bis 08. September 2019 - Frankfurter Kunstverein, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main

© Yves Netzhammer

Empathische Systeme

Als Thema der Ausstellung benennt Kuratorin Franziska Nori das emotionale Verhältnis zwischen Mensch und Maschine.

 

Wie Gliederpuppen muten die menschlichen Figuren an, die Yves Netzhammer in seinen Animationsfilmen und Zeichnungen auftreten lässt. Die Arbeiten des 1970 geborenen, in Zürich lebenden Künstlers entstehen fast ausschließlich am Computer. Seine Werke tragen mitunter rätselhafte Titel wie „Das Gefühl präziser Haltlosigkeit beim Festhalten der Dinge“.

 

Hart, metallisch, fast gewaltsam klingen Netzhammers jüngst entstandene, bewegliche Skulpturen. Sie greifen das Geschehen in seinen Computeranimationen auf. Dort geht es nicht ohne (abstrahierte) Gewalt zu. Netzhammer zeigt zudem eine Serie aus 45 figurativen Linienzeichnungen. Die digital produzierten Blätter lassen den Betrachter an Körpermetamorphosen und surrealen Momenten teilhaben.

 

Mechanisch keuchend setzt sich in einem anderen Raum ein imposantes, raumfüllendes Gerippe in Bewegung. Im Krebsgang schiebt es sich mithilfe unzähliger Füße durch den Ausstellungsraum. Theo Jansens aus Kunststoffröhren, Kabelbindern und Plastikflaschen konstruierte Maschinenwesen sind ein faszinierender Blickfang. Die entfernt an Leonardo da Vincis Entwürfe und Visionen erinnernden Wesen betrachtet Theo Jansen als eine neue Lebensform.

 

Forschend blickt der kindlich und zugleich intelligent wirkende Roboterkopf auf sein Gegenüber. Er dreht sich dezent summend, zieht ab und zu die drahtigen Augenbrauen hoch. Die großen, graublauen Augen suchen direkten Blickkontakt. Der 1985 geborene, japanische Künstler Takayuki Todo hat „SEER“ aus 3D-Druckelementen, Mini-Motoren, einer Kamera und Gesichtserkennungssoftware zusammengesetzt. Der Roboter soll die mittels einer Kamera erfasste Mimik des Betrachters spiegeln.

(el)

 

Abb.: Yves Netzhammer, „Die Pflege der Argumente“, 2018, © the artist, Courtesy: the artist

 

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erstellt am 10.6.2015