückens

Ror Wolf ist für seine Hörcollagen zum Fußball bekannt; für seine kunstvollen Gedichte, Prosatexte und Bildcollagen aber sollte er vom poetischen Himmel einen Stern bekommen. Nun hat er für sein literarisches Schaffen den Günter-Eich-Preis 2015 bekommen. Wir gratulieren mit einer Hommage von Jürgen Roth. mehr

Internationalen Literaturpreis: Gespräch mit Sabine Scholl

Transnationale Weltliteratur

Sabine Scholl erforscht als Literaturwissenschaftlerin seit vielen Jahren Werke, die über Kulturgrenzen hinweg entstanden sind. Über ihr jüngstes Buch »Nicht ganz dicht« und ihre aktuelle Funktion als Jurorin beim »Internationalen Literaturpreis. Haus der Kulturen der Welt« in Berlin sprach Andrea Pollmeier mit der inzwischen in Berlin lebenden Autorin. mehr

Wem gehört das Werk der großen Choreographin?

Das Tanzerbe von Pina Bausch

Der Tanz ist eine der flüchtigen Künste, und dann ganz besonders gefährdet, wenn seine Schöpfer nicht mehr da sind. Seit langem diskutieren Tanzwissenschaftler, Tanzkünstler und Tanzinteressierte darüber, wie man mit dem Tanzerbe umgeht. Es gibt nicht die eine Methode, zeigt Regina Heidecke am Beispiel des Falls Pina Bausch. mehr

Interview mit dem Autor Rana Dasgupta

Das Kapital der Capitale

Die Liebe brachte den Autor in die Stadt seiner Vorväter. Nun braucht er ein großes Herz, um Delhi – die Stadt der Abzocker und Ausbeuter zu lieben. Mit poetischer Feder und profundem Wissen zeichnet Rana Dasgupta das Bild einer zutiefst traumatisierten Stadt. Im Gespräch mit Clair Lüdenbach erklärt er die dort herrschende Geldgier. mehr

Schönes von John Cage

Liebling der Wohlgesinnten

Der Komponist John Cage hatte gegen Ende seines Lebens die Entscheidungsfindung per Zufallsoperation innerhalb vorgegebener Parameter so perfektioniert, dass er sie einem Computerprogramm anvertrauen konnte, das auch nach seinem Tod neue Kompositionen von John Cage generierte. Das 1991 entstandene und gerade auf CDs veröffentlichte Two 3, das Hans-Klaus Jungheinrich hier bespricht, gehört nicht dazu. mehr

Tumult auf Faust

Napoleons Geheime Aufzeichnungen

Napoleon Bonapartes ›Geheime Aufzeichnungen‹, auf Korsika gefunden, aus einem unbekannten korsischen Dialekt übersetzt und herausgegeben von Paul Pörtner, sind Aphorismen vom Feinsten. Tatsächlich wurden die ›Aufzeichnungen‹ in TUMULT gefunden. mehr

Biennale in Venedig

Video und Installation

Vermutlich müssen wir die Idee, dass in großdimensionierten Kunstausstellungen wie der Biennale Venedig immer die qualitative Auslese zu sehen ist, aufgeben. Thomas Rothschild hat das Bemerkenswerte dort ausgemacht, aber auch deutlich vermerkt, was nicht dazu gehört. mehr

Eine Annäherung an Wittgensteins »Lecture on Ethics«

Das Schweigen brechen

Ausgehend von Hans Blumenbergs Bemerkung, dass wohl keiner der Ratschläge eines Philosophen weniger befolgt worden sei als der letzte Hauptsatz von Ludwig Wittgensteins »Tractatus«, versucht Ingo Ebener in seiner Annäherung, Wittgensteins eigenem Verstoß gegen das Schweigen in der »Lecture on Ethics« bis zu den Grenzen der Sprache zu folgen. mehr

Biennale in Venedig

Wasser, das in der Sonne glitzert

Okwui Enwezor, der Direktor des Münchener Hauses der Kunst und Kurator der gerade begonnenen 56. Biennale in Venedig, hat seinem Konzept offensichtlich die Überforderung zugrunde gelegt, der sich das gegenwärtige Leben in einer globalen Welt konfrontiert sieht. Ellen Wagner erzählt, wie die Künstler darauf reagiert haben. mehr

Badenweiler Musiktage 2015

Keine Bagatellen

Nicht nur Annette Kolb, René Schickele, Oskar Schlemmer und Anton Tschechow, die dort lebten und litten gehören zum Mythos Badenweiler, sondern auch die legendären Römerbad Musiktage, die ihr künstlerischer Leiter Klaus Lauer 1973 gründete. Wie er sie heute gestaltet, berichtet Hans-Klaus Jungheinrich. mehr

Faust-Gespräch mit dem Autor Dany Laferriere

»Das Rätsel der Rückkehr«

Dany Laferrière musste erst 18 Bücher auf Französisch publizieren, bevor ein Werk von ihm ins Deutsche übersetzt wurde. Dann allerdings bekam er gleich den Internationalen Literaturpreis. Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Andrea Pollmeier hat mit dem Autor über seinen Roman »Das Rätsel der Rückkehr«, seine Heimat und seine Exilerfahrungen gesprochen. mehr

Being German – Deutsch sein

Sprache, Pass und Wanderjacken

Was bedeutet »Deutschsein« heute, 25 Jahre nach der Wiedervereinigung? Vier Autoren gehen dieser Frage bei Faust-Kultur aus eigener, biographischer Sicht nach. Den Auftakt macht Eugen El, der 1997 nach Deutschland kam und sich seitdem in die Sprache Heines, nicht aber in manch eine deutsche Eigenart verliebt hat. mehr

Eine Woche Oper in Frankreich

Musikalische Reise mit losem Ende

Die mediale Auswahl, die sich auf Nachrichten über Skandale, Katastrophen, Mord und Totschlag konzentriert, kann das, was kulturelles Wollen hervorbringt, kaum berücksichtigen. Anderes interessiert Hans-Klaus Jungheinrich. Er hat das Opernangebot französischer Städte angenommen. Seine Bestandsaufnahme bietet Pleiten und Überraschungen. mehr

Ausstellung in Bremen

Émile Bernard: Künstler der Widersprüche

Der Franzose Émile Bernard (1868 – 1941) steht als ein Beispiel dafür, wie Avantgardisten den Eintritt in den Kanon der Moderne verpassten, weil sie sich im Verlauf ihres OEuvres dem scheinbar geradlinigen Verlauf der Kunst hin zur Abstraktion verweigerten. Nun zeigt eine Ausstellung ihn auch in Deutschland. Isa Bickmann hat sie besucht. mehr

Junges Literaturforum Hessen-Thüringen 2015

Eine Nagelprobe ist noch kein Beinbruch

Fast ein Drittel Jahrhundert lang hat der Literaturwissenschaftler Martin Lüdke in der Jury des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen gewirkt. In der Preisrede auf die Gewinner des letzten Wettbewerbs erzählt er von seinen Erfahrungen mit den Kollegen und den jungen Autoren, von denen einige heute bereits älter und berühmt sind. mehr

Gespräch mit Adam Jankowski

Jedes gemalte Bild ist ein Fetisch

Der 1948 in Gdansk geborene Maler Adam Jankowski wuchs in Wien auf und studierte in Hamburg, wo er lebt und arbeitet. In Berlin hat Jankowski kürzlich ein neues Atelier eröffnet. Eugen El hat mit Adam Jankowski über die Städte seines Lebens und über gesellschaftlich relevante Malerei im digitalen Zeitalter gesprochen. mehr

Essay

Varoufakis? Erratischer Marxismus oder Non-Marxismus?

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis ist in kürzester Zeit zu einem medialen Phänomen, zum Starökonom aufgestiegen. Seine Sicht auf die politische Ökonomie und auf Marx könnte über diesen Aufstieg Aufschluss geben. Um sie aber zu verstehen, bedarf es einer Rekonstruktion der marxschen Theorie, meint Achim Szepanski in seinem Essay. mehr

Tumult auf Faust

Der monströse Marquis

Der Aristokrat, Atheist, jede Ideologie verachtend und voller Widersprüche: Der Marquis de Sade war ein Aufklärer, der in der Vernunft die Quelle des Wahnsinns sah und in der Natur die Entwürdigung des Menschen. Siegfried Gerlich erklärt die anthropologische Revolte de Sades in seinem bemerkenswerten Artikel über den ‚monströsen Marquis’. mehr

Ein Gespräch mit dem Künstler Marc Behrens

Es gibt Götter, die sind im Himmel

1970 in Darmstadt geboren und mit seiner sorgfältig komponierten elektronischen Musik bekannt geworden, bereist Marc Behrens heute die Erdteile. Was er dabei an optischen und akustischen Fundstücken sammelt, bearbeitet und montiert, löst sich vom Ort und gewinnt seinen Eigensinn. mehr

Babelsprech.International

Zeitgenössische brasilianische Dichtung

Ricardo Domeneck, Lyriker zwischen Brasilien und Berlin, befasst sich im zweiten Teil seines Brasilien-Beitrags mit der Ironie und der Sprachreflexion als Grundlagen einer alternativen Geschichte brasilianischer Lyrik. mehr

Georg Elser und sein Attentat auf Hitler

Dreizehn Minuten

Georg Elser plante ein Attentat, das Hitler und die Gesamtführung der NSDAP im Münchener Bürgerbräukeller Anfang November 1939 töten sollte. Aber Hitler hatte die Kundgebung dreizehn Minuten früher als erwartet verlassen. Zu Georg Elsers 70. Todestag startet der Film »Elser« des Regisseurs Oliver Hirschbiegel. Für Faust-Kultur erinnert Helmut Ortner an den verkannten Helden. mehr

Gespräch mit Autor Horst Samson

Steppenwolf

Horst Samson, Schriftsteller, Lehrer und Journalist, bekennt, kein Freund von Grautönen zu sein, und plädiert für eine Schule des Ungehorsams. Im Gespräch mit Eric Giebel geht es um den korrupten Literaturbetrieb, um das Schweigen der Rumänen, die »rumdeutsche« Literatur, um Schönheit und Gedichte. mehr

Essay

Über die Lüge

Die Lüge ist ein seltsames Spiel. Wer der Überzeugung ist, dass wir mit jedem Atemzug die Wahrheit leben müssen, kann der Lüge nicht gerecht werden. Der Frankfurter Schriftsteller Pete Smith hat in seinem Essay »Über die Lüge« den Weg vom persönlichen Erleben zum allgemeinen des Lügners und seiner Lüge gefunden. mehr

NSU und Verfassungsschutz

Nichts gesehen, nichts gehört

Die Geschichte des Andreas Temme: der Beamte des Hessischen Verfassungsschutzes war anwesend, als der NSU (Nationalsozialistische Untergrund) den 21-jährigen Halit Yozgat in dessen Internet-Café in Kassel erschoss, im April 2006. Temme war Augen- und Ohrenzeuge. Seitdem tobt ein Kampf um Deutungen, Gewissheiten, Wahrheiten, berichtet Johannes Winter. mehr

Huchel-Preis an Paulus Böhmer

Paulus Böhmers geheimer Pakt mit dem Unbegrenzten

Dem in Frankfurt lebenden Poeten Paulus Böhmer ist der diesjährige Peter-Huchel-Preis zuerkannt worden, der am 2. April in Staufen verliehen wurde. Ria Endres hat sich mit den Besonderheiten der Böhmerschen Dichtung befasst und berichtet in ihrem kurzen Essay von dessen »Universen, wo Schrecken und Schönheit dicht beieinander liegen.« mehr

Würdigung

Pierre Boulez zum 90. Geburtstag

Pierre Boulez war der dritte der drei Musketiere der Neuen Musik. Mit Karlheinz Stockhausen und Luigi Nono repräsentierte er die junge Generation. Als Komponist, Dirigent, Institutsleiter (IRCAM) und Organisator wirkte er auf die Musikentwicklung ein. Hans-Klaus Jungheinrich gratuliert Pierre Boulez zum 90. Geburtstag. mehr

Peter Strasser im Gespräch mit Alexandru Bulucz

Helligkeit und Trost

Der Widerspruch zwischen den eiskalt gezogenen Konsequenzen einer gerade relevanten Denkfigur und einer sozialen Verantwortung ist der Philosophie immer wieder vorgeworfen worden. Im Gespräch mit Alexandru Bulucz erläutert der österreichische Philosoph Peter Strasser seinen Blick auf die einfachen Dinge des Lebens. mehr

Gespräch mit Michele Sciurba über Volker Reiche

Volker Reiche – »Killing Is Fun«

Der Künstler Volker Reiche hat ein gemaltes Werk geschaffen, aus dem eine Auswahl in der Frankfurter Galerie Art Virus zu sehen sowie in einem Buch der Edition Faust dokumentiert ist. Im Gespräch mit Harry Oberländer spricht der Galerist Michele Sciurba über die Gewalt und ihre Gründe in den Bildern Reiches. mehr

Monet-Ausstellung im Städel

Kunst für alle? Kunst für alle!

Das Frankfurter Städel Museum wird 200 Jahre alt – Grund genug, diese Bürgerstiftung zu feiern! Als Sahnehäubchen kommt nun noch eine Monet-Ausstellung hinzu. Das Haus wird sich daher vor Besuchern kaum retten können, befürchtet Isa Bickmann. mehr

Porträt des jiddischen Dichters Avrom Sutzkever

Die Kette der Vergangenheit

1913 in Weißrussland geboren und in Wilna aufgewachsen, erlebte Abraham (Avrom) Sutzkever die Blütezeit der jüdischen Kultur in Osteuropa, ihre Zerstörung während der Schoah und den Neubeginn jüdischen Lebens in Israel. Daniel Kahn erzählt vom Leben und Werk des großen jiddischen Lyrikers am Beispiel des Gedichts »Vi Azoy«. mehr

Über die Schwierigkeit von Prognosen

Als das Wünschen noch geholfen hat

Schon in der Antike wusste man, dass der Bote für die schlechte Nachricht bestraft wird. Auch heute werden negative Prognosen gebrandmarkt. So auch im Fall des vom Aussterben bedrohten Mediums Zeitung. In seinem Essay erinnert Thomas Rothschild daran, dass es den Journalismus als Beruf nicht immer schon gegeben hat, und dass auch andere Berufe verschwunden sind. mehr

Der Autor Mircea Cӑrtӑrescu im Gespräch

»Der Demiurg zweiter Hand«

»Die Flügel«, der letzte Band von Mircea Cartarescus »Orbitor«-Romantrilogie, ist eine Satire über die rumänische Revolution. Für sein literarisches Werk wird Cartarescu mit dem diesjährigen »Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung« ausgezeichnet. Harry Oberländer und Alexandru Bulucz haben mit dem rumänischen Autor gesprochen. mehr

Mieczysław Weinberg und einige verwandte Geister

Ein Flüchtling. Eine Ankunft

Der polnisch-jüdische Komponist Mieczyslaw Weinberg gehört zu den vielen Opfern unserer Vergessenskultur. Erst im Jahre 2010, vierzehn Jahre nach seinem Tod, gerät sein Name in die Öffentlichkeit, weil seine Oper »Die Passagierin« bei den Bregenzer Festspielen aufgeführt wurde. Hans-Klaus Jungheinrich stellt seine Werke und die anderer Musiker vor. mehr

GESPRÄCH MIT der Schriftstellerin KIM THÚY

Poesie zwischen den Schusslinien

Die 1968 in Saigon geborene Kim Thúy verbrachte ihre ersten zehn Lebensjahre in Vietnam, bevor sie 1978 mit ihren Eltern und zwei Brüdern als »boat people« nach Kanada floh. Heute lebt sie als Schriftstellerin französischer Sprache in Montréal. Petra Kammann traf Kim Thúy am Rande der Literaturtage Südostasien 2015 in Frankfurt. mehr

Videocomic

Der Künstler Volker Reiche

Der Comiczeichner und Maler Volker Reiche setzt sich in seiner Kunst mit menschlicher Gewalt und ihrer medialen Verarbeitung auseinander. Im Gespräch mit Sarah Schuster hat der Künstler seine Motive, biographischen Hintergründe und seine Arbeitsweise erläutert. In einer Produktion von Coco Hackel und Ossian Hain ist ein sechsteiliges Video entstanden, das hier zu betrachten ist. mehr

Der ›informelle‹ Dichter Sascha Anderson

Wer ist hier der Verräter?

