Märchen und Geschichten der Beduinen im Sinai

Die Wüste lebt!

Die Wüste lebt! Noch. Denn Tiere, Menschen und Dämonen geraten in einen Schwundmodus. Rechtzeitig noch hat Marion Victor sich von Tarabin-Beduinen Märchen erzählen lassen, deren zwei, zusammen mit Überlegungen von Klaus Reichert, hier zu finden sind. mehr

Kongress in Frankfurt: »Politische Romantik«

Wir müssen mehr geben als nur »Gedankenfreiheit«

Ein heilloses Durcheinander: Jeder weiß sofort, was mit »Politischer Romantik« gemeint ist. Aber jeder meint etwas anderes. Die Folgen für Diskussion im In- und Ausland benennt die Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, Hortensia Völckers, in Ihrer Einführung zur Frankfurter Tagung »Politische Romantik«. mehr

Zum Tod von Peter Heusch

… ein Lied von Wiederkehr

Peter Heusch war Schauspieler, Regisseur und Autor. Vor allem aber war er Vorleser. Öffentlich las er die gesamte »Suche nach der verlorenen Zeit« von Marcel Proust und viele andere Klassiker. Im Frankfurter Literaturforum war er die professionelle Stimme der Literatur. Dessen Leiter Harry Oberländer nimmt Abschied vom Sprechkünstler Heusch. mehr

Porträt: Eine Erinnerung an Helmuth Plessner

Der unergründliche Mensch

Helmuth Plessners philosophische Anthropologie musste fast zwangsläufig zwischen alle Stühle geraten. Heute jedoch scheint sich wieder ein vorsichtiges, wenngleich beiläufiges Interesse für Plessners Denken bemerkbar zu machen. Otto A. Böhmer erinnert an Leben und Werk des Wissenschaftlers. mehr

Reihe Weltkulturen in Museen: Gespräch mit Wulf Köpke

Durchs Tor zur Welt

In der altertümlichen Pracht des Jugendstils zeigt sich das Museum für Völkerkunde in Hamburg. Was auf den ersten Blick altmodisch erscheint, ist tatsächlich ein Publikumsmagnet. Clair Lüdenbach sprach mit Wulf Köpke, dem Direktor des altehrwürdigen Museums über die Hamburger Art und Weise die Kulturen der Welt zu erklären. mehr

Tatort Dresdener Zwinger

Unverhoffte Begegnung mit einem Fälscher

Wer ist das, der die Sammlung alter Meister besucht? Das sind wir, das staunende Publikum, das sind potentielle Bilderdiebe, Kunsthistoriker und Ikonoklasten, unbekannte Maler und berühmte Bilderfälscher. Und manchmal läuft man sich über den Weg. Johannes Winter hatte in Dresden eine seltsame Begegnung. mehr

Porträt des portugiesischen Autors

Manuel Jorge Marmelo

»Eine tausendfach wiederholte Lüge« (Uma mentira mil vezes repetida) heißt Manuel Jorge Marmelos Roman, für den er im Februar mit einem portugiesischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Dass das Preisgeld vermutlich für die tägliche Lebenshaltung draufgehen wird, ist wie Marmelos Schriftstellerkarriere eine portugiesische Geschichte, meint Michael Kegler. mehr

Kunstprojekt

Manifeste 14

Für Faust-Kultur hat Jonas Englert junge Künstler gebeten, Manifeste zur Relevanz von Kunst in der Gegenwart zu formulieren. Bei der ersten Folge dieses experimentellen Projekts, das die Rechtfertigung beziehungsweise Infragestellung der Existenzberechtigung von Kunst zum Thema hat, präsentieren – neben Jonas Englert – Jos Diegel, Tarik Goetzke, Norman Hildebrandt und Gian Spina ihre Manifeste. mehr

Gespräch über Kunst von Tammam Azzam

»Verzweiflung ist die einzige Wahrheit«

Der syrische Künstler Tammam Azzam verbindet europäische Kunsttraditionen mit der Katastrophe in seinem Heimatland. Als seine ersten Bilder auf Facebook die Runde machten, begeisterte er viele mit seiner ungewöhnlichen Kunst. Martina Sabra hat ihn Anfang 2014 anlässlich einer Ausstellung in Beirut getroffen. mehr

Das Burgtheater widmet sich der »Szene Ungarn«

Jenseits des Café Korb

Seitdem in Ungarn unter der rechtsnationalen Regierung Viktor Orbans das Parlament entmachtet, die Pressefreiheit eingeschränkt und die Juden ausgegrenzt wurden, ist dort ein Klima der Angst entstanden, dessen Folgen das Theater nicht aussparen. Thomas Rothschild besuchte ein Ungarn-Festival am Wiener Burgtheater, um mehr darüber zu erfahren. mehr

Porträt des Schriftstellers Paolo Colagrande

»Schweig, nicht einmal dein Feind hört zu.«

Hierzulande noch gänzlich unbekannt, ist Paolo Colagrande in Italien renommiert: Für seine Romane hat er schon mehrere Preise gewonnen, darüber hinaus Essays und Erzählungen veröffentlicht und eine Literaturzeitschrift gegründet. Herbert Jaumann stellt den Schriftsteller auf Faust-Kultur vor. mehr

Thema Syrien: Interview mit Rafik Schami

»Die Zeit der Versöhnung ist vorbei«

Vor 43 Jahren musste der Schriftsteller Rafik Schami Syrien verlassen. Früh hatte er gegen die Herrschaft Hafiz al-Assads Position bezogen. Im Faust-Gespräch mit Andrea Pollmeier beschreibt er seine Erfahrungen aus der Entstehungszeit der Diktatur und erläutert innen- wie außenpolitische Hintergründe, die zur katastrophalen Entwicklung der Revolution beigetragen haben. mehr

Porträt: Theodor Lessing

»Und so ward grau die Welt«

Von heute aus gesehen wird man Theodor Lessing (1872-1933), der ein äußerst umfangreiches Werk hinterlassen hat, am ehesten als einen Kulturwissenschaftler und Moralisten bezeichnen können. In ihrem Essay entfaltet Ria Endres Lessings Leben und Werk im Spiegel der Zeit. mehr

Wo Orpheus begraben liegt

Realität zeigen

Ilija Trojanow und Christian Muhrbeck haben zu einem Zeitpunkt, als sich in den Medien eine voruteilsschwere Debatte über das EU-Land Bulgarien ausbreitete, einen einfühlsamen Blick hinter die Grenzen des Landes ermöglicht. Informationen zur Rezeption des Buchs »Wo Orpheus begraben liegt« und ein Lesungs-Video von Corinna Hackel gibt es hier. mehr

Digitaler Wandel

Näher, mein Wort, zu Dir

Immer wieder ist die Klage darüber zu lesen, das Internet zerstöre die Literatur, sei überhaupt wort- und insgesamt kunstfeindlich. In seiner Entgegnung plädiert der Schriftsteller Alban Nikolai Herbst für eine netzaffine Literatur und macht die Notwendigkeit ihres Wandels angesichts von Digitalisierung und Globalisierung deutlich. mehr

Aktueller Bericht von Mamdoh Azzam

Sie schießen auf die Freiheit!

Obwohl die Demonstranten in der südsyrischen Provinz und gleichnamigen Stadt Suwaida für Freiheit und Würde auf die Straße gingen, obsiegte bei der Mehrheit der drusischen Bevölkerung die Angst vor der Ausbreitung eines radikalsunnitischen Islam. In seinem Essay schildert der Schriftsteller Mamdoh Azzam diese bedrückende Atmosphäre der Angst und die damit einhergehende Spaltung der Gesellschaft. mehr

Erinnerung an Elisabeth Borchers

Zwischen den Sprachen

Elisabeth Borchers, die Übersetzerin, Verlagslektorin und strenge Patin der Poesie, wäre am 27. Februar 2014 achtundachtzig Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass gibt der Frankfurter Verlag weissbooks eine Auswahl ihrer Gedichte heraus, die in kargem, lakonischem Ton und stillstem Pathos vom Abschied erzählen. Klaus Reichert erinnert an die große Dame der Literatur. mehr

Vom Leidwesen der Dichter und Denker

Das Grab auf meiner Wange

Kann ein gesunder, glücklicher Mensch schöpferisch tätig sein? Nein? Aber vorauszusetzen, dass er krank und unglücklich sein muss, ist auch nicht schicklich. Es sei denn, er ist glücklich, weil er fürchtet krank zu sein. Otto A. Böhmer hat sich über das Leidwesen der Dichter und Denker gebeugt. mehr

Gespräch mit Adam Zagajewski

Ein Gedicht ist das Gegenteil von Routine

»Meine Meister fragen mich um Rat.«, schrieb einst der große polnische Dichter Adam Zagajewski, der im Jahre 2002 aus dem Pariser Exil nach Krakau zurückkehrte. Jakub Gawlik und Philipp Stadelmaier haben mit ihm gesprochen, um zu erfahren, was ein Gedicht ist. mehr

Essay

Zum Gruß

Jeden Tag grüßen und begrüßen wir: Menschen und allerlei Dinge. Aber was heißt Grüßen? Dieser Frage geht Thomas Schestag in seiner präzisen und preziösen Kurzstudie »Zum Gruß« nach. mehr

Ukraine – Gespräch mit Juri Andruchowytsch

Kein Theater, kein Spiel

Mit anderen ukrainischen Schriftstellern kam der Dichter und Schriftsteller Juri Andruchowytsch aus den Auseinandersetzungen auf dem Majdan und den Straßen der ukrainischen Städte, wo Tausende seiner Landsleute seit Monaten gegen das Regime Janukowytsch protestieren, zu einer Lesung nach Frankfurt. Bernd Leukert traf ihn dort, um ihn zu Tat und Wort zu befragen. mehr

Berlinale 2014

Einsame Menschen

Künstlerisch anspruchsvolle Filme vermögen es, gesellschaftliche Asymmetrien und Herrschaftsverhältnisse sichtbar zu machen. Dies gilt für Georgien ebenso wie für Griechenland, für unsere Gegenwart ebenso wie für eine Vergangenheit, die nicht vergehen will. Thomas Rothschild berichtet vom Internationalen Forum der Berlinale. mehr

Aktueller Bericht von Yassin Al Haj Saleh

Mein Weg ins Exil

Islamistische, mit AL-Kaida verbundene Gruppierungen beherrschen immer größere Gebiete im Norden Syriens. Viele Aktivisten und Intellektuelle werden von ihnen entführt, etliche getötet. Andere haben Syrien verlassen. Einer von ihnen ist der international bekannte Journalist und Publizist Yassin Al Haj Saleh. Er berichtet über seinen beschwerlichen Weg ins Exil. mehr

Beitrag zum Walter-Benjamin-Kongress

Benjamins Optik

Geschichte ist nicht der Pluralbegriff von Geschichten: Walter Benjamin dachte sich Geschichtserkenntnis jenseits aller Historiographie seiner Zeit. Wie, erklärte Burkhardt Lindner Mitte Dezember 2013 zur Eröffnung des Internationalen Walter-Benjamin-Kongresses »Über den Begriff der Geschichte / Geschichte schreiben«. mehr

Johann Georg Hamanns »Aesthetica in nuce«

Der philologische Kreuzzug eines sonderbaren Denkers

Der Philosoph und Schriftsteller Johann Georg Hamann war ein Mann der extremen Gefühle. Er war so lange Hypochonder, bis er schließlich krank wurde. Doch hat der ›helle Kopf‹ (Goethe) mit seinem dunklen Werk enormen Einfluss ausgeübt. Seine »Aesthetica in nuce«, die er »eine Rhapsodie in Kabbalistischer Prose« nannte, hat Sarah Schuster wiedergelesen. mehr

Faust-Interview mit raul zelik

Verbrannte Erde in Lateinamerika

Raul Zelik lebte bis 2013 in Medellín (Kolumbien) und lehrte an der Nationaluniversität Politische Theorie. In zahlreichen Publikationen setzte er sich mit Mechanismen von Herrschaft, Gewalt und sozialem Wandel u.a. in Kolumbien und Venezuela auseinander. Im Faust-Interview erläutert Zelik auf der Basis eigener Beobachtungen die aktuelle Situation in Lateinamerika. mehr

Faust-Gespräch: Reihe Weltkulturen in Museen

Große Zukunft

Ein neues Haus am Kölner Neumarkt ist seit 2010 die Heimat des Rautenstrauch-Joest-Museums. Hier kann der Besucher die Geschichte und Traditionen der Völker aus allen Erdteilen verfolgen. Es ist eine Schau der Dinge und der Wandlungen vieler Kulturgeschichten. Clair Lüdenbach sprach mit Klaus Schneider, dem Leiter des Kölner Museums der Kulturen der Welt. mehr

Faust-Interview mit Alan Mills

Ich bin in keinem Korsett gefangen

Der guatemaltekische Autor Alan Mills bezeichnet sich selbst als Nomaden, der es liebt, den Entwicklungspfaden ihm fremder Kulturen nachzuspüren. Seine Gedichte und Erzählungen sprechen über Identitätssuche und Andersartigkeit. Im Faust-Interview mit Corinna Santa Cruz berichtet Alan Mills von seinen persönlichen und literarischen Grenzgängen. mehr

geheimnis

und du bekommst spam-
nachrichten aus der ganzen welt,
die menschen sind heute
so verstreut, wenige hotelzimmer
als fluchtpunkte, ein kuss, der traf,
der sein ziel nicht verfehlte, bitte vergiss
mich nicht: ich erinnere mich
an alles: unerpressbar.

