„Der Schachtelmann“

„Der Schachtelmann“

ab dem 10. November (Premiere) in den Landungsbrücken Frankfurt
Der Schachtelmann

Sebastina Bolitz, Regisseur bei pan productions („Gesäubert“ / 2021, „Der kleine Prinz“ / 2019), ist ein weiterer „Player“ in der sehr aktiven Frankfurter Freien Szene. In Zusammenarbeit mit Landungsbrücken Frankfurt zeigt er nun seine neueste Inszenierung „Der Schachtelmann“ – frei nach dem gleichnamigen Roman von Kōbō Abe

Kōbō Abe’s Schriften und Romane thematisieren gleichnishaft die allgemeine Unfähigkeit, menschliche Beziehungen in einer modernen Gesellschaft zu gestalten.
Die Handlungen spielen sich dabei wesentlich in einer urbanen Stadtlandschaft und inmitten unpersönlicher Orte ab, mit denen der moderne Mensch konfrontiert ist.

In „Der Schachtelmann “spürt Kōbō Abe der Isolation des Individuums nach, indem er eine psychologische Studie über einen der Obdachlosen, die ihr Leben in Pappkartons verbringen, dem Roman zugrunde legt. Im Roman lässt er den Protagonisten nicht nur in seiner Schachtel schlafen, sondern auch leben und sich in und mit ihr fortbewegen. Kōbō Abe hat dem Roman “Der Schachtelmann” durchaus Recherchen über Obdachlosigkeit zugrunde gelegt, allerdings versteht sich “das Leben im Pappkarton” dann bereits als eine Romanimmanente Allegorie.]

Zu Recherchezwecken und um sich einen Eindruck vom Leben obdachloser Menschen zu verschaffen, hat sich das Produktionsteam im Vorfeld der Inszenierung einer Führung durch einen ehemals obdachlos gewesenen Menschen anvertraut, und sich Orte in der Stadt zeigen lassen, an denen sich Obdachlose wesentlich aufhalten. Der Fokus der Inszenierung verfolgt jedoch nicht einzelne Schicksale, sondern liegt allgemeiner auf dem Außenseitertum und der menschlichen Isolierung.

„Der Schachtelmann“ ist ein modernes Märchen über die Suche nach Identität und Identitätsverlust und über Lebenswirklichkeiten in einer Großstadt – offensichtlich auch ein aktuelles Thema. In der Bühnenadaption von „Der Schachtelmann“ wird die Geschichte eines Mannes, der der Gesellschaft den Rücken gekehrt und sich in eine Pappschachtel zurückgezogen hat erzählt: Eine kafkaeske Erzählung über das Betrachten und betrachtet werden und eine Kriminalgeschichte über einen Mord, der passiert sein mag oder auch nicht – auf jeden Fall eine poetische Reise durch einen Bühnenraum voller Pappkartons.

Die Vorlage des Romans also wie geschaffen für eine Umsetzung auf die Bühne durch den Regisseur Sebastian Bolitz, dessen Inszenierungen sich durch einen poetischen Realismus auszeichnen.

„Der Schachtelmann“ – Frei nach dem gleichnamigen Romans von Kōbō Abe (1924 – 1993) ab dem 10. November (Premiere) in den Landungsbrücken Frankfurt. Es spielen Christoph Maasch, Sven Marco Schmidt und Léa Zehaf

Im Anschluss an die Premiere (10.11.) findet ein Publikumsgespräch mit Dr. Christian Chappelow, Dozent für Japanologie an der Goethe Uni Frankfurt, statt.

Letzte Änderung: 02.11.2022  |  Erstellt am: 02.11.2022

Der Schachtelmann

„Der Schachtelmann“ – frei nach dem gleichnamigen Roman von Kōbō Abe (1924 – 1993) ab dem 10. November (Premiere) in den Landungsbrücken Frankfurt

Weitere Termine: 11. + 19. + 20.11. – jeweils 20 Uhr in den Landungsbrücken Frankfurt, Gutleutstraße 294, 60327 Frankfurt

https://pan-productions.net/about-pan

http://www.landungsbruecken.org/de/

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