Von den Sbirren des Papstes über die Spitzel Metternichs, die Gestapo, den KGB, die Stasi bis zur NSA hat die Geheimpolizei nicht nur überwacht, sondern auch die Freiheit der Überwachten eingeschränkt, sie weggesperrt oder in den Tod geschickt. Wer aber den Verrat heute aufarbeitet, stützt sich auch auf die Unwahrheit des Geheimdienstes, schreibt Sebastian Hennig in TUMULT. mehr

Jean-Luc Nancy ZUR HEIDEGGER-REZEPTION

Tatsachen aus Heften

Der Streit, der um Heideggers »Schwarze Hefte« entbrannt ist, dass es nicht entbehrlich ist, sie zu lesen, bevor man Urteile über sie fällt. Peter Trawny, dem Herausgeber dieser Denktagebücher, wirft der Herausgeber der Heidegger-Gesamtausgabe, Friedrich-Wilhelm von Herrmann, Diffamierung des Existenzphilosophen vor. Der französische Philosoph Jean-Luc Nancy entgegnet Herrmann auf Faust-Kultur. mehr

Der portugiesische Dichter Luís de Camões

Die liebe Seele

Als ihn der schwarze Tod holte, war das Land, für das er als Soldat und Dichter gekämpft hatte, verloren. Das Werk des Luís de Camões, der die Edda der Portugiesen verfasste, ist in der Sammlung »Com que voz? Mit welcher Stimme?« Übersetzern aus vier Jahrhunderten willkommen gewesen. Bernd Leukert hat sie gelesen. mehr

Gespräch mit der Autorin Barbara Zeizinger

Schuld und Sühne

Auf umsichtige Weise hat die Darmstädter Autorin Barbara Zeizinger historisches Wissen in fiktionale Erzählung überführt. Wie nah die wachgerufenen Bilder von Tötungen im italienischen Dorf Ceregnano vom 25. April 1945 an die Gegenwart heranrücken, wird im Gespräch mit Eric Giebel deutlich. mehr

Gespräch mit dem Künstler Helmut Werres

»Hinterzeichnen«

Die zwischen Ratio und Gefühl changierende Kunst des Druckgraphikers, Zeichners und Malers Helmut Werres hat viele Facetten. Sie ist eine Kunst sowohl der Versenkung als auch des genauen Hinschauens und Hinterfragens. Eugen El und Alexandru Bulucz haben Helmut Werres in seinem Atelier besucht. mehr

Faust-Gespräch mit Raoul Peck

Ein eigenes Leben ist möglich

Raoul Peck zählt zu den engagiertesten Regisseuren der zeitgenössischen Filmszene. Als ehemaliger Kulturminister Haitis hatte er die Chance, politische Prozesse nach dem Erdbeben 2010 in Haiti von innen zu verfolgen und in seinen Filmen zu verarbeiten. Sein neuester Film »Meurtre á Pacot« hat gerade auf der Berlinale Europapremiere. Andrea Pollmeier sprach mit Raoul Peck über Defizite und die Zukunft von Entwicklungsprojekten. mehr

ZUM 70. GEBURTSTAG VON MATTHIAS BELTZ

Gnade für niemand – Freispruch für alle

Bevor Matthias Beltz am 27. März 2002 an einem Herzinfarkt starb, wurde er am 31. Januar 1945 geboren. Dazwischen fand in seinem Leben die lange deutsche Nachkriegsgeschichte statt, in der er zu einem großartigen Kabarettist wurde. Harry Oberländer gratuliert ihm zum 70. Geburtstag. mehr

Alfred Grosser zum 90. Geburtstag

Streitbar und auf dem Qui Vive

Der 1925 in Frankfurt am Main geborene französische Publizist, Soziologe und Politikwissenschaftler Alfred Grosser hat die Geschichte der beiden Länder Deutschland und Frankreich wie kein anderer beobachtet und kommentiert. Petra Kammann stellt den unabhängigen Denker, der am 1. Februar 2015 neunzig Jahre alt wird, vor. mehr

Tumult auf Faust: Thema Europa

Vom Nutzen und Nachteil geopolitischen Denkens

Das nicht zu denken, was andernorts Tatsache geworden ist, rächt sich. So ist es auch mit der Geopolitik nach dem Zweiten Weltkrieg, die aus den europäischen Einschätzungen verschwand. Mit den internationalen Krisen der Gegenwart aber ist die Geopolitik in die politische Agenda zurückgekehrt, erklärt Herfried Münkler in seinem Essay. mehr

Architektur-Essay

Ferdinand Kramer: Genial oder banal?

Ferdinand Kramer (1898–1985) zählt zu den bedeutendsten Architekten und Produktgestaltern des 20. Jahrhunderts. Vor allem Kramers radikal moderne Bauten für die Frankfurter Universität regen bis heute gleichermaßen die einen auf wie die anderen an, meint Astrid Hansen in ihrem Essay. mehr

Gespräch mit dem indonesischen Autor Afrizal Malna

»Der Körper ist meine wichtigste Sprache«

Der Dichter, Philosoph und Performance-Künstler Afrizal Malna ist eine der Zentralgestalten der zeitgenössischen indonesischen Künste und gilt als wesentlicher Vordenker seines Landes. Im Vorfeld der Literaturtage Südostasien hat Claudia Kramatschek mit Malna gesprochen. mehr

Donbass-Essay aus »Merkur«, Teil 2

Zur Vielheit in der Ukraine

Für viele Ostukrainer war die Ganzheit des Landes, das ehemals Sowjetunion hieß, selbstverständlicher als die ukrainische Unabhängigkeit, die sie ihrerseits als Separatismus empfanden. Im zweiten Teil ihres Essays beleuchtet Ljudmila Belkin die kontinuierliche Entwicklung sezessionistischer Bestrebungen in der Ostukraine seit 1991. mehr

Gespräch mit dem Dichter Marcus Roloff

Ein gutes Gedicht steht da wie ein Himalaja

Der vierte Gedichtband des in Neubrandenburg geborenen und in Frankfurt lebenden Lyrikers Marcus Roloff erscheint in Kürze. Viktor Fritzenkötter und Sarah Schuster von der Literaturzeitschrift Otium kamen mit Roloff über Dichtung, Netzwerke und seine DDR-Vergangenheit ins Gespräch, um zu erfahren, wie er die Dinge heute sieht. mehr

Essay

Parallelwelten des Kunstbetriebs

Die Kunst steht vor zunehmender Ökonomisierung. Museen sehen sich gezwungen, Markt- und Sponsoreninteressen zu genügen, während das »Kunstbetriebsprekariat« weiter wächst. Am Beispiel des Frankfurter Museums für Moderne Kunst zeigt Isa Bickmann, wie stark wirtschaftliche Interessen Einfluss finden, und stellt zwei neuere Publikationen vor, die die Spaltungsprozesse von verschiedenen Seiten beleuchten. mehr

Robert Neumann: 40. Todestag am 3.1.2015

Der Gute Glaube der Deutschen

Robert Neumann war als Romancier, Parodist und politischer Autor bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts in der Bundesrepublik durchaus präsent. Danach schien die Zeit sein Werk verschluckt zu haben. Bernd Leukert erinnert an den streitbaren Autor. mehr

Der rumänische Lyriker Tudor Arghezi

Rettung vor dem bedrohenden Nichts

Als eine Art Gelegenheitsübersetzung hat der renommierte Übersetzer Hartmut Köhler ein Gedicht von Tudor Arghezi, des rumänischen Nationaldichters, verdeutscht. Das Gedicht und die Köhlersche Übersetzung sind hier nachzulesen. Darüber hinaus stellt Stefana Sabin den hierzulande weitgehend unbekannten Dichter vor. mehr

Gespräch mit dem Dichter Wulf Kirsten

Ich bin so einer

Wer Wulf Kirstens Gedichte liest und vielleicht die große Anthologie »Beständig ist das leicht Verletzliche«, die er herausgegeben hat, bekommt eine Vorstellung davon, was für Maßstäbe damit gesetzt wurden. Im Gespräch mit Harry Oberländer und Bernd Leukert erzählt Kirsten vom Leben mit Gedichten. mehr

Der Komponist Rolf Riehm

Musik als Szene

Der in Frankfurt am Main lebende Komponist Rolf Riehm fällt aus der Rolle, die den politisch wachen Künstlern auferlegt scheint. Er arbeitet ohne System und montiert die unterschiedlichsten Elemente zu einem Kunstwerk aus handelnden Klängen. Bernd Leukert beschreibt seine Arbeitsweise. mehr

VideoClip

Käthe Kollwitz, 1914

Barbara Englert hat vierundzwanzig aufrüttelnde Zeugnisse bekannter Frauen der Zeitgeschichte aus dem Jahr 1914 eingesprochen. Die Beiträge reflektieren die öffentliche Stimmung zu Beginn des 1. Weltkrieges. In Bild und Ton lehnen sich die Videoclips an die Ästhetik früher Übertragungsmedien an.mehr

Essay zur sozialen Dimension der Europäischen Verträge

»Europa ist keine Sozialunion?« – Da irrt die Kanzlerin

Im 4. Teil seiner Analyse der Europäischen Verträge fordert Friedhelm Hengsbach von EU-Politikern mehr als marktgemäße Schadensbegrenzung. Es gelte stattdessen eine Finanzarchitektur zu entwickeln, die sich in den Dienst realer Beschäftigung und regionaler Konvergenz stelle. Fraglich sei auch, ob ein Staat zur Finanzierung öffentlicher Güter auf Kredite von privaten Banken angewiesen sein soll. mehr

Zum 200. Todestag des Marquis de Sade

Die Pflicht, ein Verbrecher zu sein

Simone de Beauvoir hat in den fünfziger Jahren einen Essay über den Marquis de Sade veröffentlicht, der es in sich hat. Denn der Adlige ist bei ihr nicht göttlich und nicht satanisch, sondern ein starker Moralist. Bernd Leukert hat den Text wiedergelesen und kann ihn weiterempfehlen. mehr

Martin Bubers chassidische Märchen

Die Pflicht des Epischen

Er ist zum Klassiker geworden: Martin Buber, der philosophische Schriftsteller und Märchensammler. Buber hat die Märchen des osteuropäischen Judentums gesammelt, literarisch aufgearbeitet und sie somit zum inhärenten Teil europäischer Volksliteratur gemacht. Anlässlich der Neuausgabe bei Manesse stellt Stefana Sabin die Erzählungen der Chassidim vor. mehr

Erinnerungskultur: 1. Weltkrieg

1914/2014 – Überlegungen zum Gedenkjahr

Der 1. Weltkrieg galt bis vor kurzem als ein Ereignis, das nur noch für Historiker von Belang ist. Doch erleben wir derzeit eine zeitliche Schwelle, an der die Erinnerungen an den »Großen Krieg« wiederentdeckt, neu verhandelt und umgewandelt werden für die Zukunft. In ihrem Essay untersucht Aleida Assmann, inwiefern das Gedenkjahr 2014 zur Herausbildung eines europäischen Gedächtnisses beitragen könnte. mehr

Andreas Hapkemeyer im Gespräch mit Nanni Balestrini

Mentale Emotionen

Nanni Balestrini gehört zu den großen Meistern der italienischen Gegenwartskunst. Gerade wird er im Museion Bozen mit einer kleinen, feinen Ausstellung gewürdigt. Mit Andreas Hapkemeyer hat Balestrini über Literatur und bildende Kunst und ihre Bedeutung gesprochen. mehr

Erinnerung an Peter Kurzeck

»Hätten wir nur das Heute, wir wären der Rede nicht wert«

Peter Kurzeck war zu Lebzeiten ein Solitär. Harry Oberländer hat den Schriftsteller, der seine unaufhörlichen, mäandernde Erinnerungen schreibend zu bändigen versuchte, anlässlich seines ersten Todestages porträtiert. mehr

Essay: Respublica litteraria

Partei mit einem Programm der Parteilosigkeit

Der Gebrauch des Begriffs Gelehrtenrepublik, der in seiner lateinischen Version aus dem italienischen Renaissancehumanismus hervorging und sich später zu einer Staatsmetapher für die Kommunikation in der Gelehrtenkultur entwickelte, begegnet uns heute zwar immer häufiger, er unterliegt dabei aber vielen Missverständnissen. Zu deren Kritik hat sich Herbert Jaumann eine Begriffsrekonstruktion vorgenommen. mehr

AUSSTELLUNG IN ESSEN

Faszination Japan – Wahrnehmung und Wechselwirkung

Die Kunst der Moderne ließ sich von der japanischen Kunst inspirieren. 26 Jahre nach der Japonismus-Ausstellung im Musée d’Orsay widmet sich nun das Museum Folkwang mit der Sonderausstellung »Monet, Gauguin, van Gogh … Inspiration Japan« einem der faszinierendsten Kapitel der französischen Kunst. Petra Kammann besuchte die Essener Ausstellung für Faust-Kultur. mehr

ESSAY

Literatur und Krieg

Erich Auerbach, 1892 in Berlin geboren, floh 1935 vor den Nazis nach Istanbul, wo er europäische Philologie lehrte. Dort hielt er Vorträge zu europäischen Klassikern und zum Reflex des Zeitgeistes in der Literatur. Nun wurden diese ins Deutsche zurückübersetzt und ediert. Faust-Kultur veröffentlicht den Aufsatz »Literatur und Krieg« von 1941 in leicht gekürzter Fassung. mehr

Gedanken zum 9. November

Stiefel muss sterben

Es kann einem viel in den Sinn kommen auf einem Spaziergang am 9. November im Rheingau. Dieses Datum hat es in sich. Und Harry Oberländer hat in seiner Erzählung die Monographie des Tages in das Erleben dieses Tages aufgenommen. mehr

Barbara Klemm mit Ausstellungen in Duisburg und Frankfurt

Leise, politisch und poetisch

Für den richtigen Moment hat die große Fotografin Barbara Klemm einen sechsten Sinn. Sie scheint vorauszusehen, wann eine Person die Geste macht, die mehr erzählt und zählt, als zu erwarten war. Petra Kammann hat die aktuellen Ausstellungen mit Fotografien von Klemm besucht und empfiehlt sie. mehr

Zu den Fotos von Stefan Moses

Das Ende von etwas

Stefan Moses, Jahrgang 1928, begann als Theaterfotograf und arbeitete dann für die Illustrierte Stern. Bekannt geworden ist er mit seinen ungewöhnlichen Porträts von Menschen aus der arbeitenden Bevölkerung. Peter Iden schreibt über Moses' Werk, das gerade in Duisburg gezeigt wird. mehr

Erinnerungen zu Leonard Cohens 80. Geburtstag

Nächte mit Leonard

Am 21. September 2014 ist der Singer-Songwriter Leonard Cohen 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass erinnert sich der Schriftsteller Gert Heidenreich an die langen Nächte des bewegten Jahres 1968, durch die Cohen ihn mit seiner Musik und seinen Versen begleitete. mehr

Dichterporträt

Georg Trakl – Lebensversager und Wortträumer

Als Georg Trakl 1914 an einer Überdosis Kokain starb, war er 27 Jahre alt. Angst, Verzweiflung und Drogensucht bestimmten das Leben des Mannes, der einige der großen Gedichte des Expressionismus geschrieben hat. Ria Endres hat den österreichischen Poeten anlässlich seines 100. Todestags am 3. November 2014 porträtiert. mehr

Auf der Panamericana durch Kolumbien

Coca und Terror, Uniformen und Bananen

Die Panamericana ist zum langen Sehnsuchtsort unterschiedlichster Abenteurer geworden, auch zum Mythos eines Völker und Kontinente vereinigenden Verkehrswegs. Johannes Winter hat einen Streckenabschnitt innerhalb Kolumbiens befahren, der nicht überall befriedet ist. mehr

Gespräch mit Büchner-Preisträger Jürgen Becker

Ich bin kein Geschichtenerfinder

Den Büchnerpreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung bekommt in diesem Jahr der Lyriker und Prosaautor Jürgen Becker. Er hat jahrzehntelang mit seinem unprätentiösen Stil Schriftsteller und Leser beeinflusst. Wie es dazu kam und warum Imagination für das Schreiben unerlässlich ist, beantwortet er im Gespräch mit Harry Oberländer und Bernd Leukert. mehr

LITERATURNOBELPREIS 2014 AN PATRICK MODIANO

»Auf der Suche nach der verlorenen Zeit«

Seine Romane erinnern an die Filmklassiker der Nouvelle Vague, und in seiner poetischen Paris-Beschwörung erweist sich der Franzose Patrick Modiano als Proust'scher Nachfahre. Nun wurde dem zurückgezogen an der Seine lebenden Autor der Literaturnobelpreis zuerkannt. Peter Henning stellt Modiano vor. mehr

Porträt des brasilianischen Autors Paulo Scott

Beunruhigend sollte alle Literatur sein

Indianer, die ursprünglichsten Bewohner Brasiliens, haben in der Literatur ihres Landes bisher keine Stimme gehabt. »Unwirkliche Bewohner« von Paulo Scott ist der erste Roman, der eine indigene Person in der brasilianischen Literatur Subjekt sein lässt. Michael Kegler hat sich mit der Entstehungsgeschichte des Buchs befasst. mehr

LiBeraturpreis 2014 an Raja Alem

Eine literarische Form der Demokratie

Die saudi-arabische Autorin Raja Alem erhielt für ihren Roman »Das Halsband der Tauben« den LiBeraturpreis 2014, der am 11. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verliehen wurde. Alem überrascht uns mit einem Roman, der sinnlich und freimütig die Liebe und die Körperlichkeit des Menschen preist, scharfsichtig in der Analyse ist und scharfzüngig im Spott, meint Karl-Markus Gauß in seiner Laudatio. mehr

Projekt: CAIRO SHORT STORIES

Literatur als Zuflucht

Elf junge ägyptische Autoren haben unter der Anleitung des irakischen Schriftstellers Abbas Khider an einer Schreibwerkstatt der KfW Stiftung in Kairo teilgenommen. Die Autoren der drei stärksten Kurzgeschichten wurden zur Buchmesse nach Frankfurt eingeladen. Im Gespräch mit Andrea Pollmeier schildert Abbas Khider Besonderheiten des Projekts. mehr

Stefan Müller-Doohms Habermas-Biographie

Max Weber der Bundesrepublik

Jürgen Habermas hatte es nicht immer leicht, wie eine umfangreiche Biographie belegt, die der Suhrkamp Verlag zu dessen 85. Geburtstag herausgebracht hat. Seine doppelte Existenz als freier Autor und akademischer Wissenschaftler hat es Habermas jedoch ermöglicht, zum Max Weber der Bundesrepublik zu werden, meint Detlev Claussen. mehr

Ein-Mann-Show mit Gerson Sales

Anatomie des Countertenors

Der Countertenor Gerson Sales stammt aus Brasilien und kam über Italien nach Deutschland, wo er zuletzt in Darmstadt große Opernrollen sang. Nun versucht er sich als »Alleinunterhalter« und hat zusammen mit dem Dramaturgen Oliver Nedelmann eine autobiographisch getönte, theatralisierte Darstellung der Countertenor-Existenz entwickelt. Hans-Klaus Jungheinrich stellt Sales vor. mehr