Julia Mantel

Aktueller Bericht von Khaled Khalifa

Jeder Blick ein Abschied

Viele syrische Intellektuelle haben das Land bereits verlassen. Khalid Khalifa ist einer, der geblieben ist – obwohl er als international bekannter Schriftsteller viele Möglichkeiten gehabt hätte, dem Horror zu entfliehen. Sein Rettungsanker ist das Schreiben. Aber, so fragt er sich, hat das Schreiben Sinn, wenn das Leben im Warten auf den Tod besteht? mehr

Gerhard Falkners »Pergamon Poems«

Telefriesion: Von Giganten und Gedichten

Wahrscheinlich wurde immer über die Vergangenheit geschrieben, um mit ihr die Gegenwart zu kommentieren. Selten aber geschah dies mit Hilfe der Sinnlichkeit. Gerhard Falkner hat auf diese Weise 21 Gedichte zu den Reliefs im Fries des Berliner Pergamonaltars geschrieben. Und Jan Wilm preist die große, geheimnisvolle Kunst der »Pergamon Poems«. mehr

Reihe Weltkulturen in Museen

Es ist was anderes

Die Suche nach dem letzten Mohikaner hat sich für das Weltkulturen Museum erledigt. An ihre Stelle tritt in Frankfurt die permanente Evolution des Ausstellungskonzepts: Wissenschaftler und Künstler reagieren mit ihren aktuellen Ideen auf die Zeugnisse der Fremde. Clair Lüdenbach sprach mit der Museumsleiterin Clémentine Deliss. mehr

Essay

Im Sog des Internets

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Wer sich ins Internet begibt, überschreitet die Grenze der Privatsphäre. Von Rechts-, Informations-, Kontroll- und Schamgrenzen handelt ein Essay von Göttrik Wewer mit dem Titel »Die Verschmelzung von öffentlicher und privater Sphäre im Internet«. mehr

»HANDVERLESEN« – Alle 25 Gedichte von Frauen aus Mittel- und Osteuropa hier

Aktueller Originaltext von Khalil Sweilih

Innere Emigration und flüchtige Begegnungen

Wird Syrien bald zu einer erinnerten Vergangenheit – wie Dinosaurier oder Fossilien? Der Autor Khalil Sweilih beschreibt die Verlorenheit, die der Zurückbleibende mitten im schwersten Fluchtstrom der Zeitgeschichte fühlt. mehr

Reihe Weltkulturen in Museen

Sobald ein Objekt im Museum ist, ist es etwas Vergangenes

Im Herzen von Basel am Münsterplatz steht das Museum der Kulturen. Es ist ein Häuser-Ensemble aus Fachwerk und Stein mit einem lichten Neubau aus jüngster Zeit. Im Gespräch mit Clair Lüdenbach erklärt die Museumsleiterin Anna Schmid das Konzept ihres Hauses. mehr

Ausstellung im Martin-Gropius Bau Berlin

Barbara Klemm – Fotografien 1968-2013

Man muss Barbara Klemm bei der Arbeit sehen: unprätentiös, im Hintergrund, abwartend; dann, mit einem untrüglichen Sinn für die sich selbst arrangierende Szene und ein an ein Wunder grenzendes Gespür für den richtigen Augenblick tritt sie zügig hervor und drückt den Auslöser. Jetzt gibt es in Berlin eine große Ausstellung ihrer Fotografien. Alexandra Hartmann erzählt davon. mehr

Reihe Weltkulturen in Museen

»Ich glaube, man muss andere Fragen stellen«

Seit einigen Jahren versuchen die völkerkundlichen Museen, sich neu aufzustellen und sich zeitgemäßer zu präsentieren. Clair Lüdenbach begab sich auf Reisen und befragte Museumsleiter und Kustoden. Zum Auftakt dieser Reihe sprach sie mit der Ethnologin Larissa Förster aus Köln über die Gründe für diese Entwicklung. mehr

Zum Tod von Peter Kurzeck

Der Chronist des vergangenen Jahrhunderts

Er hätte mehrere Leben gebraucht, um das Wichtigste seines Lebens zu erzählen. Der Schriftsteller Peter Kurzeck ist aus der unentwegten Verwandlung der Erinnerung in Literatur gerissen worden. Björn Jager hat ihm einen Nachruf geschrieben. mehr

Faust-Interview mit Irina Khalip

Zwanzig Jahre Diktatur in der Mitte Europas

Die weißrussische Journalistin Irina Khalip setzt im Kampf um Demokratie und Meinungsfreiheit ihr Leben aufs Spiel. Im Faust-Interview kritisiert sie die klassische Doppelmoral der EU-Politik gegenüber Weißrussland. Mit Irina Khalip sprachen Eugen El und Andrea Pollmeier. mehr

faust-gespräch mit jonas englert

»Wir sind eine Art neue romantische Bewegung«

Innerhalb weniger Jahre hat Jonas Englert eine der interessantesten künstlerischen Positionen im Umfeld der HfG Offenbach entwickelt. Eugen El sprach mit dem jungen Künstler über seine Projekte, über ästhetische Überforderung, Zeitgenossenschaft und Zukunftspläne. mehr

Zeitraffer-Video

Visualisierte Musik: Romantik

Sahest du nie die Schönheit im Augenblick des Leidens? Dann sieh bei Schiller nach! In der »visualisierten Musik« haben sich Mediengestalter aus Mainz und Musiker aus Frankfurt mit der Romantik auseinandergesetzt. In einem Zeitraffer-Video treibt sie eilends dahin. mehr

Peter Härtling zum Achtzigsten

Dichter, Erzähler, Zeitgenosse

Unermüdlich schreibt er, unermüdlich vermittelt er Literatur. Peter Härtling kann jahrelang über literarische Positionen sprechen, in seiner Erinnerung ist das Beziehungsnetz der schreibenden Personen und ihrer Ideen fest installiert. Zu seinem 80. Geburtstag gratuliert ihm Martin Lüdke. mehr

100. Geburtstag von Albert Camus am 7. November 2013

Die Krise des Menschen

»The Human Crisis« hieß ein Vortrag, den Albert Camus Ende März 1946 an der Columbia University in New York hielt – und der nichts an Aktualität verloren hat. Deshalb veröffentlicht ihn Faust-Kultur hier erneut. mehr

Aktueller Beitrag aus Syrien von Amer Matar

Eine Leiche legt Zeugnis ab

Am 14. August 2013 explodierte in Rakka, einer Stadt im Nordosten Syriens, eine Autobombe. Seit jenem Tag wird der Aktivist und Bürgerjournalist Muhammad Nur Matar vermisst. Amer Matar, Journalist und Bruder des Vermissten, hielt sich zu jener Zeit in Rakka auf und beschreibt die bange Suche seiner Familie. mehr

50. Jahrestag der Frankfurter Auschwitz-Prozesse

Der Auschwitz-Prozess

Vor 50 Jahren begann in Frankfurt der erste Auschwitz-Prozess. Zwar konnten insgesamt nur wenige Täter vor Gericht gestellt werden, doch führten die Aussagen der Opferzeugen das verbrecherische Geschehen in den Lagern der Öffentlichkeit deutlich vor Augen. Dies betont Werner Renz in seinem Vorwort zur Neuauflage von Bernd Naumanns Prozessbericht. mehr

80.Geburtstag von Horst Bingel

Der Bingel, den ich kannte

Er ließ zur Frankfurter Buchmesse 1973 eine Büchertram fahren und veranstaltete Lesungen auf Bahnhöfen und in Werkhallen. Denn Horst Bingel wollte Literatur ohne Dogmatismus in die Gesellschaft tragen. Als er 80 Jahre alt geworden wäre, hielt ihm der Schriftsteller Uve Schmidt eine Geburtstagsrede. mehr

Essay von Pete Smith

Die Erfindung der Allwissenheit

Wer nicht untergehen will im System der Vermarktung, ist gezwungen mit höchsten Superlativen für seine Produkte zu werben. Dies mag umsatzsteigernd sein, für Gesellschaft und Politik ist das katastrophal. Pete Smith hat den Superlativ aus philosophischer Sicht aufgegriffen. mehr

Aktueller Essay von Dima Wannous

Erstarrtes Warten

Die Brutalität, mit der der Krieg in Syrien geführt wird, hat die Menschen überrascht. Die in Beirut lebende syrische Schriftstellerin Dima Wannous beschreibt die Spaltung der syrischen Gesellschaft und geht der Frage nach, wie die Syrer – Unterstützer und Gegner der Revolution, Opfer und Täter – in einer Post-Assad-Ära wieder gemeinsam in einem Land leben können. mehr

Zum Tod des Regisseurs Dimiter Gotscheff

Geboren am Fluss, in dem Orpheus badete

Ein eigenwilliger Regisseur ist gestorben. Dimiter Gotscheff war eins mit seinem Beruf, seiner Berufung. Er trug das Theater, das er doch jedesmal neu schaffen wollte, in sich. Verwandte Geister beschwor er im Gespräch mit Michael Eberth, Samuel Finzi und Wolfram Koch. mehr

Philipp Mosetter: Tragischer Vorfall Nr. 11

Festrede zur Eröffnung der Buchmesse 2013

Rassendemokratie ist ein Mythos

Selten gab es auf der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse eine so kritische und vom Publikum so enthusiastisch gefeierte Ansprache. Luiz Ruffato, brasilianischer Autor und literarischer Festredner des Ehrengastlandes, machte schon in den ersten Sätzen seiner Rede deutlich: Brasilien ist nicht nur Wirtschaftswunderland, sondern auch ein Ort, an dem »Raubtierkapitalismus« nicht bloß als Metapher wirkt. mehr

Trend gegen die Todesstrafe

Zeit der Hoffnung?

Den jährlichen Berichten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist zu entnehmen, dass sich ein globaler Trend gegen die Todesstrafe langsam fortsetzt. In seinem kulturpolitischen Essay rekapituliert Helmut Ortner eine mörderische Geschichte und entwirft ein entschiedenes Plädoyer gegen die Todesstrafe. mehr

100. Geburtstag 2013

Meret Oppenheim und der Hass auf die Pelztasse

Sie war die Muse der Surrealisten, das Motiv Man Rays und die Kürschnerin der Pelztasse. Die deutsch-schweizerische Künstlerin Meret Oppenheim hat auf vielen Gebieten Phantastisches in die Welt gesetzt. Der Kunstkritiker Rudolf Schmitz empfiehlt deshalb die Retrospektive im Martin-Gropius-Bau Berlin. mehr

300. Geburtstag von Denis Diderot

Dass ihn der Teufel hole

Denis Diderot, Schriftsteller und Mitherausgeber der »Encyclopédie«, war ein Intellektueller, der schreibend die Trennung zwischen Kopf- und Handarbeit aufheben wollte. Zum 300. Geburtstag fasst Otto A. Böhmer Diderots Leben zusammen. mehr

Gespräch mit Franz Mon

Ich bin selber vorne

Einer der herausragendsten Künstler der Konkreten Poesie im deutschen Sprachraum ist Franz Mon. Er wirkt bis heute als Lautpoet, Hörspielautor und Grafiker. Für Faust-Kultur hat er eine Reihe von Gedichten hörbar gemacht. Im Gespräch mit Bernd Leukert erklärt er, wie sich der charakteristische Mon-Klang entwickelt hat. mehr

Theater

Das Frankfurter Experiment

Vor fünfzig Jahren wurde der Neubau des Frankfurter Schauspielhauses am heutigen Willy-Brandt-Platz eingeweiht. Aus diesem Anlass blickt der Dramaturg Michael Eberth auf die Auseinandersetzungen um das Mitbestimmungstheater zurück, die sich in einer Zeit voller gesellschaftlicher Umbrüche abspielten. mehr

Zum Tod von Marcel Reich-Ranicki

Der Unvergleichliche

Auf dem Weg zu seinem Lieblingscafé Christine im Frankfurter Dichterviertel kam Marcel Reich-Ranicki häufig am Sitz der Faust-Redaktion vorbei. Nicht nur deshalb wird uns MRR fehlen: Im Namen der Redaktion blickt Martin Lüdke auf das Leben und Wirken des mächtigsten und einflussreichsten deutschen Literaturkritikers zurück. mehr

Goethe – Kunstwerk eines Lebens

Für andere wird auch eine Sonne scheinen

Schon sein Buch über die deutsche Romantik ist auf ein enormes Interesse gestoßen. Nun hat Rüdiger Safranski mit seiner Biographie des Weimarer Dichterfürsten die Reihe seiner profunden literarischen Lebensbeschreibungen gekrönt. »Goethe – Kunstwerk des Lebens« ist ein umfangreiches, aber sehr gefragtes Werk. Otto A. Böhmer beschreibt die Gründe dafür. mehr

KURZPORTRÄT UND VIDEO

Alles für die Sture Schnecke

Alain Mabanckou, aufgewachsen in der Republik Kongo, hat beim 2. Weltempfänger-Salon von litprom mit dem Journalisten Ruthard Stäblein über seinen Roman »Zerbrochenes Glas« und sozialpolitische Wurzeln seines Schreibens gesprochen. Einführendes Porträt und Videoauszug gibt es hier. mehr

Robert-Gernhardt-Preis 2013 für

Paulus Böhmer und Ricarda Junge

Der Robert-Gernhardt-Preis gehört zu den wenigen Preisen, die für Unfertiges vergeben werden, damit es die Möglichkeit erhält, fertig zu werden. Am 5. September 2013 ist er zum fünften Mal verliehen worden. Der Autor und Literaturkritiker Christoph Schröder verrät in seiner Laudatio, wie und warum diesmal Ricarda Junge und Paulus Böhmer bedacht wurden. mehr

Hochstädter Lyriknacht 2013 – zur Langfassung hier

GRAPHIC NOVEL: Faust-Gespräch mit Luke Pearson

»Ich zeichne gerne und erzähle gerne Geschichten«

Der 25-jährige Zeichner Luke Pearson erschien aus dem Nichts auf der internationalen Comic-Bühne und wurde sofort in diesem Jahr für die Eisner Awards, die Oscars der Comicbranche, nominiert. Thomas Scholz sprach mit Pearson über seine Arbeit. mehr

Schwerpunkt: LUSOPHONE LITERATUR

Rafael Sperling – Augenblickliche Unbestimmtheit

Rafael Sperling fand über die Musik den Weg zum Schreiben. Er studierte Songwriting an der Universität in Rio de Janeiro. Inzwischen ist ein erstes Buch erschienen, zudem publiziert er Kurzgeschichten und Blog-Beiträge zu krassen Themen. Das »böse Spielkind der brasilianischen Literatur« stellt Michael Kegler im Faust-Schwerpunkt vor. mehr

Kunst-Projekt

World Wide Wheat

Die Künstler Nora Al-Badri und Jan Nikolai Nelles nähern sich im Rahmen ihres Projekts »World Wide Wheat« mit künstlerischen Mitteln dem weltweiten Phänomen der Spekulation mit Agrarrohstoffen. Die erste Station ihrer Recherchen war Ägypten. Faust Kultur dokumentiert hier exklusiv die Ergebnisse ihrer Reise. mehr

Briefwechsel

Thomas Bernhard – Gerhard Fritsch

Der österreichische Schriftsteller Gerhard Fritsch (1924-1969) hatte früh von den großen und wilden Gesängen des Thomas Bernhard geschrieben und, als Redakteur mehrerer Literaturzeitschriften, Berater von Verlagen und Mitglied in literarischen Jurys, kräftig an dessen Karriere mit gearbeitet. Gerade ist beider Briefwechsel erschienen, der offenbart, wie alles anfing. mehr

Etymologische Anekdoten

Fisimatenten und andere Kuriositäten

Unser heutiger Wortschatz besteht zu großen Teilen aus Wörtern, die vor langer oder kürzerer Zeit aus anderen Sprachen übernommen worden sind. Warum und wie sich die Bedeutung dieser Wörtern wandelt, erzählt der Sprachwissenschaftler Gerhard Stickel in kleinen etymologischen Anekdoten. mehr

Faust-Gespräch zum Thema Urheberrecht

Die »Aufnutzung« geistiger Werke

Immer häufiger gerät der Endnutzer online publizierter Texte in die Grauzone ungeklärter Urheberrechtsfragen. Im Faust-Gespräch mit Andrea Pollmeier spricht Alexander Peukert, der eine umfassende Schrift zum Thema »Die Gemeinfreiheit. Geistiges Eigentum und Wettbewerbsrecht« publiziert hat, über den Konservatismus des Urheberrechts im digitalen Zeitalter. mehr

Essay

Bildung schadet

Andrea Roedig hat die Lebenswirklichkeit von Kopfarbeitern mit spitzer Feder nachgezeichnet und strukturelle Eigenarten in Universitäten, Verlagen und Medien herausgestellt. In ihrem Essay zeigt sie, welchen Wert inhaltliche Arbeit in der viel beschworenen Wissensgesellschaft hat. mehr

Essay

Das Kino stirbt! Stirbt es …?

