Tuschicks Kolumne
Adelaide Bon, Das Mädchen auf dem Eisfeld

Ausflüchte des Herzens

Adélaïde Bon ist längst erwachsen, als sich der Serientäter, der auch sie vergewaltigt hat, vor Gericht verantworten muss. Jamal Tuschick hat Bons Debüt, „Das Mädchen auf dem Eisfeld“, gelesen.

Enzensberger, Eine Experten-Revue in 89 Nummern

Reisen eines greisen Dichters

Hans Magnus Enzensbergers Spätwerk weist Eigenschaften eines Kuriositätenkabinetts auf. „Eine Experten-Revue in 89 Nummern“ versammelt Erinnerungen und Ausblicke an/auf eigensinnige Leidenschaften und unterbewertete Spezialisierungen. Jamal Tuschick hat das Buch gelesen.

Volker Braun, Handstreiche

Die Habsucht der Augen

Er war Dramaturg am Berliner Ensemble, im Jahr 2000 erhielt Volker Braun den Georg-Büchner-Preis. Nun sind seine „Handstreiche“ erschienen. Jamal Tuschick hat Brauns Aphorismen studiert.

Shira Hadad im Gespräch mit Amos Oz

Die Emissionen des Todes

Im Frühjahr und Sommer 2014 sprach Amos Oz mit der Lektorin Shira Hadad über die Stationen seines Lebens, über Humor, Literatur und den Tod. Jamal Tuschick stellt den unter dem Titel „Was ist ein Apfel?“ erschienenen Gesprächsband vor.

Hans Christoph Buch, Tunnel über der Spree

Friedenauer Konzentrationen

„Tunnel über der Spree“ war eine literarische Gesellschaft, die von 1827 bis 1898 bestand. Hans Christoph Buch betitelt seine Erinnerungen an Kollegen mit dem heute zwar kuriosen, im 19. Jahrhundert aber industrierevolutionär zeitgemäßen Vereinsnamen. Jamal Tuschick hat den Band gelesen.

Geir Gulliksen, Geschichte einer Ehe

Doppelte Introspektion

Der norwegische Autor Geir Gulliksen liefert in „Geschichte einer Ehe“ keine Dutzendware der Liebe aus. Jamal Tuschick hat den Roman gelesen.

Woelk, Der Sommer meiner Mutter

Ein stilles Kind

In seinem jüngsten Roman erzählt Ulrich Woelk vom pubertären Vorglühen unter dem Astronautenmond im Jahr 1969. Jamal Tuschick hat „Der Sommer meiner Mutter“ gelesen.

Wolf Biermann, Barbara

Als die Baracke noch fröhlich war

Das muss man Wolf Biermann lassen: Er altert erfrischender als die Zeitgenossen. Sein Spätwerk ranzt nicht so wie die letzten Sachen von Grass und Walser, meint Jamal Tuschick. Er hat Biermanns Novellen-Band „Barbara“ gelesen.

Rocko Schamoni, Große Freiheit

Stumpf ist Trumpf

In „Große Freiheit“ erzählt Rocko Schamoni den Werdegang eines Paradiesvogels unter Faust-Pfauen auf den hanseatischen Magistralen des käuflichen Sex. Jamal Tuschick hat den St.-Pauli-Roman gelesen.

Tagebücher von Gerhard Fritsch

Fähig zu weder noch

Der Tagebuchschreiber Gerhard Fritsch baut nicht heimlich für die Nachwelt vor. Er kokettiert nicht und betreibt kein Wörterringen. Jamal Tuschick hat die Tagebücher des früh verstorbenen österreichischen Autors gelesen.

Christoph Hein, Gegenlauschangriff

Das falsche Exil

Zu seinem 75. Geburtstag erzählt Christoph Hein von Thomas Braschs linientreuem Vater, von Manfred Krugs Gegenlauschangriff und dem Ende der DDR. Jamal Tuschick hat die deutsch-deutschen Anekdoten gelesen.

Sasa Stanisic, Herkunft

Risse im Fundament

Saša Stanišic, Urenkel eines Flößers, der nicht schwimmen konnte, erzählt in „Herkunft“ die bewegte Geschichte seiner bosnisch-serbischen Familie. Jamal Tuchick hat das Buch gelesen.

Kafkas letzter Prozess

Wer war Kafka?

Dem Nachlassfall Brod/Kafka folgte der wichtigste Prozess in Israel, seit Adolf Eichmann vor Gericht gestellt wurde. Das erklärte Benjamin Balint, Autor von „Kafkas letzter Prozess“, in Berlin. Jamal Tuschick war dabei.

Brigitte Glaser, Rheinblick

Geschliffener Meilenstein

Im Epizentrum des neuen Romans von Brigitte Glaser steht eine Sternstunde der alten Bundesrepublik: Willy Brandts Wiederwahl (nach einem konstruktiven Misstrauensvotum) am 19. November 1972. In einem breiten Randgeschehen kommen viele Zeitzeugen zum Zug, wie Jamal Tuschick weiß.

Takis Würger, Stella

Jüdin wider Willen

Darf man so über den Holocaust schreiben? Um Takis Würgers „Stella“ entspann sich eine intensive Debatte. Der Roman ist nicht viel besser als sein Ruf, findet Jamal Tuschick.

