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LITERATURFEST AM 15. UND 16. SEPTEMBER IN FRANKFURT AM MAIN

Sprachen sind passneutral. Kein Visum regelt den Zugang, allein das Talent bestimmt, wie kunstfertig und frei man sich in einem Sprachraum bewegt.

Erstmals gibt es unter dem Motto „Textland“ ein Literaturfestival, das diese Besonderheit der Sprachkunst in den Fokus stellt. Mit experimentellen Formaten, die von der Literaturkritikerin und Moderatorin des Festivals Insa Wilke und Redakteurinnen von Faust-Kultur entwickelt wurden, wird vor allem den Autorinnen und Autoren selbst das Wort erteilt. Kontoverse Debatten sind ausdrücklich erwünscht.

Dass Diskussion nicht Zufall bleiben soll, zeigt der Thesenaustausch am Samstag. Fünf Autoren, die mehrsprachig geprägt sind, haben im Vorfeld der Tagung jeweils zehn Thesen formuliert, die erläutern, was sie unter „Neuer deutscher Literatur“ verstehen. Ihre schriftliche Antwort wurde an eher monokulturell geprägte, deutschsprachige Autoren weitergeleitet. Diese bereiten nun Reaktionen vor, die sie am Nachmittag erstmals vortragen werden. Zehn Positionen über das Schreiben und die Sprache sind auf diese Weise bereits angedacht. Das Konzept folgt in abgewandelter Form Walter Benjamins „Technik des Schriftstellers in dreizehn Thesen. „Unser Ziel ist es, die Diversität der Stimmen in der deutschen Literatur stärker erkennbar zu machen“, erläutert Riccarda Gleichauf, Mitorganisatorin von Textland. „Die politische Wirkkraft der Literatur soll an diesen Tagen im Vordergrund stehen und gleichzeitig reflektiert werden.“

Das Nachdenken über die Kunst, Sprache literarisch zu nutzen, führt in dem transkulturellen Kontext unmittelbar zu politischen Fragen. Dies ist im Programm bereits erkennbar. Nach dem Eröffnungsvortrag des Soziologen Armin Nassehi, – der für die Förderung des interkulturellen Dialogs ausgezeichnet worden ist – und dem Thesenaustausch wird die Nutzung von sprachlichen Hilfskonstrukten wie N-Wort, Sternchen und #metoo unter der Frage „Wie spielt die Zeit in die Sprache“ diskutiert.

„Hier geht es uns hauptsächlich um die Entwicklung der Sprache,“ erklärt Riccarda Gleichauf. Harte Polemiken, die im öffentlichen Raum inzwischen Alltag sind und zu wüsten Verletzungen der Angesprochenen führen, sollen vermieden und Konflikte am Beispiel der Sprache und nicht der persönlichen Erfahrung diskutiert werden.

Eine Brücke zwischen den Tagen bildet der Late-Night Talk am Samstag um 23 Uhr mit Feridun Zaimoglu, der Chamisso-Preisträger und Autor von Kanak Sprak diskutiert mit dem inzwischen in Berlin lebenden Autor Jamal Tuschick aktuelle Bild Heimatbilder.

Am zweiten Tag wird das Publikum selbst mit aktiv. Nach einer Lesung mit Musik, in der der Autor Abbas Khider mit der Musikerin und Autorin Dotschy Reinhardt auftritt, gibt es nachmittags Gelegenheit, am runden Tisch in der Zukunftswerkstatt Main Labor Autorinnen und Autoren beim Denken und Diskutieren über die aktuellen Verschränkungen von Politik, Feminismus und Migration zuzuschauen. Die am Vortag gesammelten Eindrücke und Kommentare aus dem Publikum, an einer Pinnwand fixiert, sollen direkt in die Diskussion miteinfließen.

Eine Buchpremiere, die noch für Überraschungen sorgen wird, beendet das Textland-Literaturfest. Erstmals hat der Fischer-Verlag ein Werk, das Original in arabischer Sprache geschrieben worden ist, in der Abteilung „Deutsche Literatur“ veröffentlicht. Nather Henafe Alali wird aus seinem neuen Roman „Raum ohne Fenster” lesen und anschließend gemeisam mit der Lektorin Juliane Schindler und dem Übersetzer über die Entstehung des Buches sprechen. Insa Wilke moderiert und liest die deutsche Fassung.

Abschließend noch ein Hinweis für gender-Spezialisten: Bei diesem Festival sind Autorinnen in der Überzahl. poll

15. und 16. September 2018

Textland – Made in Germany

Eintritt: € 10,- Euro pro Tag (erm. € 8), € 15,- (erm. € 12,-) für beide Tage

Ort: Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg 9, Frankfurt am Main

Tickets: Kartenreservierung über redaktion@faust-kultur.de oder www.evangelische-akademie.de oder an der Tageskasse

erstellt am 29.8.2018

Veranstaltungsplakat

Tickets: Kartenreservierung über oder an der Tageskasse der Evangelischen Akademie Frankfurt, Römerberg 9.