Gespräch | 29. April 2019 20:00 Uhr - DIE FABRIK, Mittlerer Hasenpfad 5 / Im Hof, 60598 Frankfurt am Main

Florian Schwinn trifft Peter Zudeick

Die Rechten besetzen Begriffe, die zur emotionalen Grundausstattung vieler Menschen gehören, sagt Peter Zudeick und will ihnen diese Begriffe nicht überlassen. Der Journalist und Autor, bekannt für seinen satirischen Wochenrückblick, hat mit seinem jüngsten Buch eine „Kampfansage an Rechts“ vorgelegt. Er wendet sich dagegen, dass Wörter wie „Heimat“, „Volk“, „Vaterland“ ideologisch aufgeladen und verkitscht werden, und so zu Kampfbegriffen gegen die Idee einer freiheitlichen, humanen, liberalen Gesellschaft gemacht. Müssen „wir“ diese Wörter also zurückholen, sind sie nicht kontaminiert?

 

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Gespräch | 29. April 2019 19:30 Uhr - Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin

Lana Lux

Doron Rabinovici und Lana Lux im Gespräch mit Jo Frank

Berlin ist in den letzten Jahren zur „jüdischen Hauptstadt“ Europas geworden. Für deutsche und europäische Autoren ist die Stadt ein wichtiges Zentrum jüdischen Schreibens und als literarisches Sujet selbst allgegenwärtig – ob die Autoren nun aus Deutschland kommen, der ehemaligen Sowjetunion, Israel oder den USA. Auch ihre jüdische Identität hat sich verändert, ebenso wie die Themen ihrer Literatur. Gibt es überhaupt Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen? Welche Themen, Ästhetiken oder Perspektiven teilen die jüdische Debütantin, die Jugendbuchautorin oder der Lyriker? Und wie verstehen sie sich selbst?

Zum Auftakt der Reihe „Jüdische Literaturen“ sprechen Doron Rabinovici und Lana Lux mit Jo Frank (ELES Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk) über Identitäten im Schreiben und Schreiben über Identitäten.

 

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Lesung | 2. Mai 2019 19:30 Uhr - Literaturhaus Darmstadt, Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt

Renate Schmidgall © Vera Trojansky

Renate Schmidgall und Eric Giebel lesen Gedichte

Eric Giebel stellt den 2017 erschienenen, zweisprachigen Lyrikband „Moya Cannon: A Private Country / Ein privates Land“ vor, den er mit übersetzt hat. Die Berge, das Meer, die Kontinuität der Natur und ihre in sich selbst begründete Schönheit, die immer auch gefährdet ist, wo sie von Menschen berührt wird, sind tragende Motive ihrer Gedichte, die hier zum ersten Mal auf Deutsch vorliegen. Renate Schmidgall, preisgekrönte Übersetzerin aus dem Polnischen, ist eine Lyrikerin, die es versteht, Dichtern wie Adam Zagajewski oder Wislawa Szymborska eine deutsche Stimme zu geben. Sie liest aus ihrem zweisprachigen Gedichtband „Pojechac do Weinsberg / Nach Weinsberg fahren“.

 

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Gespräch | 6. Mai 2019 20:00 Uhr - Volksbühne Berlin, Linienstraße 227, 10178 Berlin

Foto: Passagen Verlag

Peter Engelmann im Gespräch mit Hélène Cixous

Die französische Schriftstellerin, Theatermacherin, Philosophin und Literaturwissenschaftlerin Hélène Cixous zählt zu den großen Vordenkerinnen des Feminismus und ist Erfinderin einer Écriture feminine. Seit ihrer Kindheit, die sie als Tochter jüdischer Eltern im kolonialisierten Algerien verbrachte, ist sie mit den Mechanismen sozialer und politischer Gewalt vertraut. An der Schnittstelle vielfältiger sprachlicher, kultureller und sexueller Identitäten unterwandert ihr Schreiben patriarchale Strukturen und überschreitet die Grenzen festgefügter Ordnungen in spielerischer und poetischer Weise. Mit ihrem bekannten Essay „Das Lachen der Medusa“ wurde sie zur wichtigen Impulsgeberin eines weiblichen Schreibens, das bis heute feministische Debatten und Gender-Diskurse bestimmt. Passagen-Verleger Peter Engelmann spricht mit ihr über ihr politisches Engagement, den zeitgenössischen Feminismus und das emanzipative Potenzial des Schreibens.

