04. Februar 2020 bis 16. Februar 2020 - Oper Frankfurt im Bockenheimer Depot, Frankfurt a. M.

Szenenfoto: Barbara Aumüller

Gioachino Rossinis Oper »La gazzetta«

Dramma per musica in zwei Akten von Gioachino Rossini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Seinerzeit unter großem zeitlichen Druck entstanden, ist Gioachino Rossini Oper La gazzetta ossia Il matrimonio per concorso weniger bekannt als seine Schlager Il Barbiere di Siviglia oder La Cenerentola – aber nicht weniger hin- und mitreißend, wie eine Produktion der Oper Frankfurt im Bockenheimer Depot zeigt.

Wie im wirklichen Leben ist der Zug verspätet, die Reisenden drängen sich vor dem Informationsschalter, der Schaffner ist überfordert. Im Bahnhof also beginnt die Inszenierung der Rossini-Oper  La gazetta, die Caterina Panti Liberovici besorgt hat, und die Suggestion des Bahngleises passt besonders gut zum ehemaligen Straßenbahndepot, der Alternativspielstätte der Oper Frankfurt.

 

Mit nur wenigen Handgriffen wird aus der Bahnhofshalle eine Hotelhalle (Bühne: Sergio Mariotti), in der die Handlung spielt. Dort treffen sich die Reisenden: Alberto, der auf der Suche nach einer Gattin ist und sie schließlich in Doralice findet; Doralice und ihr Vater; Monsù Traversen, der seinerseits diese gute Partie machen und Doralice heiraten will; Don Pomponio, der in einer Zeitung, der Gazetta des Titels, eine Heiratsanzeige für seine Tochter Lisetta aufgegeben hat; Lisetta, die allerdings schon in den Hotelangestellten Filippo verliebt ist; Filippo selber und Madama La Rose, die mit allen und gegen alle intrigiert. Es ist eine lockere Verwechselungskomödie mit happy end – und mit schönen Solo- und Ensemblearien, bei denen die Sänger – allen voran Sebastian Geyer als Don Pomponio und Nikolaj Trabka als Filippo – brillieren können.

Manche dieser Arien hatte Rossini aus Il Turco in Italia (ein Quintett, ein Duett und eine Soloarie) und aus anderen Opern übernommen, für die Ouvertüre hatte er diejenige von Barbiere di Siviglia überarbeitet (und sie dann für die Cenerentola wiederverwendet). Dennoch – oder gerade deshalb! – war die Gazetta bei der Uraufführung in 1816 im Teatro dei Fiorentini in Neapel ein großer Publikumserfolg und erlebte 21 Wiederholungen.

Ein Publikumserfolg verspricht auch die muntere Frankfurter Produktion zu werden, die im besten Sinn des Wortes Musiktheater ist. Das Orchester unter Simone Di Felice verleiht dem Rossini-Sound Frische, und die Sänger erweisen sich als großartige Komödianten. Das Publikum dankt es ihnen allen mit lang anhaltendem Applaus. Stefana Sabin hat sich bei der Premiere köstlich amüsiert.

Weitere Aufführungen

 


erstellt am 10.6.2015