Dancing Pina

Dancing Pina

Diese Woche im Frankfurter Kino

DANCING PINA feiert die Kunst der legendären Choreographin Pina Bausch und die Menschen, die sich ihrem Werk heute annähern. Mit einer elementaren Wucht, die beflügelt und berauscht. Der Filmemacher Florian Heinzen-Ziob versucht in seinem Dokumentarfilm herauszufinden, was vom Erbe der Tänzerin und Choreografin Pina Bausch übrig geblieben ist.

Das Werk von Choreographen und Choreographinnen nach deren Tod zu bewahren und weiterhin zur Verfügung zu stellen, ist keine leichte Aufgabe. Umso wichtiger und wertvoller sind Filme wie dieser von Florian Heinzen Ziob. Der Dokumentarfilm „Dancing Pina“ trägt dazu bei, das Erbe von Pina Bausch zu bewahren und diese im Gedächtnis zu behalten.

Der Film zeigt an zwei verschiedenen Schauplätzen die Einstudierung zweier wegweisender Werke von Pina Bausch mit zwei unterschiedlichen Tanzensembles. Der Dokumentarfilmer Heinzen-Ziob begleitet hierbei zwei Ensembles, die viele Jahre nach dem Tod der Choreographin (30. Juni 2009) die Arbeit von Pina Bausch fortsetzen wollen. Zum einen ist das die bekannte Semperoper in Dresden und zum anderen die École des Sables in einem Fischerdorf in der Nähe von Dakar

Da sieht man ein afrikanisches Ensemble – bestehend aus Tänzerinnen und Tänzern aus 14 verschiedenen afrikanischen Ländern – zunächst in Germaine Acognys Tanzzentrum, der Ecole des Sables, und später am Meer, wie sie unter Anleitung der ersten Generation von Tänzern*innen des Wuppertaler Tanztheaters gemeinsam Pina Bauschs wohl bekanntes Werk „Sacre du Printemps“ von 1975 einstudieren. Was in Theatern weltweit von der Wuppertaler Companie auf Torf getanzt wird, der rituelle Opfertod eines Mädchens, das zeigt der Film am Schluss auf Sand – vor einer grandiosen Kulisse aus Himmel und Meer.

Dem gegenüber steht ein zweiter Schauplatz: die Studios und Bühne der Dresdner Semperoper. Hier erlernen die Tänzer*innen des Ballettensembles die Schritte und Bewegungen von „Iphigenie auf Tauris“
Und wir nehmen als Zuschauer*innen des Films teil an dem Prozess, wie verschiedene Generationen von -Tänzer*innen des Wuppertaler Tanztheaters Werke von Pina Bausch Tänzer*innen anderer Ballettensembles übertragen und in deren Hände, Füße und Körper legen.

Beide Ensembles verbindet, dass sie die Choreografien von Pina Bausch fortsetzen und in ihrem Sinne weiterentwickeln wollen. Dabei geht es immer darum, das Erbe und die Ideen dahinter zu bewahren, diese aber gleichzeitig an heutige Zeiten und die heute beteiligten Tänzer*innen anzupassen.
Bei Pina Bausch stand technische Perfektion nicht im Vordergrund, sondern sie setzte bei ihren Tänzern und Tänzerinnen immer auf das Individuelle und Persönliche. Das wird in der Dokumentation Dancing Pina deutlich, indem sich Tanzszenen mit Interviews abwechseln und die Beteiligten selbst zu Wort kommen. Man arbeitet zwar für ein gemeinsames Ziel zusammen, hat aber unterschiedliche Geschichten zu erzählen.

So ist der Film nicht nur ein Genuss für Liebhaber*innen des Tanzes und des Wuppertaler Tanztheaters, sondern er gibt auch tiefe Einblicke in die Arbeitsweise von Pina Bausch und gibt Hinweise, wie sich die Geschichte von Pina Bausch und ihrer Werke bewahren und fortsetzen lässt. Unbedingt ansehen.

In Frankfurt zu sehen im Cinema und im Kino Mal Seh‘n

Letzte Änderung: 26.09.2022  |  Erstellt am: 23.09.2022

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