 

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Lesung | Gespräch | 7. Mai 2019 19:30 Uhr - Haus für Poesie, Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin

Dmitri Dragilew © Dmitri Kireev

Ostseedialoge: Dmitri Dragilew und Galina Rymbu

Dmitri Dragilew (Berlin/Riga) und Galina Rymbu (St. Petersburg), zwei Autoren, die in derselben Sprache schreiben und über die Ostsee miteinander zumindest geografisch verbunden zu sein scheinen, gleichzeitig aber so verschieden sind – aufgrund ihrer Poetik, Herkunft und Lebensansichten – lesen ihre Gedichte auf Russisch und in Übersetzung ins Deutsche, und diskutieren zusammen mit dem Lyriker und Übersetzer Hendrik Jackson zum Thema „Die Ostsee als literarischer Raum“.

 

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Gespräch | Vortrag | 7. Mai 2019 20:00 Uhr - DIE FABRIK, Mittlerer Hasenpfad 5 / Im Hof, 60598 Frankfurt am Main

Rainer Hermann: Arabisches Beben

Algerien, Lybien und Sudan. Wir erhalten gegenwärtig Bruchstücke von Informationen aus den arabischen Ländern. Wie ist der Zusammenhang, wie ist die jeweilige Lage einzuordnen? Dr. Rainer Hermann, langjähriger Auslandskorrespondent der FAZ, hat dazu das Buch „Arabisches Beben – Die wahren Gründe der Krise im Nahen Osten“ veröffentlicht. In seinem Vortrag und im anschließenden Gespräch erläutert Rainer Hermann unter anderem, warum es zum „Arabischen Beben“ kam, welche Rolle der Islam und überregionale Mächte spielen und wie sich die EU im Spannungsfeld zwischen den USA und Russland als Akteur positionieren kann.

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Ausstellung | bis 28. April 2019 - Opelvillen Rüsselsheim, Ludwig-Dörfler-Allee 9, 65428 Rüsselsheim

© Antanas Sutkus

Antanas Sutkus. Fotografien

Auf einer Schwarzweißfotografie ist der französische Philosoph Jean-Paul Sartre zu sehen. Er schreitet leicht gebückt durch eine Dünenlandschaft. Sartre scheint sich gegen starken Wind zu stemmen. Das Bild ist 1965 auf der Kurischen Nehrung im damals sowjetischen Litauen entstanden. Der 1939 geborene Fotograf Antanas Sutkus durfte Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir während ihres mehrtägigen Litauen-Besuchs ablichten. Sutkus' Sartre-Fotografie ist zu einer Ikone geworden.

 

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Tanz | 27. April 2019 bis 28. April 2019 - Theater Bonn (Opernhaus), Am Boeselagerhof 1, 53111 Bonn

Foto: Theater Bonn / Thilo Beu

CALLAS – Ein Tanzstück von Reinhild Hoffmann

27. April 2019, 19.30 Uhr + 28. April 2019, 18.00 Uhr


Am 18. September 1983 wurde Reinhild Hoffmanns Choreographie „CALLAS“ in der Bremer Concordia uraufgeführt. Im Jahre 2012 rekonstruierte sie diese Arbeit mit dem Ensemble des Tanztheater Bremen. 2017 – fünfunddreißig Jahre nach der Uraufführung – wird Reinhild Hoffmann von Philippe Cohen, dem künstlerischen Direktor des Genfer Balletts, eingeladen, ihr choreographisches Meisterwerk mit dem Ballet du von Grand Théâtre de Génève erneut einzustudieren.

Reinhild Hoffmann, geboren 1943, war neben Pina Bausch und Susanne Linke eine Pionierin des modernen Tanztheaters. Dreimal waren Inszenierungen von ihr zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen: 1983 „Könige und Königinnen“, im Jahr darauf „CALLAS“ und 1986 „Föhn“.

 

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Ausstellung | 29. November 2018 bis 30. April 2019 - S-Bahnstation Taunusanlage (B-Ebene), Frankfurt am Main

Franziska Kneidl: Als Erstes die Clowns

Franziska Kneidl hat aus der ungegenständlichen Malerei auf Leinwand Skulpturenensembles entwickelt, die z. B. in die Sammlungen des Museums für Moderne Kunst und des Museums Angewandte Kunst in Frankfurt Eingang gefunden haben. Die Figurinen bestehen aus mehrschichtig drapierten und bemalten, daher semitransparenten Kunststofffolien. In den Räumlichkeiten des Kunstvereins EBENE B1 wird sie nun eine Reihe neuer Arbeiten zeigen. Inszeniert werden die körperhaften, kostbar-opulenten Folienobjekte hinter Glasscheiben, an denen die S-Bahn-Fahrgäste tagaus und tagein vorbeigehen.

