23.04.2019 - Verschmerzt?

Es sind die kleinen Misserfolge, welche sich bei nächster Gelegenheit wieder korrigieren lassen, die jene große verpasste Chance bilden, sobald die Schlussbilanz gezogen wird. Was im Moment aussieht, als sei… Weiterlesen

22.04.2019 - Plädoyer für das Leben

Wenn die Ostergeschichten von der Auferstehung des Gottessohns eine versteckte Handlungsanweisung enthalten sollten, dann kann es nur das Plädoyer für das Leben sein: für Entwicklung statt Stillstand, für die Überraschung… Weiterlesen

21.04.2019 - Gerade noch glauben

In den testamentarischen Erzählungen vom leeren Grab ist weniger formuliert, was der Glaube an dogmatischen Zumutungen bereithält – dass ein Gestorbener zurückkehrt ins Leben –, als jenes unbedingte Zutrauen bezeugt,… Weiterlesen

20.04.2019 - Wundern gibt es immer wieder

Die größte Leistung der Philosophie, die nach alter Vermutung mit dem Staunen begonnen haben soll, ist, dass sie es geschafft hat, jenes Wundern über die Welt in eine Frage zu… Weiterlesen

19.04.2019 - Der Ernstfall

Die zwei Wörter des Karfreitags: für Dich.

18.04.2019 - Fehlentscheidungen

Im Nachhinein stellen sich besonders jene Entscheidungen als wertvoll heraus, die zur Folge haben, dass wir zu den Fehlentscheidungen unseres Lebens ein versöhntes Verhältnis entwickeln können.

17.04.2019 - Atemlos durch den Tag

Höchstgeschwindigkeit gilt nicht selten als ein Anzeichen von Intelligenz. Wenn jemand schneller ist als das Gros seiner Mit- und Nebenmenschen in Entscheidungen, bei der Diagnose von Handlungsfehlern, im Erfassen von… Weiterlesen

16.04.2019 - Was bedeutet das?

In einer Zeit, die für den sinnbildlichen Aspekt eines Ereignisses wenig Empfinden hat außer subjektive Erschütterung, ist jeder Versuch, ein Zeichen zu übersetzen, zugleich dessen Trivialisierung. Es gibt Symbole, die… Weiterlesen

15.04.2019 - Mehr als nichts

Kreativ zu sein, heißt nicht, leere Räume zu füllen. Sondern leere Räume zu schaffen.

14.04.2019 - Paralyse, Paradox, Passion

Die Widersprüchlichkeiten des Lebens sind nicht Widersprüche gegen das Leben. Und doch hindern sie es zuweilen, wenn der Versuch, aus ihnen herauszufinden, nur immer weiter in sie hineintreibt. Organisationen kennen… Weiterlesen

13.04.2019 - Wohnungsnot

Eigentum verpflichtet. Wohl wahr: den Eigentümer – und den Staat. Denn das Grundgesetz fordert vom Gesetzgeber, einen unantastbaren Freiraum zu schaffen, in dem das Individuum mit dem Seinen machen kann,… Weiterlesen

12.04.2019 - Tat und Täter

Unser Rechtssystem ruht auf der strikten Unterscheidung (nicht: Trennung) zwischen Tat und Täter. Sie macht erst möglich, eine Handlung jemandem verantwortlich zuzuschreiben, also anzunehmen, dass er sich hätte auch anders… Weiterlesen

11.04.2019 - Unheimlich erfolgreich

Erfolgsphasen bekommen, je länger sie dauern, mit jeder zusätzlichen Verbesserung einen charakterlichen Effekt, der sie von einer Glückssträhne kaum unterscheidet. So wächst mit jedem Sieg, jeder Gewinnsteigerung nicht nur das… Weiterlesen

10.04.2019 - Kaum zu Hause, keine Heimat

Im Duden ist das Wort „Heimat“ ein singulare tantum, ihm fehlt grammatikalisch die Möglichkeit, eine Mehrzahl zu bilden. Aber man kann auf vielerlei Weise heimatlos sein, politisch und religiös, familiär… Weiterlesen