ESSAY AUS DER ZEITSCHRIFT TUMULT

Zwei Fragmente von Georges Bataille

Das Buch, das Georges Bataille Ende der 1920er-Jahre plante und das, ausgehend von Phantasmen und Mythen, den Grund für eine neue, mythologische Anthropologie legen sollte, hat er nicht geschrieben. Erhalten geblieben ist uns aber die Vorarbeit zu diesem Projekt, die aus einem fünf Entwürfe umfassenden Dossier besteht und der folgende zwei Fragmente über die Zirbeldrüse entnommen wurden. mehr

Künstlerporträt

Tanz auf dem Papier

Die Frankfurter Künstlerin Christine Brunella-Birkert arbeitet ausschließlich auf Papier. Sie hat ihren Weg zur Kunst über einen Umweg beschritten, der aber im Hinblick auf ihr heutiges Werk höchst konsequent und geradlinig erscheint, meint Isa Bickmann. mehr

Gespräch mit Jean-Luc Nancy

Philosophie der Mit-ologie

Ob der französische Philosoph Jean-Luc Nancy das tagespolitische Geschehen oder Themen anderer großer Philosophen aufgreift, er lässt stets an seinem Denken, das mehr ein Spurensuchen ist, teilhaben. Im folgenden Auszug aus dem Gespräch, das Redakteure der Zeitschrift Otium mit ihm führten, erweist sich Nancy einmal mehr als ein Denker, der sich verstärkt auch im Politischen lokalisiert. mehr

Ein Atelierbesuch bei Jürgen Krause

Rhythmus und Struktur

Der Künstler Jürgen Krause arbeitet täglich parallel an fünf Werkgruppen. Mit seiner klar strukturierten Arbeit legt er Prozesse hinter Zeichnung, Malerei und Bildhauerei frei. Eugen El hat Krause in dessen Frankfurter Atelier besucht. mehr

Interview mit Sadik J. Al-Azm

Nicht-Handeln verschärft Konflikt in Syrien

Warum hatte die syrische Bevölkerung im Westen bisher keine Stimme? Welche Folgen hat diese pragmatische Realpolitik? Im Gespräch mit Andrea Pollmeier, das hier auszugsweise dokumentiert wird, erläutert der international hoch angesehene syrische Philosoph Sadik J. Al-Azm Hintergründe der Kriegssituation in Syrien. mehr

Lena Gorelik im Faust-Gespräch

Die Menschen, nicht der Staat

In ihren Büchern thematisiert die 1981 in Leningrad geborene, in München lebende Schriftstellerin Lena Gorelik den Alltag der Migration, jüdische Identität und das Fortleben sowjetischer Geschichte. Im Faust-Gespräch mit Eugen El erzählt Gorelik von den Fallstricken des Schreibens und von ihren Erinnerungen an Russland. mehr

Eva Demski im Gespräch mit Harry Oberländer

Ich habe keine Angst gehabt

Die Frankfurter Schriftstellerin Eva Demski, deren dritter Roman »Scheintod« jetzt wiederveröffentlicht wurde, erzählt im Gespräch mit Harry Oberländer von ihrem Vater, von Marcel Reich-Ranicki und davon, dass sie das ganze Idealismusgetue gründlich satt hat. mehr

Kultfilme DVD & Blu-ray

Meilensteine der Filmgeschichte

Zwei Meilensteine der Filmgeschichte sind kürzlich neu auf DVD und Blu-ray herausgekommen: Jean-Luc Godards »Außer Atem« und Jim Jarmuschs »Down by Law«. Thomas Rothschild stellt die beiden Kultfilme, die einen jugendlichen, zur guten bürgerlichen Gesellschaft quer stehenden Helden prägten, vor. mehr

Cioran reloaded

Entschleunigung und Transparenz

Der erste Teil von Alexandru Bulucz' Beitrag zum Problem der Entschleunigung im Werk E. M. Ciorans ist eine Auseinandersetzung mit der Eigentümlichkeit seiner Aphorismen und der Kritik an seine philosophischen Mitstreiter. mehr

Nino Haratischwili im Faust-Gespräch

Den Fluch brechen

Nino Haratischwili blickt aus georgischer Sicht auf hundert Jahre Zeitgeschichte. Ihr opulenter Roman Das achte Leben ist vor dem Hintergrund der Konflikte in der Ukraine hochaktuell und zudem ein bedeutsames Werk der Gegenwartsliteratur. Dass es auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis fehlt, ist unverzeihlich. Andrea Pollmeier führt ein Gespräch mit der Autorin. mehr

Essay von Jean-Luc Nancy

Heidegger und wir

Jean-Luc Nancys Stellungnahme, in der er Heideggers »seinsgeschichtlichen Antisemitismus« (Peter Trawny) erörtert, kommt absichtsvoll ein halbes Jahr nach Erscheinen der »Schwarzen Hefte«, weil sie auch auf den medialen Streit um Heidegger antwortet, der vor allem in Frankreich ausgetragen wurde. mehr

Belarussische Literatur

Offenheit für das Unterschätzte

Immer noch scheint Belarus (Weißrussland) für viele Deutsche ein weißer Fleck auf der europäischen Landkarte zu sein. Eugen El sprach mit dem Leipziger Übersetzer Thomas Weiler über die Besonderheiten der belarussischen Sprache und Literatur sowie über ihren Stellenwert in Deutschland und der Welt. mehr

Medientheorie

Das Museum im Zeitalter der Globalisierung

Weil im digitalen Zeitalter die Museen so museal wirken, fordert Peter Weibel, Direktor des Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, das performative und perforierte Museum der globalisierten Gegenwart. mehr

Reportage

Bei den »Corinthern« am Walchensee

Es schien der perfekte Rückzugsort. Am Ufer des Walchensees im oberbayerischen Urfeld kaufte sich der Maler Lovis Corinth 1919 ein Haus und fand dort zu seinem Altersstil. Das entdeckte Johannes Winter auf seinen Wanderungen durch Bildmotive und andere Landschaften. mehr

80. Geburtstag von Oskar Negt

Arbeit und menschliche Würde

Oskar Negt hat sich seine intellektuelle Redlichkeit durch nichts abhandeln lassen. Als Forscher, Lehrer und Autor ist er eine Instanz. Detlev Claussen gratuliert ihm zum 80. Geburtstag. Temporär und exklusiv zeigt Faust-Kultur überdies einen Ausschnitt aus Jonas Englerts Videoarbeit »Zoon Politikon«, in dem Oskar Negt von seinem Leben erzählt. mehr

Porträt des rumänischen Malers Jules Perahim

Der letzte Surrealist

Wie andere rumänische Künstler vor ihm ist auch der Maler Jules Perahim nach Paris emigriert und hat dort Karriere gemacht. Er galt als letzter Surrealist. Stefana Sabin erinnert an Leben und Werk des vor hundert Jahren in Bukarest geborenen Malers. mehr

Stadtforschung

»Die Revolution der Städte« wieder lesen

Der Slogan »Das Recht auf die Stadt« hat in den letzten fünfundvierzig Jahren eine enorme Karriere gemacht. Nur die wenigsten wissen aber, dass er zunächst der Titel eines Manifests von Henri Lefebvre war. Klaus Ronneberger stellt den französischen Philosophen anlässlich der Wiederauflage seiner »Revolution der Städte« vor. mehr

Daniel Kehlmanns Frankfurter Poetikvorlesung

Geister der Nachkriegszeit

In seiner Frankfurter Poetikvorlesung ließ Daniel Kehlmann die Themen und Motive seines Schreibens deutlich werden. Das zweite große Thema von Kehlmanns Vorlesung war die schwierige, wenn nicht unmögliche Suche nach Gerechtigkeit und Ethik in der Nachkriegszeit, berichtet Eugen El. mehr

internationaler literaturpreis 2014 an

Dany Laferrière & Beate Thill

Dany Laferrière ist ein Meister frivoler, melancholischer oder auch witziger Buchtitel, sagt Laudator Hans Christoph Buch über den haitianischen Autor. Sein erster, von Beate Thill ins Deutsche übersetzter Roman errang sogleich die begehrte ILP-Auszeichnung im Haus der Kulturen der Welt in Berlin. mehr

Die Philosophin Margarete Susman

Jüdisches Denken als politisches Denken

Margarete Susman, 1872 in Hamburg geboren und 1966 in Zürich gestorben, ist eine deutsch-jüdische Philosophin, die es noch zu entdecken gilt. In ihrem neuen Buch untersucht Elisa Klapheck, Politologin und Rabbinerin, Susmans philosophisches Denken zwischen Judentum und politischer Philosophie. mehr

Gespräch mit Ria Endres

Den Luxus der Wörter finden

Die Dramatikerin, Hörspielautorin und Essayistin Ria Endres hat über die Jahre auch lyrische Werke verfasst, die unter dem Titel »Froher Wahnsinn« erschienen sind. Im Gespräch mit Bernd Leukert erzählt die Autorin von der Entstehung, der Bedeutung und der Kunst ihrer Verse. mehr

Eine Werkbetrachtung

Die Stadt als Purgatorium

Loulou Cherinets Videoinstallation »Big Data« entstand zwischen 1996 und 2014 in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba und ist dokumentarisch, ergänzt durch Spielszenen. »Big Data« ist Teil der Ausstellung »Die Göttliche Komödie« im Frankfurter Museum für Moderne Kunst. Isa Bickmann hat sich das Werk näher angeschaut. mehr

Porträt: George Tabori

Flucht in den Witz

George Tabori machte schreckliche Witze. Sie führten möglichst zu dem Punkt, wo das Groteske, das Entsetzen und die Banalität in eins fallen und man sich, wenn es schon zu spät ist, fragt, ob es erlaubt war zu lachen. Zum 100. Geburtstag des großen Theatermanns hat Wend Kässens ihn gewürdigt. mehr

Künstlerporträt: Pennacchio Argentato

The Idea of Repetition and Sameness

Ein Atelierstipendium der Hessischen Kulturstiftung führte das in Neapel und an der Frankfurter Städelschule ausgebildete italienische Künstlerduo Pennacchio Argentato nach London, wo es seitdem lebt und arbeitet. Isa Bickmann hat Marisa Argentato zu ihrer jüngsten Ausstellung befragt. mehr

Erinnerung an Jürgen Gosch

Auf der Suche nach einer Sprache der Liebe

Michael Eberth beschreibt am Beispiel des vor fünf Jahren gestorbenen Regisseurs Jürgen Gosch, welchen Abstürzen und Missverständnissen ausgesetzt ist, wer sich »auf der Suche nach einer Sprache der Liebe« von nichts anderem als dem eigenen Gefühl leiten lässt. mehr

Gespräch mit Hans Christoph Buch

Vielfalt statt Standardisierung der Weltliteratur

Sechs Autoren aus fünf Ländern sind im Haus der Kulturen der Welt in Berlin für die Shortlist des Internationalen Literaturpreises 2014 nominiert worden. Welches Nadelöhr die Schriftsteller weltweit passieren müssen, um als Teil der Weltliteratur wahrgenommen zu werden, beschreibt Jurymitglied Hans Christoph Buch im Gespräch mit Andrea Pollmeier. mehr

Gespräch über Kunst mit Jos Diegel

»Das Schlimmste ist, authentisch zu sein«

Der 1982 geborene Künstler Jos Diegel ist in den Bereichen Film, Videokunst, Performance, Malerei, Installation, Theater und an deren Schnittstellen aktiv. Eugen El hat mit Jos Diegel über Kunst und Widerstand in der Gegenwart, über politisches Engagement und Posen gesprochen. mehr

Komponistenporträt

Die Welt des Joseph Marx

In den 1920er Jahren formierten sich in Wien Kräfte, die weiterhin Tonalität und spätromantisches Raffinement priesen. Dazu gehörte der namhafte Komponist Joseph Marx. Hans-Klaus Jungheinrich stellt den vor 50 Jahren verstorbenen Eigenbrötler vor. mehr

Gespräch mit dem Künstler Gerhard Lang

Wahlverwandtschaft zwischen Kunst und Wolken

Gerhard Lang war als Stipendiat der Hessischen Kulturstiftung in New York. Isa Bickmann hat mit dem Künstler über seinen New Yorker Wolkenspaziergang, über das Erfahren des Stadtraums mittels des Rückwärtsgehens mit einem Claude-Lorrain-Spiegel und die Vorzüge des Schwarz-Weißen korrespondiert. mehr

Eine Bildbetrachtung

Die Stadt, ein brausender Sturm

Die Künstlerin Julie Mehretu wurde 1970 im äthiopischen Addis Abeba geboren und lebt in New York. Ihre 2009 entstandene Zeichnung »Fragment« changiert zwischen architektonisch-grafischer Gegenständlichkeit und malerischer Dynamik. Sie ist zurzeit im Frankfurter Museum für Moderne Kunst zu sehen, berichtet Eugen El. mehr

Porträt der rumänischen Dichterin Nina Cassian

Ein neues altes Leben

Sie wurde zu einer der bekanntesten rumänischen Dichterinnen: Nina Cassian, 1924 als Tochter einer bürgerlichen jüdischen Familie in der Hafenstadt Galati geboren. Ihre Lyrik spiegelt das ästhetische und politische Klima Rumäniens über Jahrzehnte hinweg wider. Seit 1985 lebte Cassian in New York, wo sie am 15. April 2014 starb. Stefana Sabin erinnert an die Dichterin. mehr

Porträt der Autorin Gisèle Prassinos

Die arthritische Heuschrecke

Mit ihrer ersten eigenständigen Publikation wird sie 1935 über Nacht zur gefeierten Schriftstellerin und zur Muse des von Männern dominierten Surrealismus: Gisèle Prassinos. In Alexandru Bulucz' Porträt der Autorin steht das Titelgedicht ihrer ersten Publikation im Mittelpunkt. mehr

Fritz Bauer und der Frankfurter Auschwitz-Prozess

Ermittlung, Prozess und Urteil

Eine neu erschienene DVD stellt Fritz Bauer, der vor fünfzig Jahren als Generalstaatsanwalt den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf den Weg brachte, anhand von Statements, Interviews und Gesprächen vor. Eine weitere dokumentiert den Auschwitz-Prozess. Diesen DVDs kann man nur große Verbreitung wünschen, findet Thomas Rothschild. mehr

Märchen und Geschichten der Beduinen im Sinai

Die Wüste lebt!

Die Wüste lebt! Noch. Denn Tiere, Menschen und Dämonen geraten in einen Schwundmodus. Rechtzeitig noch hat Marion Victor sich von Tarabin-Beduinen Märchen erzählen lassen, deren zwei, zusammen mit Überlegungen von Klaus Reichert, hier zu finden sind. mehr

Porträt: Eine Erinnerung an Helmuth Plessner

Der unergründliche Mensch

Helmuth Plessners philosophische Anthropologie musste fast zwangsläufig zwischen alle Stühle geraten. Heute jedoch scheint sich wieder ein vorsichtiges, wenngleich beiläufiges Interesse für Plessners Denken bemerkbar zu machen. Otto A. Böhmer erinnert an Leben und Werk des Wissenschaftlers. mehr

Tatort Dresdener Zwinger

Unverhoffte Begegnung mit einem Fälscher

Wer ist das, der die Sammlung alter Meister besucht? Das sind wir, das staunende Publikum, das sind potentielle Bilderdiebe, Kunsthistoriker und Ikonoklasten, unbekannte Maler und berühmte Bilderfälscher. Und manchmal läuft man sich über den Weg. Johannes Winter hatte in Dresden eine seltsame Begegnung. mehr

Porträt des portugiesischen Autors

Manuel Jorge Marmelo

»Eine tausendfach wiederholte Lüge« (Uma mentira mil vezes repetida) heißt Manuel Jorge Marmelos Roman, für den er im Februar mit einem portugiesischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Dass das Preisgeld vermutlich für die tägliche Lebenshaltung draufgehen wird, ist wie Marmelos Schriftstellerkarriere eine portugiesische Geschichte, meint Michael Kegler. mehr

Kunstprojekt

Manifeste 14

Für Faust-Kultur hat Jonas Englert junge Künstler gebeten, Manifeste zur Relevanz von Kunst in der Gegenwart zu formulieren. Bei der ersten Folge dieses experimentellen Projekts, das die Rechtfertigung beziehungsweise Infragestellung der Existenzberechtigung von Kunst zum Thema hat, präsentieren – neben Jonas Englert – Jos Diegel, Tarik Goetzke, Norman Hildebrandt und Gian Spina ihre Manifeste. mehr

1984

in die zu grossen schuhe
stieg ich ein

kein laufsteg weit und breit

das parfum der lehrerin in der nase
verlieh mir flügel

und niemand wünschte mir zum abschied
hals- und beinbruch.