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Ausstellung | 14. April 2019 12:00 Uhr bis 12. Mai 2019 - AusstellungsHalle, Schulstraße 1A, 60594 Frankfurt a. M.

Rolf Kissel, NRE 8A, 1994

Rolf Kissel: Retrospektive zum 90. Geburtstag

Anlässlich seines 90. Geburtstages richtet die Stadt Frankfurt dem Künstler Rolf Kissel eine Retrospektive aus. Die Ausstellung würdigt wichtige Werkphasen des Frankfurters, von seinen malerischen Anfängen im Informel bis hin zu den späten neo-konstruktivistischen Arbeiten. Gezeigt werden über 40 Objektbilder, Gemälde, Zeichnungen, Zeichnungscollagen und Skulpturen, die ein künstlerisches Lebenswerk von fast 50 Jahren überspannen.

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Lesung | Festival | 6. Mai 2019 bis 19. Mai 2019 - An diversen Orten in Frankfurt und Rhein-Main-Region

Frankfurt liest ein Buch 2019

„Frankfurt liest ein Buch“ feiert sein 10. Lesefest. Diesmal steht der kürzlich neu aufgelegte Roman „Westend“ von Martin Mosebach im Mittelpunkt des gemeinsamen Lesens in Frankfurt und Region – ein Gesellschaftsroman, der in Frankfurt der ersten Nachkriegsjahrzehnte spielt. Insgesamt 85 Veranstaltungen finden dieses Jahr statt, an 22 nimmt Martin Mosebach persönlich teil. Schwerpunktthemen sind Architektur, Immobilien, Kunst, Wiederaufbau und Gentrifizierung.

 

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Tanz | 17. Mai 2019 bis 26. Mai 2019 - Opernhaus Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4, 42283 Wuppertal

© Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloss, die anderen folgen

Ein Stück von Pina Bausch

Große Erwartungen sowohl seitens des Ensembles als auch von Seiten einer interessierten Öffentlichkeit richten sich auf die Neueinstudierung des Pina-Bausch-Stücks „Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloss, die anderen folgen“ im Opernhaus Wuppertal. Zu sehen ab dem 17. Mai 2019 – mehr als 40 Jahre nach der Uraufführung am 22. April 1978.

Damals – im Jahre 1978 – ein Theaterskandal mit Türen schlagen, erbosten Zuschauer*innen, Buh-Rufen und dem drohenden Abbruch einer Vorstellung. Heute, nach Jahrzehnten veränderter Sichtweisen auf Theater, veränderter Sehgewohnheiten der Zuschauer*innen und den Erfahrungen mit Stücken von Pina Bausch, kaum mehr vorstellbar.

Der Titel – „Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloss, die anderen folgen“ – ist eine Regieanweisung von William Shakespeare am Ende der sechsten Szene des ersten Aktes von „Macbeth“. Und genau um dieses Stück und dessen Paraphrasierung in Tanz geht es auch in der Choreografie von Pina Bausch.

 

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Theater | 31. März 2019 bis 27. Mai 2019 - Schauspiel Stuttgart, Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Szenenfoto: Matthias Horn

Orestie

In einer Neubearbeitung von Robert Icke, Deutsch von Ulrike Syha


Die ORESTIE des Dichters Aischylos (525 – 456 v.Chr.) ist die einzige, in ihrer Gesamtheit erhaltene antike griechische Trilogie (das abschließende Satyrspiel Proteus ist verschollen) und wurde im Jahr 458 v. Chr. erstmals aufgeführt.

In der Tragödie von Aischylos geht es im ersten Teil um AGAMEMNON. Nach jahrelanger Abwesenheit wird der Sieger von Troja bei seiner Rückkehr von seiner Frau Klytämnestra erschlagen. In CHOEPHOREN, dem zweiten Teil der Trilogie, rächt Orest die Ermordung seines Vaters blutig an seiner Mutter und deren Buhler Ägist und ermordet beide. Im dritten Teil, den EUMENIDEN, geht Orest, von den Erinnyen verfolgt, nach Delphi, um sich von Apollon entsühnen zu lassen. Aber erst durch eine Gerichtsverhandlung im athenischen Areopag und mit Hilfe der Athene wird er freigesprochen. 

