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Kunst digital in Zeiten des Abstandshaltens: Museumsbesuche

Selbstverständlich geht nichts über die Begegnung mit dem Original. Nun sind die Museen und Kunstvereine, Kunsthallen und Galerien dem Publikum verschlossen, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen. Auch wenn jetzt die Verantwortlichen hektisch Termine verschieben, Leihverträge stornieren oder verlängern müssen und ganze Jahresplanungen durcheinandergeraten sind, ist es vernünftig, angesichts vielfach gut besuchter Ausstellungen zu vermeiden, die Besucher und MitarbeiterInnen in gefährliche Nähe zueinander zu bringen. Gefragt ist nun die Begegnung im Digitalen.

Diejenigen, die schon seit Jahren zu den Vorreitern gehören, haben auch hier die Nase vorn. Und da gibt es auf der Welt zahlreiche Häuser, die einiges im Angebot haben, ob es die Spotlights in der Tate Britain sind, man sich durch die Sammlungen des Metropolitan Museums in New York klickt oder sich die Pariser virtuellen Sammlungen und die des Amsterdamer Rijksmuseums ansieht.

Über Stunden abtauchen kann man zum Beispiel in besonderen Angeboten, darunter den Videos im „Café Deutschland“ des für sein digitales Bildungsangebot zurecht hoch gelobten Städel Museums in Frankfurt. Viele ProtagonistInnen der Kunst und des Kunstbetriebs der sechziger, siebziger und achtziger Jahre wurden dort befragt.

Wie rückständig manches dagegen doch ist, stellt man dann fest, wenn einem der Flash-Player fehlt, mit dem der Louvre noch immer arbeitet, oder man auf der Website eines Museums vergebens den Hinweis sucht, dass es wegen der Corona-Krise geschlossen ist. Aber vielleicht bringen die Schließungen nun einiges ins Rollen und manche Direktionen erkennen, dass sie dringend etwas ändern müssen. (bick)


erstellt am 10.6.2015