31. Oktober 2019 bis 17. November 2019 - In Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden

„AHIHA" © Luc Depreitere

Tanzfestival Rhein-Main 2019

In vierten Jahr seines Bestehens präsentiert das Tanzfestival Rhein-Main 15 Stücke in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden, davon zwei Uraufführungen und zwei deutsche Erstaufführungen. Außerdem ist es mit zwei Produktionen im öffentlichen Raum erstmals auch in Offenbach präsent.

Das Motto des diesjährigen Festivals – „Moving beyond" – thematisiert dabei die Öffnung des Tanzes nach außen und auch nach innen. Es geht darum, eigene Grenzen zu überwinden und sich mit anderen Künsten zu verbinden. Was ist oder kann Tanz heute sein – sowohl für die beteiligten Künstler*innen als auch für das Publikum.

Erstmals vorgestellt wird die neue Reihe „Spotlight". Hier werden gleich mehrere Produktionen einer Künstlerin bzw. eines Künstlers präsentiert und sich schwerpunktmäßig mit diesem und seinen Arbeiten auseinandergesetzt. In diesem Jahr ist das Lisbeth Gruwez und ihre Kompanie Voetvolk.

Im Rahmen des Festivals werden gleich vier ihrer Stücke gezeigt – neben dem Gruppenstück „AHIHA" aus dem Jahr 2014, das „Solo Lisbeth Gruwez dances Bob Dylan", ihre jüngste Choreographie für großes Ensemble „The Sea Within" und die gerade entstehende Videoinstallation „Penelope" – und ermöglichen so einen vielfältigen Einblick in ihre choreografische und tänzerische Arbeit.

Eröffnet wird das Festival mit „OMPHALOS", einer Arbeit von Damien Jalet. Zu der Musik von Marihiko Hara und Ryuchi Sakamoto bewegen sich 20 Tänzer*innen einer mexikanischen Companie auf einer riesigen Satellitenschüssel. Die Choreographie will eine Brücke schlagen zwischen zeitgenössischer Zivilisation und indigenen Mythen. Ein Gesamtkunstwerk aus Choreographie, Bühne und Musik, das eindringliche Bilder produziert.

Zu einer intensiven musikalischen Reise lädt das Geneva Camerata Sinfonieorchester ein. Ein 30-köpfiges Ensemble tanzt und musiziert zur Musik von Jean-Bapiste Lully und Wolfgang Amadeus Mozart. „Dance of the Sun" eröffnet dabei ganz neue Perspektiven auf einen Konzertbesuch.

Eine Arbeit von Tim Plegge mit dem Hessischen Staatsballett wird ebenfalls im Rahmen des Festivals gezeigt. In seiner Neufassung des beliebten Handlungsballetts „Der Nussknacker" wird Märchenhaftes mit Alltäglichem verwoben und auch die dunklen Seiten der Geschichte kommen zum Vorschein.

Die Frankfurter Choreographinnen Laura Hicks und Hannah Shakti Bühler haben sich mit dem Jodlclub Frankfurt und einer Spezialistin für elektronische Musik zusammengetan und zeigen in „Strange Loops", wie sich Tanz, Musik und Gesang – und unter Einbeziehung des Publikums – miteinander verbinden lassen.

Florentina Holzinger aus Österreich verwendet in ihren Choreographien öfter auch Elemente aus Kickboxen, Artistik, Yoga und Striptease und hat den weiblichen Körper und dessen Disziplinierung dabei immer im Blick.

Mit dem Tanztag Rhein-Main am 16. November – innerhalb Deutschlands ein einmaliges Projekt – endet das diesjährige Festival. Der Tanztag bietet dabei allen Interessierten in über 170 Workshops die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Begeisterung für Tanz und dessen unterschiedlichen Ausdrucksformen auszuprobieren und zu erweitern.

Die beteiligten Künstler*innen – nicht alle sind hier genannt – experimentieren mit vielen unterschiedlichen Formen und Praktiken und hinterfragen dabei auch immer die gängigen Vorstellungen davon, was zeitgenössischer Tanz ist oder sein könnte. (Walter H. Krämer)

Weitere Informationen zum Tanzfestival


erstellt am 10.6.2015