Internationale Maifestspiele

Internationale Maifestspiele

Hessisches Staatstheater in Wiesbaden
Wolfgang Amadeus Mozart: Così fan tutte. Heather Engebretson | © Karl und Monika Forster

An der Küste Utopias, nämlich nach Wiesbaden, wird auch 2022 der Mai kommen und mit ihm die Internationalen Maifestspiele. Kunst- und geistesgeschichtliche Aufbrüche leiten thematisch ein Großaufgebot an besten Produktionen der Bühnenkunst. Walter H. Krämer informiert über den derzeitigen Stand der Planung, die wieder Live- und Präsenzveranstaltungen verspricht.

Vom 30. April bis 31. Mai 2022 präsentiert das Hessische Staatstheater Wiesbaden im Rahmen der Festspiele ein vielfältiges Programm für Jung und Alt. Alle Sparten der Darstellenden Kunst sind bei den Festspielen vertreten: Oper und Konzert, Tanz, Performance und Schauspiel.

Über 900 Künstler*innen u.a. aus Italien, Irland, Polen, der Ukraine, der Schweiz, Österreich, Spanien, Frankreich, Armenien, Großbritannien und Deutschland werden während der Festspiele zu Gast in Wiesbaden sein. Vorgesehen sind 46 Gastspiele, 15 Produktionen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, wovon drei Produktionen während der Internationalen Maifestspiele ihre Premiere feiern werden. Bei den Jungen Maifestspiele wird es insgesamt 12 Produktionen zu sehen geben. Außerdem mischt die Freie Szene aus Wiesbaden mit und ist mit 7 Projekten vertreten.

Ein besonderer Schwerpunkt, so Intendant Uwe Eric Laufenberg, „liegt in diesem Jahr auf großen kunst- und geistesgeschichtlichen Aufbrüchen – was in der aktuellen Situation, die nach einem großen Aufbruch geradezu schreit, eine Ermutigung sein kann“. Ein Highlight des diesjährigen Festivals ist die Opernpremiere „Babylon“ von Komponist Jörg Widmann. Das 2012 an der Bayerischen Staatsoper München uraufgeführte Werk beweist in eindringlicher Weise, wie überwältigend und mitreißend zeitgenössisches Musiktheater sein kann. Für die Freunde des klassischen Repertoires gibt es den Schwerpunkt Mozart, in dem alle sieben „Meisteropern“ des Komponisten in chronologischer Reihenfolge ihrer Entstehung aufgeführt werden.

Im Schauspiel gibt es ein Wiedersehen mit „alten“ Bekannten – zumindest für die Freunde und Freundinnen von Schauspiel Frankfurt und seinem ehemaligen Ensemble: Nico Holonics, Constanze Becker, Josefin Platt, Bettina Hoppe kommen aus Berlin mit der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und Kurt Weil in der Regie von Barrie Kosky nach Wiesbaden (Aufführungen am 11. + 12. Mai). Und Katharina Bach kommt mit den „Effingers“ von den Münchener Kammerspielen (Aufführung am 25.05.) in die Landeshauptstadt. „Effingers“ in der Regie von Regisseur Jan Bosse ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Gabriele Tergit. Der Familienroman „Effingers“ porträtiert das Leben einer jüdischen Familie zwischen 1883 und 1942. Drei Generationen wachsen auf, suchen Rückhalt und Stabilität in ihrer Familie oder emanzipieren sich von ihren Zwängen. Die „Effingers“ erwecken nicht nur verschiedene Menschen im Kontext ihrer Zeit zum Leben, sondern greifen thematisch direkt in unsere Gegenwart.

Wer gerne einen ganzen Tag im Schauspielhaus Wiesbaden verbringen möchte (ab 11 Uhr morgens bis kurz vor Mitternacht) dem sei der Dreiteiler „Die Küste Utopias: Aufbruch – Schiffbruch – Bergung“ von Tom Stoppard empfohlen (Aufführung am 8.05.). In der Sparte Tanz empfehle ich die international gefeierte Tanzkreation „MÁM“ von Choreograph Michael Keegan-Dolan (Aufführung am 17. + 18.05.). Die Inszenierung ist eine Mischung aus irischer Tradition und zeitgenössischer Choreographie und wird erstmals in Deutschland aufgeführt.

Weiterhin gibt es Lesungen, Konzerte und die Ausstellung „Vorhang auf!“ in den Kurhauskolonnaden. Mit dieser Ausstellung soll einem breiten Publikum, so die Direktorin des Stadtmuseums Sabine Philipp, die 125jährige Wiesbadener Festspieltradition mit Glanz und Glamour, Höhen und Tiefen nahegebracht werden.

Wolfgang Amadeus Mozart: Die Hochzeit des Figaro. Heather Engebretson | © Foto: Karl und Monika Forster

Siehe auch:
https://faustkultur.de/kunst-musik-buehne/der-fluegel-des-paradiesvogels/
https://faustkultur.de/literatur-buchkritik/und-der-haifisch/

Letzte Änderung: 12.03.2022  |  Erstellt am: 12.03.2022


Internationale Maifestspiele

Hessisches Staatstheater in Wiesbaden

30. April bis 31. Mai 2022

Der Vorverkauf für alle Veranstaltungen läuft vor Ort und online seit dem 21. Februar 2022. Aufgrund der derzeit noch bestehenden Vorgaben infolge der Pandemie sind möglicherweise viele der Veranstaltungen derzeit bereits ausverkauft. Da sich die Lage aber dauernd verändert ist die Aussicht auf Sitzplätze aufgrund einer erhöhten Sitzplatznutzung weiterhin möglich.

https://www.staatstheater-wiesbaden.de/internationale-maifestspiele/

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