Julia Mantel

Porträt des Schriftstellers Paolo Colagrande

»Schweig, nicht einmal dein Feind hört zu.«

Hierzulande noch gänzlich unbekannt, ist Paolo Colagrande in Italien renommiert: Für seine Romane hat er schon mehrere Preise gewonnen, darüber hinaus Essays und Erzählungen veröffentlicht und eine Literaturzeitschrift gegründet. Herbert Jaumann stellt den Schriftsteller auf Faust-Kultur vor. mehr

Thema Syrien: Interview mit Rafik Schami

»Die Zeit der Versöhnung ist vorbei«

Vor 43 Jahren musste der Schriftsteller Rafik Schami Syrien verlassen. Früh hatte er gegen die Herrschaft Hafiz al-Assads Position bezogen. Im Faust-Gespräch mit Andrea Pollmeier beschreibt er seine Erfahrungen aus der Entstehungszeit der Diktatur und erläutert innen- wie außenpolitische Hintergründe, die zur katastrophalen Entwicklung der Revolution beigetragen haben. mehr

Porträt: Theodor Lessing

»Und so ward grau die Welt«

Von heute aus gesehen wird man Theodor Lessing (1872-1933), der ein äußerst umfangreiches Werk hinterlassen hat, am ehesten als einen Kulturwissenschaftler und Moralisten bezeichnen können. In ihrem Essay entfaltet Ria Endres Lessings Leben und Werk im Spiegel der Zeit. mehr

Wo Orpheus begraben liegt

Realität zeigen

Ilija Trojanow und Christian Muhrbeck haben zu einem Zeitpunkt, als sich in den Medien eine voruteilsschwere Debatte über das EU-Land Bulgarien ausbreitete, einen einfühlsamen Blick hinter die Grenzen des Landes ermöglicht. Informationen zur Rezeption des Buchs »Wo Orpheus begraben liegt« und ein Lesungs-Video von Corinna Hackel gibt es hier. mehr

Erinnerung an Elisabeth Borchers

Zwischen den Sprachen

Elisabeth Borchers, die Übersetzerin, Verlagslektorin und strenge Patin der Poesie, wäre am 27. Februar 2014 achtundachtzig Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass gibt der Frankfurter Verlag weissbooks eine Auswahl ihrer Gedichte heraus, die in kargem, lakonischem Ton und stillstem Pathos vom Abschied erzählen. Klaus Reichert erinnert an die große Dame der Literatur. mehr

Essay

Zum Gruß

Jeden Tag grüßen und begrüßen wir: Menschen und allerlei Dinge. Aber was heißt Grüßen? Dieser Frage geht Thomas Schestag in seiner präzisen und preziösen Kurzstudie »Zum Gruß« nach. mehr

Ukraine – Gespräch mit Juri Andruchowytsch

Kein Theater, kein Spiel

Mit anderen ukrainischen Schriftstellern kam der Dichter und Schriftsteller Juri Andruchowytsch aus den Auseinandersetzungen auf dem Majdan und den Straßen der ukrainischen Städte, wo Tausende seiner Landsleute seit Monaten gegen das Regime Janukowytsch protestieren, zu einer Lesung nach Frankfurt. Bernd Leukert traf ihn dort, um ihn zu Tat und Wort zu befragen. mehr

Berlinale 2014

Einsame Menschen

Künstlerisch anspruchsvolle Filme vermögen es, gesellschaftliche Asymmetrien und Herrschaftsverhältnisse sichtbar zu machen. Dies gilt für Georgien ebenso wie für Griechenland, für unsere Gegenwart ebenso wie für eine Vergangenheit, die nicht vergehen will. Thomas Rothschild berichtet vom Internationalen Forum der Berlinale. mehr

Beitrag zum Walter-Benjamin-Kongress

Benjamins Optik

Geschichte ist nicht der Pluralbegriff von Geschichten: Walter Benjamin dachte sich Geschichtserkenntnis jenseits aller Historiographie seiner Zeit. Wie, erklärte Burkhardt Lindner Mitte Dezember 2013 zur Eröffnung des Internationalen Walter-Benjamin-Kongresses »Über den Begriff der Geschichte / Geschichte schreiben«. mehr

Johann Georg Hamanns »Aesthetica in nuce«

Der philologische Kreuzzug eines sonderbaren Denkers

Der Philosoph und Schriftsteller Johann Georg Hamann war ein Mann der extremen Gefühle. Er war so lange Hypochonder, bis er schließlich krank wurde. Doch hat der ›helle Kopf‹ (Goethe) mit seinem dunklen Werk enormen Einfluss ausgeübt. Seine »Aesthetica in nuce«, die er »eine Rhapsodie in Kabbalistischer Prose« nannte, hat Sarah Schuster wiedergelesen. mehr

Faust-Interview mit raul zelik

Verbrannte Erde in Lateinamerika

Raul Zelik lebte bis 2013 in Medellín (Kolumbien) und lehrte an der Nationaluniversität Politische Theorie. In zahlreichen Publikationen setzte er sich mit Mechanismen von Herrschaft, Gewalt und sozialem Wandel u.a. in Kolumbien und Venezuela auseinander. Im Faust-Interview erläutert Zelik auf der Basis eigener Beobachtungen die aktuelle Situation in Lateinamerika. mehr

Faust-Interview mit Alan Mills

Ich bin in keinem Korsett gefangen

Der guatemaltekische Autor Alan Mills bezeichnet sich selbst als Nomaden, der es liebt, den Entwicklungspfaden ihm fremder Kulturen nachzuspüren. Seine Gedichte und Erzählungen sprechen über Identitätssuche und Andersartigkeit. Im Faust-Interview mit Corinna Santa Cruz berichtet Alan Mills von seinen persönlichen und literarischen Grenzgängen. mehr

Faust-Interview mit Irina Khalip

Zwanzig Jahre Diktatur in der Mitte Europas

Die weißrussische Journalistin Irina Khalip setzt im Kampf um Demokratie und Meinungsfreiheit ihr Leben aufs Spiel. Im Faust-Interview kritisiert sie die klassische Doppelmoral der EU-Politik gegenüber Weißrussland. Mit Irina Khalip sprachen Eugen El und Andrea Pollmeier. mehr

faust-gespräch mit jonas englert

»Wir sind eine Art neue romantische Bewegung«

Innerhalb weniger Jahre hat Jonas Englert eine der interessantesten künstlerischen Positionen im Umfeld der HfG Offenbach entwickelt. Eugen El sprach mit dem jungen Künstler über seine Projekte, über ästhetische Überforderung, Zeitgenossenschaft und Zukunftspläne. mehr

Peter Härtling zum Achtzigsten

Dichter, Erzähler, Zeitgenosse

Unermüdlich schreibt er, unermüdlich vermittelt er Literatur. Peter Härtling kann jahrelang über literarische Positionen sprechen, in seiner Erinnerung ist das Beziehungsnetz der schreibenden Personen und ihrer Ideen fest installiert. Zu seinem 80. Geburtstag gratuliert ihm Martin Lüdke. mehr

Originaltext von Albert Camus

Die Krise des Menschen

»The Human Crisis« hieß ein Vortrag, den Albert Camus Ende März 1946 an der Columbia University in New York hielt – und der nichts an Aktualität verloren hat. Deshalb veröffentlicht ihn Faust-Kultur hier erneut. mehr

50. Jahrestag der Frankfurter Auschwitz-Prozesse

Der Auschwitz-Prozess

Vor 50 Jahren begann in Frankfurt der erste Auschwitz-Prozess. Zwar konnten insgesamt nur wenige Täter vor Gericht gestellt werden, doch führten die Aussagen der Opferzeugen das verbrecherische Geschehen in den Lagern der Öffentlichkeit deutlich vor Augen. Dies betont Werner Renz in seinem Vorwort zur Neuauflage von Bernd Naumanns Prozessbericht. mehr

Erinnerung an Horst Bingel

Der Bingel, den ich kannte

Er ließ zur Frankfurter Buchmesse 1973 eine Büchertram fahren und veranstaltete Lesungen auf Bahnhöfen und in Werkhallen. Denn Horst Bingel wollte Literatur ohne Dogmatismus in die Gesellschaft tragen. Als er 80 Jahre alt geworden wäre, hielt ihm der Schriftsteller Uve Schmidt eine Geburtstagsrede. mehr

Gespräch mit Regisseur Dimiter Gotscheff

Geboren am Fluss, in dem Orpheus badete

Ein eigenwilliger Regisseur ist gestorben. Dimiter Gotscheff war eins mit seinem Beruf, seiner Berufung. Er trug das Theater, das er doch jedesmal neu schaffen wollte, in sich. Verwandte Geister beschwor er im Gespräch mit Michael Eberth, Samuel Finzi und Wolfram Koch. mehr

Theater

Das Frankfurter Experiment

Vor fünfzig Jahren wurde der Neubau des Frankfurter Schauspielhauses am heutigen Willy-Brandt-Platz eingeweiht. Aus diesem Anlass blickt der Dramaturg Michael Eberth auf die Auseinandersetzungen um das Mitbestimmungstheater zurück, die sich in einer Zeit voller gesellschaftlicher Umbrüche abspielten. mehr

GRAPHIC NOVEL: Faust-Gespräch mit Luke Pearson

»Ich zeichne gerne und erzähle gerne Geschichten«

Der 25-jährige Zeichner Luke Pearson erschien aus dem Nichts auf der internationalen Comic-Bühne und wurde sofort in diesem Jahr für die Eisner Awards, die Oscars der Comicbranche, nominiert. Thomas Scholz sprach mit Pearson über seine Arbeit. mehr

Wilhelm Genazino: Der Zettel

Ein ungefähr zwölfjähriger, dunkelhaariger Junge geht von Tisch zu Tisch. In der linken Hand trägt er einen Zettel, den er den Leuten vor das Gesicht hält.
weiter

Faust-Gespräch mit Wilhelm Genazino

In einer feinen Buchhandlung rumsauen

Der Schriftsteller Wilhelm Genazino wird stets als der Flaneur unter den Schriftstellern bezeichnet. Seine Formulierungslust überführt, was seine Sinne auf der Straße aufsammeln, in melancholisch-groteske Detailbeschreibungen. Im Gespräch mit Harry Oberländer spricht er über Ängste, Erfolg und den Zusammenhang von Leben und Literatur. mehr

Porträt: Sören Kierkegaard

Der tiefere Grund

Vor zweihundert Jahren wurde Sören Kierkegaard, der Ahnherr der Existenzphilosophen, geboren. Otto A. Böhmer hat in seinem neuen Buch »Reif für die Ewigkeit. Sören Kierkegaard und die Kunst der Selbstfindung« den scharfsinnigen Denker als einen modernen Zeitgenossen identifiziert. mehr

INTERVIEW MIT ILIJA TROJANOW

Globalisiertes Alphabetentum für Europa

Ilija Trojanow ist in Deutschland der bedeutendste Autor, der Schriftsteller aller Kontinente mit überzeugender Präsenz aktiv zueinander führt. Er ist misstrauisch gegen Begriffe wie Authentizität und Schubladen-Denken. Am Rande des Frankfurter Literaturfests »Afrikanissimo« spricht er mit Andrea Pollmeier über ein globalisiertes Alphabetentum und intellektuelle Enge in Europa. mehr

erstellt am 02.8.2010

Aphorismen von Jules Renard

Melancholie und Leichtigkeit

Unter dem Titel »Das Leben wird überschätzt« hat Henning Ritter Aphorismen des französischen Autors Jules Renard (1864-1910) zusammengestellt und übersetzt. Renards Aufzeichnungen bewegen sich in einer eigentümlichen Zerrissenheit zwischen Ablehnung des literarischen Kanons und dem Wunsch nach Erfolg. Sie sind eine faszinierende Lektüre, meint Heimito Nollé. mehr

Der Philosoph Theodor W. Adorno

Das Bewendenlassen

Man bekommt nicht immer, was man bestellt hat, und man weiß nicht immer, mit wem man ins Gespräch kommt. Otto A. Böhmer nutzte die Wartezeit in einem Bahnhofsrestaurant, um ein denkwürdiges Gespräch zwischen dem Philosophen Theodor W. Adorno und einem Herrn aus dem Schwarzwald zu belauschen. mehr

Oper

Der Fluch des Alten

Meist wird Verdis »Rigoletto« als sentimentaler Reißer inszeniert, der Kolportage näher als hoher Literatur. Jossi Wieler und Sergio Morabito haben an der Oper Stuttgart mit minutiöser Präzision den ernsthaften Kern dieses Musiktheaterstücks herausgearbeitet, berichtet Thomas Rothschild. mehr

FRANKFURTER LYRIKTAGE 2015

Lesung und Lösung

Zehn Tage voller Gedichte. Auf den 4. Frankfurter Lyriktagen waren die alten Hasen und die jungen Hüpfer der Dichtkunst zu hören und zu sehen, und viel interessiertes Publikum nahm teil. Ein Gewinn für die Poesie, findet Bernd Leukert. mehr

Buchempfehlung

Jack Laidlaw-Krimis

Der schottische, 1936 in Kilmarnock geborene Krimiautor William McIlvanney begründete den sogenannten »Tartan Noir«: jene Spielart des britischen Kriminalromans, die in den späten Siebzigerjahren das Urbane samt seinem steten Fressen und Gefressen-Werden neu ins Zentrum rückte. Nun wird McIlvanney wiederentdeckt, unter anderem von Peter Henning. mehr

DVD-Besprechung

Freyers Ring

Achim Freyer, der den »Ring« zuvor bereits in Los Angeles inszeniert hatte, denkt Wagner am Nationaltheater Mannheim vom Visuellen her. Freyers Mannheimer Inszenierung liegt auf 7 DVDs vor, und Thomas Rothschild hat sie sich angesehen. mehr

Schubert-Edition

Viel Schubert mit Harnoncourt

Nikolaus Harnoncourt, einst als ikonoklastischer, dem historischen Originalklang verpflichteter ›Wilder‹ geschmäht, später aber als hoch geschätzter Dirigent vitaler Interpretationen gefeiert, hat mit den Berliner Philharmonikern ein CD-Bündel mit Aufnahmen aus dem Werk von Franz Schubert herausbringen lassen. Hans-Klaus Jungheinrich beschreibt die Edition. mehr

Freiluft-Theater

Haushofers »Die Wand«

Beim Ludwigsburger Theatersommer spricht Renate Winkler den stark gekürzten Roman, ergänzt von sparsamen musikalischen Einspielungen und szenischen Signalen, berichtet Thomas Rothschild. mehr

Maschen der Kunst

Verdichtungsverdichtung

Die in der Kunst seit der Moderne auftretenden Versuche, bildliche Ereignisverdichtung zu sabotieren, ändern wenig daran, dass jedes Bild im Hinblick auf gestaltete Visualität eine Oase in der Wüste des Nichtbildes ist. Zuweilen verdichten Künstler bereits Verdichtetes nochmals, wie Christian Janecke an diversen Beispielen zeigt. mehr

Ludwigsburger Schlossfestspiele 2015, Teil 2

Bunte Falter flattern hin und her

Die Ludwigsburger Schlossfestspiele haben keinen Repräsentationswert. Wer sich dorthin begibt, kommt aus echtem Interesse am Dargebotenen. Diesmal konnte man Angelika Kirchschlager (Foto) zusammen mit Rufus Wainwright ebenso erleben wie multikulturellen zeitgenössischen Tanz, berichtet Thomas Rothschild. mehr

ZEHNTER REISEBERICHT

Pirat im Dienst der Queen

Als Kapitän einer englischen Flotte verfolgte Sir Francis Drake die verhassten katholischen Spanier rund um den Erdball. Das brachte ihm Reichtum, Ehre und unsterblichen Ruhm. Was Drake und seine Mannschaft auf der berühmten Weltumseglung erlebten, hat sein Neffe aufgezeichnet. mehr

Texte von Rolf Riehm

Komponieren – wozu?

Der Komponist Rolf Riehm ist ein Künstler, der in unserer Kultur zuhause ist, was mit einschließt, dass er sich mit dieser Kultur permanent kritisch auseinandersetzt. In dem Band »rolf riehm | texte« sucht Doris Kösterke Antworten auf die Frage, warum sich Riehm als politischer Komponist versteht. mehr

Hörbuch

Ein Traumpaar

Peter Fitz' und Otto Sanders Darbietung von Samuel Becketts Kurzroman »Mercier und Camier« wurde 1982 vom Schweizer Radio als Hörspiel produziert. Die Aufnahme liegt nun ungekürzt auf zwei CDs vor. Sie ist geeignet, alles, was als Hörbuch kursiert, in den Bereich der Belanglosigkeit zu verweisen, meint Thomas Rothschild. mehr

Dany Laferrière: »Das Rätsel der Rückkehr«

Geheimnisvolle Heimkehr

Dany Laferrière ist im Mai 2015 in die Académie française aufgenommen worden. Laferrière ist der erste Haitianer und der erste Bürger Quebecs, der einen Sitz unter der Kuppel erhalten hat. Marlène Séraphin hat sein bisher einziges auf Deutsch erschienenes Buch »Das Rätsel der Rückkehr« gelesen. mehr

Oper in Magdeburg

Kurzer Prozess

Kafkas Romane zählen zu den meistadaptieren Erzählwerken der Weltliteratur. Nun hat auch Philip Glass aus dem »Prozess« eine Kammeroper gemacht. Dass sich Magdeburg zu dieser Produktion entschlossen hat, verdient Hochachtung, meint Thomas Rothschild. mehr

Neue Inszenierungen

Endstation Sehnsucht und Cosi fan tutte

Aufklärung kann weh tun, wenn sie lieb gewonnene, unverzichtbare Illusionen und verknöcherte Konventionen zerstört. Diese Ambivalenz gilt für Tennessee Williams' »Endstation Sehnsucht«, ebenso wie für Mozarts »Cosi fan tutte«. Thomas Rothschild hat sich neue Inszenierungen der beiden Stücke in Stuttgart und Basel angesehen. mehr

Atelierbesuch bei Anne Lina Billinger

Poetisches Potenzial

Während ihres Studiums entdeckte Anne Lina Billinger Beton als künstlerisches Material für sich. Die Abdrucke, die dieses Material ermöglicht, haben sie fasziniert. Billinger lässt die Schwere des Betons in Vergessenheit geraten, meint Eugen El, der die Künstlerin in ihrem Frankfurter Atelier besucht hat. mehr

Drei neue Bücher

Brillantfeuerwerk der Worte

Als Liebender abgewiesen zu werden gehört zu den schlimmsten Erfahrungen, die ein Menschenleben verpfuschen, aber auch zu einer Quelle künstlerischer Kreativität werden können. Peter Henning hat in drei neuen Büchern von und über Jerome D. Salinger diesen Zusammenhang ausgemacht. mehr