 

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Theater | 24. März 2019 bis 9. Juni 2019 - Berliner Ensemble und Schauspiel Dortmund (Simultanaufführung)

Foto: Birgit Hupfeld

Die Parallelwelt

Von Alexander Kerlin, Eva Verena Müller und Kay Voges


Zwei Städte, zwei Theater, zwei siebenköpfige Schauspielensembles – in Echtzeit miteinander verbunden durch ein Glasfaserkabel, das Bilder und Töne in Lichtgeschwindigkeit über 420,62 Kilometer Luftlinie zwischen Dortmund und Berlin hin- und hertransportiert – spielen zeitgleich miteinander Theater. Einmal mehr also nutzt und lotet der Regisseur Kay Voges mit der Inszenierung seiner „Parallelwelt“ Möglichkeiten und Grenzen unserer digitalen Welt für das Theater und seiner Entwicklung aus.

 

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Film | 25. Oktober 2018 bis 11. Juli 2019 - Deutsches Filmmuseum, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt a. M.

Die Erfinderin der Formen. Das Kino von Chantal Akerman

Die Lecture & Film-Reihen im Frankfurter Filmmuseum bieten nicht nur filmwissenschaftlich Interessierten inspirierende Einblicke in das Schaffen wichtiger Regisseure und Regisseurinnen. In guter Erinnerung sind Abende mit Warhols filmischem Werk, Agnès Varda, Jean-Luc Godard, Pasolini oder zuletzt „Tropical Underground“, das Brasiliens filmische Avantgarde in den Mittelpunkt stellte.

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Ausstellung | bis 1. September 2019 - Weltkulturen Museum, Schaumainkai 29, 60594 Frankfurt am Main

Grey Is The New Pink – Momentaufnahmen des Alterns

Um ein anderes, positives Altersbild bemüht sich die Ausstellung „Grey Is The New Pink“ im Frankfurter Weltkulturen Museum. Kuratorin Alice Pawlik möchte einen globalen Blick auf das Älterwerden werfen. Dabei greift sie nicht nur auf ethnographische Objekte aus der Museumssammlung zurück. Die interdisziplinäre Schau umfasst auch Fotografien, Filme, Zeichnungen, Literatur und Rauminstallationen.

Ein Teil der Präsentation resultiert aus einem Call for Content – einem Aufruf des Museums an die Öffentlichkeit, Bilder vom Altern einzusenden. Etwa 165 Beiträge sind zu sehen: zumeist fotografische Momentaufnahmen aus dem Alltag älterer Menschen. Sie tanzen und lachen, spielen Tischkicker, haben also viel mehr Spaß, als Senioren gemeinhin zugetraut wird. Mit Erwartungen und Rollenklischees spielt auch der kenianische Künstler Osborne Macharia. Er inszeniert vier ältere Herren als Rapper. Macharia fotografiert sie mit Skateboard und Ghettoblaster, in lässigen, bisweilen gewagten Posen und Outfits.

 

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Ausstellung | 4. April 2019 bis 7. September 2019 - Deutsche Nationalbibliothek, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt

Oskar Maria Graf, Porträt, 1918

Oskar Maria Graf: Rebell, Weltbürger, Erzähler

Die Ausstellung zeigt den bayerischen Dichter Oskar Maria Graf (1894–1967) als internationalen, weltoffenen, auch rebellischen Schriftsteller. Im Mittelpunkt stehen die Zeit des Exils und die Frage nach der „wahren Heimat“. Von 1933 bis 1938 lebte Graf in Wien und Brünn und ab 1938 in der Metropole New York, deren Vielfalt und Vitalität er liebte. Als Autor von weltliterarischem Rang schrieb er im Exil seine größten Werke – Texte, die vor dem Hintergrund der heutigen weltpolitischen Lage von großer Aktualität sind und deren Wiederentdeckung lohnt. Zugleich blieb er der „Heimat“ verbunden, insbesondere durch seine Sprache, aber auch durch seine Erscheinung: Seine Lederhose legte er auch auf der Fifth Avenue nicht ab.

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erstellt am 09.9.2010