Zehn Fragen an Riccarda Gleichauf

Was steht außer dem Computer, der Schreibmaschine, dem Schreibblock oder dem Diktiergerät noch auf Ihrem Schreibtisch?

Riccarda Gleichauf: Bücherstapel, unzählbare kleine, nützliche Dinge, wie Stifte, Radiergummis, Postkarten.

Was tun Sie am liebsten, wenn Sie nicht schreiben?

Aus dem Fenster schauen und dabei Leute beobachten (ohne, dass sie mich sehen). Im Café Hefeweizen trinken.

Gibt es ein Heilmittel gegen Schreibblockaden?

Die kenne ich nicht. Ich bräuchte ein Mittel gegen (innere und äußere) Verpflichtungen, die mich davon abhalten, zu schreiben. Aber vielleicht sind das indirekte Schreibblockaden …

Wo sammeln Sie Ideen für Ihre Texte?

Im Gespräch mit Anderen, in der Literatur oder Philosophie, bei meinen Jobs.

Welche fünf Bücher möchten Sie nicht missen in Ihrer Bibliothek?

Hannah Arendt, Vita activa; Assia Djebar, sämtliche Romane; Martin Heidegger, Sein und Zeit; Stefanie Sargnagel, Statusmeldungen; Christa Wolf, Kassandra.

Welches Buch oder welchen Autor oder welche Autorin können Sie nicht ausstehen?

Völlig überbewertete Texte von: Richard David Precht „Wer bin ich und wenn ja, wie viele“, Svenja Flaßpöhler „Die potente Frau“.

Welchen Autor oder welche Autorin beneiden Sie und warum?

Hochachtungsvoll ein bisschen Margarete Stokowski und Max Czollek, weil sie es schaffen, neue Medien perfekt für ihre Meinungsäußerung und Selbstvermarktung einzusetzen. Ja, ich bewundere sie für ihre (scheinbare?) Unbefangenheit, die digitale Welt zu nutzen.

Wer oder was hat Sie zum Schreiben gezwungen?

Der verzweifelte Wunsch, diese seltsame Welt zu verstehen. Das wird aber immer komplizierter.

Kann Bildende Kunst zum Schreiben anregen – wenn ja, an welche Künstler oder Künstlerin denken Sie dabei?

Ja, auf jeden Fall. Gustave Courbet oder Zeichnungen von Stefanie Sargnagel inspirieren mich. Der eine erzeugt verzweifelte, antreibende Emotionen, die andere bringt mich durch ihren Galgenhumor zum Lachen.

Mit welcher Autorin oder mit welchem Autor würden Sie gerne einen trinken gehen?

Mit Siri Hustvedt. Der frühe Paul Auster (Die New York-Trilogie) hätte mir aber auch gefallen.

Siehe auch:

Faust-Redaktion

Der Faust-Kultur-Newsletter

Jeden Donnerstag neu: Mit aktuellen Themen und Beiträgen zu Literatur, Kunst, Bühne, Musik, Film und Gesellschaft.

Der Faust-Kultur-Newsletter ist kostenlos. Jetzt anmelden!
Tragen Sie bitte hier Ihre E-Mail-Adresse ein.

Kommentare

Kommentar eintragen









erstellt am 21.5.2020
aktualisiert am 03.6.2020

Faust-Kultur wird zehn Jahre alt! Mit ihren breitgefächerten Beiträgen auf hohem Niveau wird die „Weltbühne für Autoren und Künstler“ zu den deutschen Qualitätsmedien gezählt. Ohne die Autoren und Autorinnen wäre dies nicht möglich gewesen.

Nun ist es Zeit, die Schreibenden vorzustellen, sie hinter ihren Texten sichtbar werden zu lassen. In einem Fragebogen verraten unsere Autorinnen und Autoren, was sie zum Schreiben bringt, nennen uns ihre Lieblingsbücher und lassen einen Blick auf ihren Arbeitsplatz zu.

Riccarda Gleichauf