Zehn Fragen an Michael Behrendt

Was steht außer dem Computer, der Schreibmaschine, dem Schreibblock oder dem Diktiergerät noch auf Ihrem Schreibtisch?

Michael Behrendt: Fotos von meiner Frau, ein USB-Plattenspieler zum Digitalisieren von Vinylplatten und ein Eintracht-Jubelzwerg. An der Wand eine Konzertszene von der Frankfurter Zeichnerin kamü.

Was tun Sie am liebsten, wenn Sie nicht schreiben?

Lesen, Musik hören, gärtnern, Schoppe petzen.

Gibt es ein Heilmittel gegen Schreibblockaden?

Sport. Duschen. Ähm … Rotwein. Im Bett schreiben, das suggeriert Urlaub und Entspannung. Der beste Tipp aber ist: Zeitnah spüren und vor allem akzeptieren, dass man heute wohl nichts Brauchbares mehr produzieren wird.

Wo sammeln Sie Ideen für Ihre Texte?

Besondere Songs und Songlyrics, Filme, Bücher, das aktuelle Musikgeschehen und die Tagespolitik, aber auch Berichte über Nachhaltigkeit und Zukunftstechnologien lassen die Ideen sprudeln.

Welche fünf Bücher möchten Sie nicht missen in Ihrer Bibliothek?

„How Music Works“ von David Byrne, „The Sound and the Fury“ von William Faulkner, „Pride and Prejudice“ von Jane Austen (aber weil mir das Buch abhandengekommen ist, die tolle BBC-Serienverfilmung mit Colin Firth und Jennifer Ehle), „The Complete Works of Oscar Wilde“, „Planet Magnon“ von Leif Randt.
Und weil ich gern mal fünfe gerade sein lasse, packe ich noch die „Theorie des Erzählens“ von Franz K. Stanzel dazu.

Welches Buch oder welchen Autor oder welche Autorin können Sie nicht ausstehen?

Rechtspopulistische Pamphlete, die sich als Essays und Sachbücher tarnen. Alles andere ist Geschmackssache.

Welchen Autor oder welche Autorin beneiden Sie und warum?

Beneiden im Sinne von bewundern: Oscar Wilde für seine funkensprühenden Dialoge, Joanne K. Rowling für ihre überbordende Fantasie.

Wer oder was hat Sie zum Schreiben gezwungen?

Der innere Schweinehund und die Hoffnung, dass andere Menschen meinem persönlichen „Blick“ auf Popmusik etwas abgewinnen können.

Kann Bildende Kunst zum Schreiben anregen – wenn ja, an welche Künstler oder Künstlerin denken Sie dabei?

Kann sie bestimmt, sonst würden an dieser Stelle nicht so viele mit Ja antworten. Ich persönlich kann mit der Frage weniger anfangen.

Mit welcher Autorin oder mit welchem Autor würden Sie gerne einen trinken gehen?

David Byrne wegen seines Humors und seines tiefen Musikverständnisses – Leif Randt, weil er als Vertreter einer jungen Generation unerwartet anders schreibt.

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erstellt am 17.10.2020
aktualisiert am 21.10.2020

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Michael Behrendt