Prosatext, Teil 3

Neapel. Sichtbar Verborgen

Als einen Mikrokosmos eines unsichtbaren Europa hat die Literaturwissenschaftlerin Marion Gees die süditalienische Metropole Neapel erlebt – und beschrieben. Auch im dritten Teil ihrer Aufzeichnungen verwebt sie literarische und filmische Reminiszenzen mit geschichtlichen Überblicken, um einen Eindruck von dieser höchst problematischen Stadt zu vermitteln. mehr

POP-Spitter: Buchkritik

Die Pose geht, der Song bleibt

Diedrich Diederichsen ist als sehr bekannt gewordener Theoretiker der Subkultur eine umstrittene Figur. Schon 1985, als »Sexbeat« erschien, wurde sein eigensinniger Autor öffentlich angegriffen. Nun hat er mit einem neuen Buch wieder »Über Popmusik« nachgedacht, und Michael Behrendt hat es kritisch gesichtet. mehr

Buch zur Ausstellung

Paul Klees »Sonderklasse«

»Sonderklasse« – darunter fügte Paul Klee Werke, die er nicht für den Verkauf vorsah. Ein hervorragend gestalteter und wissenschaftlich umfassender Katalog ist im Kontext einer Ausstellung erschienen, die noch bis zum 25. Mai 2015 im Museum der bildenden Künste Leipzig zu sehen ist. Faust-Kultur bringt Auszüge. mehr

Hörspielpreis der Kriegsblinden

Klangexpedition ins Reich der Buchstaben

Buchstaben können Tönen, Singen, Hauchen und Klingen. So hat es zumindest die Jury erlebt, die in diesem Jahr im Namen der Kriegsblinden den Ehrenpreis für das beste Hörspiel 2015 vergeben hat. Petra Kammann stellt die Preisträger und zwei nominierte Hörspiele des diesjährigen Wettbewerbs vor. mehr

Max Annas: Die Farm

Eine zerrissene Gesellschaft

Max Annas’ Debütroman »Die Farm« zeichnet ein scharfsichtiges Porträt der südafrikanischen Gesellschaft, eingebettet in eine hochspannende Story, findet Kirsten Reimers. mehr

Ballettabende in Stuttgart

Cranko und Gauthier

Öffentliche Kultur zeigt sich nicht in dem, was man braucht, sondern in dem, was man will. Wenn also Städte ein Tanztheater anbieten, dann nicht deshalb, weil sie es sich »leisten« können, sondern weil sie es wollen. Thomas Rothschild ist aus aktuellem Anlass glücklich, dass John Cranko Stuttgart ein Vermächtnis hinterließ. mehr

Wo die Ungastlichkeit Frankfurts ihren Anfang nimmt

Kaisersack, eine Wegsehenswürdigkeit

Mit seinem Hauptbahnhof hat Frankfurt eins der europaweit schönsten Stadttore. Die Gastlichkeit hört jedoch spätestens zwischen dem Bahnhofsvorplatz und der auf ihn zulaufenden Kaiserstraße auf. Dieser Zwischenraum, der Kaisersack genannt wird, ist für Volker Breidecker eine echte Frankfurter Wegsehenswürdigkeit. mehr

Slavoj Zizeks Opus magnum

Unwegsames Gelände

Slavoj Žižeks Hausheilige sind Hegel und Lacan, er hat aber auch Marx, Lenin und Mao im Angebot, ferner Platon und Aristoteles, Descartes und den Deutschen Idealismus. Um Hegel geht es auch in Žižeks neuem Buch, »Weniger als nichts«. Es ist, ungeachtet seiner Opulenz, ein wichtiges, hochpolitisches und vorbildlich übersetztes Buch, meint Otto A. Böhmer. mehr

Webers »Silvana«

Jägerromantik

Seine Oper »Silvana« wollte Carl Maria von Weber gerne in Stuttgart uraufgeführt sehen, aber dann wurde er am 9. Februar 1810 im Theater wegen Silberdiebstahls und Bestechlichkeit verhaftet. Obwohl unschuldig, musste er 2600 Gulden bezahlen und wurde vom König des Landes verwiesen. Hans-Klaus Jungheinrich beschreibt, was den Stuttgartern entgangen ist. mehr

KULTURWOCHE DER SINTI UND ROMA

Gegen Vorurteile und Klischees

Sinti und Roma sind Bürger des Landes, in dem sie leben, dort ist ihre Heimat. Doch oft scheint man ihnen dies nicht glauben zu wollen. Wie falsch solche Vorurteile sind, erklärte Romeo Franz, Geschäftsführer der Hildegard Lagrenne Stiftung, während der Berliner Kulturwoche. Katharina König war vor Ort und berichtet über das von Angehörigen der Sinti und Roma initiierte Projekt. mehr

Buchkritik

Der erste Schritt

Mit Messern, Gabeln und Marmorköpfen der britischen Denker verteidigten zuletzt die Belagerten von Krishnapur ihr Leben. Von einer grotesken wie wahren Geschichte aus Indien der Kolonialzeit handelt James Gordon Farrells Buch Die Belagerung von Krishnapur. Clair Lüdenbach hat es gelesen. mehr

CD-Kritiken

Neue Jazz-Aufnahmen

Eine CD enthält jetzt sämtliche Studioaufnahmen, die Miles Davis und Sonny Rollins miteinander gemacht haben. Der Trompeter Martin Auer hat sich kürzlich an Davis' Kind of Blue gewagt. Ebenfalls neu auf CD sind die Studioaufnahmen des Jimmy Giuffre Trios, berichtet Thomas Rothschild. mehr

Buchkritik

Die Vulgarität des Hasses

Der Focus-Autor Michael Klonovsky positioniert sich deutlich rechts von der politischen Mitte und liefert mit dem Band »Aphorismen und Ähnliches« einen Rundumschlag. Klonovsky steht für eine meinungsgetriebene Spielart plakativer zeitgenössischer Aphoristik, meint Tobias Grüterich. mehr

CD--Kritik

Die Kunst der Verzögerung

Artur Rubinsteins Ruhm als Ausnahmepianist hält an. Wenn man seine Aufnahmen des Konzerts für Klavier und Orchester von Edvard Grieg und der Rhapsodie über ein Thema von Paganini von Sergei Rachmaninoff anhört, wird man an der Berechtigung dieses Ruhms kaum zweifeln, meint Thomas Rothschild. mehr

Kurze Klage aus dem italienischen Norden

Der Tod von Günter Grass und das Frankfurter Trauerspiel

Der Tod des Schriftstellers Günter Grass zog vielfältige Berichterstattung in den deutschen Feuilletons nach sich. Die F.A.Z. hat dabei provinziell agiert, meint Martin Lüdke. mehr

Silvio Blatters Familienroman

Ungewisse Bilanz

Im Mittelpunkt des neuen Romans von Silvio Blatter stehen zwei ältere Menschen, die eigentlich zufrieden auf ihre Vergangenheit zurückblicken können. Und doch werden sie von der Frage umgetrieben, wie sie das letzte Lebensdrittel gestalten sollen, ohne es am Ende zu bereuen. Die Lektüre ist schmerzhaft, aber auch befreiend, meint Peter Henning. mehr

What Have They Done To My Song?

Homophobe Rapper haben’s schwer

Der einstige Skandalrapper Bass Sultan Hengz bewirbt sein neues Album mit einem Foto küssender Männer und gibt sich in puncto »Schwuchtel«-Rhetorik geläutert. Dass homophobe Raps heute seltener angestimmt werden, ist sicher auch ein Verdienst der immer breiteren internationalen Proteste, meint Michael Behrendt. mehr

Oper in Valencia

Druiden versus Römer

Wir sind es gewohnt, dass Regisseure bei Vincenzo Bellinis beliebtestem Werk » Norma« nach mehr oder weniger aktuellen Entsprechungen suchen, um den Stoff näher an unsere Gegenwart zu rücken. Nicht so in Valencia, berichtet Thomas Rothschild. mehr

Textauszüge

Leichter Wind

Die Autorin Carmen-Francesca Banciu siedelte nach ersten Erfolgen in Rumänien nach Berlin über und begann, deutsch zu schreiben. Ihr letztes Buch, in dem sie Reisenotizen zu poetischen Bildern über die Melancholie eines Schriftstelleralltags verwandelt, ist gerade erschienen. Auszüge lesen Sie hier

Buchkritik

Von Armbruster bis Wagner

Untergegangene Berufe sind das Thema eines in aktualisierter Auflage erschienenen Bandes des Wiener Autors Rudi Palla. Nicht weniger reizvoll als Pallas Beschreibungen sind die Illustrationen, die den Zauber des Anachronistischen, Antiquierten auskosten, meint Thomas Rothschild. mehr

CDs des dänischen Komponisten

Nie war Nielsen spannender

Manches ist im Nachhinein von uns stillschweigend zur Kenntnis genommen worden, nachdem es zur rechten Zeit übersehen wurde, vieles nämlich, was die dänische Kultur hervorgebracht hat, wie etwa den unangepassten Komponisten Carl Nielsen, dessen sinfonisches Werk Hans-Klaus Jungheinrich vorstellt. mehr

Romandebüt

Abenteuerreise nach Besserland

Alexandra Friedmann, 1984 im weißrussischen Gomel geboren, kam 1989 mit ihrer Familie nach Deutschland. In ihrem autobiografisch gefärbten Romandebüt »Besserland« erzählt die in Berlin lebende Autorin von einer hürdenreichen und zuweilen abenteuerlichen Auswanderung. Eugen El hat das Buch gelesen. mehr

150 JAHRE MAX UND MORITZ

Falsches Jubiläum

In Frankfurt verfasste Wilhelm Busch unter anderem den ›Heiligen Antonius von Padua‹, den er mit einem Wildschwein gen Himmel fahren ließ, nachdem er vorher von einem schönen Mädchen versucht wurde, das sich aber als der Teufel entpuppte. Dieser Teufel ist nun in Wikipedia gefahren, wie Wilhelm-Busch-Biografin Gudrun Schury berichtet. mehr

Theater in Konstanz

Widewidewitt bum bum

Walter Hasenclever und Kurt Tucholsky schrieben die Komödie »Christoph Kolumbus oder Die Entdeckung Amerikas« im Jahr 1932, kurz vor Ende der Weimarer Republik. Nun wurde sie am Theater Konstanz wiederentdeckt. mehr

Gespräch mit dem Autor Adam Zagajewski

Ein Gedicht ist das Gegenteil von Routine

Heute wird der polnische Schriftsteller Adam Zagajewski mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste ausgezeichnet. Im Gespräch mit Jakub Gawlik und Philipp Stadelmaier sprach Zagajewski über die Intuition des Dichters, den Elan vital des Gedichts und die Augenblicke poetischer Erhebung. mehr

Zum Tod des Dichters Tomas Tranströmer

»Morgenvögel«

Als Tomas Tranströmer im Oktober 2011 den Nobelpreis für Literatur bekommen hatte, aber schon nicht mehr sprechen konnte, hat Hanns Grössel, sein deutscher Übersetzer, in einem Interview für Faust-Kultur Auskunft über den schwedischen Dichter gegeben. Grössel starb am 1. August 2012, Tranströmer am 27. März 2015. mehr

Neunter Reisebericht

Henry M. Stanley: Wie ich Livingstone fand

»Dr. Livingston I presume«, diese formelle Begrüßung nach einer entbehrungsreichen Reise machte Henry M. Stanley berühmt. Der Journalist Stanley war vom New York Herald ins Innere Afrikas geschickt worden, um den totgesagten Forscher David Livingstone zu finden. Obwohl unerfahren als Expeditionsführer, gelang ihm das Kunststück. mehr

Theater in Zürich

Kasimir und Karoline

Barbara Weber hatte am Schauspielhaus Zürich nicht den Ehrgeiz, Ödön von Horváths viel gespieltes Stück aus der Endzeit der Weimarer Republik neu zu erfinden. Sie nimmt den Text ernst. Die Aktualität von »Kasimir und Karoline« liegt im Wunsch nach sozialem Aufstieg, zumal in Zeiten der drohenden Arbeitslosigkeit, meint Thomas Rothschild. mehr

Thomas Rothschild

Nach den Weavers

Eine gerade erschienene CD führt quer durch das Programm der Gruppe Peter, Paul and Mary. mehr

Atelierbesuch

Ordnung und Witz

In ihrer Kunst verbindet Daniela Kneip Velescu Ordnung und Struktur mit Gedankenreichtum und subtilem Witz. Kneip Velescus Werke sind derzeit im Frankfurter Kunstverein und im Kunsthaus Wiesbaden zu sehen. Eugen El hat die Künstlerin in ihrem Frankfurter Atelier besucht. mehr

Ballett

Die Nachtigall und der Feuervogel

Das Stuttgarter Ballett hat für seinen Abend Strawinsky heute den populären »Feuervogel« ausgewählt und ergänzt durch »Le Chant du Rossignol«. Ein Triumph des modernen Tanztheaters, meint Thomas Rothschild. mehr

Reportage

Auf den Spuren der Impressionisten

Monet, Manet, Renoir. Ist der französische Impressionismus als französisches Weltkulturerbe zu sehen? Als Phänomen von ungeheurer Anziehungskraft auf jeden Fall, meint Petra Kammann. Für Faust-Kultur ist sie durch die Orte des Impressionismus in der Normandie gereist. mehr

JAN WAGNER IM GESPRÄCH

Pure Sprachlust

Jan Wagner hat für seinen Gedichtband »Regentonnenvariationen« als erster Lyriker den Leipziger Buchpreis 2015 bekommen. Im Gespräch mit Bernd Leukert vom November 2012 gibt er Auskunft darüber, wie er zum Dichter wurde und warum es für ihn keinen Grund gibt, nicht Dichter zu sein. mehr

Lyrik: 100. Geburtstag von Karl Krolow

»Immortellen, Nebel«

Der Dichter und Büchnerpreisträger Karl Krolow wurde heute vor hundert Jahren, am 11. März 1915, geboren. An seine »ästhetische Botschaft«, die er uns in seinen Alltäglichen Gedichten hinterließ, erinnert Alexandru Bulucz. mehr

Buchempfehlung

Das Leben neu erfinden

In seinem Debütroman »Sterndeutung« umkreist der ukrainisch-deutsche Schriftsteller Jan Himmelfarb einen Lebenslauf zwischen Krieg, Verfolgung, Totalitarismus und Emigration. Stefana Sabin hat das Buch gelesen. mehr

Buchempfehlung

Schwindende Gewissheiten

Mit seinem nun auf Deutsch vorliegenden Roman »Absolute Zero Cool« sprengt der Ire Declan Burke die Grenzen des Krimigenres und jongliert gekonnt mit literarischen Themen, Topoi und Zitaten, meint Kirsten Reimers. mehr

Weltempfänger 26 – Platz 2

Löwen wecken

Der neue Roman der jungen Israelin Ayelet Gundar-Goshen handelt von Etan, dessen vermeintlich wohlgeordnetes Leben plötzlich auf den Kopf gestellt wird. Der Autorin gelingt es hervorragend, eine spannende Geschichte mit ständig neuen unerwarteten Wendungen zu erzählen, meint Anita Djafari. mehr

Lyrik: Gedanken zu Paulus Böhmer

Wasser will alles Wasser

Böhmers Gedichte springen dem Leser, aber auch der Leserin nicht ins Gesicht. Man muss sich der Energie dieses großen Gesanges überlassen, um ihm zu verfallen. Der Lyriker Thomas Kunst war vom Buch »ZUM WASSER WILL ALLES WASSER WILL WEG« des Lyrikers Paulus Böhmer mehr als bewegt. mehr

Ein Atelierbesuch

Vibrierende Formen

Ihre Arbeiten lassen an kleinste Organismen denken, die man nur unter einem Mikroskop zu sehen bekommt. Seit jeher interessiert sich die Künstlerin Michelle Concepción für die mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbaren Strukturen. Eugen El hat Concepción in ihrem Offenbacher Atelier besucht. mehr

Kulturgeschichte

Unterwasserballett: Jean Painlevé

Ursula Harter hat ein reich illustriertes Buch über »Aquaria in Kunst, Literatur und Wissenschaft« vorgelegt. Faust Kultur bringt einen Textauszug, in dem die Autorin sich mit dem Dokumentarfilmer Jean Painlevé beschäftigt, dessen Schaffen die Surrealisten inspirierte. mehr

Theater

O und A

An der Berliner Volksbühne wendet sich Herbert Fritsch Konrad Bayer zu, dem legendären Dandy der Wiener Gruppe, der sich 1964 das Leben nahm. Der Theaterabend mit dem Titel »der die mann« lässt den Geist der Konkreten Poesie auferstehen, meint Thomas Rothschild. mehr

Konzert ohne Dichter

Der Wille zum Werk

In seinem neuen Roman zeichnet Klaus Modick die Stimmung in der Künstlerkolonie Worpswede zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach und erzählt dabei die Geschichte eines der berühmtesten dort entstandenen Gemälde. Stefana Sabin hat das Buch gelesen. mehr

BERLINALE 2015

Zivilcourage

Die Bären haben ihren Dienst getan, doch es gab in Berlin auch Bemerkenswertes neben dem Showbusiness. Thomas Rothschild erzählt von Marcel Ophüls, von der feindlichen Übernahme des Moskauer Filmmuseums durch das System Putin, von einem Dokumentarfilm aus Burkina Faso und einem Spielfilm aus Spanien. mehr

Theaterkritik | Th. Rothschild

Berlin contra Stuttgart

Tracy Letts' international erfolgreiches Stück »August: Osage County« wird derzeit auch in Deutschland gespielt. Für Ilan Ronen, den Regisseur der Berliner Aufführung, ist eine genaue Figurenzeichnung oberstes Gebot. In Stuttgart zeigt Stephan Kimmig hingegen kein Zutrauen zum Naturalismus der Vorlage, berichtet Thomas Rothschild. mehr

Ausstellung: Fred Sandback

Der Akt des Schauens als skulpturale Methode

Das Museum Wiesbaden zeigt nach den Stationen Winterthur und Bottrop Zeichnungen des amerikanischen Künstlers Fred Sandback (1943-2003), der für seine minimalistischen Raumplastiken bekannt ist. Isa Bickmann empfiehlt den Besuch der Ausstellung, die nur noch bis zum 22. Februar 2015 zu sehen ist. mehr

Oper und Theater

Viel Lärm um Jenufa

Das Ensemble der Oper Stuttgart besticht bei der Wiederaufnahme von »Jenufa« durch Kraft, Ausdruck und Zusammenklang mit dem Orchester, das in Hochform musiziert. Großes Theater findet heute nur noch in der Oper statt, meint Thomas Rothschild. mehr

Buchkritik

Alter, fremdes Land

Über die Zumutungen des Alters hat die Schriftstellerin Natascha Wodin einen Roman geschrieben, dessen Titel schon programmatisch anmutet: Alter, fremdes Land. Wodin ist es hoch anzurechnen, dass sie den Niedergang eigener Befindlichkeiten ohne Larmoyanz oder Aufdringlichkeit beschreibt, meint Otto A. Böhmer. mehr

Achter Reisebericht (1849-56)

Reisen und Entdeckungen im südlichen Afrika

David Livingstone lernte die Sprachen der verschiedensten Stämme im südlichen Afrika und verkündigte mit großer Überzeugungskraft den christlichen Glauben. Ebenso verschaffte er sich großen Respekt als Arzt. Von den Anfängen der Reise und der Entdeckung der Victoria-Fälle, die ihn weltberühmt machte, wird im folgenden Ausschnitt berichtet. mehr

Peter-Huchel-Preis 2015

Für Paulus Böhmer!