Mare Manuscha

Den Kontext ändern

Der Band „Mare Manuscha“ erzählt von Begegnungen mit Künstlern, Schriftstellern, Schauspielern, Regisseuren, Musikern und Fotografen mit Roma- oder Sinti-Hintergrund. Jamal Tuschick empfiehlt das Buch.

T.C. Boyle, Das Licht

Bürgerliche Rauschgiftbegriffe

In „Das Licht“ erzählt T.C. Boyle von der Potenz psychoaktiver Substanzen, die den Typus des Drehtürpatienten hervorbrachten: Rein in die Klinik, raus aus der Klinik – und wieder rein. Jamal Tuschick hat den Roman über LSD gelesen.

Kristen Roupenian, Cat Person

Mansons Vermächtnis

Kristen Roupenians Kurzgeschichte „Cat Person“, 2017 im New Yorker veröffentlicht, gilt als eine der meistgelesenen Stories aller Zeiten. Nun ist ihr gleichnamiger Erzählungsband auf Deutsch erschienen. Jamal Tuschick ist beim Lesen in einen Sog geraten.

Delphine de Vigan, Loyalitäten

Getünchte Fahne

In Delphine de Vigans Roman „Loyalitäten“ wankt das Personal zu den Ausgängen der Geschichte. Die französische Autorin schildert eine Implosion des Sozialen. Jamal Tuschick hat das Buch gelesen.

Michel Houellebecq, Serotonin

Suchlauf des Todes

Michel Houellebecq erzählt in „Serotonin“ die Geschichte eines Mittelschichtmonsters als „substanzloses Weichei“. Jamal Tuschick hat Houellebecqs neuen Roman gelesen.

Film

Cold War

„Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ erzählt von der Liebe als Produktionsmittel. Die polnische Spitzensängerin Zula kann nicht migrieren. Sie braucht ihr Land wie die Luft zum Atmen. Jamal Tuschick hat den Film gesehen.

Lina Wolff, Die polyglotten Liebhaber

Jämmerlicher Mief

In Lina Wolffs zweitem Roman „Die polyglotten Liebhaber“ trifft die Kampfkünstlerin Ellinor einen Kulturjournalisten, der wie „ein Stück Scheiße“ behandelt werden möchte. Jamal Tuschick hat das Buch gelesen.

Film

Reise nach Jerusalem

Wenn der Wunsch, kreativ zu sein, zum Fluch wird: In ihrem ersten Spielfilm „Reise nach Jerusalem“ schildert Lucia Chiarla den Untergang einer Frau in Zeiten des Neoliberalismus. Jamal Tuschick hat den Film gesehen.

Der Briefwechsel Ingeborg Bachmann

Die Widerlegung des Raketenzeitalters

Beim Reimen aus dem Vollen schöpfen – Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Hans Magnus Enzensberger erstreckt sich über zehn Jahre und 130 Korrespondenzstücke. Nun ist der Briefwechsel erstmals erschienen, und Jamal Tuschick hat ihn gelesen.

Sönke Wortmanns Film „Der Vorname“

Der Wahrheitsabend

Sönke Wortmanns Kammerspiel „Der Vorname“ schildert Auswüchse eines familiären Abendessens. Die Geselligkeit entgleist fahrplanmäßig bei Curryhuhn-Indisch und stürzt zum Nachtisch in einen unvorhergesehenen Abgrund. Jamal Tuschick hat den Film gesehen.

Gerhard Henschel, Erfolgsroman

Saumselig

Gerhard Henschels jüngst erschienener „Erfolgsroman“ setzt die Martin-Schlosser-Chronik im achten Band fort. Darin schickt sich Schlosser an, ein erfolgreicher Autor zu werden und zieht nach Berlin. Jamal Tuschick hat den Roman gelesen.

Lukas Rietzschel neuer Roman

Landfriedensbruch

In seinem Debüt „Mit der Faust in die Welt schlagen“ erzählt der Görlitzer Autor Lukas Rietzschel von schwachen Vätern und rabiaten Söhnen in Sachsens Provinz. Jamal Tuschick hat den Roman gelesen.

Annette Hess, Deutsches Haus

Erschöpfter Verfolgungswille

Die Drehbuchautorin Annette Hess literarisiert in ihrem Romandebüt „Deutsches Haus“ den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess im Jahr 1963. Jamal Tuschick hat das Buch gelesen.

Christoph Peters, Das Jahr der Katze

In der Sitzhölle

In seinem Roman „Das Jahr der Katze“ erzählt Christoph Peters von Karate als Straßenkunst der Yakuza und den Torturen des intensiven Sitzens. Jamal Tuschick hat das Buch gelesen.

Juli Zeh, Neujahr

Fadenscheinige Freiheit

Juli Zeh erzählt in ihrem neuen Roman „Neujahr“ auch von Spätfolgen traumatischer Kindheitserlebnisse. Vor allem beschreibt Zeh den Alltag einer Ehe, in der sie erfolgreicher ist als er. Jamal Tuschick hat den Roman gelesen.

