„La Traviata“ von Giuseppe Verdi

„La Traviata“ von Giuseppe Verdi

Abrufbar noch bis zum 25.09. in der arte-Mediathek
Szene aus

Eine „La Traviata“ für alle Sinne und noch bis zum 25.09.2021 in der arte Mediathek zu sehen. Schalten Sie ein und genießen Sie diese Sternstunde moderner Operninszenierungen - Verdi und allen Beteiligten sei Dank!

Marie Duplessis, 1847 in Paris gestorben, begann als Magd und starb als geachtete und von vielen begehrte Kurtisane. Zu ihren Liebhabern zählten Fürsten, Diplomaten, Künstler, darunter Théophile Gautier, Franz Liszt und auch Alexandre Dumas der Jüngere. Mit dreiundzwanzig Jahren erlag sie einer Tuberkulose-Erkrankung. Kaum ein Jahr nach ihrem Tod setzte Alexandre Dumas der Jüngere der jungen Frau ein literarisches Denkmal: „La Dame aux camélias – Die Kameliendame“. Der Roman wurde ein Bestseller, war auch als Bühnenstück erfolgreich und inspirierte Giuseppe Verdi (Musik) und Francesco Maria Piave (Libretto) zu der Oper „La Traviata“ (italienisch für „Die vom Wege Abgekommene“) – eine der erfolgreichsten Opern der Musikgeschichte.

Oper ist weit mehr als nur die Musik – der Inszenierung kommt eine große Bedeutung zu. Findet diese zu einer stimmigen Form, kann Oper nicht nur schön sein, sondern uns mit allen Sinnen verzaubern, in eine Geschichte hineinziehen und unsere Seele berühren. Leider bleiben viele Inszenierungen trotz der musikalischen Qualität der Vorlage weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Ein Höhepunkt moderner Opern- und Inszenierungsgeschichte war und ist die Inszenierung von „La Traviata“ aus dem Jahre 2005 mit Anna Netrebko und Rolando Villazón bei den Salzburger Festspielen mit den Wiener Philharmonikern unter Leitung von Carlo Rizzi.

Szene aus

Die Story ist hinlänglich bekannt: Die junge Violetta führt als Edelkurtisane ein selbstbestimmtes und luxuriöses Leben in Paris. Doch sie ist krank und weiß, dass sie bald sterben wird – da verliebt sie sich zum ersten Mal. Ein bekannter und tragischer Stoff – hier von Regisseur Willy Decker zeitgemäß und erlebbar – auch für ein zunächst vordergründig nicht so Opern affines Publikum – inszeniert. Der Regisseur entwickelt die Geschichte, der dem Tod geweihten Violetta, nah am Text und legt großen Wert auf eine detaillierte psychologische Zeichnung der drei Hauptfiguren und deren Beziehung zueinander. Violetta nicht als geldgierige Prostituierte, sondern als eine selbstlos liebende Frau und der Vater von Alfredo, gesungen und gespielt von Thomas Hampson, letztlich ein mit sich und seinen überkommenden Überzeugungen ringender Patriarch.

Im Bühnenbild von Wolfgang Gussmann überwiegen die Farben Weiß (Kamelie), Rot (Eros), Schwarz (Thanatos) und im Hintergrund eine riesige Bahnhofsuhr – Symbol für die ablaufende Lebenszeit Violettas. Anna Netrebko als Violetta und Rolando Villazón als Alfredo avancierten mit dieser Inszenierung zum Traumpaar der Oper. Sie im roten Kleid – verführerisch und stimmgewaltig. Er ein ihr in Stimme und Spiel als vermeintlich verschmähter Liebhaber ebenbürtig.

Auch nach Jahren wirkt diese Inszenierung noch so frisch und lebensnah wie im Jahre 2005 und widerspricht all denen, die glauben, nur live und vor Ort sei wahres Theater zu erfahren und zu erleben. Bei dieser „La Traviata“ springt der Funke auch via Bildschirm über und man lauscht beglückt den Stimmen und genießt das Spiel der beiden im spartanischen Bühnenbild. Nicht zuletzt sind Streaming Angebote auch für einen schmalen Geldbeutel interessant. Wer will und kann sich denn schon eine Reise nach Salzburg und die dort aufgerufenen Preise leisten – nicht zuletzt die Preise auf dem Schwarzmarkt. Diese hatten kurz vor der seit Monaten ausverkauften Premiere dieser Neuinszenierung astronomische Höhen erklommen. So gesehen tragen Streaming Angebote auch zu einer Demokratisierung von Kulturangeboten bei.

https://www.arte.tv/de/videos/097912-000-A/la-traviata-mit-anna-netrebko-und-rolando-villazon/

Letzte Änderung: 29.09.2021  |  Erstellt am: 26.09.2021

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