Im April wird Paulus Böhmer mit dem wichtigsten deutschen Lyrikpreis, dem Peter-Huchel-Preis, geehrt. In seiner Danksagung an Böhmer wirft Alban Nikolai Herbst einen Blick auf seine dreißig Jahre alte Freundschaft mit dem »Großen Alten Mann«, dem zunehmend junge Lyrikerinnen und Lyriker Bewunderung entgegenbringen. mehr

Wilhelm Furtwängler mit Beethovens Neunter

Die Gabe

Der leidenschaftliche Streit darüber, ob Wilhelm Furtwängler während der Nazi-Herrschaft nun ein Opportunist war oder nicht, lässt sich anhand seiner musikalischen Interpretationen nicht klären. In Luzern dirigierte er seine letzte Neunte. Hans-Klaus Jungheinrich hat sich die neu aufgearbeitete Aufnahme angehört. mehr

Dokumentarfilm

Propaganda

Den Dokumentarfilmern Walter Heynowksi und Gerhard Scheumann, die in der DDR arbeiteten, wurde im Westen Deutschlands politische Voreingenommenheit unterstellt. Nun sind die wichtigsten Filme des Teams als DVD-Box erhältlich. Sie sind unverzichtbar für jeden, der sich für die Geschichte des Dokumentarfilms interessiert, meint Thomas Rothschild. mehr

Gedicht von Debbie Lim

Recalling the Bats

Debbie Lim ist eine Lyrikerin aus Sydney. Gern behandelt sie in ihren Gedichten Tiere, die sie mit ihrer poetischen Charakterisierung in fiktive Mythen verwickelt. Eric Giebel hat neben ihr Gedicht Recalling the Bats seine Übertragung ins Deutsche gesetzt: Fledertiere, sich ihrer vergegenwärtigen. mehr

Babelsprech

Junge finnische Dichtung: eine Annäherung

In seinem Text über die jüngsten Entwicklungen finnischer Lyrik wirft Max Oravin einen Blick auf zwei Verlagskollektive und präsentiert ausgewählte Texte in englischer Übersetzung. Damit wird die von Max Czollek und Max Oravin betreute Reihe »Babelsprech.International« eröffnet. mehr

Neubewertung eines großen Komponisten

Jubiläums-Strauss

Der Komponist Richard Strauss geriet nach dem Zweiten Weltkrieg in Verruf, denn er wurde von den Nationalsozialisten zum Präsident der Reichsmusikkammer ernannt. Dass Strauss aber auch eine bedeutende Figur der Moderne war, ruft Hans-Klaus Jungheinrich in Erinnerung. mehr

Persönliche Erinnerung

Burkhardt Lindner gestorben

Der Germanist und Benjamin-Forscher Burkhardt Lindner ist in der Nacht vom 7. Januar 2015 in seinem Haus in Frankfurt am Main überraschend gestorben. Unter der Wirkung dieser schockierenden Nachricht erinnert Martin Lüdke an seinen Freund und Kollegen. mehr

Tumult auf Faust

Maurice Blanchot liest Marguerite Duras

Schreiben ist Sterben und Sprache Entzug. Maurice Blanchot, der im Jahre 2003 starb, sah in der Mitteilung die Abwesenheit der Welt. Ebenso entdeckte er in Marguerite Duras’ Erzählung Die Krankheit Tod in der intimen Gemeinschaft die Abwesenheit der Liebe. Ralf Rother zeichnet Blanchots Gedanken in TUMULT nach. mehr

Internet-Zeitalter

Digitales Faustrecht

Im Internet haben sich rechtsfreie Bereiche entwickelt. Was das Verhalten der großen Netzkonzerne leitet, ist nicht die Umsetzung von Recht, sondern eine Alternative zum Recht. Die Kriterien, die zur Löschung von Einträgen führen, zählen zu den Forschungsthemen eines Exzellenzclusters an der Frankfurter Goethe-Universität, berichtet Andrea Pollmeier. mehr

Philosophische Reflexionen

Ein Alphabet des Lebens

»Ohne Publikum kann das Schreiben nicht gelingen«, heißt es in dem Buch »Tagesrationen« von Jürgen Werner. Es besteht aus pointiert geschriebenen, philosophischen Reflexionen, ohne die auch das Lesen nicht gelingen kann. Auszüge daraus hier.

Rolf Hosfelds neue Heine-Biographie

Göttliche Bosheit

An Biographien berühmter Dichter und Denker mangelt es auf dem Buchmarkt nicht. Heinrich Heine rangiert dabei, nach Goethe, auf Platz zwei. Nun hat Rolf Hosfeld eine weitere, über 500 Seiten starke Heine-Biographie vorgelegt. Wer sich über Heine informieren will, wird bei Hosfeld ordentlich bedient, meint Otto A. Böhmer. mehr

Buchempfehlung

»Celan-Lektüren«

»Celan-Lektüren« nennt Markus Fischer seine eigene wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Paul Celans Dichtung und Poetologie. Mit den Mitteln der Komparatistik, Literatur- und Translationswissenschaft gelingt ihm eine schlüssige Celan-Vergegenwärtigung, meint Vasile V. Poenaru. mehr

Die Farben der Abstraktion

Retrospektive der Künstlerin Sonia Delaunay

Sie gehört zu jener heroischen Künstlergeneration, die die Abstraktion durchsetzte, doch blieb ihr Werk weitgehend unbekannt: Sonia Delaunay. Jetzt widmet ihr das Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris eine umfangreiche Ausstellung. So ist Sonia Delaunay endlich zu entdecken, meint Stefana Sabin. mehr

Zur Ausstellung »Das nackte Leben«

Die Kunst der Metropole

Die figurative Malerei kam nach 1945 unter Druck. Doch sind, inmitten des sich abzeichnenden Siegeszugs der Abstraktion, insbesondere in London viele Maler der Figuration treu geblieben. Eine Ausstellung in Münster stellt diese Künstler, unter ihnen David Hockney, Lucian Freud und Francis Bacon, nun vor, berichtet Eugen El. mehr

Jazz-CD-Empfehlungen

Armstrong & Monk

Als Entertainer, als Sänger und vor allem als Trompeter war Louis Armstrong eine singuläre Erscheinung. Auch der Aufnahmen des Pianisten Thelonious Monk wird man nicht überdrüssig. Thomas Rothschild empfiehlt neu erschienene CDs der beiden Jazzmusiker. mehr

Weltkulturen: Gespräch mit Christine Kron, München

Ein Museum für Susanne

Das älteste Völkerkundemuseum Deutschlands heißt nun: Museum Fünf Kontinente. Man orientiert sich an einem typischen Besucher, nämlich an Susanne, einer Frau in mittleren Jahren. Im Gespräch mit Clair Lüdenbach erläutert Dr. Christine Kron, die Direktorin des Museums, ihren Weg zu einem attraktiven Haus für die Kulturen aller Kontinente. mehr

Siebter Reisebericht

»Meine China- und Tibetexpedition«

Als Wilhelm Filchner von 1926 bis 1928 Tibet erkundete, begrüßten ihn seine Gastgeber vor ihrem Zelt in gebückter Haltung, mit ausgestreckten Armen und heraushängender Zunge. mehr

Zeitgenössische Kunst

Behutsame Irritation: Alles am richtigen Platz?

Mit minimalistischer Ästhetik, aber konzeptuell vielschichtig inszeniert der Frankfurter Künstler Bernd Metz den Ausstellungsraum. Er überrascht mit Irritationen im Miteinander von Raum und Objekt. Andrea Gremels und Maren Scheurer berichten von ihrem Ausstellungsbesuch. mehr

ESSAY AUS DER ZEITSCHRIFT TUMULT

Die Heterologie

Weil im Griechischen ›heteros‹ der Andere bedeutet, steht im Zentrum der Heterologie die Unterscheidung zwischen dem Heiligen und dem Unheiligen oder zwischen den Geschlechtern. Georges Bataille hat in TUMULT über das Heterogene in der Religion, der Soziologie und der Psychoanalyse nachgedacht. mehr

Autorengespräch

Wie ein Reiseschwein

Otto A. Böhmer steht mit beiden Beinen in der Philosophie, auf die er gerne skeptisch und belustigt herabsieht. Aber auch seine Romane ruhen auf Weisheiten, die oft miteinander kollidieren und den Menschen dumm aussehen lassen. Im Gespräch mit Arnold Maxwill erklärt der Schriftsteller sich und sein Buch »Das Jesuitenschlößchen«. mehr

Anita Djafaris Buchtipp

Vier Frauen und ein Haushalt

Die Nigerianerin Lola Shoneyin hat es mit ihrem Debütroman »Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi« auf Platz 1 des neuen Weltempfängers geschafft. Shoneyin übt darin deutliche Kritik an der Polygamie, schafft es aber, eine Art Satire daraus zu machen, meint Anita Djafari. mehr

CD-Kritik von Th. Rothschild

Colosseum is back

Mit »Valentyne Suite« von 1969 ist Colosseum in die Rockgeschichte eingegangen. Jetzt hat die Band eine neue CD auf den Markt gebracht. mehr

Stücke im antiken Kontext

Mythen. Mutanten

Der Dramatiker Simon Werle hat »Acht Stücke im antiken Kontext« in die Welt gebracht, die mit ihrer sprachlichen Kraft auffällig sind. »Mythen. Mutanten« heißt der Band. In zwei Textproben zeigt sich, worum es geht. mehr

Wilhelm Genazino: »Bei Regen im Saal«

Im Leerlauf des Lebens

Der Schriftsteller Wilhelm Genazino hat seine letzten Romane durchweg mit etwas antriebsarmen Helden bestückt. Auch in seinem neuen Buch, »Bei Regen im Saal«, treffen wir auf einen Erzähler, der seine besten Jahre hinter sich hat. Weniger wäre mehr gewesen in diesem Roman, meint Otto A. Böhmer. mehr

Versuch, Weißrussland zu verstehen

Unterscheiden lernen

Nicht nur die Ukraine wird in der deutschen Öffentlichkeit als Teil der russischen Sphäre betrachtet. Auch Weißrussland wird oft einfach übersehen. Einen umfassenden Versuch, zu einem Verständnis des seit 1991 unabhängigen Landes zu verhelfen, unternimmt der Philosoph Valentin Akudowitsch in seinem Buch. Eugen El hat es gelesen. mehr

Tom Bresemanns neuer Gedichtband

Lyrische Widerborstigkeit

Tom Bresemanns bildungsaffine Gedichte sind bei den Kritikern vor allem für Witz, Wut und Widerborstigkeit bekannt. Ob er in seinem neuen Gedichtband »Arbeiten und wohnen im Denkmal« dieser Linie treu bleibt, untersucht Alexandru Bulucz. mehr

Buchkritik

Hochzeits-Türmerisches

PH Gruner, der erste Darmstädter Turmschreiber, legt mit »La Tour du Mariage« eine reichlich mit Fotos gesättigte Kurzgeschichten-Sammlung vor. Der Band liefert in kompaktem Format Bilder und Belege, die anzuschauen und zu lesen schlichtweg ein Genuss sind, findet Bruno Laberthier. mehr

BUCHAUSZUG

House of Taswir

Das Buch »House of Taswir« von Almut Bruckstein Çoruh ist ein Denk-Labyrinth aus Notizen, Zitaten und Reflexionen – ein anarchisches, höchst idiosynkratisches Gebäude, in dem jüdische und islamische Philosophie, mittelalterliche und postmoderne Deutungstradition aufeinander treffen. Faust-Kultur druckt eine Seite daraus ab. mehr

DOKUMENTARFILMFESTIVAL IN DUISBURG

Diskretion nach unten und Respektlosigkeit nach oben

Die Duisburger Filmwoche, nunmehr in ihrem 38. Jahr, entzieht sich der Logik des Wachstums von Festivals. Und so standen auch diesmal nur so viele Dokumentarfilme auf dem Programm, wie man an fünfeinhalb Tagen unterbringen kann. Für jeden Film blieb außerdem eine Diskussionszeit von einer Stunde reserviert, berichtet Thomas Rothschild. mehr

Gedanken über eine periphere Gattung

Ein zweites Leben für die Operette?

Die Operette war zwar die Popmusik der Großeltern und der Urgroßeltern, aber dennoch ist in diesen volkstümlichen Bühnenwerken, deren Musik auf neuen CDs sich Hans-Klaus Jungheinrich widmet, noch etwas, was die Begeisterung unserer Vorfahren erklärt. mehr

Der Philosoph Georg Simmel

Mit Seufzern behängte Träume

Der Stadtmensch Georg Simmel ist gerade dem raschen und ununterbrochenen Wechsel äußerer und innerer Eindrücke, die sein Nervenleben steigerte, aufs Land entrückt. Dort beeindrucken ihn, wie Otto A. Böhmer berichtet, nicht nur nächtliche Illuminationen, sondern auch ein Geist, den er einst beschwor. mehr

AUSSTELLUNG IN BERLIN

Moholy-Nagy und der Sinnenfall der Moderne

Der Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy war ein Pionier der audiovisuellen Medien. Eine Ausstellung in Berlin zeigt nun, dass er die Empfindungen des menschlichen Körpers nicht im Gegensatz zur Moderne sah. Vielmehr war die Avantgardekunst für Moholy-Nagy eine Verlängerung und Potenzierung der menschlichen Sinne, meint Christian J. Grothaus. mehr

Oper: Wolfgang Rihms »Lenz«

Die Passion des Jakob Lenz

Wolfgang Rihm hat aus Georg Büchners Erzählung »Lenz« eine Oper gemacht, die zu den bedeutendsten Opern des 20. Jahrhunderts zählt. Andrea Breth hat sie nun in Stuttgart einstudiert. Die Stuttgarter Oper hat einen großen Abend kreiert, findet Thomas Rothschild. mehr

Opern in Wien und Bratislava

Autonomie und Gnade in Wien und Bratislava

Die beiden Hauptstädte Wien und Bratislava entdecken gerade ihre Nachbarschaft neu. Während das Theater an der Wien mit »Iphigénie en Aulide et Tauride« eine Oper im Doppelpack inszeniert, zeigt das Slowakische Nationaltheater Mozarts »La clemenza di Tito«. Beide Opern handeln von Edelmut und Gnade, berichtet Thomas Rothschild. mehr

MARTIN WALSERS TAGEBÜCHER 1979 BIS 1981

So geht Kulturgeschichte

Das Tagebuch eines Schriftstellers, in dem das Private als ausgestellte Intimität öffentlich wird, ist eine problematische Gattung. Der Fall liegt jedoch anders bei Martin Walser, der sein Leben zum Instrument seines Schreibens gemacht hat. Nun sind Walsers Tagebücher aus den Jahren 1979 bis 1981 erschienen, und Martin Lüdke hat sie gelesen. mehr

CD-Kritiken von Thomas Rothschild

Von Ayers bis Zappa

Experimentelle Rockmusiker wie Kevin Ayers oder Frank Zappa scheuten keine Anleihen beim Jazz. Man kann davon ausgehen, dass sie auch mit der Musik des Altsaxophonisten Lee Konitz vertraut waren. Von allen drei Interpreten sind nun neu bearbeitete Aufnahmen erschienen. mehr

Reisebericht von Mark Twain

Meine Weltreise nach Indien

»Ja, das ist Indien! Das Land der Romantik und der Träume, wo fabelhafter Reichtum und fabelhafte Armut wohnen, das Land der Pracht und der Herrlichkeit, der Lumpen, der Paläste und elenden Hütten, der Pest und Hungersnot …« Was Mark Twain anno 1895 erlebte, ist bis heute dort gegenwärtig. mehr

Albert Ostermaiers Gedichtband »Außer mir«

Stiefelschritte der Ameisen

Albert Ostermaier ist ein äußerst produktiver Autor, der in seinem neuen Gedichtband »Außer mir« der ekstatischen Liebe mit feinen und grellen Sprachbildern zu Leibe rückt. Bernd Leukert hat das Buch gelesen. mehr