Georges Simenon

Großer Lebenshunger

Bekannt wurde Georges Simenon (1903-1989) vor allem als Autor von Kriminalromanen um den Kommissar Maigret. Er hat jedoch auch viele weitere Romane und autobiographische Werke geschrieben. Der Verlag Hoffmann und Campe hat nun ausgewählte Schriften Simenons herausgegeben. Jamal Tuschick hat fünf Titel gelesen.

Die letzten Tage des Patriarchats

Ein Strauß voller Einwände

Feminismus braucht Männer, schreibt die 1986 geborene Autorin Margarete Stokowski in ihrem Essay- und Kolumnenband „Die letzten Tage des Patriarchats“. Jamal Tuschick hat das Buch gelesen.

Wolf Wondratschek, Selbstbild mit russischem Klavier

Introspektive Volten

In seinem neuen Roman „Selbstbild mit russischem Klavier“ erzählt Wolf Wondratschek, der kürzlich 75 wurde, vom verblassten Ruhm eines alten Russen in Wien. Jamal Tuschick denkt über Buch und Autor nach.

Alexa Hennig von Lange, Kampfsterne

„Kampfsterne“, Alexa Hennig von Langes neuer Roman, handelt vom Mittelstands(un)glück in einem bundesrepublikanischen Winkel, der nur noch in der Literatur vermessen werden kann. Jamal Tuschick hat sich auf eine Zeitreise in den Sommer 1985 mitnehmen lassen.

Max Czollek, Desintegriert euch

Desintegrative Eskalation

In seiner Polemik „Desintegriert euch!“ schildert Max Czollek Schleichwege der „Eingemeindung jüdischer Positionen in den deutschen Entlastungsdiskurs“ aus. Jamal Tuschick stellt das Buch vor.

Christoph Hein, Verwirrnis

Peitschenpädagogik

Christoph Hein erzählt in seinem neuen Roman „Verwirrnis“ von einem schwulen Paar in der jungen DDR. In Heins aktuelle Retrospektive hat sich Sterilität eingeschlichen, meint Jamal Tuschick.

Stephen Parker, Brecht

Ehrfurcht vor dem Kinde

Als andere schon im Expressionismus ausschweifen, schreibt Bertolt Brecht (wie er glaubt, als Letzter) Balladen und findet in den Liedern der Wandervögel seinen Schlüssel zur Lyrik. Jamal Tuschick hat Stephen Parkers monumentale Brecht-Biografie gelesen.

Der Film Hotel Artemis

Notaufnahme im Notstandsgebiet

Jodie Foster rettet im „Hotel Artemis“ nicht nur Verbrechern das Leben, sondern bewahrt da auch den Film vor einer giftgrünen und schwefelgelben Leblosigkeit. Eine Filmkritik von Jamal Tuschick.

Film: Nico, 1988

Bulletins der Vergeblichkeit

„Nico, 1988“ – Die italienische Regisseurin Susanna Nicchiarelli erzählt das Ende der Sängerin Nico, einer teutonischen Princess of the Dark, als ganz traurige Geschichte. Jamal Tuschick hat den Film, der kürzlich in die deutschen Kinos kam, gesehen.

Melissa Broders Roman „Fische"

Mörderisch männliche Meerjungfrau

Auf Tinder generiertes Begehren: Die in Los Angeles lebende Autorin Melissa Broder schildert in ihrem Debütroman „Fische“ eine Gesellschaft, die körperliche Attraktivität anbetet. Jamal Tuschick empfiehlt das Buch.

Film: „Foxtrot”

Trinken Sie Wasser

Das Filmdrama „Foxtrot” des israelischen Regisseurs Samuel Maoz gewann bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2017 den Silbernen Löwen. Nun kommt „Foxtrot” in Deutschland in die Kinos. Jamal Tuschick hat den Film gesehen.

Jüdisches Filmfestival Berlin Brandenburg

No Fake Jews

Jamal Tuschick berichtet vom 24. Jüdischen Filmfestival Berlin & Brandenburg. Dort sah er das niederländische Gerichtsdrama „An Act of Defiance“ und die israelisch-französische Produktion „Driver“.

Genazino, Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze

Seelisch obdachlos

Dem amtierenden Stellvertreter des Autors widerfährt der Verlust seiner Umgebung als etwas Vertrautem. Jamal Tuschick hat Wilhelm Genazinos jüngsten Roman „Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze“ gelesen.

Lizzie Doron, Sweet Occupation

Riesiges Leck

Die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron sagt: „Ich habe stets über Opfer geschrieben.“ In der Berliner Landeszentrale für politische Bildung sprach sie über ihre Bücher und den Nahostkonflikt. Jamal Tuschick war dabei.

Gespräch: Carla del Ponte und Joschka Fischer

Wie verhaftet man einen Präsidenten?

Carla del Ponte und Joschka Fischer unterhielten sich über das Versagen der internationalen Politik in Syrien. Jamal Tuschick hat den Gesprächsabend in der Berliner Volksbühne besucht.

Julia Mantel liest in Berlin

Satzbaumeisterin

Die Frankfurter Dichterin Julia Mantel las in der Berliner Tucholsky Buchhandlung aus ihrem neuen Band Der Bäcker gibt mir das Brot auch so. Jamal Tuschick berichtet von der Lesung.

