Zehn Fragen an Johannes Winter

Was steht außer dem Computer, der Schreibmaschine, dem Schreibblock oder dem Diktiergerät noch auf Ihrem Schreibtisch?

Johannes Winter: Ein sog Volksglobus aus der Zeit, als Europäer wie Räuber durch Afrika zogen, um Beute zu machen, welche sie mit Etiketten versahen wie „Elfenbeinküste“ oder „Goldküste“ oder „Rhodesien“ – so flüchtig ist die Welt!

Was tun Sie am liebsten, wenn Sie nicht schreiben?

Langweilen, lesen, recherchieren, reisen.

Gibt es ein Heilmittel gegen Schreibblockaden?

Abwarten.

Wo sammeln Sie Ideen für Ihre Texte?

Im Reich des Zweifels und des Zufalls.

Welche fünf Bücher möchten Sie nicht missen in Ihrer Bibliothek?

Giorgio Bassani, „Die Gärten der Finzi-Contini“ – Ulrike Edschmid, „Das Verschwinden des Philip S.“ – Almudena Grandes, „Der Feind meines Vaters“ – Harry Mulisch, „Die Entdeckung des Himmels“ – John Updike, „Ehepaare“.

Welches Buch oder welchen Autor oder welche Autorin können Sie nicht ausstehen?

Ihr Name sei X. B. Liebig.

Welchen Autor oder welche Autorin beneiden Sie und warum?

(zurzeit) José Saramago, „Die Stadt der Blinden“: Unter einem doppelt genähten Schirm aus Fürsorge und Willkür werden Menschen, die von einer epidemischen Blindheit befallen sind, in Quarantäne genommen und weggesperrt. Der springende Punkt: unter den Kranken befindet sich eine Gesunde/Sehende. – Empfehlenswert auch in Zeiten des Coronavirus.

Wer oder was hat Sie zum Schreiben gezwungen?

Z. B. die Miete, wenn sie stieg.

Kann Bildende Kunst zum Schreiben anregen – wenn ja, an welche Künstler oder Künstlerin denken Sie dabei?

Paula Modersohn-Becker, Chaim Soutine, Schiele, Courbet, Dix, Caravaggio, Ludwig Meidner, Marianne von Werefkin, Goya, James Ensor.

Mit welcher Autorin oder mit welchem Autor würden Sie gerne einen trinken gehen?

Mit Hanns Zischler.

Siehe auch:

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erstellt am 22.7.2020
aktualisiert am 23.7.2020

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Johannes Winter

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