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bis 01. September 2019 - Weltkulturen Museum, Schaumainkai 29, 60594 Frankfurt am Main

Grey Is The New Pink – Momentaufnahmen des Alterns

Um ein anderes, positives Altersbild bemüht sich die Ausstellung „Grey Is The New Pink“ im Frankfurter Weltkulturen Museum. Kuratorin Alice Pawlik möchte einen globalen Blick auf das Älterwerden werfen. Dabei greift sie nicht nur auf ethnographische Objekte aus der Museumssammlung zurück. Die interdisziplinäre Schau umfasst auch Fotografien, Filme, Zeichnungen, Literatur und Rauminstallationen.

Ein Teil der Präsentation resultiert aus einem Call for Content – einem Aufruf des Museums an die Öffentlichkeit, Bilder vom Altern einzusenden. Etwa 165 Beiträge sind zu sehen: zumeist fotografische Momentaufnahmen aus dem Alltag älterer Menschen. Sie tanzen und lachen, spielen Tischkicker, haben also viel mehr Spaß, als Senioren gemeinhin zugetraut wird. Mit Erwartungen und Rollenklischees spielt auch der kenianische Künstler Osborne Macharia. Er inszeniert vier ältere Herren als Rapper. Macharia fotografiert sie mit Skateboard und Ghettoblaster, in lässigen, bisweilen gewagten Posen und Outfits.

 

Die Anmut des Älterwerdens möchte der Frankfurter Designer und Fotograf Karsten Thormaehlen zeigen. Auf der ganzen Welt hat er über 100-Jährige abgelichtet. Das fortgeschrittene Alter ist den meisten Porträtierten anzusehen, und doch zeigt Thormaehlen keine Greise. Er lässt seine Modelle zu Wort kommen. „Die ersten hundert Jahre sind die schwersten – danach läuft es von alleine“, sagt der Amerikaner Edward J. Palkot, der 1913 geboren wurde. Anmutig wirken auch die Frauen, die der philippinische Künstler Jake Verzosa porträtiert hat. Sie stammen aus Kalinga-Region. Dort hat das Tätowieren hohes kulturelles Ansehen. Die Tradition schwindet jedoch. Verzosa hat ältere, vielfach tätowierte Frauen fotografiert, die selbstbewusst auftreten, ohne ihre Zerbrechlichkeit zu leugnen. (el)

 

Weitere Informationen zur Ausstellung


erstellt am 10.6.2015