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bis 30. Dezember 2018 - KirchnerHAUS Aschaffenburg e.V., Ludwigstr. 19, 63739 Aschaffenburg

Ernst Ludwig Kirchner (1919)

Kirchners Kosmos: Der Tanz

Eine Ausstellung im KirchnerHAUS in Aschaffenburg


Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) zählt zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus und war ein Gründungsmitglied der Künstlergruppe Brücke. Seine Werke galten den Nationalsozialisten als „entartet“. Im Jahr 1938 starb Kirchner durch Suizid.

Das Geburtshaus von Ernst Ludwig Kirchner in Aschaffenburg gegenüber dem Bahnhof steht noch. Er wurde 1880 geboren und hatte seine ersten Lebensjahre in dem bis heute fast unverändert erhaltenen Stadthaus verbracht. Die Stadt Aschaffenburg allerdings wollte das klassizistische Gebäude mit einer Spielhalle darin weder kaufen noch als Museum betreiben. Um das Geburtshaus des Malers einer würdigen Nutzung zuzuführen und in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Kirchner ein Aschaffenburger war, wurde 2011 der KirchnerHAUS-Verein Aschaffenburg mit der Kunsthistorikerin Brigitte Schad an der Spitze gegründet.

Es wurde Geld eingesammelt, um das Haus klima- und versicherungstechnisch so weit zu bringen, dass renommierte Sammler ihm teure Originale für Wechselausstellungen anvertrauen. 2013 richtete der Verein in der früheren Wohnung der Familie im Obergeschoss einen Dokumentationsraum zur Kindheit Kirchners ein. In den Räumen im Erdgeschoss werden seit 2014 Ausstellungen, Vorträge und kunstpädagogische Angebote realisiert.

 

Noch bis zum 30. Dezember 2018 ist dort die Wechselausstellung KIRCHNERS KOSMOS: DER TANZ aus Anlass seines 80. Todestages zu sehen.


Ernst Ludwig Kirchner ist von dem Thema Tanz zeitlebens fasziniert und gestaltet es in immer neuen Formen und Variationen. Die Wechselausstellung zeigt in einer Auswahl von 70 Arbeiten - darunter Zeichnungen, Holschnitte, farbige Lithographien und Aquarelle -Kirchners künstlerische Auseinandersetzung mit dem Medium Tanz.

Bewegung als Motiv prägte von Anfang an das Werk des Expressionisten. In seinem Spätwerk vor allem die grazile weibliche Bewegung. Gustav Schiefler, ein Freund und Helfer schrieb, es gehe dem Künstler um das „Studium des Menschen in seiner Bewegung, in Tanz und Akrobatik.“

Anfangs – in Dresden und Berlin – sind es die Bereiche Varieté und Zirkus, die ihn faszinieren. Er beobachtet Darbietungen in Wirtshäusern, Varietés, Kabaretts und Caféhäusern. Später in der Schweiz sind es die tanzfreudigen Bauern auf dem Lande.

Die Begegnung mit herausragenden Tänzerinnen seiner Zeit, insbesondere die Begegnung mit der Tänzerin Mary Wigman und ihrem expressionistischen Ausdruckstanz findet Niederschlag in seinen Werken.

Grundstock der Ausstellung stellt das beidseitig gestaltete Aquarell „Tänzerinnen“ von 1927 dar. Ein Kleinformat, das dem KirchnerHAUS von einem Gönner geschenkt wurde. Ebenfalls zu sehen sind weitere Tanz-Szenen aus einem späten Skizzenbuch Kirchners.

Für die Ausgestaltung des Festsaals des Folkwang-Museums in Essen hatte Kirchner ein riesiges Gemälde zum Thema ‚Farbentanz‘ geplant. Obwohl er fünf Jahre daran arbeitete kam es aufgrund der veränderten politischen Verhältnisse nicht zur Ausführung. In der Wechselausstellung sind hierzu jetzt die Skizzen zu sehen – als Leihgabe vom Folkwang Museum.

Darüber hinaus Leihgaben vom Kirchner-Museum Davos, dem Städel in Frankfurt, dem Brücke-Museum Berlin, dem Landesmuseum Oldenburg und dem Aschaffenburger Museum.“ Weiterhin bisher noch nie gezeigte Arbeiten aus Galerien und privatem Besitz.

Zur Ausstellung ist ein umfassend bebilderter Katalog erschienen.

(Walter H. Krämer)

 

Weitere Informationen


erstellt am 10.6.2015