Assaf Gavron, Achtzehn Hiebe

Taxi Driver

In Assaf Gavrons neuem Roman „Achtzehn Hiebe“ bewährt sich ein Tel Aviver Taxifahrer als Privatdetektiv. Die Spur führt ins Jahr 1946, kurz vor der Gründung des Staates Israel. Jamal Tuschick hat das Buch gelesen.

Hans Magnus Enzensberger, Überlebenskünstler

Vom Würdepopo und titanischen Däumling

In seiner Porträtsammlung „Überlebenskünstler – 99 literarischen Vignetten aus dem 20. Jahrhundert“ staubt und bürstet Hans Magnus Enzensberger Galionsfiguren ab. Jamal Tuschick hat das Buch gelesen.

Maja Lunde, Die Geschichte des Wassers

Europäische Sahelzone

Verheerende Waldbrände als Folge anhaltender Dürre – In „Geschichte des Wassers“, dem neuen Roman der norwegischen Autorin Maja Lunde, balanciert der Mensch auf den Kanten seiner Lebensgrundlagen. Jamal Tuschick hat das Buch gelesen.

Tuschicks Kolumne

Was sagen wir den jungen Leuten?

Friedensgrüße als Programm – Muhammad Sameer Murtaza präsentierte am 15. Mai 2018 seinen Aufruf „Schalom und Salam: Wider den islamisch verbrämten Antisemitismus“ im Berliner Urania. Jamal Tuschick war dabei.

Daniel Galera, So enden wir

Limitierter Exzess

In „So enden wir“ erzählt der brasilianische Autor Daniel Galera mit den Stimmen seiner Protagonisten Geschichten der Ernüchterung. Jamal Tuschick hat den Roman gelesen.

African Book Festival Berlin

Wie freiwillig ist freiwillig?

Vom 26. bis 28. April 2018 fand in Berlin ein Festival von und für afrikanische Autoren und Autorinnen statt. Das „African Book Festival Berlin“ wurde von der deutsch-nigerianischen Schriftstellerin Olumide Popoola kuratiert. Jamal Tuschick hat es besucht.

Berlin trägt Kippa

Unsere Juden

Am 17. April 2018 wurde in Berlin ein arabischer Israeli von einem Syrer angegriffen, weil er experimentell eine Kippa trug. Auf die Attacke reagierte die Jüdische Gemeinde in einem Initiativverbund mit der Aktion „Berlin trägt Kippa“. Jamal Tuschick war am 25. April dabei.

Johann Scheerer, Wir sind dann wohl die Angehörigen

Verrat am Vater

Johann Scheerer erzählte im Berliner Frannz Club von der Entführung seines Vaters Jan Philipp Reemtsma und stellte sein Buch „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ vor. Jamal Tuschick berichtet von der Lesung.

Deutsch-Israelische Literaturtage

Deutsch-Israelische Literaturtage 2018

Die von Goethe-Institut und Heinrich-Böll-Stiftung ausgerichteten Deutsch-Israelischen Literaturtage stehen 2018 unter dem Motto „Fair enough?“. Jamal Tuschick hat für Faust-Kultur die Literaturtage besucht.

Elena Ferrante, Band 4

Vom Verschwinden

„Heute, da mein Leben hinter mir liegt, weiß ich, dass ich (damals) überreagiert habe“ – Der deutsche Nachbau von Elena Ferrantes narrativem Triumphbogen ist abgeschlossen. Jamal Tuschick hat „Die Geschichte des verlorenen Kindes“, Band 4 der Neapolitanischen Saga, gelesen.

Lamya Kaddor, Die Sache mit der Bratwurst

Ich bin sehr deutsch

Lamya Kaddor, 1978 als Tochter syrischer Einwanderer in Ahlen geborene Religionslehrerin, Islamwissenschaftlerin und Autorin, las in der Berliner Kulturbrauerei aus ihrer Autobiografie „Die Sache mit der Bratwurst“. Jamal Tuschick hat seine Eindrücke aufgeschrieben.

Arno Geiger, Unter der Drachenwand

Ohne Liebe kein Talent

Arno Geiger las in der Berliner Kulturbrauerei aus seinem jüngst erschienenen Weltkriegsroman „Unter der Drachenwand“. Jamal Tuschick hat die Lesung besucht.

Ayelet Gundar-Goshen, Lügnerin

Grundschwarz

Im jüngsten Roman der israelischen Autorin Ayelet Gundar-Goshen stößt eine Lüge das Tor zum Leben auf. Es erscheint die schulpflichtige Eisverkäuferin Nuphar Schalev in der Gestalt des Lavie Maimon. Jamal Tuschick hat „Lügnerin“ gelesen.

Rodrigo Hasbun, Die Affekte

In gravierender Weise unzulänglich

„Die Affekte“ von Rodrigo Hasbún ist eine fiktionalisierte Lebensgeschichte der deutsch-bolivianischen Attentäterin Monika Ertl. Der Roman ist kurzweilig, aber nicht aufschlussreich, meint Jamal Tuschick.

Hannah Tinti, Die zwölf Leben des Samuel Hawley

Kunststoff Realität

„Die zwölf Leben des Samuel Hawley“ – Die in Brooklyn lebende Autorin Hannah Tinti erzählt von einem guten Vater mit einer bösen Vergangenheit und von Louise. Jamal Tuschick hat den Roman gelesen.

