17. März 2018 bis 13. Juli 2018 - Komische Oper Berlin, Behrenstr. 55-57, 10117 Berlin

Foto: Jan Windszus

Blaubart

Opéra bouffe in drei Akten von Jacques Offenbach

 

Stefan Herheim, 1970 in Oslo geboren, inszeniert an zahlreichen Bühnen im deutschsprachigen Raum und zählt mittlerweile zu den gefragtesten Opernregisseuren seiner Generation. Bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift „Opernwelt“ wurde er dreimal zum „Regisseur des Jahres“ gewählt. Von der barocken Oper bis hin zum zeitgenössischen Musiktheater spannt sich das Repertoire, das Herheim erfolgreich inszenierte. Dazu gehören u.a. Parsifal (Wagner) bei den Bayreuther Festspielen, La forza del destino (Verdi) und Lohengrin (Wagner) an der Staatsoper Berlin, Der Rosenkavalier (Strauss) in Stuttgart. Ab 2020 wird Herheim Wagners Ring des Nibelungen an der Deutschen Oper Berlin inszenieren. Mit Jacques Offenbachs „Blaubart“ kehrt er an die Komische Oper zurück, wo seine Xerxes-Inszenierung seit 2012 Publikum und Presse gleichermaßen begeistert.

 

Frauenprobleme überall – aufgrund der allumfassenden Blödheit seines Sohnes ist König Bobèche zwecks Thronfolgesicherung auf der verzweifelten Suche nach seiner dereinst ausgesetzten Königstochter. Die Schäferin Fleurette wird als hinreichend tochternhaft erkannt, kurzerhand als Hermia akkreditiert und im Königsschloss mit dem Traumschwiegersohn Saphir vermählt. Auch bei Blaubart ist Not an der Frau: Der Gattin Nr. 5 bereits überdrüssig, schickt er seinen alchemistischen Handlanger Popolani wie so oft auf Suche nach einer würdigen Nachfolgerin. Die robuste Bäuerin Boulotte lässt sich vom legendären Frauenverschleißer nicht bange machen, eher schon von endloser Langeweile an der Seite Popolanis, der bereits ihre Vorgängerinnen aus eigennützigen Gründen in nicht ganz so ewigen Schlaf versetzt hat. Angeführt von Boulotte proben Blaubarts Verflossene den Aufstand! Bei so viel Frauenpower hat selbst der übelste Bösewicht bald nichts mehr zu lachen ... oder vielmehr gerade darum?!

Das Spiel wechselt zwischen Grauen und Komik und letztlich lacht man über die eigene Unzulänglichkeit, als hätte man schon Karl Kraus’ Aphorismus „Liebe und Kunst umarmen nicht, was schön ist, sondern was eben dadurch schön wird.“ verinnerlicht.

Komische Oper / Walter H. Krämer

 

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erstellt am 10.6.2015