Unabhängigkeit und Werbefreiheit, Nachhaltigkeit und Archivfunktionen kosten Geld. Damit www.faustkultur.de, eines der wenigen Qualitäts-Portale im Netz, weiterhin eine »Kultur-Oase« bleibt, können Sie uns unterstützen. Spenden sind willkommen!

Bankverbindung der Faust-Kultur-Stiftung:
Nassauische Sparkasse, IBAN: DE89 5105 0015 0159 0420 01, BIC: NASSDE55XXX

Ich möchte für Faust-Kultur spenden


14.12.2018 - Zur Unzeit

Eine Gesellschaft, die gelernt hat, dass sie einen Großteil ihrer Stabilität gewinnt aus der Gewissheit, dass Grundformen ihrer Kommunikation funktionieren (Geldverkehr, Warentausch, Informationsfluss, Machtordnungen), muss dem Timing eine hohen Stellenwert… Weiterlesen

13.12.2018 - Gesprächsfaden

Zu den verblüffenden Besonderheiten einer tiefen Freundschaft gehört, dass auch nach Jahren der Entfernung keine Entfremdung eintritt und der Gesprächsfaden aufgenommen werden kann, als hätte man ihn vor Kurzem erst… Weiterlesen

12.12.2018 - Das Zeitalter des politischen Narzissmus

Vielleicht befreien die Auflösungserscheinungen des „Projekts“ Europa, der hakelige Abschied von England, die Provokationen durch Italien, das verweigernde Geraune in Ungarn, das kleinlaute Schweigen zu den französischen Unruhen, Europa vom… Weiterlesen

11.12.2018 - Die Welt in zwei Zeilen

In jeder Notiz* steckt die Verlegenheit, das Ganze nur als Fragment ausdrücken zu können, und die Verwegenheit, im Fragment ein Ganzes zu zeigen. * In eigener Sache: Dies ist die… Weiterlesen

10.12.2018 - Kerzenlicht

Im abendlichen Adventsgottesdienst. Der Kirchenraum ist nur von Kerzen erleuchtet, die dezent flackern. Das Auge muss sich an das stille Scheinen erst gewöhnen. Aber vor allem vernimmt der Besucher genauer,… Weiterlesen

09.12.2018 - Sicher ist sicher

Wie aus den Zeiten, da die Religion für alles einstehen musste, was sich anders nicht erklären ließ und als Lückenfüller stets ein zeitlich befristetes Verhältnis zum Ort der Vakanz einnahm,… Weiterlesen

08.12.2018 - Jenseits des Gewöhnlichen

Wer das Außergewöhnliche nur jenseits des Gewöhnlichen sucht, wird es kaum finden. Es ist die Überraschung im Alltag, der Zauber, der das Grau in Grau schön macht. Was metaphorisch das… Weiterlesen

07.12.2018 - Eigentlich

In der Radikalität der eigenen Ansprüche ans Leben steckt nicht nur der unduldsame Ansporn, sich selbst wiederholt zu übertreffen, sondern auch das Risiko einer dauerhaften Lähmung. Was uns treibt, muss… Weiterlesen

06.12.2018 - Der richtige Augenblick

Timing ist in der Zeit, was in der Sprache das Glück des zutreffenden Worts bedeutet. Einen fugenlos passenden Ausdruck gefunden zu haben, den richtigen Moment zu erwischen, um das Aktienportfolio… Weiterlesen

05.12.2018 - Freiheitsrechte

Es tut der Freiheit nicht gut, wenn sie idealisiert wird. Das bläht sie auf zu einer abstrakten Vorstellung von Unabhängigkeit. Die Anerkennung der Freiheit ist eine Respektsform des Rechts vor… Weiterlesen

04.12.2018 - Opa erzählt vom Krieg

Wie alt einer ist, lässt sich messen am Vorrat der Geschichten, die er im Lauf seines Lebens gesammelt hat. Wie jung er geblieben ist, lässt sich erkennen an den Erlebnissen, die… Weiterlesen

03.12.2018 - Seelisches Gleichgewicht

Der Grat, auf dem ein Therapeut professionell läuft, ist schmal: so einfühlsam zu sein, dass er den Problemen seines Klienten nachspüren kann; so distanziert zu sein, dass er sich vor… Weiterlesen

02.12.2018 - Ästhetische Theorie

Wirklich schön ist, was mehr sein kann, als schön zu sein.

