bis 01. Februar 2020 - Art Foyer der DZ Bank, Eingang: Cityhaus I, Friedrich-Ebert-Anlage, Frankfurt

Arno Fischer, Müritz, 1956

Das Künstlerische im Dokumentarischen

Gastkuratorin Barbara Klemm hat über 70 Arbeiten von 21 deutschen und internationalen Fotokünstlern aus der Kunstsammlung der DZ Bank ausgewählt.

„Ich möchte das Künstlerische in den Fotografien zeigen", betont Klemm. Die 1939 geborene Fotografin arbeitete über vier Jahrzehnte lang für die FAZ. Die von ihr getroffene Fotoauswahl umfasst einen Zeitraum von 1933 bis 2007. Schwarzweißaufnahmen herrschen dabei vor, was mit Klemms eigener Art zu fotografieren korrespondiert. Auffällig viele Positionen kommen aus der ehemaligen DDR. „Ich denke, sie waren meinen Arbeiten sehr nah", sagt Barbara Klemm über ostdeutsche Fotografen wie Sibylle Bergemann, Arno Fischer oder Evelyn Richter.

Der Ausstellungstitel ist Programm. In der journalistischen Fotografie gehe es erst einmal darum, ein Ereignis zu dokumentieren, erläutert Klemm. Wenn es in einer guten Komposition eingefangen werde, dann ergebe das ein künstlerisches Bild. Tatsächlich gehen viele der gezeigten Fotografien über das reine Festhalten einer Begebenheit hinaus. So lassen Boris Savelevs Farbaufnahmen an Malerei denken. Sie zeigen profane Orte, Treppenhäuser oder Hauseingänge etwa. Das flirrende Spiel von Farbe, Licht und Schatten lässt die Bildmotive jedoch zweitrangig werden.

Arno Fischers Schwarzweißaufnahmen aus den Fünfzigern zeigen Menschenkonstellationen. Es sind Momentaufnahmen, und doch wirken sie durchkomponiert. Der 2011 verstorbene Fotograf teilt mit Barbara Klemm das Vermögen, einen flüchtigen Augenblick in ein fotografisches Kunstwerk zu übersetzen. (el)

Abb.: Arno Fischer, Müritz, 1956 / 1996, DZ Bank Kunstsammlung

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erstellt am 10.6.2015