Raja Alems Roman »Das Halsband der Tauben«

Ein Wimmelbild aus Mekka

Die saudi-arabische Autorin Raja Alem sprengt mit ihrem kulturgeschichtlich komplexen Roman »Das Halsband der Tauben« alle Klischees. 2011 wurde sie für ihr Werk mit dem renommierten International Prize for Arabic Fiction ausgezeichnet. Auf der Buchmesse in Frankfurt erhält sie den LiBeraturpreis 2014. Larissa Bender stellt den Roman vor. mehr

Wilder: Die Brücke von San Luis Rey

Die Brücke in den Tod

In seinem zweiten Roman »Die Brücke von San Luis Rey« kombinierte Thornton Wilder Liebes- mit Leidensgeschichten, das Tragische mit dem Pikaresken und entwarf ein traditionelles humanistisches Menschenbild. Anlässlich einer neuen deutschen Übersetzung hat Stefana Sabin den Roman wieder gelesen. mehr

Leonce und Lena am Stuttgarter Ballett

Büchner und die Pizzicato-Polka

Christian Spuck, ab 2001 Hauschoreograph in Stuttgart und seit zwei Jahren Direktor des Balletts am Opernhaus Zürich, hat zahlreiche abendfüllende Choreographien kreiert. »Leonce und Lena«, das nun wieder in den Spielplan des Stuttgarter Balletts aufgenommen wurde, zählt zu seinen schönsten, findet Thomas Rothschild. mehr

Bruce Holbert: »Einsame Tiere«

»Geschichte. Ein Wort, viele Möglichkeiten, oder?«

Bruce Holberts Debütroman »Einsame Tiere« spielt im US-Bundesstaat Washington Anfang der dreißiger Jahre. Holbert gelingt es, das Westerngenre zu modernisieren – mit Elementen des Serienkillerthrillers, großer Wortgewalt und ebenso poetischen wie entsetzlichen Bildern, meint Kirsten Reimers. mehr

90. Geburtstag von Siegfried Unseld am 28.9.14

Bilder und Dokumente

Das einstige Oberhaupt des Suhrkamp Verlages, Siegfried Unseld, bekommt auch zwölf Jahre nach seinem Ableben noch Geburtstagsgeschenke. Raimund Fellinger und Matthias Reiner haben zu Ehren des 90jährigen Verlegers das Buch »Siegfried Unseld – Sein Leben in Bildern und Texten« herausgegeben. mehr

CD-Kritik von Thomas Rothschild

Jenseits der Superlative

Neben Elvis Presley gab es eine ganze Menge Rock'n'Roller, die ihre Fans hatten. Einer von ihnen war Buddy Knox, dessen Karriere mit dem Song »Party Doll« begann. Dieser Song eröffnet die nun vorliegende Knox-CD, die zwei LPs und Bonus Tracks, insgesamt 30 Titel vereint. mehr

Der Philosoph Karl Marx

Webende Grazien

Mit Geld konnte der bedeutende Ökonom Karl Marx gar nicht umgehen. Oft musste er die Arbeit am Kapital unterbrechen, weil er das Schreibpapier nicht bezahlen konnte. Im Alter entsann er sich glücklicher Zeiten. Otto A. Böhmer hat ihn beim Träumen ertappt. mehr

WIEVIEL RELIGION VERTRÄGT DEMOKRATIE?

Kirche, Staat und die Privatsphäre

In einer Zeit, in der Religion die Politik zu bestimmen scheint, muss man die Errungenschaften der Aufklärung um so entschiedener verteidigen. Im von Stefana Sabin und Helmut Ortner herausgegebenen Band »Politik ohne Gott« wird die real existierende Säkularisierung überprüft und die Interessenkonflikte beschrieben, denen Demokratien heute ausgesetzt sind. mehr

CD-Kritik von Thomas Rothschild

Hitchcock im Konzertsaal

Für seine Filme engagierte Alfred Hitchcock einige der gefragtesten amerikanischen Filmkomponisten. Die nun erschienene CD »Music for Alfred Hitchcock« enthält konzertante, zum Teil zu Suiten verarbeitete Einspielungen durch ein Symphonieorchester. mehr

Der Philosoph Thomas Hobbes

Worte zarter Ironie

In den blutigen Jahren, in denen Oliver Cromwell in England die Republik durchsetzen wollte, hatte die Abneigung gegen den menschlichen ›Naturzustand‹ den politischen Philosophen Thomas Hobbes an der Seite des aufgeklärten Absolutismus gehalten, der ihm die Errungenschaften der Zivilisation zu garantieren schien. Im Deutschland des Dreißigjährigen Kriegs sieht ihn Otto A. Böhmer an der eigenen Überzeugung zweifeln. mehr

Nic Pizzolattos Romandebüt

Galveston, Texas

Nic Pizzolatto, Drehbuchautor der aufsehenerregenden, kontrovers diskutierten TV-Serie »True Detective«, legte 2011 sein Romandebüt vor: »Galveston«. Nun ist es auf Deutsch erschienen und Kirsten Reimers hat es gelesen. mehr

cd-kritik

Sounds von gestern

Folkbluessänger, Singer/Songwriter in der Tradition der Beat Generation, brave Crooner. Anhand neu erschienener Aufnahmen von Ry Cooder, Tom Waits und Bobby Vinton zeigt Thomas Rothschild die Vielfalt der amerikanischen Musikszene der sechziger und siebziger Jahre. mehr

47. Internationale Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt

Ein klingender Traum

Sie sind weltbekannt und berühmt: Die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt wurden 1946 gegründet, um den Austausch junger Musiker und Komponisten mit Instrumentaldozenten, Musikwissenschaftlern und -journalisten zu ermöglichen. Adele Jakumeit berichtet von den Kursen 2014. mehr

Der Philosoph John Locke

Die Idee des Notwendigen

John Locke wurde 1632, im gleichen Jahr wie der Rationalist Baruch Spinoza, geboren und vertraute vor allem seinen fünf Sinnen, der Idee und der Vernunft. 1690 veröffentlichte er seinen »Versuch über den menschlichen Verstand«, in dessen 2. Buch er »von der Kraft« schreibt. Darin taucht plötzlich ein Tennisball auf. Otto A. Böhmer hat die Fährte aufgenommen. mehr

Erinnerungskultur

Luftkrieg und Leid

Ein Kunstprojekt anlässlich des 70. Jahrestages des als »Brandnacht« bezeichneten alliierten Luftangriffs auf Darmstadt provoziert und polarisiert, formal wie inhaltlich. Es sollte gerade deswegen nicht unbeachtet bleiben, findet Bruno Laberthier. mehr

Kurzgeschichten

Nachrichten aus Neuland

In Amerika hat er bereits zahlreiche Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht. Jetzt liegt mit »Vier neue Nachrichten« das erste Mal ein Band von Joshua Cohen in deutscher Übersetzung vor. Cohen zeigt sich als ein moderner Erzähler, der die Fragen nach Identität und Wirklichkeit im digitalen Zeitalter literarisch gekonnt reflektiert, meint Michael Helwig. mehr

Kinderbuch

Baddbaddpur = Gerüchtestadt

In Indien ist Anushka Ravishankar bei Eltern und Kindern längst ein klangvoller Name. Nun ist ihr Buch »Ein Gerücht geht um in Baddbaddpur« auch ins Deutsche übersetzt worden. Clair Lüdenbach hat es gelesen. mehr

Buchkritik

Vom Trinken und von Trinkern

Der Berliner Schriftsteller Peter Wawerzinek hat ein Talent, menschliche Katastrophen in Literatur zu verwandeln. Und er schöpft seinen literarischen Stoff aus der eigenen Biografie. In seinem jüngsten Roman »Schluckspecht« zeichnet Wawerzinek ein klares Bild vom Trinken und von Trinkern, meint Alexandra Hartmann. mehr

Buchkritik

Mit Hut und Blauharz

Mit ihrem neuen Roman »Wunderlich fährt nach Norden« vollzieht Marion Brasch einen Genrewechsel. Sie erzählt eine melancholische Geschichte, die die Grenzen der Realität und Logik überschreitet und der Phantasie Raum gibt. Literatur darf das, meint Stefan Geyer. mehr

Cd-Kritik v. Th. Rothschild

Der Drummer

Zu Beginn der sechziger Jahre hat Art Blakey mit seinen damaligen Jazz Messengers im Studio ein halbes Hundert Titel aufgenommen, die nun auf fünf CDs komplett vorliegen. mehr

Ausstellung: Architecture of Peace

Über Städte nach dem Krieg

Wir kennen Medienbilder von zerstörten Städten, weit weniger allerdings solche, die das Wohnen nach einem Konflikt zeigen. Eine Münchener Ausstellung zeigt nun Fallstudien zum Wiederaufbau von Städten und Szenarien zur Überwindung geteilter Metropolen in Afghanistan, Europa, Afrika und dem Nahen Osten, berichtet Christian J. Grothaus. mehr

Holzwege: Der Philosoph Raimundus Lullus

Wunder wider Willen

Die römische Kirche ließ ihn selig sprechen und seine Werke verbieten. Der mallorquinische Philosoph, Logiker und Theologe Raimundus Lullus, der im Mittelalter eine logische Maschine mit sieben drehbaren Scheiben konstruierte, begründete auch die europäische Orientalistik. In seiner Heimat sah ihn Otto A. Böhmer leicht missverstanden. mehr

Ungarn 2014

Viktor Orbans »New State«

Die Rede des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban im siebenbürgischen Badeort Baisse Tusnad wurde von den deutschen Medien geflissentlich übergangen. Darin skizzierte er einen grundsätzlichen Einblick in seine Zukunftsvisionen für Ungarn. Die Rede ist ein Ärgernis für jeden Demokraten, meint Wolfgang Klotz. mehr

Gedicht (tschechisch-deutsch)

Hilda läuft

In seinem Gedicht »Hilda läuft« spürt der tschechische Autor Petr Madera »die geheimnisvollen Worte der Ahnen« auf. mehr

Zum 70. Jahrestag des Warschauer Aufstands

Messe für die verschwundene Stadt

Am 1. August 2014 jährte sich der Warschauer Aufstand zum 70. Mal. Vor 20 Jahren erschienen Miron Bialoszewskis Erinnerungen aus dem Warschauer Aufstand Nur das was war auf Deutsch. Detlev Claussen empfiehlt das Buch auch für die Lektüre heute. mehr

DVD-Kritik von Th. Rothschild

Hôtel Terminus

In Marcel Ophüls' Dokumentarfilm von 1988 geht es um Klaus Barbie, den »Schlächter von Lyon«, aber auch um das Fortleben des Nationalsozialismus nach 1945. mehr

Frisch ediert: Historisches, Brandneues und Persönliches

Klassiker; sozusagen

Unterhaltungsmusik, Jazz, Pop, Klassik – wer genau hinhört, wird merken, dass diese Etiketten nichts Reales bezeichnen, sondern ein Marketing-Schmarrn sind. Dann ist es doch schon gleich besser, jeder deutet sich seine eigenes Repertoire aus, wie es Hans-Klaus Jungheinrich mit seinen ›Klassikern‹ tut. mehr

Tumult auf Faust

Die Mitmacher – Das »Zeitfenster«

Im zweiten Teil seiner Pathogenese der neuen deutschen Universität setzt sich Jürgen Paul Schwindt mit der Frage auseinander, was es heißt, Bildung und Wissenschaft nach Maßstäben wirtschaftlicher Effizienz auszurichten. mehr

Zum Tod von Volker Bohn

»Sonst gerne«

Den Frankfurter Germanisten Volker Bohn, der sein Denken auch im Politischen ungewöhnlich deutlich lokalisierte, zeichneten persönliche Bescheidenheit und sachliche Unerbittlichkeit aus. Am 5. Juli 2014 ist Volker Bohn im Alter von 72 Jahren gestorben. Uwe Wirth erinnert an ihn. mehr

CD: Mariss Jansons dirigiert Mozarts Requiem

Der Gipfel

Es gibt in der gesamten Musikgeschichte nur wenige Werke, in denen Orchester, Chor und Solisten eine so vollkommene Einheit bilden wie in Mozarts »Requiem«. Mit seinen Musikern bringt Dirigent Mariss Jansons die dramatischen ebenso wie die lyrischen Qualitäten des Requiems voll zur Geltung, findet Thomas Rothschild. mehr

75 Jahre Batman

Der Überlebenskünstler

Der Comic- und Film-Superheld Batman ist eine Ikone der Popkultur. Nach 75 Jahren des Kampfes gegen unzählige Gegner hat er nicht nur überlebt, er hat seinem bunten Vorbild und Antipoden Superman längst den Rang als beliebtester Superheld abgelaufen, meint Lukas Gedziorowski in seinem Essay. mehr

Van Morrison im Konzert und auf DVD

Musik pur

Auch wenn Van Morrison das genaue Gegenteil eines Showman ist: die Besucher des Stuttgarter Jazzopen erlebten ihn in Hochform. Wer Morrisons Konzert in Stuttgart versäumt hat, muss nicht verzweifeln. Es gibt eine neue DVD, die dem jungen Morrison gewidmet ist, dem Jahrzehnt 1964-1974, berichtet Thomas Rothschild. mehr

Reisebericht von Mary Kingsley

Reisen in Westafrika um 1895

In tiefer Nacht über die Stromschnellen des Ogowé, tagelang durch moskitoumwölkte Mangrovensümpfe und endlich auf einen aktiven Vulkan wagte sich Mary Henrietta Kingsley 1895 auf der Suche nach unerforschten Fischen und Fetischen. mehr

Bozzolini-Fim auf DVD

The Italian Character

Ein neuer Film von Angelo Bozzolini ist das Porträt des italienischen Orchesters Accademia di Santa Cecilia, das sich in die erste Riege der Symphonieorchester hochgearbeitet hat. mehr

Open Air

Oper ohne Gehäuse

Wo können die Geigen so geheimnisvoll flüstern wie sonst nirgends? Und wo verschlanken sich das Getrommel und der Gesang so angenehm, dass man gefahrlos zuhören kann? Auf den Freiluftbühnen, denen Hans-Klaus Jungheinrich nachsinnt. mehr

Sibylle Lewitscharoffs »Killmousky«

Der falsche Maßstab

Kühnheit wurde Sibylle Lewitscharoff in der Laudatio zu ihrem Büchnerpreis attestiert. Doch daran fehlt es ihrem Krimidebüt »Killmousky« im beträchtlichen Maße. Kirsten Reimers hat das Buch gelesen. mehr

Preis der Autoren 2014

Jerusalem for Cowards

Zum ersten Mal in ihrer 41-jährigen Geschichte zeichnet die Autorenstiftung einen Dokumentarfilm mit dem Preis der Autoren aus. Warum die Jury Dalia Castel und Orit Nahmia für ihren Film Jerusalem for Cowards mit diesem außergewöhnlichen Schritt ehren, erläutert Laudator Claudius Lünstedt. mehr

Lyrik-Manifest

Bist du Dichtungsfan?

Der Kreis der Dichtungsfans. Der Arbeitskreis kommt zuweilen zusammen, tauscht Erfahrungen aus, liest und kritisiert sich. Die Gruppe, die eigentlich keine Gruppe ist, hat auch keineswegs ihre ideologische Konzeption, sondern ist schlicht und ergreifend anfällig für Ideen. mehr

Der spät entdeckte Mieczyslaw Weinberg

Wenn Musik durch die Spalten der Zeit fällt

Der tröstliche Spruch, nach dem die Zeit die Fülle der künstlerischen Hervorbringungen aussiebt und das wenige Beste zurückbehält, steht im Verdacht, Unterlassungssünden zu Himmelsgeschenken umzuwidmen. Hans-Klaus Jungheinrich belegt dies mit der Musik von Mieczyslaw Weinberg, die jetzt auf CD veröffentlicht wurde. mehr

Porträt: Toni Sender

Rebellin, Demokratin, Weltbürgerin

Die kleine, zierliche Person war eine starke Stimme der Arbeiterbewegung. Die Journalistin und ›stadtbekannte Agitatorin‹ Toni Sender war eine frühe Sozialdemokratin, die die erste deutsche Republik vorbereiten half. Christa Schell hat die kämpferische Frau, die heute vor fünfzig Jahren starb, porträtiert. mehr

Eine Kurzgeschichte von Julia Faust

Durchblicke schaffen. Einsichten.

