Zehn Fragen an Cornelia Wilß

Was steht außer dem Computer, der Schreibmaschine, dem Schreibblock oder dem Diktiergerät noch auf Ihrem Schreibtisch?

Cornelia Wilß: Mindestens drei Bücher, die ich als nächstes lesen möchte, weil ich an ihnen entlang denke und arbeite, aktuell: Kwame Anthony Appiah: „Identitäten“, Isabel Dean: „Die Musealisierung des Anderen“, Mark Terkessidis: „Wessen Erinnerung zählt?“ – immer Blumen, eine kleine Skulptur aus Kenia, ein Kästchen mit Postkarten, Visitenkarten, Notizen, vergilbten Fotos – Memories are made of this.

Was tun Sie am liebsten, wenn Sie nicht schreiben?

Flanieren, Filme gucken, unterm freien Himmel sein.

Gibt es ein Heilmittel gegen Schreibblockaden?

Ein Abend mit Freunden.

Wo sammeln Sie Ideen für Ihre Texte?

Unterwegs, im Zug, im Gespräch, beim Spazierengehen, bloß nicht stillsitzen.

Welche fünf Bücher möchten Sie nicht missen in Ihrer Bibliothek?

Wieder rausgeholt aus dem Regal: Frantz Fanon, „Schwarze Haut, weiße Masken“; James Baldwin, „The Fire Next Time“; Paul Celan, „Gedichte“.
Neu reingestellt: Achille Mbembe, „Postkolonie“; Kate Tempest, „Hold Your Own“ und „Brand New Ancients“.

Welches Buch oder welchen Autor oder welche Autorin können Sie nicht ausstehen?

Ich schau nicht gern in Ratgeber.

Welchen Autor oder welche Autorin beneiden Sie und warum?

Die sich auf das Wagnis eingelassen haben, einzig und allein von der Schriftstellerei zu leben.

Wer oder was hat Sie zum Schreiben gezwungen?

Kann man zum Schreiben gezwungen werden?

Kann Bildende Kunst zum Schreiben anregen – wenn ja, an welche Künstler oder Künstlerin denken Sie dabei?

Dazu fällt mir das kluge Bändchen ein: Bénédicte Savoy, „Die Provenienz der Kultur. Von der Trauer des Verlusts zum universalen Menschheitserbe“.

Mit welcher Autorin oder mit welchem Autor würden Sie gerne einen trinken gehen?

Colson Whitehead

Siehe auch:

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erstellt am 22.7.2020
aktualisiert am 29.7.2020

Faust-Kultur wird zehn Jahre alt! Mit ihren breitgefächerten Beiträgen auf hohem Niveau wird die „Weltbühne für Autoren und Künstler“ zu den deutschen Qualitätsmedien gezählt. Ohne die Autoren und Autorinnen wäre dies nicht möglich gewesen.

Nun ist es Zeit, die Schreibenden vorzustellen, sie hinter ihren Texten sichtbar werden zu lassen. In einem Fragebogen verraten unsere Autorinnen und Autoren, was sie zum Schreiben bringt, nennen uns ihre Lieblingsbücher und lassen einen Blick auf ihren Arbeitsplatz zu.

Cornelia Wilß

Foto: Alexander Paul Englert