Ulrich Woelk, Nacht ohne Engel

Restlicht

In Ulrich Woelks jüngstem Roman „Nacht ohne Engel“ mutet ein Mann seiner Tochter harte Wahrheiten zu, obwohl er für nichts geradestehen kann. Jamal Tuschick hat das Buch gelesen.

Lorenz Just, Der böse Mensch

Nachbar Naumann

„Am Morgen liest Herr Naumann Zeitung und hört die Nachrichten im Radio“ – Lorenz Justs literarisches Debüt, der Erzählband „Der böse Mensch“, ist seinem Titel nicht gewachsen, meint Jamal Tuschick.

Dan Dalton, Johnny Ruin

Zombie Groove

„Die Fiktion ist die einzige Chance für den Loser, Geschichte zu schreiben.“ – „Johnny Ruin“, das Romandebüt des Londoner Schriftstellers und Journalisten Dan Dalton, taugt als literarische Zwischenmahlzeit, findet Jamal Tuschick.

Im Bann des Dschihad

Sadiqs Töchter

„Abhauen. Heiraten. Sterben“ – Die Kriegsberichterstatterin Asne Seierstad dokumentiert in „Zwei Schwestern“ die Lebensläufe der norwegischen Teenager Ayan und Leila, die sich 2013 dem „Islamischen Staat“ anschlossen. Jamal Tuschick hat das Buch gelesen.

Mich Vraa, Die Hoffnung

Monotoner Froschgesang

In seinem Briefroman „Die Hoffnung“ erzählt der dänische Autor Mich Vraa von den Fallstricken der Macht und der Armseligkeit guter Vorsätze. Jamal Tuschick hat den von Ulrich Sonnenberg ins Deutsche übertragenen Roman gelesen.

Erinnerung an eine Revolution

Lyrischer Stoizismus

Leben und sterben wie in einem Atemzug – Inge Müller war im Krieg, und Heiner Müller schrieb darüber. Das Maxim Gorki Theater feierte den Meister des literarischen Blutrauschs mit seinem Drama „Der Auftrag”.

Doron Rabinovici, Die Außerirdischen

Bioinvasiv

„Die Außerirdischen“ – Doron Rabinovici beschreibt aktuelle Spielarten der Selektion, Deportation und Konzentration von Menschen.

Peter Handke, Die Obstdiebin

Die Gefahren des Gegenlichts

Der Erzähler, ein Handke wie er im Buch steht, erdichtet sich eine Obstdiebin nach einem Standardverfahren der Originalität als Unzeitige.

Helga Hammer, Durch alle Zeiten

Nix Felix Austria

In ihrem ersten Roman, „Durch alle Zeiten“, schildert Helga Hammer das Leben jenseits der Komfortzonen in österreichisch alpiner Armut.

Fikry El Azzouzi, Sie allein

Wunder der Gelassenheit

In seinem Roman „Sie allein“ erzählt der belgische Autor Fikry El Azzouzi von der Liebe in Zeiten des Terrors.

Christopher Isherwood

Lauter gute Absichten

„Lauter gute Absichten“ – Christopher Isherwoods erster Roman liegt nun erstmals auf Deutsch vor. Er archiviert die Gepflogenheiten einer Klasse, die ihr Verschwinden vermutlich überlebt hat.

Juli Zeh, Leere Herzen

Existenzieller Jetlag

In Juli Zehs neuem Roman „Leere Herzen“ führt eine Spur von Braunschweig nach Berlin.

Intelligentes Theater

Adela Bravo Sauras

Adela Bravo Sauras kreiert einen neuen Totenkult. In ihrer aktuellen No Fourth Wall Produktion „Meine Hände. Die meiner Mutter“ wird der Raum zum Star.

Konstantin Sacher, Und erlöse mich

Das Gleiche anders

Konstantin Sacher überlässt in seinem Debütroman „Und erlöse mich“ einem Sterbenden das letzte Wort.

Radikale Jüdische Kulturtage

Radikale Jüdische Kulturtage

„Die Geschichte vom Leben und Sterben des neuen Juppi Ja Jey Juden“ – Die Radikalen Jüdischen Kulturtage begannen auf der Studiobühne des Berliner Maxim Gorki Theaters mit einem Monolog von Sivan Ben Yishai.

Stimmen aus Teheran

Little money, no fame

Jede Generation hat ihr eigenes Schicksal – Hannah Jacobis Interviews zur zeitgenössischen Kunst im Iran erhellen die Bedingungen einer Kunstproduktion unter schwierigen Bedingungen.

Julia Rothenburg, Koslik ist krank

Zweckloser Widerstand

Grauenhaft gut erzählt, aber schwer erträglich – „Koslik ist krank“ – Julia Rothenburgs erster Roman erzählt, wie ein Mann zu einem Käfer wird, der seinen Panzer verliert.

Katrin Burseg, In einem anderen Licht

Wege in den Untergrund

Katrin Bursegs „In einem anderen Licht“ erzählt von einer späten Abrechnung. Die Zeche wurde in den Siebzigern gemacht und Jahrzehnte nicht beglichen.