Sie mehren sich, die Rufe vom Tod des Kinos. Vor allem Hollywood sei schuld an der Misere. Warum diese Rufe nicht neu und vor allem nicht richtig sind, erklärt Kai Mihm in seinem Essay. mehr

200. Geburtstag 2013

Offener Brief an Richard Wagner

Was sind schon 200 Jahre für jemanden, der ohnehin in anderen Dimensionen dachte! Richard Wagner hat nicht nur als Komponist ein vielgestaltiges OEuvre hinterlassen, sondern ebenso umfassend als Schriftsteller gewirkt. Wagnerexperte Michael von Soden widmet ihm ein öffentliches Sendschreiben. mehr

100. Geburtstag von René Leibowitz

Arbeit am Unerledigten

Der Komponist René Leibowitz, der 1972 in Paris starb, war auch Dirigent, Musikpädagoge, Schriftsteller. Zu seinem 100. Geburtstag ist nun eine Doppel-CD erschienen, die Hans-Klaus Jungheinrich zum Anlass nimmt, den fast vergessenen Künstler wieder ins Gedächtnis zu rufen. mehr

Wilhelm Genazino: Der Zettel

Ein ungefähr zwölfjähriger, dunkelhaariger Junge geht von Tisch zu Tisch. In der linken Hand trägt er einen Zettel, den er den Leuten vor das Gesicht hält.
weiter

Essay über das Mitleid

Auf ein Lächeln

Ein Unbehagen, das uns durch den städtischen Alltag begleitet. Armut und Bedürftigkeit umgeben uns aber auch global. In seinem eindringlichen Essay reflektiert Pete Smith über die Bedingungen des Mitleids. mehr

Reportage aus Syrien

Die Intensivstation

In dicht gesetzten Reihen drängen sich die Zuhörer, um Navid Kermanis Bericht aus beunruhigten Regionen der Welt zu hören. Als er seine Erlebnisse auf der Intensivstation eines syrischen Krankenhauses beschreibt, herrscht beklommene Stille. Video und Text – hier
 

Review from Faust-Kultur on Vimeo.

Georg Büchner Gedenkjahre 2012/2013

Visualisierte Musik zu Dantons Tod

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Thomas Brasch

Editorisches Mammut

Nach dreijähriger gemeinsamer Arbeit haben Martina Hanf und Kristin Schulz Thomas Braschs gesammelte Gedichte im Suhrkamp Verlag herausgegeben. Jamal Tuschick hat mit ihnen gesprochen. mehr

Festrede von Aris Fioretos

Sieben Topoi für den Roman

In seiner Festrede zur Verleihung des Preises im Haus der Kulturen der Welt verweist Aris Fioretos eindringlich auf die asyl- und schutzgebende Wirkung von Fiktion und lenkt den Blick auf Missstände gegenwärtiger Asylpolitik. mehr

Zum Tod des israelischen Schriftstellers Yoram Kaniuk

Die beschädigte Seele

Er hat die Gründung des Staates nicht nur miterlebt, sondern auch miterkämpft und wurde zu einem seiner radikalsten Kritiker: Am vergangenen Samstag ist der israelischen Schriftsteller Yoram Kaniuk gestorben. Ein Nachruf von Stefana Sabin. mehr

Faust-Gespräch mit Wilhelm Genazino

In einer feinen Buchhandlung rumsauen

Der Schriftsteller Wilhelm Genazino wird stets als der Flaneur unter den Schriftstellern bezeichnet. Seine Formulierungslust überführt, was seine Sinne auf der Straße aufsammeln, in melancholisch-groteske Detailbeschreibungen. Im Gespräch mit Harry Oberländer spricht er über Ängste, Erfolg und den Zusammenhang von Leben und Literatur. mehr

30 Jahre Junges Literaturforum Hessen-Thüringen

Raum für Poesie

Vor 30 Jahren ist das Junge Literaturforum Hessen gegründet worden, dem später Thüringen hinzugefügt wurde. Mit Seminaren und Wettbewerben bietet es jungen Menschen, die schreiben möchten, die Möglichkeit, ihr eigenes Handwerk kennenzulernen. Der Wettbewerb 2013 ging in Wiesbaden mit der feierlichen Preisverleihung zu Ende. Wir stellen ehemalige und aktuelle Preisträger vor. mehr

Faust-Gespräch mit Friedhelm Hengsbach

Geheimwissen bewusst gemacht

Die Sorge, Finanzmärkte könnten als »fünfte Gewalt« eine »Wächterrolle« übernehmen, ist bereits alarmierend real geworden. Der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach hat diesen Prozess aus der Perspektive des Ökonomen und Theologen analysiert und  Alternativen formuliert. mehr

200. Geburtstag – Sören Kierkegaard

Der tiefere Grund

Vor zweihundert Jahren wurde Sören Kierkegaard, der Ahnherr der Existenzphilosophen, geboren. Otto A. Böhmer hat in seinem neuen Buch »Reif für die Ewigkeit. Sören Kierkegaard und die Kunst der Selbstfindung« den scharfsinnigen Denker als einen modernen Zeitgenossen identifiziert. mehr

Briefwechsel 1936/37

Beckett in Deutschland

In seinen Werken ist die Kunstfertigkeit, aber nicht das Individuum Samuel Becketts zu finden. Wer eine Ahnung vom Reichtum seiner Persönlichkeit bekommen möchte, muss seine Tagebücher und seine Briefe lesen. Vier seiner Briefe, die er während seiner Reise aus dem nationalsozialistischen Deutschland schrieb, sind hier zu finden. mehr

Gespräch mit Nancy Hünger

Ohne Verbeugung oder Verbiegung

Die Schriftstellerin Nancy Hünger wirkt scheu, spricht entschieden und auffallend präzis. Ihre neuen Verse kommen bildlich daher und halten sich im Gedächtnis fest. Für Faust-Kultur hat sie einige ihrer Gedichte gelesen, und im Gespräch mit Bernd Leukert berührt sie die wichtigen Kriterien ihrer Arbeit. mehr

Moderne Kirchen

Arche und Zelt

Nach dem Bombenschaden hat man historische Bausubstanz gerne abgerissen und durch schrecklich moderne ersetzt. Der Architekturkritiker Dieter Bartetzko hat in seiner Bestandsaufnahme »Arche und Zelt« beschrieben, welche Kirchenneubauten nach dem Krieg in Frankfurt möglich waren, Bauten, die die Stadt bis heute schmücken. mehr

150. Geburtstag von Gabriele D’Annunzio

Der Sang der Zikaden

Seine Villa in Gardone Riviera gehört zu den Attraktionen des Gardasees. Gabriele D’Annunzio war ein italienischer Symbolist, Dramatiker, Kriegshasardeur und Frauenheld. Nach Erscheinen des zweisprachigen »Alcyone« können wir nun den Dichter D’Annunzio entdecken. Bernd Leukert empfiehlt das Werk allen, die gute Dichtung schätzen. mehr

Eine Geschichte in Briefen

»Ginster« und anderes von Siegfried Kracauer

Schon Peter Suhrkamp hatte über die Veröffentlichung der gesammelten Essays und des Romans »Ginster« nachgedacht, dann ermunterte Adorno Suhrkamps Nachfolger Siegfried Unseld, mit Kracauer erneut Kontakt aufzunehmen und den Plan voranzutreiben. Den unveröffentlichten Briefwechsel darüber dokumentiert Faust-Kultur hier exklusiv. mehr

Zum Tod von Chinua Achebe

»Achebe hat der Welt Afrika gebracht«

Weltweit galt Chinua Achebe als »Vater der modernen afrikanischen Literatur«. Zugleich war er nicht nur der »große Lehrer«, der Afrikanern erklärt, welche Probleme ihren Kontinent heimsuchen, sondern auch der wohl bedeutendste afrikanische Autor, der der Welt erzählt, was Afrika bewegt. Peter Ripken blickt zurück auf das Gesamtwerk des verstorbenen Autors. mehr

250. Geburtstag von Jean Paul

Das Auge des Todes

Jean Paul Friedrich Richter hat sich unter dem Namen Jean Paul als unangepasster, witziger, unendlich reicher Autor bekannt gemacht und ist eine Herausforderung bis heute geblieben. Vor 250 Jahren wurde er geboren. Und Otto A. Böhmer hat ihn porträtiert. mehr

Faust-Gespräch mit Michail Schischkin

Schreiben war meine Arche Noah

Michail Schischkin zählt zu den wichtigsten russischen Autoren der Gegenwart. Sein Roman »Briefsteller« über die Liebe, das Sterben und die Aufhebung der Zeit zeigt einen politisch feinsinnigen Autor, dem das artistische Spiel mit Sprache zur zweiten Natur geworden ist. Schischkin lebt zur Zeit als DAAD-Stipendiat in Berlin und sprach dort über die Schutzwirkung des Schreibens. mehr

MANIFEST FÜR DIE FLIEGENDE VOLKSBÜHNE

Die Gall lääft übber!

Im Schauspiel Frankfurt fand eine Sonder-Matinée zur Unterstützung der Fliegenden Volksbühne von Michael Quast statt. Für alle, die nicht dabei sein konnten, sind hier die Beiträge von Günther Rühle, Rainer Dachselt, Karlheinz Braun und Anne Bohnenkamp-Renken zu lesen. mehr

INTERVIEW MIT CHIRIKURE CHIRIKURE

Lautmalerei und Rebellion

Als die Republik Simbabwe 1980 ihre Unabhängigkeit erklärte, war Chirikure Chirikure gerade 18 Jahre. Dieser Wendepunkt hat den Dichter geprägt. Das widersprüchliche Zusammenwirken afrikanischer Tradition und kultureller Prägung durch die britische Kolonialmacht gibt seinen Texten eine spannungsreiche Dramaturgie. Welche Bedeutung das für seine Lyrik hat, erläutert er im Faust-Gespräch mit Andrea Pollmeier. mehr

Prosa- und Lyrikwerkstätten im Literaturhaus Frankfurt

Die anarchische Lust am Wort

Seit acht Jahren gibt es im Literaturhaus Frankfurt Schreibwerkstätten für Jugendliche. Unter Federführung von Franziska A. Lindner sind hier schreibfördernde Initiativen entstanden, die jungen Autoren in frühen Jahren Orientierung geben. Faust-Kultur möchte diesen Prozess unterstützen und eine Auswahl der dort entstandenen Texte vorstellen. mehr

Goetheplakette an Paulus Böhmer

Brüche und Dissonanzen

Die längste Zeit seines Lebens blieb dem Dichter Paulus Böhmer die öffentliche Anerkennung versagt. Nun, jenseits der 70, bekommt er Ehrungen und Preise. Gerade wurde ihm die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main für sein Lebenswerk verliehen. Harry Oberländer, selbst Lyriker, hat in seiner Festrede eine elegante Verbindung Böhmers zu Goethe aufgespürt. mehr

Faust-Gespräch mit Harry Oberländer

Soll die Welt mal zufrieden sein

Dass Harry Oberländers Leben bis jetzt in einer gewissen Spannung zu seiner Lyrik verlief – eine Spannung, die er gleichmütig zum Normalfall verklärt –, erklärt den biographischen Schwerpunkt des Faust-Gesprächs, in dem es schließlich um Poesie geht. Bernd Leukert sprach mit dem Schriftsteller und Literaturvermittler. mehr

INTERVIEW MIT ILIJA TROJANOW

Globalisiertes Alphabetentum für Europa

Ilija Trojanow ist in Deutschland der bedeutendste Autor, der Schriftsteller aller Kontinente mit überzeugender Präsenz aktiv zueinander führt. Er ist misstrauisch gegen Begriffe wie Authentizität und Schubladen-Denken. Am Rande des Frankfurter Literaturfests »Afrikanissimo« spricht er mit Andrea Pollmeier über ein globalisiertes Alphabetentum und intellektuelle Enge in Europa. mehr

Porträt von Ravi Shankar

Klang ist Gott

Ravi Shankar war der erste moderne Musiker der indischen Klassik. Sein Stil und sein musikalischer Ausdruck prägten Generationen indischer Musiker. Der Meister auf der Langhalslaute Sitar ist mit 92 Jahren in Kalifornien gestorben. Clair Lüdenbach stellt den Künstler in einem Porträt vor. mehr

Dichter-Porträt

13 Arten Michael Lentz zu betrachten

Für Faust-Kultur hat der Literaturwissenschaftler Jan Wilm in seiner Untersuchung »13 Arten Michael Lentz zu betrachten« die Besonderheiten der Lentzschen Arbeit beschrieben. mehr

Philipp Mosetter: Tragischer Vorfall Nr. 98 mehr

Interview mit Zsuzsanna Gahse

Ein gesatteltes Gespräch

Die Autorin und Übersetzerin Zsuzsanna Gahse hat über 20 Bücher veröffentlicht, in denen sie erzählend den Worten nachgeht und den Erzählungen der Worte nachspürt. Im Gespräch mit Bernd Leukert verrät sie, was sie beim Schreiben bewegt und wie ihr neues »Südsudelbuch« entstanden ist. mehr

Zum 75. Geburtstag von Robert Gernhardt

Der rettende Witz

Robert Gernhardt, der außergewöhnliche Fall einer Dreifachbegabung: Maler und Zeichner, Dichter und Erzähler, Essayist – und auf allen Gebieten wird er von seinen Freunden und Lesern heftig vermisst. Detlev Claussens Telegramm an einen der großen Vertreter der Neuen Frankfurter Schule hier und ein (später) Glückwunsch von Martin Lüdke hier

PETER HANDKE – 70. GEBURTSTAG

Briefwechsel Peter Handke und Siegfried Unseld

Peter Handke, der Kärntner slowenischer Herkunft und vielleicht der produktivste Schriftsteller deutscher Sprache, ist nun 70 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass veröffentlicht der Suhrkamp-Verlag den Briefwechsel mit dem Verleger Siegfried Unseld. Bei Faust-Kultur kann man einige dieser Briefe lesen und einen Einblick gewinnen in das Verhältnis zwischen Autor und Verleger. mehr

Gespräch mit dem Dichter Jan Wagner

Pure Sprachlust

Wer zu dem Schluss kommt, dass es fast richtiger wäre zu sagen, Dichter erreichen überhaupt niemanden, und dennoch unbekümmert sein Dichterleben weiter betreibt, dem kann man gewiss eine Obsession unterstellen. Im Faust-Gespräch gibt Jan Wagner Auskunft darüber, wie er zum Dichter wurde und warum es für ihn keinen Grund gibt, nicht Dichter zu sein. mehr

Georg Büchner 2012/13

Eine entsetzliche Gleichheit

War Georg Büchner, der mit 23 Jahren an Typhus starb und gerade im Eiltempo vom Medizinstudenten promoviert und zum Dozenten avanciert war, ein Revolutionär? Oder ein Sozialrevolutionär? Oder vielleicht gar keiner? Otto A. Böhmer hat den enormen Schriftsteller des Vormärz in einem Porträt vergegenwärtigt, worin dessen Fatalismusbrief eine zentrale Bedeutung zukommt. mehr

75. Geburtstag von F. K. Waechter

Der Erzähler

Friedrich Karl Waechter, der 2005 starb, hat sich mit etwa fünfzig Büchern voller Zeichnungen, Cartoons, überraschenden Versen und fesselnden Kindergeschichten bekannt gemacht. Dass seine spielerische Fantasie universal war, daran erinnert Marion Victor und stellt den Künstler in einer anderen Hauptrolle vor: als Theaterautor. mehr

Barbara Englert im Gespräch mit Clemens J. Setz

Die Null ist für mich schwarzgrau

Literatur inspiriert immer häufiger Theatermacher. Die Schauspielerin und Regisseurin Barbara Englert hat der dramaturgischen Seite in den Werken von Clemens Setz nachgespürt. Ein Gespräch mit dem Autor über seinen neuen Roman »Indigo« führt von der Bühnenwelt über das Zonenspiel zu den Farbtönen von Zahlen. mehr

Georg Büchner 2012/13

Mythos Georg Büchner

Die Forschung hat die pädosexuellen Motive in Büchners Werk bislang negiert. Büchners kulturbetriebliche Vermarktung als demokratiebringendem Helden stand dem vermutlich entgegen. Dem Dichter und Menschen Georg Büchner kommen diese Entschlüsselungen aus Christian Milz' neuem Buch indes zugute. Zwei Auszüge finden sich hier. mehr

Ein Gespräch mit Ruth Löffelholz über Kleidung

Kleidung ist Kommunikation, die es in sich hat

Bekleidung, das sei nur Oberfläche, aber eine, die es in sich habe, sagt die Frankfurter Modedesignerin Ruth Löffelholz. Für Faust Kultur spricht sie über ihre langjährige Tätigkeit im Wechselspiel der Moden, den Zusammenhang zwischen politischer Überzeugung und Bekleidungscode. mehr

25 Jahre Passagen Verlag

Es besteht ein Bedarf an Denken!