01.12.2018 - Der richtige Zeitpunkt

Eine Gesellschaft, in der das Gespür für den richtigen Augenblick verloren gegangen ist, zerstört sich selbst. Nicht eine Begegnung wäre möglich zwischen den Menschen, nicht ein einziges Gespräch entstünde, nicht… Weiterlesen

30.11.2018 - Zwei Sätze zur Rhetorik

Was die meisten an Rhetorik interessiert: wie man besser redet. Was die Rhetorik am meisten interessiert: worüber man besser schweigt.

29.11.2018 - Druck

Von vielen, die sich mit Innovation und Erfindertalent, Kreativität und Neuerungslust befassen, wird der Ideenreichtum herausgestellt, die Fähigkeit, höchst unterschiedliche Wissenschaftskontexte oder Technikfelder spannungsreich und frei kombinieren zu können. Das… Weiterlesen

28.11.2018 - Der pragmatische Theoretiker

Vom Theoretiker leiht sich der Unternehmer die optimistische Entschlossenheit, mit Ideen eine ganze Welt aus den Angeln zu heben; und vom Pragmatiker borgt er sich die originäre Enttäuschungsfestigkeit, dem Handeln… Weiterlesen

27.11.2018 - Ränkespiel

Machtspiele sind ein Dauertest auf die Widerstandsfähigkeit der Arglosigkeit im Umgang miteinander.

26.11.2018 - Die großen Fragen

Nur wegen der allesamt unzureichenden Antworten, die eine zweieinhalbtausend Jahre alte Denkgeschichte gesammelt hat, kann die Enttäuschung über den Mangel an Phantasie und Logik, Klarheit oder Überzeugungskraft doch nicht darin… Weiterlesen

25.11.2018 - Wie oft werden wir noch wach?

Genau in einem Monat ist Weihnachten. Als könnten es die Mitgenossen und Nebenmenschen nicht erwarten, ergeht allenthalben das Signal, sich zu beeilen mit den Wünschen, die Pläne für die Feiertage… Weiterlesen

24.11.2018 - Die zweite Aufklärung

Wie jene erste Aufklärung vor mehr als zweihundert Jahren wider die Machtansprüche einer Religion, die Geheimzirkel und Dunkelmänner auftrat im Namen der allgemeinen Menschenvernunft, die menschlich zu nennen ihren Charakter… Weiterlesen

23.11.2018 - So soll es sein

Der Imperativ ist die ernsteste unter allen Sprachfiguren. Er übernimmt die Verantwortung die eigene Sicht auf die Welt und das Los derer, die ihr aufgefordert folgen.

22.11.2018 - Zu viel Ende

Die Propheten des Untergangs eint, dass sie alle Krisensymptome präzise auflisten, doch aus der Analyse einer gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Abwärtsbewegung nicht die Aufgabe ableiten können, die Tendenz zum Ende zu… Weiterlesen

21.11.2018 - Tränen gelacht

In jenen höchst seltenen Momenten, in denen das Lachen aus dem Weinen ansatzlos hervorbricht und fließend wieder ins Weinen übergeht, zeigt sich weniger die Unentschiedenheit eines starken Gefühls. Vielmehr erfahren… Weiterlesen

erstellt am 03.2.2017

Kolumne

NOTIZEN von Jürgen Werner

In der Kolumne NOTIZEN schreibt der Philosoph Jürgen Werner täglich Gedankensplitter nieder, nicht auf Papier, aber in seinem Blog. Faust-Kultur gibt sie regelmäßig in Auszügen wieder. Die Kurzform ist die Kunst derer, die keine Zeit haben. Aber auch das Maß der Verdichtung, das ein Gedanke oder eine Beobachtung verträgt. So mag sich später entscheiden, ob der rasch skizzierte Satz nach einer Auslegung verlangt, die beiläufige Bemerkung vertieft werden will. Notizen sind unentschlossen. Am meisten faszinieren sie, wenn der Zufallsfund genau konstruiert ist und die knappe Art aussieht, als sei alles gesagt. Von Jürgen Werner ist jüngst im Frankfurter Verlag tertium datur das Buch »Tagesrationen. Ein Alphabet des Lebens« erschienen, ein Band, der mit erhellenden Reflexionen und aphoristischen Pointen dem Selbstverstehen des Menschen den Weg bereitet. (Texte © Jürgen Werner)