Anna Galkina, Das neue Leben

Russische Verhütung

Anna Galkinas Roman „Das neue Leben“ erzählt von falsch genommenen Antibabypillen, elektrischen Eierkochern und einem Lagerkoller.

Ferrante, Die Geschichte der getrennten Wege

Ferien im Ferranteland

Der 3. Band der Neapolitanischen Ferrante-Saga erzählt Elenas Aufstieg zur gefeierten Schriftstellerin und Gattin eines Sprosses „der kulturvollsten Familie Italiens“

Mathias Menegoz' Debütroman

Karpathia

Das Debütroman von Mathias Menegoz „Karpathia“ hilft, den Wirkungskreis des Grafen Dracula historisch zu begreifen

Madeleine Thien

In einem falschen Augenblick der Geschichte

„Ich bin nur eine wandernde Seele“ – Madeleine Thien erzählt von einem intellektuellen Boxeraufstand zuzeiten der Kulturrevolution. Sie erschafft eine revolutionäre Romanperspektive auf den Umerziehungsterrorismus im Namen von Mao Zedong

Yaa Gyasi, Heimkehren

In der Freiheit abgelegt

Weder farbig noch drastisch: „Heimkehren“ schildert mit verknappter Epik die Deportationen versklavter Afrikaner nach Amerika.

Internationales Literaturfestival Berlin

Kosmologische Inflation

„Wir irren uns empor“ – Beim 17. Internationalen Literaturfestival erklärte der Physiker Joseph M. Gaßner, „wie das Nichts zu Eigenschaften kommt“ im Dialog mit Raoul Schrott, der seine Urknall-Saga „Erste Erde: Epos“ in täglichen Vorträgen dem Publikum zu Gehör bringt.

Bernd Ulrich und Wolfgang Schäuble

Gute Deutsche

Bernd Ulrich präsentierte seinen „Weckruf“ „Guten Morgen, Abendland“ im Gespräch mit Wolfgang Schäuble in der Berliner Akademie der Wissenschaften.

Mohsin Hamid, Exit West

Detonationen an der Sinnesperipherie

In „Exit West“ beschreibt Mohsin Hamid den Weltbürgerkrieg im Stadium seiner Entstehung.

Bret Easton Ellis und die anderen Hunde

Die Befreiung der Sprache

In Lina Wolffs Roman „Bret Easton Ellis und die anderen Hunde“ denkt die Erzählerin über die Gründe seelischer Spannweitenverluste im Lebenslauf ihrer Nächsten nach.

Sven Amtsberg, Superbuhei

Bronske Beat

Der Imbisswagen auf dem Supermarktparkplatz als Sinnbild einer verfehlten Existenz – Sven Amtsberg bindet in „Superbuhei“ den ganz normalen Wahnsinn zu einem Bouquet wermütiger Heiterkeit

TEXTLAND von Jamal Tuschick

Auf der Suche nach dem gestrigen Tag

„Echtes Leben“ begreift Rosa als eine „Mischung aus Wahrheit und Gemeinheit“. Barbara Kennewegs Roman „Haus für eine Person“ erzählt von einer Frau, die ihre kleinen Erkenntnisse für Offenbarungen hält.

TEXTLAND von Jamal Tuschick

Stephan Lohse, Ein fauler Gott

„Ein fauler Gott“ lädt zum Träumen ein. Stephan Lohses erster Roman ist kein Kinderbuch, hat aber etwas davon. Man möchte daraus vorlesen.

TEXTLAND von Jamal Tuschick

Ein letztes Mal in Afrika

„Alte Männer sind begehrlich, denn es ist das letzte Mal.“ (Udo Lindenberg aus dem Gedächtnis) In „Ein letztes Mal in Afrika“ verrät Paul Theroux: „Die besten Menschen haben nackte Hintern“

TEXTLAND von Jamal Tuschick

Dreifaltige Hölle

Es gibt kein Recht auf Hilfe – In der „Hillbilly-Elegie“ erzählt J.D. Vance von seiner taffen Oma. Sein Bericht antwortet auf Didier Eribons „Rückkehr nach Reims“

TEXTLAND von Jamal Tuschick

Ein Späti im Jugendstil der Republik

Eva Renzi startete ihre Karriere 1966 als Playgirl in einem Film gleichen Namens.

TEXTLAND von Jamal Tuschick

Peter Härtling war nicht Arno Schmidt

Eine unangebrachte Vorlautbarung zum Tode

TEXTLAND von Jamal Tuschick

Virginia Virgin

Sofia Coppolas Southern-Belle-Drama „Die Verführten” ist trotz jeder Menge Kitsch sehenswert.

TEXTLAND von Jamal Tuschick

Die Banalität der Blöden

Schlagbereit und terrorfähig – Erst Ermittlungskatastrophe, dann Prozessdesaster – Im Kampf gegen den nationalsozialistischen Untergrund und die anderen, nach wie vor schlagbereiten und terrorfähigen Netzwerke, versagen die Organe des Staates

TEXTLAND von Jamal Tuschick

Im Boudoir der Sehnsucht

Wer die Welt retten kann, muss das tun – Wonder Woman gibt ihr Bestes im Kampf gegen Doc Poison und Ares, den Gott des Krieges.