Der feine und anspruchsvolle Wiener Passagen Verlag schaut auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Im Gespräch erzählt der Philosoph und Verleger Peter Engelmann von seinen persönlichen Erfahrungen in der DDR, ohne die es vielleicht nie zur Verlagsgründung vor 25 Jahren gekommen wäre. mehr

Gespräch mit Werner Söllner

Ein Konsonant verändert das Gedicht

Der Dichter Werner Söllner wuchs im siebenbürgischen Arad auf. 1982 übersiedelte er nach Frankfurt am Main. Er übersetzte die Werke Mircea Dinescus ins Deutsche und leitete von 2002 bis 2010 das Hessische Literaturforum. Im Faust-Gespräch spricht er über politische und poetische Wahrheiten. mehr

Internationaler Literaturpreis 2012

Hypothalamus und Mandelkern

Unter den wenigen rumänischen Schriftstellern, die in den letzten Jahren im deutschsprachigen Raum bekannt geworden sind, ist Mircea Cartarescu der herausragendste. Seine Erzählungen waren fast ein Publikumserfolg, seine inhaltlich und formell komplexe Romantrilogie haben ihn zu einem Liebling des Feuilletons gemacht. Harry Oberländer unternimmt eine Annäherung an Cartarescus Romane. mehr

THEATERGESPRÄCH

Faust ohne Gott

Die Neuinszenierungen der beiden Faust-Teile am Schauspiel Frankfurt haben Fragen der Krise Europas und des gescheiterten Geistes ins Zentrum ihrer Interpretation gestellt. Regisseur Stefan Pucher löst zusammen mit dem Dramaturgen Michael Eberth Faust im 1. Teil radikal aus gewohnten Ordnungsmustern. Wie die Inszenierung auf die Jetztzeit verweist und Faust das Sinnbild eines »zum Selbst geschrumpften Helden« wird, beschreibt Michael Eberth im Gespräch mit Karlheinz Braun. mehr

AUF ORPHEUS' SPUREN DURCH SÜDBULGARIEN

Thrakisches Tagebuch

Wir sind dabei! Die Einladung des Goethe-Instituts, bulgarische Ausgrabungsstätten zu besuchen, bekam der Dichter Jan Volker Röhnert. Er hat von jedem Tag seiner Reise einen Kurzbericht an Faust-Kultur gemailt, damit wir alle das attraktive Projekt nachvollziehen können: Das Thrakische Tagebuch. mehr

Würdigung von Ror Wolf

Gelassene Reisen in weitverstreuten Trümmern

Selbst als Schriftstellerdarsteller hätte Ror Wolf nach den Kriterien unserer Massenmedien keine Chance. Allenfalls das ›Alleinstellungsmerkmal‹ wäre ihm da gutzuschreiben. In seiner Hommage an Ror Wolf, der in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden ist, schildert Jürgen Roth das Einmalige dieses großartigen Schriftstellers. mehr

Gespräch mit Heiner Goebbels

Polyphone Stimmführung

Wenn überhaupt jemand nach dem Zweiten Weltkrieg die Darstellende Kunst erneuert hat, dann war es Heiner Goebbels. Jetzt inszeniert der amtierende Intendant der Ruhrtriennale in Bochum die »Europeras 1&2« von John Cage. In diesem Jahr wurde Heiner Goebbels 60 Jahre alt und hat den Ibsenpreis empfangen. Im Faust-Gespräch erklärt er, worauf es ihm ankommt. mehr

50.Todestag von Hermann Hesse

Mehr Sehnsucht als Erfüllung

Er ist einer der weltweit erfolgreichsten deutschen Schriftsteller, seine Werke werden in den USA gelesen, in El Salvador, Usbekistan, Neuseeland und China. Zudem hat er, meist unfreiwillig, ganze Generationen mit bekennender Literatur versorgt, allen voran die Hippies der sechziger und siebziger Jahre. Otto A. Böhmer erinnert an Hermann Hesse. mehr

Zur Lage der Kreativen

Die Wissensgesellschaft und ihre freien Idioten

Im post-industriellen Zeitalter tritt Wissen an die Stelle von Arbeit. Doch was so sauber klingt, so befreit vom Schmieröl der alten Industriegesellschaft, hat einen doppelten Boden. Was wäre, wenn das ökonomische Prinzip »Wissen« nicht die Handarbeit in den Himmel des Geistes hebt, sondern die Kopfarbeit ans Fabrikband drückt? Andrea Roedig hat die materielle Realität freier Autoren untersucht. mehr

Dichter-Porträt

Wallace Stevens – Hellwach

Was wissen wir über den amerikanischen Dichter Wallace Stevens? Mit Sicherheit zu wenig. Stevens gilt als der bedeutendste amerikanische Lyriker des 20. Jahrhunderts. Er war ein Kenner, ein skrupulöser Künstler, der wusste: Das Unvollendete ist unser Paradies. Bernd Leukert stellt ihn vor. mehr

Künstlerinnen-Porträt

Das weibliche Territorium der Justine Otto

Justine Otto beeindruckt mit einer handwerklich äußerst geschickten Malerei und vieldeutig-rätselhaften Darstellungen, in denen sie junge Frauen zwischen Schuld und Unschuld, Zartheit und Grausamkeit positioniert. »Albträume mit der malerischen Wucht eines Haudegens« nennt Jean-Christophe Ammann diese Werke. Faust veröffentlicht einen Auszug aus dem Katalogbeitrag des früheren Leiters des Frankfurter Museums für Moderne Kunst über die Künstlerin und stellt ihre Gemälde vor. mehr

Eine Annäherung

Auf Umwegen zu Ann Cotten

Gedichte können ihre Leserinnen und Leser im Handstreich erobern. Es gibt aber auch Gedichte, die wollen erobert werden. Beim ersten Rendezvous zeigen sie sich abweisend und verschlossen. Bemüht man sich aber um sie, enthüllen sie allmählich ihre Gestalt, ihr kompliziertes Innenleben und ihre eigensinnigen Verhältnisse. Diese Erfahrung kann man mit den Gedichten von Ann Cotten machen, um die sich der Literaturwissenschaftler Malte Kleinjung bemühte. mehr

Gespräch mit Bazon Brock

Jetzt wird es komplex

Bazon Brock ist emeritierter Professor für Ästhetik, Kunsttheoretiker und Künstler. Er hat mit Joseph Beuys gearbeitet und von 1968 bis 1992 die Besucherschulen der documenta in Kassel geleitet. Die Fragen stellte der taz-Autor Alem Grabovac, der sich im Brock'schen Sinne zur Weltgemeinschaft der Nichtskönnenden und Nichtswissenden zählt. hier

Zur Aktualität Ernst Blochs

Tagträume des Zukünftigen

Der alttestamentarische Furor und die barocke Eloquenz, mit denen Ernst Bloch seine Reden und Lesungen vortrug, blieben einem in Erinnerung, aber auch die enormen Sprachbilder, in die er seine Erkenntnisse kleidete. Dieser Abraham a Sancta Clara der Studentenbewegung konfrontierte die politisierte Jugend mit den fremd gewordenen Argumenten abendländischer Bildung, was allein deshalb schwer in den Wind zu schlagen war, weil es auf dem Vehikel eines abgewandelten Marxismus daher kam. Otto A. Böhmer erinnert an die Aktualität dieses starken Denkers. mehr

erstellt am 02.8.2010

Neue Klassik-CDs

Fast ins falsche Ohr gegeigt

In der Flut zweifelhafter Klassik-Neuerscheinungen gehen die wirklich interessanten Aufnahmen schnell unter. Hans-Klaus Jungheinrich sind diesmal zwei junge, prominenter Geigerinnen, eine Sopranistin aus Südafrika sowie ein chinesischer Nachwuchspianist aufgefallen. mehr

Ausstellung

Die ersten Europäer

In eigener Weise erinnert das Jüdische Museum Hohenems an den Beginn des Ersten Weltkrieges – anhand von Objekten aus der Geschichte der »Habsburger Juden«. Museumsdirektor Hanno Loewy erläutert das Projekt. Anschließend diskutiert Erik Petry die Frage, inwiefern man die Juden als die ersten Europäer sehen kann. mehr

ballett

Getanztes Triptychon

Zwei Uraufführungen und ein moderner Klassiker standen auf dem Programm beim jüngsten Abend des Stuttgarter Balletts. Intendant Reid Anderson hat einmal mehr bewiesen, dass er eine der besten deutschen Ballettcompagnien leitet, meint Thomas Rothschild. mehr

Über das Sterben, den Tod und die Trauer

»Wer die Menschen sterben lehrt, lehrt sie leben.«

Der Tod, das Sterben und die Trauer sind die letzten Tabus der Gesellschaft. Dabei gehören sie zum Leben dazu. Irgendwann werden wir alle damit konfrontiert sein. Aber wie ist einem Sterbenden zu begegnen? Wie möchten wir selbst sterben? Pete Smith berichtet von dem Sterben des Vaters und macht sich Gedanken über den Umgang mit unserer Endlichkeit. mehr

Kongress in Frankfurt: »Politische Romantik«

Melancholie heißt, zu wollen und nicht zu können

Die Frankfurter Tagung »Politische Romantik« suchte nach Leidenschaften in der Politik. Doch während deutsche Intellektuelle vor allem über die Vergangenheit redeten, kamen neue Impulse eher aus dem Ausland. Zum Beispiel von Srecko Horvat und Tariq Ali, meint Franz Viohl. mehr

Osterfestspiele in Baden-Baden

Es ist vollbracht

Die Berliner Philharmoniker haben ihr Osterquartier nach Baden-Baden verlegt und absolvieren dort mit ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle ein »Best Of«-Programm. Da darf die Johannes-Passion in der Regie von Peter Sellars nicht fehlen. Aus Baden-Baden berichtet Thomas Rothschild. mehr

Jean-Luc Nancy: Die Mit-Teilung der Stimmen

Hermeneias Annoncen

In seiner Schrift »Die Mit-Teilung der Stimmen« versucht sich der französische Philosoph Jean-Luc Nancy an einer Neubewertung der für die deutschen Geisteswissenschaften kanonischen Hermeneutikliteratur. Tillmann Reik hat diese frühe Schrift Nancys, die nun ins Deutsche übertragen wurde, gelesen. mehr

Pop-Ausstellung

Amy Winehouse: Ein jüdisches Mädchen aus Nordlondon

Das Jüdische Museum Wien rekonstruiert die Familiengeschichte der früh verstorbenen Popsängerin Amy Winehouse und stellt ihre Verbindung zum Judentum dar. Faust-Kultur veröffentlicht eine leicht gekürzte Fassung des Vorworts aus dem Ausstellungskatalog. mehr

Acht neue Erzählungen von Amos Oz

Immer wieder Regen

Um den Defizit zwischen individueller Sehnsucht und kollektiver Zufriedenheit im Kibbuz der sechziger Jahre kreisen acht neue Erzählungen von Amos Oz. Die emotionellen Nöte der Kibbuzniks reichen aber nicht mehr aus, um das psychologische Porträt einer Generation abzugeben, findet Stefana Sabin. mehr

Gespräch mit Ralf Portello

Meine Besessenheit

Ralf Portello vermeidet den Begriff Dichtung. Er ist ein Künstler, der Farbe und Material ebenso bewusst behandelt wie das Wort, das er einem permanenten Verwandlungsprozess unterwirft. Der aufgeschriebene Text ist ihm ein Aggregatzustand eines folgenden. Im Gespräch mit Bernd Leukert erklärt er seine Arbeitsweise. mehr

Rossini-Oper »Die diebische Elster« in Frankfurt

Der Entertainer experimentiert

Die prächtige Ouvertüre beginnt mit musikalisch ganz unnötigen Wirbeln auf Schnarrtrommeln. Sofort aber ist klar, diese Begleitgeräusche einer Hinrichtung stehen da nicht zufällig. Dann setzen die feierlichen Fanfaren des verrückten Lustspiels »La Gazza ladra« von Gioacchino Rossini ein, über das Hans-Klaus Jungheinrich anlässlich einer Frankfurter Neuinszenierung nachdenkt. mehr

Gastronomie

Der Gault Millau für Österreich

Inzwischen gibt es in vielen Ländern Ableger des Gourmetführers Gault Millau. Die Kriterien sind in den einzelnen Ländern unterschiedlich streng, die Maßstäbe kaum vergleichbar. Die Orientierung an der großbürgerlich-aristokratischen französischen Küche ist in Bezug auf die österreichische ein Unfug, findet Thomas Rothschild. mehr

Zum Tod von Urs Widmer

»Mei Kopp is aach so voll«

Urs Widmer hat stets auch die groteske Seite der Realität im Blick gehabt. Sie hat den Erzähler und Dramatiker motiviert und zu einem umfangreichen Werk getrieben. Nun ist der Schriftsteller in Zürich seiner schweren Krankheit erlegen. Marion Victor erinnert sich. mehr