Die Kölner Autorin Julia Faust interessieren weibliche Befindlichkeit und die Suche ihrer Protagonistinnen nach ihrem Platz in einer zusehends unübersichtlicheren Gesellschaft. Ihre Geschichten pflegen den wunderbar altmodischen Takt des schnörkellosen klassischen Erzählens, meint Peter Henning in seiner Einführung. mehr

Spurensuche

Otto Dix in seinem Exil

1933 gehörte Otto Dix zu den ersten Kunstprofessoren, die entlassen wurden. Darüberhinaus zwangen die Diffamierungen nationalsozialistischer Kollegen den Maler, Dresden zu verlassen und sich an den Bodensee zurückzuziehen. Dort begab sich Johannes Winter auf Spurensuche. mehr

Blaise Cendrars »Monsterroman«

»Kunstvoll verspielt und absolut moralfrei«

Blaise Cendrars war ein genialer Haudegen, bereiste schon mit 16 die ganze Welt, ein Abenteurer, der als Fremdenlegionär den rechten Arm verlor, der experimentelle Filme machte und seine innovativen Gedichte selbst druckte. Nun ist in der ›Anderen Bibliothek‹ sein starker Roman »Moravagine« neu herausgekommen und hat Martin Lüdke beeindruckt. mehr

Film: DVD-KRITIK

Durch Schlamm und Schnee

In den sechziger Jahren schien der amerikanische Western an Erschöpfung zu leiden. Da entdeckten die Italiener ihre Chance. Sergio Corbucci gehört neben Sergio Leone zu den großen Regisseuren des Italowestern. Nun ist eine DVD-Box mit seinen Filmen erschienen, die sich Thomas Rothschild angesehen hat. mehr

Volker Weidermanns literarischer Essay

Ein letzter Sommer

In »Ostende« erzählt Volker Weidermann vom Sommer 1936, als sich eine Gruppe deutschsprachiger Exil-Schriftsteller im belgischen Badeort traf. Im Mittelpunkt des Essays stehen Stefan Zweig und Joseph Roth. Weidermann vermag die Balance zwischen literarischem Anspruch und Faktentreue zu halten, meint Eugen El. mehr

Straelener Übersetzerpreis

»Übersetzer sind die Postpferde der Aufklärung«

Michael Kegler, verantwortlich für den Schwerpunkt zur portugiesischsprachigen Literatur auf Faust-Kultur, hat für die Übersetzung von Luiz Ruffatos Roman »Es waren viele Pferde« den renommierten Straelener Übersetzerpreis 2014 erhalten. Er teilt sich den Preis mit Marianne Gareis. Die Laudatio von Ulrich Blumenbach lesen Sie hier. mehr

Gespräch mit Klára Hůrková

»Der Wunsch nach Demokratie ist sehr stark«

In ihrer Anthologie »Über den Dächern das Licht / Nad Strechami Svetlo« versammelt die Dichterin Klára Hurková je 22 Autorinnen und Autoren aus Tschechien und Deutschland. Eric Giebel hat mit Klára Hurková über ihr literarisches und künstlerisches Werk sowie über die politische Gegenwart Tschechiens gesprochen. mehr

Peter Zumthor: Bauten und Projekte 1985-2013

Synthese aus Ort und Material

Seine Entwürfe versteht er als Suche, bis eine Synthese aus Ort, Nutzung, abstrakten Parametern, Visionen, Träumen und einer materialbasierten Alchemie gelingt. Die Rede ist vom Schweizer Architekten Peter Zumthor. Eine kürzlich erschienene Werkschau nimmt sich Christian J. Grothaus zum Anlass, Zumthors Arbeit vorzustellen. mehr

Künstlergespräch mit Victor Sanovec

»Die Ästhetik ist mein Werkzeug«

Der Künstler Victor Sanovec kann auf ein umfangreiches und vielseitiges Werk zurückblicken. Neben malerischen und druckgraphischen Arbeiten zählen Landschaftsprojekte ebenso zu seinem Œuvre wie kulturelle Initiativen. Eugen El sprach mit ihm über Kunst in Frankfurt, das Leben im Rheintal und die Kunst des Kochens. mehr

Rüdiger Dingemann: »Mitten in Deutschland«

Feldwege statt Schutzwall

Rüdiger Dingemann ist entlang der ehemaligen Grenze zwischen den zwei deutschen Staaten gereist. Das daraus entstandene Buch vereint die Schönheiten der Gegend und die Widersprüche der von Menschen geschaffenen Geschichte, meint Thomas Rothschild. mehr

Buchkritik

Ein Roman aus dem Leben

Der ungarische Schriftsteller Laszló Darvasi gilt als Autor, der seine Leser unterhält und ihnen zugleich einiges zumutet. Sein neuer Roman Blumenfresser ist kunstvoll geschrieben, poetisch bedacht und freudloser Gegenwart aufs feinste enthoben, meint Otto A. Böhmer. mehr

Afrikanische Literatur

Von Frisuren, Vorurteilen, Macht und Liebe

Zum Auftakt der Lesereise für ihr neues Buch kam Chimamanda Ngozi Adichie aus Lagos, Nigeria nach Frankfurt. »Americanah« ist ein bemerkenswertes Buch über rassistische Alltagssituationen in einer modernen westlichen Gesellschaft. Miriam Shabafrouz berichtet von der Lesung im Literaturhaus Frankfurt. mehr

Ausstellungstournee

David Bowie in Berlin

David Bowie meldete sich im vergangenen Jahr mit neuer Musik zurück. Außerdem startete eine Ausstellungstournee, die nun im Berliner Gropiusbau Station macht. Für Faust Kultur hat sich Isa Bickmann das Gesamtkunstwerk Bowie im Londoner Victoria and Albert Museum angesehen. mehr

Alexander Kluge: 30. April 1945

Führerlos

Mit einem Schuss begann die Westbindung der Deutschen. So finden sich der Selbstmord Hitlers und die Aufteilung Deutschlands zusammengebunden in Alexander Kluges Buch »30. April 1945 – Der Tag, an dem Hitler sich erschoß und die Westbindung der Deutschen begann«. Johannes Winter hat das Buch gelesen. mehr

Video-Interview

Junges Ensemble TheaterGrueneSosse

Frankfurt hat sich zu einem bedeutenden Zentrum der Kinder- und Jugendtheaterwelt entwickelt. Teil dieser Szene ist das Junge Ensemble des TheaterGrueneSosse das seit 15 Jahren besteht. Das Jubiläum war Anlass, alle im Repertoire befindlichen Stücke in einer Festwoche aufzuführen. Faust-Kultur hat die Produktionen filmisch begleitet und mit den Künstlern gesprochen. mehr

Theater

Sätze zum MonoDrama

Karlheinz Braun hat einen Band mit Theaterstücken unter anderem von Thea Dorn, Rainer Werner Fassbinder, Barbara Honigmann, Dea Loher und F.K. Waechter herausgegeben, in denen jeweils nur eine Person das Drama gestaltet. Denn es handelt sich um Monodramen, wovon es mehr gibt, als man glauben möchte. mehr

Kurzgeschichte

Mutmaßungen über Edith

Er pflegt den kalten Blick. Das Analytische regiert in seinen knappen Kurzgeschichten. Mit Michael Helwig begegnet der Faust-Kultur-Leser einer neuen, interessanten Autorenstimme aus Köln, vorgestellt von Peter Henning. mehr

Zum Tod von Stefanie Zweig

»Die ganz einfachen Fragen«

Stefanie Zweig, die Autorin von »Nirgendwo in Afrika«, ist tot. Geboren 1932, musste sie 1938 mit ihrer Familie nach Kenia fliehen. 1947 kehrten die Zweigs nach Frankfurt zurück. Alban Nikolai Herbst sprach 2010 mit Stefanie Zweig über »Heimkehr in die Rothschildallee«, den dritten Teil ihrer Sternberg-Saga. mehr

Lyrik von Andrea Zanzotto

Fremd wie zuhause

»Ein kleines Buch außer der Reihe« ist von der Darmstädter Jury zum Buch des Monats im April 2014 gewählt worden: »Dorfspiel« von Andrea Zanzotto. Peter Härtling begründet die Wahl der Jury mit dem Hinweis auf die venetische Region, die Zanzotto auch mit Dialektgedichten repräsentierte. Bernd Leukert hat sich den Gedichtband angesehen. mehr

Buchkritik: Höllers »Der unbekannte Thomas Bernhard«

Eine Liebeserklärung

Neun Bernhard-Studien versammelt ein neuer, im Korrekturverlag erschienener Band des emeritierten Salzburger Germanistikprofessors Hans Höller. Alexandru Bulucz verteidigt Höllers emphatischen Ansatz, schließlich sei die Literaturwissenschaft, die Philo-logie, buchstäblich Liebe. mehr

Neue Klassik-CDs

Fast ins falsche Ohr gegeigt

In der Flut zweifelhafter Klassik-Neuerscheinungen gehen die wirklich interessanten Aufnahmen schnell unter. Hans-Klaus Jungheinrich sind diesmal zwei junge, prominente Geigerinnen, eine Sopranistin aus Südafrika sowie ein chinesischer Nachwuchspianist aufgefallen. mehr

Über das Sterben, den Tod und die Trauer

»Wer die Menschen sterben lehrt, lehrt sie leben.«

Der Tod, das Sterben und die Trauer sind die letzten Tabus der Gesellschaft. Dabei gehören sie zum Leben dazu. Irgendwann werden wir alle damit konfrontiert sein. Aber wie ist einem Sterbenden zu begegnen? Wie möchten wir selbst sterben? Pete Smith berichtet von dem Sterben des Vaters und macht sich Gedanken über den Umgang mit unserer Endlichkeit. mehr

Jean-Luc Nancy: Die Mit-Teilung der Stimmen

Hermeneias Annoncen

In seiner Schrift »Die Mit-Teilung der Stimmen« versucht sich der französische Philosoph Jean-Luc Nancy an einer Neubewertung der für die deutschen Geisteswissenschaften kanonischen Hermeneutikliteratur. Tillmann Reik hat diese frühe Schrift Nancys, die nun ins Deutsche übertragen wurde, gelesen. mehr

Pop-Ausstellung

Amy Winehouse: Ein jüdisches Mädchen aus Nordlondon

Das Jüdische Museum Wien rekonstruiert die Familiengeschichte der früh verstorbenen Popsängerin Amy Winehouse und stellt ihre Verbindung zum Judentum dar. Faust-Kultur veröffentlicht eine leicht gekürzte Fassung des Vorworts aus dem Ausstellungskatalog. mehr

Acht neue Erzählungen von Amos Oz

Immer wieder Regen

Um den Defizit zwischen individueller Sehnsucht und kollektiver Zufriedenheit im Kibbuz der sechziger Jahre kreisen acht neue Erzählungen von Amos Oz. Die emotionellen Nöte der Kibbuzniks reichen aber nicht mehr aus, um das psychologische Porträt einer Generation abzugeben, findet Stefana Sabin. mehr

Gespräch mit Ralf Portello

Meine Besessenheit

Ralf Portello vermeidet den Begriff Dichtung. Er ist ein Künstler, der Farbe und Material ebenso bewusst behandelt wie das Wort, das er einem permanenten Verwandlungsprozess unterwirft. Der aufgeschriebene Text ist ihm ein Aggregatzustand eines folgenden. Im Gespräch mit Bernd Leukert erklärt er seine Arbeitsweise. mehr

Zum Tod von Urs Widmer

»Mei Kopp is aach so voll«

Urs Widmer hat stets auch die groteske Seite der Realität im Blick gehabt. Sie hat den Erzähler und Dramatiker motiviert und zu einem umfangreichen Werk getrieben. Nun ist der Schriftsteller in Zürich seiner schweren Krankheit erlegen. Marion Victor erinnert sich. mehr

Hans-Fallada-Preis an Jenny Erpenbeck

Die Sprache ist widerborstig bis zur Groteske

Gewalt, Vergessen, Tod: Jenny Erpenbeck hat in ihrem Roman »Aller Tage Abend« Familiengeschichten über mehrere Generationen skizziert und mit Politik und klassischer Literatur verknüpft. Dafür hat sie mehrere Preise bekommen, zum Beispiel den Hans-Fallada-Preis. Wend Kässens hat die Laudatio gehalten. mehr

1. Weltkrieg: Uwe Nettelbecks Dolomitenkrieg

Weltgeschichte in der Nähe

»Es kam zu regelrechten Kämpfen im Innern der Erde gegen den wühlenden, unsichtbaren Feind, dessen Herannahen man nur unbestimmt und ungefähr an den dumpfen Geräuschen in den Eingeweiden der Berge ahnte.« Uwe Nettelbecks Buch »Der Dolomitenkrieg« erinnert an eine sinnlose, menschenverachtende Auseinandersetzung. Das Nachwort schrieb Detlev Claussen. mehr

cd-kritik: Neue Aufnahmen

Was das Klavier erzählt

Es gibt Musik, die nach dem Hörer greift; und es gibt welche, die entdeckt sein will wie ein Mauerblümchen. Ebenso unterschiedlich muss sie gehört und gespielt werden. Hans-Klaus Jungheinrich beschreibt das genauer anhand neuer Produktionen für Tasteninstrumente. mehr

lyrik von Altaf Tyrewala

Mumbai im Zorngesang

Bollywood? Stars und Glamour? Die rund 12 Millionen Einwohner Mumbais kennen ihre Stadt von einer anderen Seite, die Altaf Tyrewala in einem gewaltigen, zornigen Gedicht besingt: »Das Ministerium der verletzten Gefühle«. Bernd Leukert hat es gelesen. mehr

Uraufführung: Oper von Mark Andre

Johannes Reuchlin in Israel

Was wäre, wenn der Hebräisch-Professor, Johannes Reuchlin, der vor 492 Jahren in Stuttgart verschied, heute am Flughafen von Tel Aviv ankäme und versuchte, nach Israel einzureisen? Der Komponist Mark Andre hat sich eine Oper dazu einfallen lassen, deren Klanglichkeit Thomas Rothschild sich nicht entziehen konnte. mehr

Verlagsgeschichte

Ein zu kostspieliges Unternehmen

Als kurz vor dem Abschluss der redaktionellen Arbeiten an der Benjamin-Werkausgabe der Verleger Peter Suhrkamp von seinem Plan zurücktreten wollte, wandte sich der Herausgeber Adorno an den Münchner C. H. Beck Verlag. Herbert Jaumann rekonstruiert einen Fall von »Was wäre gewesen, wenn?« mehr

Ausstellung

Slava Seidels dART-Blätter

Slava Seidels überzeugend umgesetzte Bildeinfälle greifen nach dem Betrachter. In der Städtischen Galerie in Lemgo sind ihre abenteuerlich-phantastischen Arbeiten ausgestellt, und Florian Koch hat sie gesehen. mehr

Buchkritik: Der neue Roman von Zadie Smith

London NW

Zadie Smith' neuer Roman, markiert eine Rückkehr an den Ort ihrer Kindheit – den Londoner Stadtteil Willesden. Nach einer siebenjährigen Pause und gezielten Ausflügen in die Essayistik meldet sich die englische Schriftstellerin mit diesem Roman zurück. Das Warten hat sich gelohnt, findet Peter Henning. mehr

Giacinto Scelsi: Gesammelten Schriften

Ein fürstlicher Außenseiter

Scharlatan wurde er genannt, zumindest rätselhaft erschien der Komponist und Dichter Giacinto Scelsi seinen Zeitgenossen. Nun sind unter dem Titel »Die Magie des Klangs« seine Schriften in zwei Bänden erschienen. Bernd Leukert hat daraus einen charakteristischen Abschnitt ausgewählt und stellt den großen Klangmagier kurz vor. mehr

Literaturpreis

Die Berger Stadtschreiberei

Wo einst die Stammburg der Schelme stand, im heute zu Frankfurt gehörenden Stadtteil Bergen, wohnte der Schriftsteller Franz Joseph Schneider, der zum An-Stifter des Stadtschreiber-Amtes wurde. Anlässlich des 40. Jubiläums dieser vielbeneideten Einrichtung erzählte der einstige Stadtschreiber Peter Härtling von den Anfängen und Kuriositäten einer Literaten liebenden Gemeinde. mehr

CDs vom Ensemble Modern

Werke und ihre Geburtshelfer

Wenn sich ein Kunstwerk schließlich geschichtlich »durchgesetzt« hat, waren es mit Sicherheit einzelne Personen oder Gruppierungen, die sich dafür eingesetzt haben. Dass solche Agenten heute unverzichtbar sind, zeigt Hans-Klaus Jungheinrich an zwei CDs der Ensemble Modern Akademie. mehr

Alain Badiou »Platons ›Staat‹«

Auf hoher See

Der viel diskutierte französische Philosoph Alain Badiou hat es gewagt, Platons ›Staat‹ neu zu schreiben, weil die Tatsache, dass sich in den letzten 2383 Jahren manches geändert hat, eine Aktualisierung des idealen Staates an die Gegenwart nahelegt. Bernd Leukert notiert, was ihm daran auffiel. mehr

dvd-Kritik

Verständnis für den Mörder

Die neu erschienene DVD-Box »Mörderische Gewalt« besteht größtenteils aus Interviews mit Fachleuten und Autoren, aber auch aus kurzen und kürzesten Geschichten und Opernszenen. Wie alles, woran Alexander Kluge beteiligt ist, erweist sich diese DVD-Box als überaus spannend, findet Thomas Rothschild. mehr

Porträt der brasilianischen Autorin

Andréa del Fuego

Schon der erste Roman der brasilianischen Autorin Andréa del Fuego gewann den Prémio José Saramago. Inzwischen erschien ihr zweiter Roman: »As Miniaturas«. Sie greift darin auf den Legendenschatz des Hinterlandes zurück und überdreht diese Geschichten zu einer Art magischem Hyperrealismus, meint Michael Kegler. mehr

Ein Erlebnisbericht zu Arno Schmidt

Tina oder über die Unsterblichkeit

Wo fällt man gleich über »Spitzbrüste voller Ungedeih«? Klar, in »Tina oder über die Unsterblichkeit«. So beginnt nämlich für Arno Schmidt der Weg ins Elysium. Was »Tina« darüber hinaus anrichten kann, schildert Gregor Szyndler in seinem rezensierenden Erlebnisbericht. mehr

BRIEFWECHSEL

Hans Blumenberg und Jacob Taubes

Der Religionssoziologe Jacob Taubes muss ein beeindruckender Rhetoriker gewesen sein, der dem Philosophen Hans Blumenberg beharrlich eine Zusammenarbeit antrug. Warum beide hoffnungslos aneinander vorbei redeten, erklärt Enno Rudolph in seiner Besprechung des Briefwechsels. mehr

kapitalismuskritik

Ein Philosoph der handfesten Dinge

Der Philosoph, Ökonom, Gesellschaftstheoretiker und Protagonist der Arbeiterbewegung, der behauptete, kein Marxist zu sein, hieß Karl Marx und starb vor 130 Jahren. Die letzten Jahrzehnte wurde er als »toter Hund« betrachtet, nun aber besinnt man sich auf seine Qualitäten. Hans-Martin Lohmann erinnert an den wortgewaltigen Schriftsteller und brillanten Theoretiker. mehr