LÜDKES LIEDERLICHE LISTE

Ein Wallraff in Wien

Mit seinen Sozialreportagen aus der Wiener Unterwelt wurde Max Winter (1870-1937) vor gut hundert Jahren berühmt. Kürzlich wurde er wiederentdeckt. Nun ist ein Buch mit ausgewählten Reportagen Winters erschienen, und Martin Lüdke empfiehlt es. mehr

Lüdkes liederliche Liste

Höhe gehalten, an Breite gewonnen

Die beiden großen Restaurantführer Gault&Millau und Guide Michelin für das Jahr 2018 sind erschienen. Der Michelin bewertet 1.700 Hotels und über 2.200 Restaurants. Im Gault&Millau werden 900 Adressen getestet, davon 749 mit einer „Kochmütze“ ausgezeichnet. Martin Lüdke hat die Restaurantführer studiert und vergeblich nach Frankfurter Spitzenküche gesucht. mehr

Lüdkes liederliche Liste

Sie blühen dauerhaft

1857 erschien die erste Ausgabe von Charles Baudelaires »Die Blumen des Bösen« / »Les Fleur du Mal«. Sie umfasste exakt hundert Gedichte. Nur wenig später wurden sechs Gedichte verboten. Simon Werle hat zum 150. Todestag Baudelaires »Die Blumen des Bösen« neu ins Deutsche übersetzt. Martin Lüdke empfiehlt den Band. mehr

Lüdkes liederliche Liste

Der Nabel der Welt

Kall in der Eifel liegt nicht nur, wie Norbert Scheuers neuer Roman es im Titel verrät, »Am Grund des Universums«, sondern im Zentrum einer imaginär-realen Welt, die Scheuer mit seinen Romanen geschaffen hat: im Urftland. Das Buch hat keine Handlung, die man so einfach nacherzählen könnte. Dafür Spannung, die sich aus dem Personal entwickelt. Martin Lüdke empfiehlt es. mehr

LÜDKES LIEDERLICHE LISTE

Reiten, reiten, reiten

Die kurze Erzählung »Das Pferd« des Literaturnobelpreisträgers Claude Simon ist kürzlich in deutscher Übersetzung erschienen. Sie handelt von Simons Zeit bei der französischen Kavallerie im Zweiten Weltkrieg. Die Erzählung kann als Keimzelle eines faszinierenden Werkes gesehen werden, meint Martin Lüdke. mehr

LÜDKES LIEDERLICHE LISTE

Ein Bild von Marcel Proust

Im Deutschen Kunstverlag ist der reich bebilderte Essay »Marcel Proust« des Literaturkritikers Andreas Isenschmid erschienen. Er erzählt Prousts Leben und die Entstehung seines Werkes in sechs »Geschichten«. Isenschmid zeigt sich als intimer Kenner des gesamten Proust, meint Martin Lüdke. mehr

LÜDKES LIEDERLICHE LISTE

Eine New Yorker Geschichte

1852 erschien in einer New Yorker Zeitung der Fortsetzungsroman »Das Leben und die Abenteuer von Jack Engle: Eine Autobiographie, in welcher der Leser einige vertraute Charaktere finden wird«. Der amerikanische Literaturwissenschaftler Zachary Turpin entdeckte kürzlich den Text und schrieb ihn Walt Whitman zu. Jetzt erscheint die deutsche Ausgabe, und Martin Lüdke hat sie studiert. mehr

LÜDKES LIEDERLICHE LISTE

Den Versuch nicht wert

Die sehr eigene Form, die Peter Handke in seinen Versuchen entwickelt hat, sprengt alle Gattungsgrenzen und verbindet auf essayistische und ebenso erzählerische Weise Ereignisse und Anekdoten mit Reflexion. Kürzlich stieß Martin Lüdke auf einen »Versuch über das Nicht Schreiben«, dessen Autor Peter Hanke nicht mit Peter Handke zu verwechseln ist. mehr

Lüdkes liederliche Liste

Lorenz Jägers Walter Benjamin-Biographie

Walter Benjamin gilt als eine der rätselhaftesten Figuren der neueren Geistesgeschichte. Wirklich entdeckt wurde er im Zuge der Protestbewegung der späten sechziger Jahre. Nun hat der langjährige F.A.Z.-Feuilletonredakteur Lorenz Jäger eine neue Biographie Benjamins vorgelegt, und Martin Lüdke hat sie studiert.

erstellt am 21.6.2016

Der Literaturkritiker Martin Lüdke hat in seinem Arbeitszimmer, vor den vollen Regalen, stapelweise neue und auch einige alte Bücher deponiert. Alle ungelesen. Abseitige wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit den Kellerfenstern von Benediktiner-Abteien beschäftigten oder mit dem Wiederaufbau abgebrannter englischer Landhäuser im 19. Jahrhundert, neue deutsche Romane und Erzählungen, auch ausländische Literatur in Übersetzungen, Gedichtbände, theoretische Arbeiten, Essays, Entdeckungen und Wiederentdeckungen. Viele dieser Bücher faszinieren, einige empören ihn. In jedem Fall stören die Stapel. Was dahinter steht: aus den Augen, aus dem Sinn. Also: abarbeiten. Eine Möglichkeit dazu bietet diese liederliche Liste, Kraut und Rüben, mit jeweils neun Titeln. Nach der alten Enzensberger-Bibliotheks-Maxime – „eins rein, eins raus“ – wird sich die Liste, von oben nach unten, fortwährend erneuern.