Das halbe Wort

Matthias Nawrat

In der neuen Folge seiner Reihe »Das halbe Wort« stellt Jannis Plastargias den Schrifsteller Matthias Nawrat vor. Geboren 1979 in Opole/Polen, kam Nawrat 1989 nach Deutschland. Er hat diverse Preise gewonnen, Stipendien erhalten und kann mittlerweile vom Schreiben leben. mehr

Dokumentation einer Tagung

Die unheimliche Nähe

›Mystik und Totalitarismus‹ – dieses Begriffsgespann hat es in sich. Wenn man weiß, dass viele Führungspersönlichkeiten totalitärer Regime, vor allem des Nationalsozialismus, mystischen Traditionen nahestanden, entsteht Klärungsbedarf. Nach einer Tagung zum Thema erschien eine Dokumentation, die Jakob Ullmann sehr genau gelesen hat. mehr

Buchkritik

Liebe ist alles

Der Schriftsteller und Übersetzer Günter Ohnemus will einen Liebesroman ohne Liebesgeschichte schreiben und erzählt von einer spannungslosen Dreiecksbeziehung. Die Figuren im Roman scheinen dennoch zu wissen, dass Liebe alles ist, meint Stefana Sabin. mehr

Zum 80. Geburtstag von Ernstalbrecht Stiebler

Zu schade für Emotionen

Der Komponist Ernstalbrecht Stiebler hält den Anspruch seiner Musik hoch und den Pegel niedrig. Er will niemanden damit überwältigen, sondern nur, dass man dem Klanggeschehen zuhört. Jetzt, da er großes Publikumsinteresse gefunden hat, ist er 80 Jahre alt geworden. mehr

anita djafaris buchtipp

Schweinezeiten in Haiti

Gary Victor ist unter den haitianischen Autoren in seiner Heimat der meistgelesene Schriftsteller. In seinen surreal anmutenden Werken spiegeln sich kenntnisreich die schwierigen sozialen Realitäten der Inselrepublik. Anita Djafari stellt seinen Kriminalroman »Schweinezeiten« vor. mehr

Krimi

Die Dicken und der Diakon

In zeitgemäßer E-Book-Form bricht Carlo Schäfer mit den Gesetzmäßigkeiten der Krimiliteratur, indem er auf Subversion durch Witz, Kodderschnauze und Sinnverweigerung setzt. »Der Tod dreier Männer« heißt Schäfers Werk, das Bruno Laberthier äußerst lesenswert findet. mehr

Hans-Fallada-Preis 2014 an Jenny Erpenbeck

Die Sprache ist widerborstig bis zur Groteske

Gewalt, Vergessen, Tod: Jenny Erpenbeck hat in ihrem Roman »Aller Tage Abend« Familiengeschichten über mehrere Generationen skizziert und mit Politik und klassischer Literatur verknüpft. Dafür hat sie mehrere Preise bekommen, vor einigen Tagen den Hans-Fallada-Preis. Wend Kässens hat die Laudatio gehalten. mehr

Charles Dudley Warner und die Gartenarbeit

Kampf dem Unkraut

Auf »Nook Farm«, einer intellektuellen Kommune in Connecticut, betätige sich der Essayist Charles Dudley Warner auch als Hobbygärtner und bündelte seine Erfahrungen zu einem Gartenbuch, das 1870 zuerst erschien und seitdem immer wieder aufgelegt wird. Stefana Sabin stellt den Autor und sein Buch vor. mehr

1. Weltkrieg: Uwe Nettelbecks Dolomitenkrieg

Weltgeschichte in der Nähe

»Es kam zu regelrechten Kämpfen im Innern der Erde gegen den wühlenden, unsichtbaren Feind, dessen Herannahen man nur unbestimmt und ungefähr an den dumpfen Geräuschen in den Eingeweiden der Berge ahnte.« Uwe Nettelbecks Buch »Der Dolomitenkrieg« erinnert an eine sinnlose, menschenverachtende Auseinandersetzung. Das Nachwort schrieb Detlev Claussen. mehr

cd-kritik: Neue Aufnahmen

Was das Klavier erzählt

Es gibt Musik, die nach dem Hörer greift; und es gibt welche, die entdeckt sein will wie ein Mauerblümchen. Ebenso unterschiedlich muss sie gehört und gespielt werden. Hans-Klaus Jungheinrich beschreibt das genauer anhand neuer Produktionen für Tasteninstrumente. mehr

Konzert des City of Birmingham Symphony Orchestra

Lettisch-britische Freundschaft

Auch junge Dirigenten sind bestenfalls Animateure zeitgenössischer, zumeist aber Reanimateure klassischer Musik. Thomas Rothschild spricht dem Letten Andrís Nelsons, der in Wien mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra auftrat, alle belebenden Fähigkeiten zu. mehr

Reisebericht

Ibn Battuta: Reisen ans Ende der Welt

Kein Land ist sicherer als China. Datenabgleich und Personenüberwachung praktizierten die Chinesen schon im Mittelalter. Sobald der Reisende in eine chinesische Stadt kam, wurde er unbemerkt gezeichnet und konnte nach wenigen Stunden sein Bild an Mauerwänden bestaunen. Das erlebte Ibn Battuta Mitte des 14. Jahrhunderts. mehr

Buchkritik von Peter Hennning

»Weisses Rauschen«

Was für eine Idee! Eine Autofahrt von Alabama nach Florida, um die Apokalypse zu erleben, als mobiler Kommentar amerikanischer Zustände. Mary Miller hat daraus ihren Roman »Süßer König Jesus« gemacht, Alissa Walser hat ihn übersetzt; und Peter Henning empfiehlt ihn. mehr

Das halbe Wort

Lena Gorelik

Lena Gorelik, 1981 in Leningrad (heute St. Petersburg) geboren, kam 1992 mit ihrer Familie nach Deutschland. Inzwischen ist sie eine gefragte Publizistin und Schriftstellerin. Jannis Plastargias stellt sie in seiner Reihe vor. mehr

lyrik von Altaf Tyrewala

Mumbai im Zorngesang

Bollywood? Stars und Glamour? Die rund 12 Millionen Einwohner Mumbais kennen ihre Stadt von einer anderen Seite, die Altaf Tyrewala in einem gewaltigen, zornigen Gedicht besingt: »Das Ministerium der verletzten Gefühle«. Bernd Leukert hat es gelesen. mehr

Film-DVD

John Fords O'Neill

1940 drehte John Ford einen Film, der den Titel »Der lange Weg nach Cardiff« trägt und auf vier Einaktern basiert, die Eugene O'Neill während des Ersten Weltkriegs verfasst hat. Thomas Rothschild zeigt, warum der Film auch heute noch sehenswert ist. mehr

AUSSTELLUNGEN IN FRANKFURT

Anarchisch und maßlos

In Frankfurt ist derzeit ein mehrere Medien und Stationen umfassendes, gemeinsames Ausstellungsprojekt von Mike Bouchet und Paul McCarthy zu sehen. Die Künstler wollen die Maßlosigkeit der westlichen Konsum- und Kunstwelt kritisieren. Die von ihnen gewählten Mittel werfen jedoch Fragen auf, berichtet Eugen El. mehr

Buchkritik: Kinder des Sisyfos

Sisyfos‘ Kinder schlagen das Erbe aus

In einen vierteiligen Romanzyklus hat Erasmus Schöfer die Historie der bundesdeutschen Linken ausgebreitet – als eine optimistisch bis ins digitale Zeitalter fortgeschriebene Traditionslinie der Entwicklungs- und Bildungsromane. Zeitgeschichte entfaltet sich vor dem, der sich auf »Die Kinder des Sisyfos« einlässt, stellt Marianne Walz fest. mehr

Uraufführung: Oper von Mark Andre

Johannes Reuchlin in Israel

Was wäre, wenn der Hebräisch-Professor, Johannes Reuchlin, der vor 492 Jahren in Stuttgart verschied, heute am Flughafen von Tel Aviv ankäme und versuchte, nach Israel einzureisen? Der Komponist Mark Andre hat sich eine Oper dazu einfallen lassen, deren Klanglichkeit Thomas Rothschild sich nicht entziehen konnte. mehr

Verlagsgeschichte

Ein zu kostspieliges Unternehmen

Als kurz vor dem Abschluss der redaktionellen Arbeiten an der Benjamin-Werkausgabe der Verleger Peter Suhrkamp von seinem Plan zurücktreten wollte, wandte sich der Herausgeber Adorno an den Münchner C. H. Beck Verlag. Herbert Jaumann rekonstruiert einen Fall von »Was wäre gewesen, wenn?« mehr

Ausstellung in Wiesbaden

Der Meister und sein Schüler

Zu Ehren Max Weinbergs, der dieses Jahr seinen 86. Geburtstag feiert, zeigt die Wiesbadener Galerie Kaiser & Cream eine Auswahl seiner Werke sowie Arbeiten seines Schülers Jordan K. Artmaster. Max Weinbergs Bilder vibrieren förmlich und zeugen von ungebrochener Mallust, meint Eugen El. mehr

Buchkritik von Peter Henning

»Krieg«

Arnold, der Protagonist in Jochen Rauschs zweitem Roman, ist im Krieg. Mit seinen nie schweigenden Dämonen, mit seinem nicht nachlassenden Schmerz. Rauschs Roman, der die Geschichte eines scheinbar total gewordenen Verlusts erzählt, ist ein literarisches Ereignis, findet Peter Henning. mehr

Zwei Ausstellungen in Frankfurt

Bildhauerei jetzt!

Während Tobias Rehberger in der Schirn Kunsthalle Frankfurt sein Werk spektakulär-spektakelhaft inszeniert, erweist auch eine Ausstellung im benachbarten Frankfurter Kunstverein der objekthaften Plastik und ihrer künstlerischen Verräumlichung Referenz. Isa Bickmann hat beide Ausstellungen besucht. mehr

Lyrik von Andrea Zanzotto

Fremd wie zuhause

Der venetische Dichter Andrea Zanzotto gehört zu den bedeutenden Erneuerern der italienischen Lyrik. Er, der Freund Pasolinis, Montales oder Luzis, der Libretti für Fellinis Filme schrieb, hat die Dichtung sein Leben lang gegen ideologische Inanspruchnahme verteidigt. Zanzottos neuer Gedichtband »Dorfspiel« hat Bernd Leukert beschäftigt. mehr

cd-kritik

Schnitzelbeat

Verschollenen Aufnahmen: Der Geist, der später Punk und Garagensound prägte, lebte in Wien schon in jenen Jahren, in denen der Rock'n'Roll die Welt veränderte. mehr

Theater: »Das kalte Herz« am Schauspiel Stuttgart

Eins zu null für den Holländermichel

Wilhelm Hauffs Kunstmärchen »Das kalte Herz« lässt sich durchaus als Kapitalismuskritik lesen. Damit widerlegt es die gängige Vorstellung von der weltabgewandten Romantik. Bei Thomas Rothschild hat die Premiere in Stuttgart gemischte Gefühle ausgelöst. mehr

Ausstellung in Dresden

Eine fotografische Spurensuche

Im Kraszewski-Museum wird derzeit eine Serie des polnischen Fotografen Wojciech Wilczyk über die Synagogen, die es einmal in Polen gab, gezeigt. Eine Suche nach den Spuren jüdischer Geschichte und auch, wie Stefana Sabin findet, eine Erinnerung an polnische Geschichte. mehr

Weltkulturen: Faust-Gespräch mit Peter Junge, Berlin

Gleich und Gleich

Berlin-Reisende müssen nach Dahlem fahren, wenn sie das Ethnologische Museum besuchen wollen. Die Sammlung wartet noch auf die Umsiedlung ins zukünftige Humboldt-Forum im ehemaligen Berliner Stadtschloss. Mit dem Leiter der Afrika-Abteilung Peter Junge sprach Clair Lüdenbach über die Aufgaben eines ethnologischen Museums. mehr

CD-Entdeckungen

Pionierhaftes

Es ist ein Kreuz mit den Opern. Die zeitgenössischen mag man dem Publikum nicht zumuten, die alten sind aus konjunkturellen Gründen in Vergessenheit geraten. Zu entdecken gibt es aber vieles: etwa Das Unmöglichste von Allem von Anton Urspruch oder die Lieder von Erich Jakob Wolff, die beide von Hans-Klaus Jungheinrich vorgestellt werden. mehr

Porträt: Dieter Wellershoff

»Das Herz der Dinge«

Nach Zeitgeist, schnellem Trost oder Erbauung sucht man in seinen Werken vergebens. Dieter Wellershoffs Bücher bescheren ihren Lesern einen exquisiten Erkenntnisgewinn und Abenteuer von elektrisierender Wucht und Intensität. Peter Henning stellt den großen Kölner Schrifsteller vor. mehr

Ausstellung

Slava Seidels dART-Blätter

Slava Seidels überzeugend umgesetzte Bildeinfälle greifen nach dem Betrachter. In der Städtischen Galerie in Lemgo sind ihre abenteuerlich-phantastischen Arbeiten ausgestellt, und Florian Koch hat sie gesehen. mehr

Stummfilm-DVD

Melodramatiker Griffith

1919 drehte der Stummfilm-Pionier D.W. Griffith das Melodram »True Heart Susie«. Griffiths Bilder, die Schauspieler und die unterlegte Musik machen diesen Film auch heute noch sehenswert. mehr

Reisebericht

Reise nach Timbuktu

Bis heute ist Timbuktu eine magische Stadt. Auch verkleidet als Muslim war es 1824 lebensgefährlich, dorthin zu reisen. René Caillié gelang dieses Kunststück. Mit seinen Erlebnissen aus der verbotenen Stadt beginnt unsere Reihe »Höllenfahrt und Paradiesvogel« – Reiseberichte von Kaufleuten und Abenteurern. mehr

»Der Kick« im Theater Willy Praml

Nationalsozialistischer Untergrund

Was nützt uns unser Selbstverständnis, wenn uns andere nach ihrem Bedürfnis zu der Person machen, die ihren Absichten entspricht? In milden Varianten begegnet uns diese Zumutung fast täglich. Eine mörderische hat Andres Veiel unter dem Titel »Der Kick« nach einer wahren Begebenheit im Theater Willy Praml herausgebracht. Detlef zum Winkel hat das Stück gesehen. mehr

Buchkritik: Der neue Roman von Zadie Smith

London NW

Zadie Smith' neuer Roman, markiert eine Rückkehr an den Ort ihrer Kindheit – den Londoner Stadtteil Willesden. Nach einer siebenjährigen Pause und gezielten Ausflügen in die Essayistik meldet sich die englische Schriftstellerin mit diesem Roman zurück. Das Warten hat sich gelohnt, findet Peter Henning. mehr

Oper: Katja Kabanowa

Der Preis für ein wenig Glück

Leoš Janáceks 1921 uraufgeführte Oper »Katja Kabanowa« zählt zu den Höhepunkten des Musiktheaters im 20. Jahrhundert. Nun hat Andrea Breth dieses dramatische Werk an der Berliner Staatsoper im Schiller Theater inszeniert, berichtet Thomas Rothschild. mehr

Giacinto Scelsi: Gesammelten Schriften

Ein fürstlicher Außenseiter

Scharlatan wurde er genannt, zumindest rätselhaft erschien der Komponist und Dichter Giacinto Scelsi seinen Zeitgenossen. Nun sind unter dem Titel »Die Magie des Klangs« seine Schriften in zwei Bänden erschienen. Bernd Leukert hat daraus einen charakteristischen Abschnitt ausgewählt und stellt den großen Klangmagier kurz vor. mehr

40-jähriges Jubiläum 2014

Die Berger Stadtschreiberei

Wo einst die Stammburg der Schelme stand, im heute zu Frankfurt gehörenden Stadtteil Bergen, wohnte der Schriftsteller Franz Joseph Schneider, der zum An-Stifter des Stadtschreiber-Amtes wurde. Anlässlich des 40. Jubiläums dieser vielbeneideten Einrichtung erzählte der einstige Stadtschreiber Peter Härtling von den Anfängen und Kuriositäten einer Literaten liebenden Gemeinde. mehr

Theater: Wir haben Deinen Traum im Mund

Schauen Sie!