TEXTLAND von Jamal Tuschick

Lichtkekse

It's Never Too Late – Andriana Seecker und Andreas Catjar bescherten dem Berliner Ballhaus Ost einen Tanzabend voller berührender Augenblicke.

TEXTLAND von Jamal Tuschick

Theoretischer Elternteil

Stefan Beuse las in der Berliner Buch Disko aus seinem „Buch der Wunder“

TEXTLAND von Jamal Tuschick

Doris Anselms Erzählungen

Wenn aus der Hand ein Satz fällt: Doris Anselm spricht in Rätseln vom Leben

Enno Stahl, Spätkirmes

Mikrophone Rückkopplungstheatralik

Enno Stahl erzählt in „Spätkirmes“ von Leuten, die als Fremde in einem Dorf die Erfahrungen von Flüchtlingen machen.

Philipp Mosetter, Die Einladung

Das Ehebett als Rätsel der Menschheit

Philipp Mosetter las in der Nicolaischen Buchhandlung zu Berlin bewegend aus der „Einladung“

Ingeborg Bachmann: Das Buch Goldmann

Die Schultern einer Epoche

„Das Buch Goldmann“ setzt die Ingeborg-Bachmann-Gesamtausgabe im zweiten Band fort. Geschildert wird der „Lebenslauf einer Frau mit Haltung und schönen Schultern“, die ein „kleiner Verbrecher“ in den Abgrund stößt.

Karine Tuil: Die Zeit der Ruhelosen

Das Trauma der verschlossenen Tür

Karine Tuils neuer Roman „Die Zeit der Ruhelosen“ ist als psychologische Studie und Thriller eine Klasse für sich.

Olivia Sudjic: Sympathie

Superpartner_in

Alice ist gut zu Fuß und hart im Nehmen – In ihrem Fall kollidieren konventionelle Annäherungswünsche mit dem Begehren der Stalkerin, die das Objekt ihres Begehrens lange wie eine Nackte auf der Datenautobahn verfolgen konnte.

Jamal Tuschick

Gallaghers größter Fan

Uwe Kopfs einziger Roman „Elf Gehirne der Seidenspinnerraupe“ räumt mit ein paar Lebenslügen schwachbrüstiger Altachtundsiebziger auf.

Jamal Tuschick

Anke Stelling, Fürsorge

In Anke Stellings Roman „Fürsorge“ beobachtet die allwissende Ich-Erzählerin eine ungeheuerliche Beziehung.

Jamal Tuschick

Arno Frank, So, und jetzt kommst du

In „So, und jetzt kommst du“ erzählt Arno Frank noch einmal die Geschichte der alten Bundesrepublik mit Klepperzelt, Tupperware Party, Gulaschkanone, sputnikförmiger Zigarettendose und der Kesselschlacht in Opas Erinnerung.

Jamal Tuschick

Manuel Karasek, Mirabels Entscheidung

Manuel Karasek plaudert als vorerst Letzter aus dem Familiennähkästchen. Die Karaseks haben schon bessere Autoren hervorgebracht.

Jamal Tuschick

Bodo Kirchhoff, Mexikanische Novelle

Ohne Eifer, ohne Zorn weiht sich ein Journalist dem Untergang – Die 1984 erstmals bei Suhrkamp erschienene „Mexikanische Novelle” erscheint in diesem Frühjahr wieder in der Frankfurter Verlagsanstalt.

Jamal Tuschick

Nedim Gürsel, Der Sohn des Hauptmanns

Bukolische Bilanz – Ein Greis erinnert sein Leben als Sohn eines feurigen Mannes

Jamal Tuschick

Hisham Matar: Die Rückkehr

Wer ein Buch auswendig kennt, trägt ein Haus in seiner Brust – Der libysche Schriftsteller Hisham Matar erzählt die Geschichte seiner zwischen Exil, Gefangenschaft und Revolution eingespannten Familie.

Jamal Tuschick

Natascha Wodin, Sie kam aus Mariupol

Die Erzählerin ist acht, als sie die Unterlagen ihrer Mutter in die Tonne haut. Jahrzehnte später nennt sie das ein Verbrechen, während sie wie süchtig ihrer Familiengeschichte nachspürt. Das erzählt Natascha Wodin in ihren semifiktionalen Aufzeichnungen „Sie kam aus Mariupol“.

Jamal Tuschick

Ingeborg Bachmann, Male oscuro

„Male oscuro“ eröffnet die „Salzburger Ingeborg Bachmann Edition“ mit bisher unzugänglichen Aufzeichnungen aus den Sechzigerjahren.

Jamal Tuschick

In veralteter Frische

In „Walter Nowak bleibt liegen“ verfolgt Julia Wolf einen Achtundsechziger bis zu seiner letzten Trainingseinheit. Julia Wolf, Walter Nowak bleibt liegen, Roman, Frankfurter Verlagsanstalt, 157 Seiten

Jamal Tuschick

Solidarität mit Deniz Yücel

Die Kolleg*innen zitieren aus Yücels mutiger, für ein unabhängiges Gericht bestimmten Verteidigungsschrift. Das Leitmotiv des Abends liefert ein Witz, der (verbunden mit dem Vorwurf der Volksverhetzung) zum Haftgrund wurde, und wieder und wieder nicht zu Ende erzählt wird.