09.04.2019 - Politische Lehrstunde

Eines der Grundmuster in der Gegenwartspolitik ist, Fragen heimlich zu stellen, weil man glaubt, der Öffentlichkeit Antworten zu schulden. Ungewissheit stört, so die Maxime, wie der Selbstzweifel zerstört. Das erschwert… Weiterlesen

08.04.2019 - Die Welt und wir

Nichts gegen ökologische Vernunft oder das regulative Ideal der Nachhaltigkeit, das deutlich stärker als Entscheidungskriterium von Handlungen heranzuziehen ist, die im emphatischen Sinn menschlich zu heißen verdienten. Aber im Anspruch,… Weiterlesen

07.04.2019 - Bankmenschen

Die meisten Banker sind Menschen, die zwar rechnen können, aber keine Phantasie haben. Sie treffen auf Kunden, die zwar reich werden wollen, aber keinen Mut besitzen. Und empfehlen ihnen Anlagen,… Weiterlesen

06.04.2019 - Lang nicht gesehen

Nur die Freundschaft braucht nicht jene Selbstbestätigung, die der Liebe Kraft und Dauer schenkt. Weil sie im tiefsten unselbstverständlich ist – es gibt weder Trieb noch Grund, sich zu befreunden… Weiterlesen

05.04.2019 - Partnerschaften

Viel Ärger ersparte man sich, wenn man die Geschäftspartnerschaften als so verbindlich betrachtete wie Lebenspartnerschaften und die Lebenspartnerschaften so gewinnorientiert ausrichtete wie Geschäftspartnerschaften.

04.04.2019 - Reichlich begreiflich

In der ihr eigenen Radikalität hat Simone Weil die logische Schärfe herausgestellt, zu der auch die genaue Bestimmung gehört, wo der Verstand seine Grenze hat: „Das Unbegriffene verbirgt das Unbegreifliche“,… Weiterlesen

03.04.2019 - Im Zwischenraum der Sprache

Es ist eine theoretische Trivialität, das Verstehen nicht allein mit dem Verständnis und über den Verstand zu erklären. In den Zwischenräumen der Sprache, in unwillkürlichen Gesten, der Betonung eines Worts,… Weiterlesen

02.04.2019 - As you like it

Alle großen Entscheidungen haben die Eigenschaft, die Menschen zu überfordern, die sie fällen müssen. Es käme nie zu einem Entschluss, wäre der Preis nicht zu hoch, nicht zu wählen. Warum… Weiterlesen

01.04.2019 - Das Nachtrauerspiel

So viele Menschen leben im Konjunktiv, weil sie einer falschen Entscheidung nachtrauern und sich wünschen, es könnte das Leben, die Arbeit, ein Spiel andern verlaufen sein. Was ihnen fehlt, ist… Weiterlesen

31.03.2019 - Du bist wunderbar

Der peinliche Zwang, sich zu wichtig zu nehmen, schwindet in dem Maße, wie die anderen in der Wertschätzung nicht zögern. So viele, vielleicht alle Probleme, mit denen Menschen sich auseinandersetzen,… Weiterlesen

erstellt am 03.2.2017

Kolumne

NOTIZEN von Jürgen Werner

In der Kolumne NOTIZEN schreibt der Philosoph Jürgen Werner täglich Gedankensplitter nieder, nicht auf Papier, aber in seinem Blog. Faust-Kultur gibt sie regelmäßig in Auszügen wieder. Die Kurzform ist die Kunst derer, die keine Zeit haben. Aber auch das Maß der Verdichtung, das ein Gedanke oder eine Beobachtung verträgt. So mag sich später entscheiden, ob der rasch skizzierte Satz nach einer Auslegung verlangt, die beiläufige Bemerkung vertieft werden will. Notizen sind unentschlossen. Am meisten faszinieren sie, wenn der Zufallsfund genau konstruiert ist und die knappe Art aussieht, als sei alles gesagt. Von Jürgen Werner ist jüngst im Frankfurter Verlag tertium datur das Buch »Tagesrationen. Ein Alphabet des Lebens« erschienen, ein Band, der mit erhellenden Reflexionen und aphoristischen Pointen dem Selbstverstehen des Menschen den Weg bereitet. (Texte © Jürgen Werner)