»Wir haben Deinen Traum im Mund« ist Jakub Gawliks zweites Stück, das er am Frankfurter Autoren Theater inszeniert. Durch die musikalische und selbstbewusste Sprache, die aufs lakonisch Aufgesagte stößt, gelingt ihm in Zusammenarbeit mit Valery Tscheplanowa und Tolga Tekin eine besonderere Inszenierung, wie Andreas Engelmann berichtet. mehr

Maxim Billers Novelle

Visionen und Täuschungen

»Im Kopf von Bruno Schulz« heißt Maxim Billers stilistisch souveräne und dennoch verstörende Hommage auf den 1942 ermordeten Schriftsteller und Zeichner Bruno Schulz. Eugen El hat die Novelle gelesen. mehr

Empfehlung

Die Literaturzeitschrift »metamorphosen«

Warum ist es für eine Literaturzeitschrift bezeichnend, dass sie sich an dem Thema ›Wahnsinn‹ abarbeitet? Dieser Frage geht Alexandru Bulucz nach und durchläuft dabei »Nicht-Orte, Nicht-Plätze wie Flughäfen, Bahnsteige und Sanatorien« in Moritz Müller-Schwefes Literaturzeitschrift »metamorphosen«. mehr

CDs vom Ensemble Modern

Werke und ihre Geburtshelfer

Wenn sich ein Kunstwerk schließlich geschichtlich »durchgesetzt« hat, waren es mit Sicherheit einzelne Personen oder Gruppierungen, die sich dafür eingesetzt haben. Dass solche Agenten heute unverzichtbar sind, zeigt Hans-Klaus Jungheinrich an zwei CDs der Ensemble Modern Akademie. mehr

Die Oper Alcina in Zürich

Die Zauberin Cecilia Bartoli

Im letzten Drittel des 8. Jahrhunderts lebt die Zauberin Alcina auf einer Insel im Mittelmeer; der Stoff ist aus Ariosts ›Orlando furioso‹, Händel brachte die Oper 1735 heraus, das Ballett tanzt im französischen Stil, die Kostüme sind barock und von heute. Wir sind in Zürich mit Thomas Rothschild bei Christoph Loy. mehr

Buchkritik: »Wie überlebe ich als Künstler?«

Überlebenlernen als Full-Time-Job

Selbstvermarktung im Kulturbereich ist ein Thema, das bei der schlechten finanziellen Ausstattung der Etats immer wichtiger wird. Ina Roß will besonders Berufsanfänger motivieren, mit Kreativität Interessenten, Sponsoren, Stiftungen für Ideen und Projekte zu gewinnen. Isa Bickmann hat ihren Ratgeber gelesen. mehr

Offener Brief von Juri Andruchowytsch

Zur aktuellen Situation in Kiew

In einer komplexen, sich schnell wandelnden politischen Lage kann jede Berichterstattung nur eine Momentaufnahme sein. Eine solche Momentaufnahme hat jetzt auch der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch verfasst, mitten aus dem dramatischen Geschehen in Kiew. Sein Bericht klingt wie ein Hilferuf. mehr

Alain Badiou »Platons ›Staat‹«

Auf hoher See

Der viel diskutierte französische Philosoph Alain Badiou hat es gewagt, Platons ›Staat‹ neu zu schreiben, weil die Tatsache, dass sich in den letzten 2383 Jahren manches geändert hat, eine Aktualisierung des idealen Staates an die Gegenwart nahelegt. Bernd Leukert notiert, was ihm daran auffiel. mehr

Porträt: Platform Sarai

Wie bei guten Freunden

Familiär und dennoch international, nichtinstitutionell und dennoch anspruchsvoll: Das Frankfurter Ausstellungsprojekt Platform Sarai versucht einen nicht immer einfachen Spagat. Eugen El stellt das Projekt vor.

Maxim Gorki am Schauspiel Frankfurt

Mäßiges Stück, gut inszeniert

Maxim Gorkis »Kinder der Sonne« sind in Gefangenschaft entstanden. Sein Protest gegen das brutale Vorgehen der Armee gegen Zivilisten am Petersburger Blutsonntag hatte ihn dorthin gebracht. Das Drama, das er unter diesem Eindruck schrieb, hat Martin Lüdke in Frankfurt gesehen. mehr

Der Schauspieler Bruce Dern

Lautlos in Hollywood

Der Schauspieler Bruce Dern kann zwar auf eine fünfzig Jahre währende Laufbahn zurückblicken, erhielt aber bislang nur wenig Anerkennung für seine Arbeit. Mit seiner Leistung in Alexander Paynes »Nebraska« rückt Dern nun endlich ins Rampenlicht. Für Faust Kultur porträtiert Kai Mihm den 77-jährigen Schauspieler. mehr

Arno Schmidts 100. Geburtstag

»Und nun auf, zum Postauto !«

Sein Opus magnum »Zettels Traum« ist seit Jahrzehnten Kult. Am 18. Januar 2014 wäre der Schriftsteller Arno Schmidt einhundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat die Arno Schmidt Stiftung im Suhrkamp Verlag einen Band mit vielen seiner bisher unveröffentlichten Briefe herausgegeben, die Gregor Szyndler gelesen hat. mehr

Das halbe Wort

Dmitrij Gawrisch

Dmitrij Gawrisch wählt seine Worte äußerst präzise, so dass längst vergessen geglaubte Wörter wieder zum Vorschein kommen. 2013 wurde seine Erzählung »schaukelgestühl ganse en bräune« beim 21. open mike in Berlin mit dem Preis für Prosa ausgezeichnet. mehr

CD-Kritiken

Verunsicherungen

Bis heute begnügen sich viele Musikhörer mit Tönen, die sie möglichst schon kennen. Tonkünstler können ein Klagelied davon singen. Hans-Klaus Jungheinrich hat zwei Beispiele aufgetan, die dagegen auf Verunsicherung setzen: Frühe lateinamerikanische Vokalmusik und Werke von Rolf Riehm. mehr

dvd-Kritik

Verständnis für den Mörder

Die neu erschienene DVD-Box »Mörderische Gewalt« besteht größtenteils aus Interviews mit Fachleuten und Autoren, aber auch aus kurzen und kürzesten Geschichten und Opernszenen. Wie alles, woran Alexander Kluge beteiligt ist, erweist sich diese DVD-Box als überaus spannend, findet Thomas Rothschild. mehr

Der Kunstbegriff bei Niklas Luhmann

Weltkunst

Der Bildhauer Stephan Balkenhol soll einmal gefragt worden sein, wie er es bewerkstelligt, aus einem Stück Baumstamm einen Löwen zu formen. Seine Antwort: Ganz einfach! Ich schlage alles weg, was nicht nach Löwe aussieht. Niklas Luhmann hätte ihm vermutlich zugestimmt. Damit ist ein Problem geschaffen, dem Alexandru Bulucz nachgeht. mehr

DAS HALBE WORT

Marvin Chlada

Marvin Chlada, geboren 1970, ist Singer-Songwriter, Übersetzer, Herausgeber diverser Sammelbände und Anthologien. Seine Gedichte zitieren die Beat-Literatur, sie sind im besten Sinne Underground. mehr

DVD-Kritik

Funny Games

Im Februar 2013 hat der Filmregisseur Michael Haneke Mozarts »Così fan tutte« am Madrider Teatro Real inszeniert. Auf DVD lässt sich Hanekes bühnenwirksam und musikalisch gedachte Inszenierung nun noch einmal nachvollziehen, berichtet Thomas Rothschild. mehr

Buchkritik

Kursbuch Neue Medien 2.013

»Medien, Netz und Öffentlichkeit« heißt ein neu erschienener Band, in welchem namhafte Autoren aus Wissenschaft, Medien, Wirtschaft und Politik die gesellschaftlichen und medialen Realitäten unseres digitalen Zeitalters analysieren. Bruno Laberthier hat den Band studiert. mehr

Tanz: Out of the Box

Der Versuchung widerstehen

»Out of the Box« heißt Eric Gauthiers experimentelles Programm am Theaterhaus Stuttgart, bei dem er den Tänzerinnen und Tänzern seiner Compagnie ermöglicht, sich als Choreographen auszuprobieren. Thomas Rothschild hat sich die vierte Ausgabe dieses Programms angeschaut. mehr

Graphic Novel

Fremde Heimat

Von einer Annäherung zweier israelischer Generationen an ihre verdrängte europäische Herkunft erzählt Rutu Modans Graphic Novel »Das Erbe«. Eugen El hat den kürzlich auf Deutsch erschienenen Band gelesen. mehr

Buchkritik

Sog der Leere

Über einen Bildband, der als Ergebnis einer Reise durch die USA entstand und der das Nichtsichtbare unserer kommerziellen Kultur abbildet, berichtet Christian J. Grothaus. mehr

junge oper

Peter Pan und der singende Hund

James Matthew Barries »Peter Pan« wurde vor allem als Disney-Zeichentrickfilm bekannt. Die Oper Stuttgart hat diesen Stoff nun auf die Bühne gebracht. Mit Erfolg, wie Thomas Rothschild berichtet. mehr

Porträt der brasilianischen Autorin

Andréa del Fuego

Schon der erste Roman der brasilianischen Autorin Andréa del Fuego gewann den Prémio José Saramago. Inzwischen erschien ihr zweiter Roman: »As Miniaturas«. Sie greift darin auf den Legendenschatz des Hinterlandes zurück und überdreht diese Geschichten zu einer Art magischem Hyperrealismus, meint Michael Kegler. mehr

Interview mit Eike Wernhard

Man soll Klavier spielen können …

Die Klavierschule »tastsinn« basiert auf einem neuen pädagogischen und gewissermaßen musikalisch-kulturellen Ansatz. Der Autor, der Pianist und Klavierpädagoge Eike Wernhard, erklärt im Gespräch mit Daniela Philippi, wie er vorgegangen ist und was er anders gemacht hat. mehr

graphic novel

Auf zu neuen Territorien

Mit ihrem Comic »Das Tagebuch des Ricardo Castillo« debütierten Alexis Martinez und Gunther Brodhecker im Stil der »ligne claire«, der Paradedisziplin franko-belgischer Comickunst. Thomas Scholz stellt den Band vor. mehr

CD-KRITIK

Der Effekthascher

Die symphonischen Werke Sergej Rachmaninoffs werden selten gespielt. Thomas Rothschild stellt eine neue Box mit 5 CDs vor. mehr

Buchkritik von Bernd Leukert

Gedankennetz ohne Boden

Einst gehörte John Ashbery zusammen mit Lawrence Ferlinghetti und Allen Ginsberg zu den einflussreichen Beat-Poeten der Neuen Welt. Jetzt, betagt, aber mit unerschöpflicher Schaffenskraft, gilt er als der größte lebende US-amerikanische Dichter der Gegenwart. Bernd Leukert hat sein Langgedicht »Flussbild/Flow Chart« gelesen. mehr

Porträt: Ginka Steinwachs

Das verrückte Huhn

Gäbe es die Bezeichnung ›darstellende Schriftstellerin‹, träfe sie auf Ginka Steinwachs zu. Was es mit ihrer Wiederentdeckung der Sinnlichkeit auf sich hat, erklärt Martin Lüdke anhand ihres Buches »Bilderbuch einer StadtstreichLerin«. mehr

Ein Erlebnisbericht zu Arno Schmidt

Tina oder über die Unsterblichkeit

Wo fällt man gleich über »Spitzbrüste voller Ungedeih«? Klar, in »Tina oder über die Unsterblichkeit«. So beginnt nämlich für Arno Schmidt der Weg ins Elysium. Was »Tina« darüber hinaus anrichten kann, schildert Gregor Szyndler in seinem rezensierenden Erlebnisbericht. mehr

Anita Djafaris Buchtipp mit Romanauszug

Die Autobiografie meiner Mutter

In einer Sprache, die auch zwanzig Jahre nach der Erstpublikation des Romans »Die Autobiographie meiner Mutter« nichts an Kraft verloren hat, beschreibt die karibische Autorin Jamaica Kincaid Mechanismen weiblicher Unterdrückung. Zu Recht, so Anita Djafari, hat der Unionsverlag dieses Werk neu aufgelegt. mehr

Lyrik

Die Frankfurter Dichtungsfans

Die jüngst in Frankfurt initiierte Reihe »Dichtungsfans« versteht sich als Dialog und Werkstattgespräch zwischen Lyrikern und Lesern. Alexandru Bulucz berichtet vom ersten Treffen. mehr

Reportage

Zwischen Dählersgraben und Herbertsdelle

Mitten in Deutschland liegt das Biosphärenreservat Rhön, in dessen Mitte sich der Ort Setzelbach – heute Teil der Gemeinde Rasdorf – befindet: Ein Tatort mit Grenztoten. Mit einem komplizierten und spannenden Fall, dessen Aufklärung an Grenzen geraten ist. Johannes Winter ist den Spuren gefolgt. mehr

Der Schweizer Heinz Holliger – Komponist und Dirigent

Das Nahe und die Welt

Einst galt er als weltbester Oboist, dann als genau arbeitender, einfühlsamer Dirigent, schließlich und zeitgleich als wundersam undogmatischer Komponist. Heinz Holliger, der auch ein großer Musikvermittler ist, hat eine CD mit eigener Kammer- und Vokalmusik veröffentlicht. Hans-Klaus Jungheinrich stellt sie vor. mehr

Gedanken zur syrischen Tragödie von Fawwaz Haddad

Ein neuer Blick auf die glücklichen Demokratien

Freiheit und Gerechtigkeit, für die die Syrer auf die Straße gingen, scheint der Westen nur sich selbst zuzubilligen, schreibt Fawwaz Haddad in seinem Bericht. Die westlichen Staaten, die die syrische Revolution anfangs mit großen Worten unterstützten, haben das Land jedoch aus Angst vor den Dschihadisten im Stich gelassen. mehr

