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Zehn Fragen an Andrea Richter

Was steht außer dem Computer, der Schreibmaschine, dem Schreibblock oder dem Diktiergerät noch auf Ihrem Schreibtisch?

Andrea Richter: Ein dicker Messingfrosch, eine Messingeule mit grünen Augen, ein weißer Elefant mit erhobenem Rüssel, eine Swarowski-Mini-Schreibmaschine und die Fernbedienung für meine Töne, Silben und Klänge spuckende HiFi-Anlage.

Was tun Sie am liebsten, wenn Sie nicht schreiben?

Musik hören und machen, Garten- und Kocharbeit, Fahrradfahren, Lesen, mit lieben und interessanten Menschen zusammen sein.

Gibt es ein Heilmittel gegen Schreibblockaden?

Ja: etwas anderes tun. Das Heilmittel gegen jede Kopf-, Herz-, Gedanken- und Seelenblockade ist Musik.

Wo sammeln Sie Ideen für Ihre Texte?

Aus dem Leben an sich, sei es vergangen, aktuell oder vorstellbar zukünftig.

Welche fünf Bücher möchten Sie nicht missen in Ihrer Bibliothek?

Abgesehen von der Fachliteratur zu Musik alles von Thomas Bernhard, Goethes „Faust“ und die „Wahlverwandtschaften“, Amos Oz: „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“, Hertha Müller: „Atemschaukel“ und Türck-Wagner/ Fornara: „Die italienische Küche“.

Welches Buch oder welchen Autor oder welche Autorin können Sie nicht ausstehen?

O je, welche Frage. Ich lasse es soweit gar nicht kommen. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, lege ich es einfach zur Seite und vergesse Autor und Sujet sofort.

Welchen Autor oder welche Autorin beneiden Sie und warum?

Thomas Bernhard, weil er Sprache zum Klingen bringen konnte und gleichzeitig hoch analytisch, dramatisch sowie ironisch war.

Wer oder was hat Sie zum Schreiben gezwungen?

Ein Ereignis, dessen Bearbeitung während meiner journalistischen Tätigkeit in der Zeitung nicht ausreichend Zeilen zur Verfügung gestellt wurden. Daraus habe ich mein erstes Buch gemacht.

Kann Bildende Kunst zum Schreiben anregen – wenn ja, an welche Künstler oder Künstlerin denken Sie dabei?

Nein, bildende Kunst löst bei mir rein gar nichts aus. Musik hingegen sehr viel, weil sie mich in meiner tiefsten Emotionalität treffen kann. Und ja, sie regt zum Schreiben an: beispielsweise die Frage des Alterns im Rosenkavalier von Richard Strauss. Oder die letzte Arie der Gräfin in Capriccio, wo sie für sich zu entscheiden versucht, welche Kunstform ihr wichtiger ist: Das Wort oder die Musik.

Mit welcher Autorin oder mit welchem Autor würden Sie gerne einen trinken gehen?

Mit Thomas Bernhard, wenn er noch leben würde. Unter den Musik-Autoren = Komponisten mit Peter Eötvös. Daraus kann ja noch etwas werden.

Siehe auch:

Faust-Redaktion

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erstellt am 23.11.2020
aktualisiert am 02.12.2020

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Andrea Richter

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