Ausstellung | bis 1. September 2019 - Schlossberg, 35683 Dillenburg

Plastik von Levent Kunt

Bollwerk. Zeitgenössische Kunst in den Dillenburger Kasematten

Ein Projekt anlässlich des Kultursommers Mittelhessen 2019


Der Gang durch die Kasematten des Dillenburger Schlossbergs hinterlässt ambivalente Gefühle. Zum einen repräsentiert das Bollwerk Macht und Überlegenheit, ein in den Felsen gehauener Schutzraum für Soldaten, Burg- und Stadtbewohner. Zum anderen zeigt sich dort aber auch die Kehrseite der Macht, als unwirtlicher Ort der Gewalt und der Ausgrenzung. Eng verknüpft mit der europäischen Geschichte, wird der Ort nun Schauplatz einer großen Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Zehn überregional agierende Mitglieder des Oberhessischen Künstlerbundes treffen auf fünf internationale Künstler, um mit ortsbezogenen Arbeiten den Themen des Bollwerks nachzuspüren, diese auf die Gegenwart zu beziehen und damit auch die Frage nach einer europäischen Identität im 21. Jahrhundert zu stellen.

 

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Ausstellung | bis 1. September 2019 - Weltkulturen Museum, Schaumainkai 29, 60594 Frankfurt am Main

Grey Is The New Pink – Momentaufnahmen des Alterns

Um ein anderes, positives Altersbild bemüht sich die Ausstellung „Grey Is The New Pink“ im Frankfurter Weltkulturen Museum. Kuratorin Alice Pawlik möchte einen globalen Blick auf das Älterwerden werfen. Dabei greift sie nicht nur auf ethnographische Objekte aus der Museumssammlung zurück. Die interdisziplinäre Schau umfasst auch Fotografien, Filme, Zeichnungen, Literatur und Rauminstallationen.

Ein Teil der Präsentation resultiert aus einem Call for Content – einem Aufruf des Museums an die Öffentlichkeit, Bilder vom Altern einzusenden. Etwa 165 Beiträge sind zu sehen: zumeist fotografische Momentaufnahmen aus dem Alltag älterer Menschen. Sie tanzen und lachen, spielen Tischkicker, haben also viel mehr Spaß, als Senioren gemeinhin zugetraut wird. Mit Erwartungen und Rollenklischees spielt auch der kenianische Künstler Osborne Macharia. Er inszeniert vier ältere Herren als Rapper. Macharia fotografiert sie mit Skateboard und Ghettoblaster, in lässigen, bisweilen gewagten Posen und Outfits.

 

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Ausstellung | 28. Juli 2019 bis 1. September 2019 - Parkanlage am Bürgerhaus Mörfelden, Blumenstr./Parkstr., 64546 Mörfelden-Walldorf

22. Skulpturenpark Mörfelden-Walldorf

Eröffnung: Sonntag, 28. Juli 2019, 11 Uhr, Einführung: Dr. Isa Bickmann


Zum 22. Mal verwandelt sich der Bürgerpark der Stadt Mörfelden-Walldorf im August in einen Open-Air-Ausstellungsraum. Eingeladen zur Bewerbung waren bildende Künstler der Bereiche Skulptur, Installation und Objektkunst. Aus den Einreichungen wurden 10 Künstler ausgewählt, die das breite Spektrum zeitgenössischen mehrdimensionalen Schaffens präsentieren. Moderne Materialien wie Beton und Kunststofffolie stehen klassischen Werkstoffen wie Basalt und Cortenstahl gegenüber. Konkrete Kunst trifft auf Assemblagen und auf konzeptbasierte Arbeiten. Ausstellende sind sowohl Noch-Studierende als auch national und international renommierte Künstler und Künstlerinnen mehrerer Generationen: Felicithas Arndt, Edgar Diehl, Gertraud Hasselbach, Steve Johnson, Xue Liu, Faxe M. Müller, Stefan Pinl, Thomas Reifferscheid, Felix Rombach und Katrin Trost.


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Ausstellung | 4. April 2019 bis 7. September 2019 - Deutsche Nationalbibliothek, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt

Oskar Maria Graf, Porträt, 1918

Oskar Maria Graf: Rebell, Weltbürger, Erzähler

Die Ausstellung zeigt den bayerischen Dichter Oskar Maria Graf (1894–1967) als internationalen, weltoffenen, auch rebellischen Schriftsteller. Im Mittelpunkt stehen die Zeit des Exils und die Frage nach der „wahren Heimat“. Von 1933 bis 1938 lebte Graf in Wien und Brünn und ab 1938 in der Metropole New York, deren Vielfalt und Vitalität er liebte. Als Autor von weltliterarischem Rang schrieb er im Exil seine größten Werke – Texte, die vor dem Hintergrund der heutigen weltpolitischen Lage von großer Aktualität sind und deren Wiederentdeckung lohnt. Zugleich blieb er der „Heimat“ verbunden, insbesondere durch seine Sprache, aber auch durch seine Erscheinung: Seine Lederhose legte er auch auf der Fifth Avenue nicht ab.

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Ausstellung | bis 8. September 2019 - Frankfurter Kunstverein, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main

© Yves Netzhammer

Empathische Systeme

Als Thema der Ausstellung benennt Kuratorin Franziska Nori das emotionale Verhältnis zwischen Mensch und Maschine.

 

Wie Gliederpuppen muten die menschlichen Figuren an, die Yves Netzhammer in seinen Animationsfilmen und Zeichnungen auftreten lässt. Die Arbeiten des 1970 geborenen, in Zürich lebenden Künstlers entstehen fast ausschließlich am Computer. Seine Werke tragen mitunter rätselhafte Titel wie „Das Gefühl präziser Haltlosigkeit beim Festhalten der Dinge“.

 

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Ausstellung | bis 22. September 2019 - Fotografie Forum Frankfurt, Braubachstraße 30–32, 60311 Frankfurt

„Portrait of a Young Child“, ca. 1950

Michel Campeau. The Donkey that Became a Zebra: Darkroom Stories

Im Jahr 2005 habe er eine gewaltige Invasion des Digitalen gespürt, erzählt der 1948 geborene Fotograf Michael Campeau. Damals begann er, Dunkelkammern in seiner Heimatstadt Montreal und auf der ganzen Welt zu fotografieren. Campeaus digitale Farbaufnahmen aus der Serie „Darkrooms“ halten die im Verschwinden begriffene, analoge Fototechnik fest. „Keine Filme, das bedeutet auch keine Dunkelkammern mehr“, gibt Campeau zu bedenken.

 

Neben der fotografischen Praxis gilt Campeaus Leidenschaft auch dem Erwerb historischer Dias und Abzüge. „Ich versuche, schöne Dinge zu sammeln“, sagt er. Eine in Mexiko entstandene, private Schwarzweißfotografie aus den Fünfzigerjahren lieh der Schau ihren Titel, „The Donkey that Became a Zebra“. Eine fünfköpfige Gruppe posiert dort auf einem unbeholfen dekorierten Fuhrwerk. Die unfreiwillig komische Hauptrolle spielt jedoch ein mit Zebrastreifen bemalter Esel.

 

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erstellt am 09.9.2010