Ausstellung in Frankfurt

Géricaults einfühlender Realismus

Théodore Géricault (1791-1824) gilt neben Eugène Delacroix als bedeutendster Vertreter der französischen Romantik. Isa Bickmann begeistert sich für eine Frankfurter Ausstellung mit einer Auswahl von Werken des Jungverstorbenen, in denen französische Frühromantik und Realismus fusionieren. mehr

Buchkritik: Experimentelle Gedichte von Tristan Marquardt

»Du musst das System nicht checken, um es zu hacken«

Wer Gedichte liest – vermutet man – möchte Vertrautes wiedererkennen, – aber mit einem fremden Blick. Er möchte lesen, was er immer schon dachte, – aber so eben nicht. Tristan Marquardt hat sich diesem Leser mit seinem Band »das amortisiert sich nicht« gestellt und Malte Abraham zeigt sich davon begeistert. mehr

Buchkritik von Alexandru Bulucz

Thomas Bernhard und Gerhard Fritsch – Der Briefwechsel

Gerhard Fritsch war ein Freund, der Thomas Bernhard früh zur Seite stand und ihm eine öffentliche Bühne verschaffte, von der ihn später Theaterdirektoren und Verleger abholen konnten. Bernhard verabschiedete ihn nach seinem frühen Freitod mit den Worten: »Sein von ihm selbst verpfuschtes Leben war ihm über den Kopf gewachsen und hatte ihn ausgelöscht.« Alexandru Bulucz hat den Briefwechsel der seltsamen Freunde gelesen. mehr

Die Meisterpianistin

Alice Sara Ott

Die Mutter ist Japanerin, der Vater Deutscher, die Tochter Pianistin: Alice Sara Ott versucht, die Musik auf dem Klavier zu orchestrieren. Mit dieser hohen Kunst hat sie in der Stuttgarter Liederhalle Thomas Rothschild überzeugt. mehr

Theaterkritik: Wille zur Wahrheit

Die Wahrheit, immer in der »entgegengesetzten Richtung«

Kann man die Wahrheit sprachlich fassen? Um diese Frage dreht sich Oliver Reeses Inszenierung von Thomas Bernhards Autobiografie am Schauspiel Frankfurt. Martin Lüdke über einen mächtig beeindruckenden Theater-Abend bei der Frankfurter Uraufführung. mehr

50. Jahrestag der Ermordung von John F. Kennedy

Eine der besten amerikanischen Geschichten

Fünfzig Jahre nach seiner Ermordung bleibt John F. Kennedy schwer zu fassen. In den USA beschäftigen sich Historiker ebenso wie Schriftsteller und Journalisten intensiv mit Kennedy und seiner Ermordung. Stefana Sabin stellt einige Publikationen vor. mehr

Das halbe Wort

Lydia Daher

Lydia Daher, geboren 1980, ist eine Dichterin und Sängerin, die etwas zu sagen hat, und die jeder in Deutschland kennen sollte, meint Jannis Plastargias. mehr

DVD-Kritik

Naive Ästhetik

Bis heute streitet man sich um die Zauberoper von Herrn Schikaneder, die Herr Wolfgang Mozart mokant in Musik setzte. Vor mehr als zehn Jahren inszenierte Axel Manthey die populäre »Die Zauberflöte« im Ludwigsburger Schlosstheater, und jetzt ist davon eine DVD erschienen, die Thomas Rothschild kommentiert. mehr

JAZZ – Interview

Mr. Romantic

Der Jazzposaunist Nils Wogram hat mit der Gründung seines eigenen Labels nWog gezeigt, wer in seiner Musik das Sagen hat. Mit seinem neuen, mittlerweile sechsten Album »Riomar – Root 70 with strings« zeigt sich Wogram nun von seiner romantischen Seite. Tobias Premper sprach mit dem Zürcher Musiker. mehr

MICHAEL KUNERT IM GESPRÄCH

»Magischer Realismus, warum nicht«

Michael Kunerts Bilder und die Figuren, die diese bevölkern, lassen an die Malerei der zwanziger Jahre, an Max Beckmann denken. Eugen El sprach mit dem Leipziger Maler über seine Kunst, deren Entstehungsbedingungen und Möglichkeiten, über Zeitenwenden und über die Krisen der Gegenwart. mehr

Elektronische Musik im Netz

Ein zeitgenössischer Blick

Wie sag' ich's meinem Kinde, was Akusmatik ist und was die Musik von Marco Dibeltulu damit zu tun hat? Es geht um Kino für die Ohren und um eine Erklärung von Bernd Leukert. mehr

Das halbe Wort

Vesna Lubina

Vesna Lubina, geboren 1981, ist Tochter bosnischer Einwanderer. Sie hat in Konstanz, Tübingen und New York studiert und lebt nun in Kalifornien. Jannis Plastargias stellt ihre Gedichte vor. mehr

DVD-Kritik

Der perfekte Amerikaner

Walt Disney steht im Mittelpunkt einer Oper von Philip Glass, die im Januar 2013 in Madrid uraufgeführt wurde und nun auf DVD vorliegt. Thomas Rothschild zeigt, inwiefern man Disney als »perfekten Amerikaner« bezeichnen kann und was ihn mit Philip Glass verbindet. mehr

Künstlerinnenporträt – Ina Holitzka

Verortungen im Gehen und Kommen

Ina Holitzka hat mit zahlreichen Ausstellungen und Vor-Ort-Installationen auf sich aufmerksam gemacht. Ihr gerade erschienener Katalog fasst das OEuvre der Künstlerin zusammen. Faust Kultur bringt daraus den Auszug eines Textes von Isa Bickmann. mehr

Buchkritik

Gewäsch und Gewimmel

Was passiert, wenn man nach dem besten Buch noch ein besseres schreibt? Brigitte Kronauer hat einen genauen Blick auf die Gegenwart geworfen und ihre Beobachtungen mit heiterer Gelassenheit in ihren Roman »Gewäsch und Gewimmel« einfließen lassen. Otto A. Böhmer bewundert das Buch. mehr

Buchkritik

Auf dem Weg zur Mehrsprachigkeit

Die Zeiten der klaren sprachlichen Identität ist vorbei! Mehrsprachigkeit scheint alltäglich geworden zu sein. Was Mehrsprachigkeit tatsächlich bedeutet und wie das Verhältnis der Nationalsprachen zu der einen Weltsprache ist, beschreiben mehrere neue Bücher, die Stefana Sabin gelesen hat und kritisch kommentiert. mehr

Brasilianische Kunst in Frankfurt

Erfahrungsräume

Kunst als Erfahrung für alle Sinne: brasilianische Künstler entwickelten seit den fünfziger Jahren eine Affinität zu begehbaren Rauminstallationen. Eugen El hat die beiden in Frankfurt laufenden Ausstellungen zu diesem Thema besucht. mehr

dvd-kritik

Der Anti-Knopp

Marcel Ophüls' Dokumentarfilm »Das Haus nebenan« von 1969 trug in Frankreich wesentlich zur Eröffnung einer Debatte über die Kollaboration mit den deutschen Nationalsozialisten im eigenen Land bei. Thomas Rothschild über einen Film, der den Zuschauer nicht zur Ruhe kommen lässt. mehr

Klaus Walter erinnert sich

Lou Reed interviewen

Lou Reed, der die Abgründe des Lebens nicht nur vom Hörensagen kannte, hat sich frühzeitig zur Kunstfigur gemacht. Sein musikbegleitetes Sprechen war die klanggewordene Essenz dieser Stilisierung. Nach seinem Ableben beleben sich die Erinnerungen an den Kult-Künstler. Klaus Walter hat seine aufgeschrieben. mehr

CD mit Schubert- und Schumannliedern

Großes Erzählen

Johannes Martin Kränzle gehört nicht zu den unbekannten Sängern. Der Bariton wurde von der »Opernwelt« 2011 zum Sänger des Jahres gemacht, und jetzt ist von ihm eine neue CD mit dem Titel »Grenzen der Menschheit« erschienen. Hans-Klaus Jungheinrich schreibt, was davon zu halten ist. mehr

Donaueschinger Musiktage für Neue Musik 2013

Neue Übersichtlichkeit durch Großformate

Die jährlich im Herbst stattfindenden Donaueschinger Musiktage gibt es seit 1921. Sie sind somit das älteste deutsche Festival für Neue Musik. Der Musikkritiker Hans-Klaus Jungheinrich hat sie für Faust-Kultur besucht. mehr

Buchkritik von Thomas Scholz

Träumer und Sünder

Trotz aller Anekdoten über Stars, Filme und ihre Traumfabrik ist das neue Buch von Matthias Göritz kein Film-Roman. Es ist eine Geschichte über die Nachfolge, über das Weitergeben und -führen eines Lebens durch das Erzählen der Geschichte eines Menschen, findet Thomas Scholz. mehr

Klassik-Interpretationen

Jansons Beethoven und  Guldas Mozart

Nicht nur Tradition und Schlamperei machen uns glauben, eine komponierte Musik zu kennen. Dass wir sie durch Interpreten und – auf Tonträgern – auch durch Tonmeister neu entdecken können, veranlasst Thomas Rothschild, sich mit Mariss Jansons Beethoven und Friedrich Guldas Mozart zu befassen. mehr

Das halbe Wort

Sandra Klose

Sandra Klose, Preisträgerin des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen, steht im Mittelpunkt einer neuen Folge der von Jannis Plastargias betreuten Reihe »Das halbe Wort«. mehr

BRIEFWECHSEL

Hans Blumenberg und Jacob Taubes

Der Religionssoziologe Jacob Taubes muss ein beeindruckender Rhetoriker gewesen sein, der dem Philosophen Hans Blumenberg beharrlich eine Zusammenarbeit antrug. Warum beide hoffnungslos aneinander vorbei redeten, erklärt Enno Rudolph in seiner Besprechung des Briefwechsels. mehr

Jazz – CD-Besprechungen

Die Botschafter

Seitdem es Tonträger gibt, auf denen sich klingende Musik bewahren lässt, lässt sich wenigstens der Eindruck ahnen, den die Musik auf die Zuhörer gemacht hat. Thomas Rothschild beschreibt, was es auf den wiederveröffentlichten Aufnahmen von Art Blakey & The Jazz Messengers, Freddie Hubbard Quintet und dem Teddy Wilson Trio with Jo Jones zu entdecken gibt. mehr

Buchkritik: RLF. Das richtige Leben im falschen

Alternativlosgesellschaft?

Als im letzten Jahrhundert in der Folge der Studentenbewegung die Suche nach einem alternativen Leben begann, hatte man das real existierende als das falsche erkannt. Nun, nach mehr als vierzig Jahren, muss sich diese Erkenntnis erst verbreiten. Friedrich von Borries hat mit seinem neuen Buch die Vorbereitungen getroffen. Christian J. Grothaus stellt das Aufklärungswerk vor. mehr

LiBeraturpreis 2013

Die brasilianische Autorin Patricia Melo

Die brasilianische Autorin Patricia Melo erhielt 2013 den LiBeraturpreis. Die Auszeichnung ehrt speziell schreibende Frauen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Arabischen Welt. Manoella Barbosa stellt Patricia Melo vor. mehr

Porträt und Auszug

Rio de Janeiro, Tokio, Mastroianni

Das Buch des brasilianischen Gegenwartsautors Joao Paulo Cuencas »Das einzig glückliche Ende einer Liebesgeschichte ist ein Unfall« hat unter Rezensenten Begeisterung aber auch einige Verwirrung ausgelöst. Michael Kegler gibt ein einführendes Porträt. mehr

Elektronische Musik

CDs von Radikal Audio Lab

Eine neue CD des »Radikal Audio Lab« (RAL) ist jetzt auf dem Markt. Betreiber des Laboratoriums sind die Komponisten Frank Niehusmann und Clemens von Reusner, die elektroakustische Musik nahezu anschaulich inszenieren: feinsinnig und kraftvoll, – Kino für die Ohren. mehr

Literaturzeitschrift

Flandziu

Alexandru Bulucz stellt die nach einer Figur aus dem Werk Wolfgang Koeppens benannte Zeitschrift anhand eines Textes des Herausgebers Jürgen Klein zur Erinnerungskultur vor. mehr

Schwerpunkt Syrien

Lass mein Volk leben

Der syrische Lyriker und Maler Monzer Masri lebt bis heute in der syrischen Küstenstadt Latakia. In einem wie eine Ode erklingenden Langgedicht beschreibt er für Faust-Kultur die mit der Revolution verbundenen Hoffnungen, das durch den Krieg entstandene Leid und die Veränderungen, die sich in die Gesellschaft eingeschlichen haben. mehr

Bob Dylans Vorbilder

Wo Dylan lernte

Bob Dylan hat nie den Kultstatus verloren, der sowohl auf einem Stapel Legenden als auch auf seiner spezifischen und wunderbar wandelbar in die Zeit passende künstlerische Performance beruht. Thomas Rothschild macht auf eine CD mit frühen Songs aufmerksam. mehr

Lortzings Oper »Regina«

Gekonnt gezündelt

Der Komponist der Opern »Zar und Zimmermann«, »Der Wildschütz« oder »Der Waffenschmied«, Albert Lortzing, nannte seine Revolutionsoper nach seiner Frau, mit der er elf Kinder hatte: »Regina«. Jetzt ist das selten aufgeführte Werk auf CD erschienen, und Hans-Klaus Jungheinrich stellt es vor. mehr

Lyrik

Die gesammelten Verse von Wilhelm Klemm

Jorge Luis Borges übertrug 1920 mehrere seiner Gedichte ins Spanische. Er kannte Apollinaire, Hofmannsthal, Carl Einstein und Kurt Schwitters: Wilhelm Klemm war ein äußerst produktiver Dichter, dessen »Gesammelte Verse« Bernd Leukert hier vorstellt. mehr

Buchkritik

Liebe in Zeiten der Diktatur

Wie schreibt man die Geschichte einer Familie, die erfahren musste, dass das Streben nach einem selbstbestimmten Leben unter den Bedingungen einer Diktatur zum Scheitern verurteilt ist? Dieser Frage geht Lena Goreliks neuer Roman nach, den Eugen El für Faust Kultur gelesen hat. mehr

Oper in der polnischen »Provinz«

Chopin singt

Andere Väter haben auch schöne Töchter. So gibt es im polnischen Wroclaw (einst Breslau) eine rührige Oper, in deren Organisation einiges anders läuft als in der Frankfurts, Berlins, Stuttgarts oder Münchens. Thomas Rothschild berichtet von den Unterschieden, den Licht- und Schattenseiten des schlesischen Kraftwerks der Gefühle. mehr

Geschichte der 0

Auf die Null kamen die Inder

Es ist erstaunlich, dass ein Zeichen, das am Anfang Nichts bedeutet, an zweiter Stelle aber schon das Zehnfache der ersten, überhaupt existiert; noch mehr aber, dass es erst erfunden werden musste. Clair Lüdenbach hat die lange Geschichte der Null in Kürze aufgeschrieben. mehr

