bis 04. April 2019 - HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste, Karl-Liebknecht-Str. 56, 01109 Dresden

© Dresden Frankfurt Dance Company

ULTIMATUM – Choreographie von Jacopo Godani

Bei dem Titel ULTIMATUM dachte der im italienischen La Spezia geborene Choreograph Jacopo Godani weniger an die wörtliche Bedeutung des Wortes (Aufforderung, binnen einer Frist eine schwebende Angelegenheit befriedigend zu lösen – unter der Androhung harter Maßnahmen, falls der Aufforderung nicht entsprochen wird), sondern an das Wort Ultimo, was im italienischen „Letzte(r/s)“ bedeutet und damit auf (s)eine letzte Choreographie in dieser Spielzeit verweist.

Der Abend dauert gut siebzig Minuten und besteht aus drei Teilen. Jacopo Godani ist dabei in allen Teilen sowohl für die Choreographie, als auch für die Kostüme, das Bühnenbild und das Licht verantwortlich. Musikalisch arbeitet er erneut mit dem Komponistenduo 48nord (Ulrich Müller und Siegfried Rössert) zusammen, die in ihrer Arbeit konsequent die Möglichkeiten neuer Technologien in Verbindung mit akustischen Instrumenten ausloten und stets auf der Suche nach ungewöhnlichen und originellen Klangkombinationen sind. Weiterhin – eingespielt von Jan Vogler – zu hören und eingearbeitet sind Teile der sechs Suiten für Violoncello solo (BWV 1007–1012) von Johann Sebastian Bach die – oft stark stilisiert – auf die modischen Hoftänze der Entstehungszeit anspielen.

 

Auf der Bühne zu sehen sind meist alle 18 Tänzer*innen der Dresden Frankfurt Dance Company, wobei im ersten Teil – The Small Infinite – ein Quartett, bestehend aus den Tänzer*innen Anne Jung, Zoe Lenzi Allaria, Sam Young-Wright und David Leonidas Thiel – das Zentrum der Choreographie bildet.

 

Im zweiten Teil tanzen die Tänzer*innen nicht auf Spitze – wofür der Choreograph auch eine Vorliebe hat – sondern sind ausgestattet mit Plateau (Monster-Plateau) Schuhen. Diese funktionieren fast wie ein neues und zusätzliches Gelenk. Daraus ergeben sich eigenartige Bewegungen und besondere Bewegungsqualitäten.

 

Der dritte Teil schließlich – Unit in Reaction – ist eine Weiterentwicklung und Überarbeitung einer bereits gezeigten Choreographie.

 

Godani konzipiert in seinen Choreographien oft Umgebungen und Landschaften, denen Verborgenes innewohnt und bezieht dabei immer wieder besondere Objekte und Kostüme in seine Arbeit mit ein. Seien es Lichtstäbe, Masken, Plastikplanen oder eine Art Türen.

 

Die Choreographien bewegen sich dabei durch verschiedene Ebenen. Vermeintlich Vertrautes wird durch Unerwartetes gebrochen Die Tänzerinnen und Tänzer passen sich diesen ungewohnten Umgebungen an, agieren von Situation zu Situation neu und begeben sich – so formuliert es Luisa Sancho Escanero, Repräsentantin des künstlerischen Direktors und künstlerische Koordinatorin der Company – „in drei unterschiedlichen Welten auf der Bühne auf eine bewegte musikalische Reise“.

 

Der Name Dresden Frankfurt Dance Company ist Ausdruck und Anerkennung für die Kooperationsvereinbarung, dem die Städte Frankfurt am Main und Dresden sowie der Freistaat Sachsen und das Land Hessen zugestimmt haben, um den Erhalt der Gruppe zu sichern und deren Arbeit möglich zu machen. Derzeit ist die Arbeit der Company bis Ende 2021 gesichert. Verbunden ist damit die Verpflichtung, in beiden Städten mit jeweils 25 Aufführungen präsent zu sein.

(Walter H. Krämer)

 

7., 8., 9., 10., 13., 14., 15., 16. März jeweils 20 Uhr / 17. März um 16 Uhr im Bockenheimer Depot in Frankfurt am Main

28., 29., 31. März und 2., 3. April jeweils 20 Uhr / 4. April um 15 Uhr in Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden

 

Weitere Informationen


erstellt am 10.6.2015