Gespräch über Kunst

Mein künstlerischer Prozess beginnt bei der Wahrnehmung

Arme und reiche Materialien fügen sich in den Installationen von Romana Menze-Kuhn zu neuen Räumen. Im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Petra Skiba und der Galeristin Christine Rother berichtet sie von ihrer Herangehensweise. mehr

neues aus dem sexyunderground

kleiner als alles

Fragen stellen. Möglichkeiten eröffnen. Staunen über das, was die eigenen Texte vermögen. Mit Eva Kissel, geboren 1991, stellt Matthias Göritz eine weitere Autorin aus dem Umfeld der Frankfurter Newcomer-Gruppe sexyunderground vor. mehr

ausstellung in wien

Rastelbinder und Pfannenflicker

Der Darstellung von wenig glamourösen, zum Teil vergessenen Berufen und Existenzen widmet sich zurzeit eine Ausstellung im Wien Museum. Die Tatsache, dass wir nicht mehr wissen, wer Lavendelfrauen, Pülcher oder Fiaker sind, bringt Thomas Rothschild zu einem überraschenden Schluss. mehr

Literaturzeitschrift

Otium

OTIUM heißt eine literarische Zeitschrift, die von Literaturstudenten der Goethe Universität Frankfurt herausgegeben wird. OTIUM (lat. Muße) erfordert vom Leser Ruhe, um ihrem Gegenteil, nämlich reger Denktätigkeit, Raum zu geben. OTIUM heißt auch: literarische Beschäftigung. mehr

Dokumentarfilm auf DVD

Der Unbestechliche

Der Linguist Noam Chomsky kennt die sprachlichen Konventionen. Er schreibt und spricht darüber, wie sie wirken, aber auch, wie man mit ihnen Menschen manipulieren kann. Das hat ihn in den USA zum Warner, Mahner und bedeutenden Intellektuellen gemacht. Eine DVD, die Chomskys Persönlichkeit und politisches Engagement vermittelt, empfiehlt Thomas Rothschild. mehr

kapitalismuskritik

Ein Philosoph der handfesten Dinge

Der Philosoph, Ökonom, Gesellschaftstheoretiker und Protagonist der Arbeiterbewegung, der behauptete, kein Marxist zu sein, hieß Karl Marx und starb vor 130 Jahren. Die letzten Jahrzehnte wurde er als »toter Hund« betrachtet, nun aber besinnt man sich auf seine Qualitäten. Hans-Martin Lohmann erinnert an den wortgewaltigen Schriftsteller und brillanten Theoretiker. mehr

zeichnungen aus dem kz holzen

Bilder finden

Erst letztes Jahr wurden die Zeichnungen von Camille Delétang aus seiner Zeit als KZ-Häftling des Buchenwalder Außenlagers Holzen wiederentdeckt. Bruno Laberthier berichtet über diesen ungewöhnlichen Fund. mehr

Entgegnung

Versuch über Jacob Taubes

»Geschwätziger Irrtum« ist Hans-Martin Lohmanns Besprechung überschrieben. Darin bezeichnete er den Religionswissenschaftler Taubes als Scharlatan. Frei von einem Anspruch auf Objektivität macht Alexandru Bulucz in seiner Replik eine andere Sichtweise geltend. mehr

Kitaj-Ausstellung in Hamburg

Die Versöhnung von Malerei und Denken

Nicht immer werden Kuratoren dem Werk eines Künstlers gerecht. Dass es manchmal angemessener ist, sich von einer thesengesteuerten Präsentation zu lösen, zeigt Eugen El am Beispiel einer Retrospektive des Malers R.B. Kitaj (1932-2007) in der Hamburger Kunsthalle. mehr

Zur Psychodynamik sterbender Institutionen

Letale Affären

Schließungen von Firmen und Institutionen erfolgen selten über Nacht, sondern erstrecken sich über mehrere finale Stadien. Der Psychoanalytiker Adrian Gaertner hat sie generalisiert, weiß, wie die Betroffenen diesen Prozess erleben und wie sie sich dazu verhalten können. mehr

Cd-Kritik: Neue Musik

Vexierspiele

Im Mai 2013 wurde er noch totgesagt: Die Jury, die seine neue CD auf die Bestenliste setzte, schrieb – infolge einer Verwechslung – vom »zu früh verstorbenen Komponisten«. Glücklicherweise lebt der heitere Komponist seriöser Musik, Michael Reudenbach, und kann Hans-Klaus Jungheinrichs Besprechung seiner Werke mit eigenen Augen lesen. mehr

architektur-essay

Stadt-Zeit-Bilder

Wie ein Buch lässt sich auch ein Bild lesen – oder eine Stadt, besonders wenn sie als Vedute in einer Zeitschrift oder auf dem Bildschirm erscheint. Der Architekt und Autor Christian J. Grothaus versucht in seinem Essay, nicht nur die dritte Dimension für die Bilder von Stadt und Architektur (wieder) einzufordern, sondern auch die vierte. mehr

buchauszug

Polizeiliche Vernehmung

Das »Narrenstück«, das der Übersetzer und Journalist Jan Cornelius veröffentlicht hat, ist eine literarische Montage aus autobiographischen und fiktionalen Skizzen, in denen er die Wirklichkeit mit scharfer Feder beschreibt. Der besonderer Reiz des Romans entsteht aus der Mischung aus verzweifeltem Humor und komischem Realismus. mehr

Max Horkheimer. Unternehmer in Sachen »Kritische Theorie«

Wir sind die einzige Gruppe

Er war der Motor, Finanzier, Manager und Planer des Instituts für Sozialforschung und der Herausgeber der »Zeitschrift für Sozialforschung«. Wie Max Horkheimer der Rektor der Frankfurter Schule wurde, ist jetzt in der knappen, informativen Monographie von Rolf Wiggershaus zu lesen. mehr

Romanauszug

Träumer und Sünder

Der Lyriker, Übersetzer und Romancier Matthias Göritz hat einen neuen Roman vorgelegt. Im Mittelpunkt steht der alte und kranke Filmproduzent Helmut Erlenberg, der im Interview mit dem Ich-Erzähler Details über sein neues Film-Projekt »Gleiwitz« erzählen soll, dabei aber sein eigenes Spiel spielt. Ein Kapitel aus diesem Buch verrät mehr.

Wolfgang Deichsel, Michael Quast & Rainer Dachselt

Der hessische Molière

Die Zauberformel, mit der Wolfgang Deichsel sein anspruchsvolles Volkstheater entwarf, bestand aus der Kombination von hessischer Mundart und gebundener Sprache. In einem neuen Buch finden sich Texte von Wolfgang Deichsel und Rainer Dachselt sowie ein Gespräch Karlheinz Brauns mit Deichsel über »Dialekt auf dem Theater«. mehr

Faust-Gespräch mit Alemu Aga

Für Gott und König – Die Davidsharfe aus Äthiopien

Alemu Aga ist heute der weltweit bekannteste Begennaspieler. Seit die Weltmusik der alten ethnischen Musik den Rang abgelaufen hat, ist es ein Ereignis, die Begenna live zu hören. Kürzlich war Alemu Aga in Köln zu Gast. Clair Lüdenbach hat ihn dort gesprochen. mehr

Erinnerung an Sascha Juritz

Im Dickicht der Linien

Der Zeichner, Maler, Graphiker und Bildhauer Sascha Juritz illustrierte Bücher von Heinrich Böll, Bertolt Brecht, Max von der Grün, Peter Härtling, Marie Luise Kaschnitz, Stephan Hermelin, Karl Krolow, Peter Rühmkorf, Siegfried Lenz, Martin Walser u.v.m. Harry Oberländer erinnert an den Künstler, der vor zehn Jahren starb. mehr

bushido-debatte

Unglaubwürdig und lächerlich

Was darf Kunst? Diese Frage müssen wir uns auch im Fall Bushido stellen. Michael Behrendt erläutert die Hintergründe zur aktuellen Debatte um den umstrittenen Rapper. mehr

Buchkritik

Wir haben nur Worte

Worte finden angesichts des nahenden Todes: Raymond Carvers letztes Buch, der nun erstmals auf Deutsch vorliegende Band »Ein neuer Pfad zum Wasserfall«, versammelt gut fünfzig Gedichte aus der Feder des 1988 im Alter von 50 Jahren an Lungenkrebs verstorbenen Amerikaners. Eine Buchkritik von Peter Henning. mehr

buchkritik

Sommernachtstraum oder Wintermärchen?

Nähe und Distanz, emotionaler Ernst und mitleidloser Witz sind ihm geläufig. Otto A. Böhmer ist beides: erzählender Philosoph und philosophischer Erzähler. In beiden Fällen ist er auf hohem Niveau unterhaltsam. Seinen neuen Roman »Nächster Halt Himmelreich« nennt Wend Kässens ein literarisches Ereignis. mehr

Kommentar zum daten-skandal

Recht auf die Privatsphäre

Angesichts des NSA-Skandals werden nicht nur legitime Empörung, sondern auch antiamerikanische Affekte (re)aktiviert. Dabei ist »das Recht auf die Privatsphäre« ein amerikanisches Konzept des späten 19. Jahrhunderts, das sich Europa zueigen gemacht hat. Wie prekär das Verhältnis zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit war und immer noch ist, analysiert Stefana Sabin in ihrem Kommentar. mehr

Der Dichter und seine Heimatstadt

Im Lande der Hyperboreer liegt die Insel Petersburg …

Oleg Jurjews »Zwanzig Facetten der russischen Natur« ist eine kleine Kostbarkeit: Ein Geschenk. Vieles in diesem Büchlein ist umwerfend komisch. Dennoch ist es der Aufklärung über einen ernsten Gegenstand auf eine poetische Weise verpflichtet. Ein Kapitel daraus, eine Hommage an des Dichters Heimatstadt Petersburg, ist hier zu finden. mehr

Jazz – Porträt

Musik der Geräusche

Alfred Harth, improvisierender Saxophonist seit den 60er Jahren, beteiligt am Sogenannten Linksradikalen Blasorchester und vielen anderen Ensembles der avancierten Liga, lebt und arbeitet heute als Komponist und Multimediakünstler im koreanischen Seoul. Thomas Rothschild sichtet seine CDs. mehr

Kunst-Biennale 2013

Die Reviere der Kuratoren

Alle zwei Jahre – während der Biennale – wird Venedig zum Zentrum der Kunstwelt. Eine große Anzahl von Länderpavillons unterschiedlicher Qualität ist zu besichtigen. Überdies gibt es eine thematische Hauptausstellung. Thomas Rothschild hat sich die 55. Ausgabe der Weltkunstschau in Venedig angesehen. mehr

Buchkritik

Idiopathie

Vom Leben der Mittdreißiger im ostenglischen Norwich erzählt Sam Byers' Debütroman »Idiopathie«. Mit sarkastischem Humor umschreibt der Autor den Narzissmus seiner Figuren. Eine Buchkritik von Ruthard Stäblein. mehr

Fotografie

Fragen an Horst Hamann

Viele Jahre lang reiste Horst Hamann durch die USA – und ließ diesen Seh-Reisen Bildbände folgen, die ihn nicht nur Anerkennung in der Kunstwelt einbrachten, sondern auch die Ehrenmedaille der Stadt New York. Julia Mantel sprach mit dem Fotografen anlässlich des Erscheinens seines Bandes »America«. mehr

Internationaler Literaturpreis

Open City

Der aus Nigeria stammende amerikanische Autor Teju Cole und die Übersetzerin Christine Richter Nilsson erhielten für den Roman Open City den Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt 2013. Jan Wilm hat das Buch für Faust-Kultur besprochen. mehr

Faust-Gespräch mit Carola Saavedra

»Interpretationen dieser Wahrheit«

Carola Saavedra zählt zu den herausragenden Protagonistinnen der neuen brasilianischen Literatur, deren »Brasilianität« vor allem darin besteht, so offensiv wie selbstverständlich universell zu sein. Im Faust-Gespräch mit Andrea Pollmeier sprach sie über ihre Herkunftsgeschichte und ihr Leben als Schriftstellerin. mehr

Buchkritik

Die vergessene Realität

Wolfram Ettes »Kritik der Tragödie. Über dramatische Entschleunigung« beschreibt den Zusammenhang zwischen politisch-kulturellem Kontext und der Entwicklung der Tragödie von Aischylos bis Heiner Müller. Bernd Leukert ist davon begeistert. mehr

CD-KRITIK

Bach-Illuminationen

Es hat wohl seinen Grund, warum die Musik des barocken Meisters auch miserable Aufführungen sowie Adaptionen durch Jazz und Rock überstand. Nun hat Hans-Klaus Jungheinrich bemerkenswerte Bearbeitungen mit Angelika Nebel und Stefano Scodanibbio entdeckt. mehr

Gespräch mit Bombay S. Jayashri

Imagination und Mathematik

Bombay S. Jayashri wurde mit dem Wiegenlied, das sie im Film »Schiffbruch mit Tiger« sang, für einen Oscar nominiert. In Indien wird die Sängerin schon lange als eine herausragende Interpretin der klassischen, südindischen Musik geschätzt. Clair Lüdenbach sprach mit ihr. mehr

Kurzessay

Der kalte Friede

Der Berliner Schriftsteller, Künstler und Musiker Thomas Kapielski hat den Charakter unseres fast 70-jähriger Friedens – dem längsten seit erdenklichen Zeiten – durchdacht und nennt ihn, zuerst in der Zeitschrift TUMULT und jetzt auf Faust-Kultur, den kalten Frieden. mehr

Interview mit dem Graphic Novel Autor Simon Schwartz

»Der den Teufel besiegte«

Dass ein Schwarzer namens Matthew Henson der erste Mann am Nordpol war, darf nicht wahr sein und hat deshalb in der Geschichtsschreibung der Weißen nicht stattgefunden. Im Faust-Gespräch mit Thomas Scholz erzählt Simon Schwartz von der Entstehung seiner Graphic Novel »Packeis«. mehr

SCHWERPUNKT: portugiesischsprachige Literatur

Die Durchsichtigen

Portugiesisch zählt zu den wichtigsten Sprachen der Welt, nur ein kleiner Teil dieser Literatur ist jedoch ins Deutsche übersetzt. Der Übersetzer Michael Kegler startet parallel zum diesjährigen Buchmesse-Ehrengastland Brasilien darum eine Reihe der lusophonischen Literatur auf Faust-Kultur, seinen Beitrag über den angolanischen Autor Ondjaki gibt es hier

Übersetzungsvergleich

Chinua Achebe »Alles zerfällt«

Chinua Achebe, der als Begründer der zeitgenössischen afrikanischen Literatur gilt, ist im Alter von 82 Jahren in Boston gestorben. Sein Hauptwerk, Things Fall Apart, ist 2012 für den Fischer Verlag von Uda Strätling neu übersetzt worden. Den veränderten Blick auf das Werk Achebes erläutert Silke Pfeiffer. mehr

GESPRÄCH MIT JAKUBA KATALPA

Die aus Deutschland

Die tschechische Autorin Jakuba Katalpa hat einen Roman über das schwierige Verhältnis zwischen Deutschen und Tschechen geschrieben. Er umfasst die Jahre 1912 bis 2000, repräsentiert von einfühlsam gezeichneten Charakteren, und bietet Spannung und Tiefe. Eva Novak hat die Autorin über die Inhalte ihres Buches befragt. mehr