Jamal Tuschick

Im Auftrag der Tante

In Takis Würgers erstem Roman deckt ein Student aus Niedersachsen fast im Alleingang eine englische Verschwörung gegen die Menschlichkeit auf.

Jamal Tuschick

Die Geologie der Kunst

Gemälde können Universen sein. Das weiß Ellie, die Reinkarnation einer Malerin des 17. Jahrhunderts – und Heldin in Dominic Smiths Meisterwerk „Das letzte Bild der Sara de Vos“.

Jamal Tuschick

Die Rückkehr der Artamanen

Völkische Siedler, Reichsbürger, Neodruiden – Rechtsradikale fluten den ländlichen Raum mit Obskurantismus. Auch darum ging es an einem Abend mit Marc-Oliver Bischoff in der Berliner Zentrale der Amadeu Antonio Stiftung.

Jamal Tuschick

Chinabox

Entweder Wachtellack oder Menschenrechtsverletzung – Die „Chinabox“ in der Buchdisko

Jamal Tuschick

Das alte Reinrausspiel der kulturellen Differenz

In „Ellbogen“ zählt Fatma Aydemir harte Gangarten auf.

Jamal Tuschick

Peter Handke – Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte

Erfindungen schaffen Materie - Corinna Belzs Dokumentation „Peter Handke - Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte“ zeigt den Dichter zwischen Wald und Flur

Jamal Tuschick

Im Jenseits der Vierzig

Der Weg von der Kinderkacke zur Kulturförderung erscheint kurz in Simone Meiers Roman „Fleisch”

Jamal Tuschick

Popanz im Pyjama

Eine Randbemerkung in der Umgebung von Martin Walsers „Letztem Rank”

Jamal Tuschick

Gitarren statt Knarren

Nina Hagen predigte Frieden an einem Ort ihrer Prägung – dem Berliner Ensemble.

Jamal Tuschick

Kein Himmel für Höhenflüge

Elena Ferrante über das Erwachsenwerden – Nun liegt der zweite Band von Ferrantes vierbändiger Neapolitanischen Saga auf Deutsch vor.

Jamal Tuschick

Benzin im Blut

Shawn Vestal erzählt in seinem Romandebüt „Loretta“, wie der Motorradartist Evel Knievel unwissentlich aus Jason Harder einen Mopedfahrer machte.

Jamal Tuschick

Tomboy mit Rehaugen in dissidenten Grauzonen

In „Selbst” rührt Thomas Meinecke ein Textsortengemisch an.

Jamal Tuschick

Zwischen Vorglühen und Nachbeben

Zeitzeugnis - Werner Kletts Spielfilm „Make Love Not War - Die Liebesgeschichte unserer Zeit” konserviert die Aufbruchstimmung vor Achtundsechzig

Jamal Tuschick

Sprache und Macht

Die Darmstädter Schriftstellerin Katja Behrens erzählt das Leben des schwulen Rom Gianni Jovanovic aka Nono. Bemerkungen zu einer Lesung im Berliner Aufbau Haus

Jamal Tuschick

Weltbildverschiebungen oder Koexistenz im Widerstand - Die Rückkehr der Klasse als Begriff

Temporäre Konvergenz (oppositioneller Positionen) lässt Divergenzen nicht verschwinden - Auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung erklären Didier Eribon und Christina Kaindl (Die Linke) im Berliner Münzenbergsaal den europäischen Rechtsruck mit linkem Versagen

Jamal Tuschick

Nachtfahrt der Seele

Man muss dem Tod zuvorkommen - Jutta Winkelmann beendet die multimediale Dokumentation ihres Lebens mit einer Krankengeschichte.

Jamal Tuschick

Leibesfruchtwegnahme

Zwischen Wasserschlosssuizidalität, Euthanasiehorror und Heuschoberromantik - Berni Mayer schildert in „Rosalie” eine „harmlose Heimat” als Nährboden für toxische Verbindungen.

Jamal Tuschick

Ich hasse dieses Internet

In „Ich hasse dieses Internet” erinnert Jarett Kobek daran, dass die amerikanische Verfassung das Selbstverständnis von Sklavenhaltern spiegelt.

Jamal Tuschick

Im Neuland

Das Goethe-Institut und die Heinrich-Böll-Stiftung veranstalten seit 2005 jährlich die Deutsch-Israelischen Kulturtage: Etgar Keret las am ersten Abend im Deutschen Theater, der zweite Abend gehörte Germaw Mengistu und Pierre Jarawan im Roten Salon der Berliner Volksbühne, der dritte Tag endete endete u.a. mit Lesungen von Marica Bodrozic, Dorit Rabinyan und Nir Baram

Jamal Tuschick

Der Geruch des Paradieses

„Nach einem Wesen, das Unglück bringt, sucht man immer in den dunkelsten Ecken” - Elif Shafak erzählt in “Der Geruch des Paradieses” von einer Türkei, die nicht mehr laizistisch ist. Der Roman profitiert von Paradoxien einer konservativen Revolution.

Jamal Tuschick

Fear and Loathing in Los Angeles

Jan Brandt überrascht musikalische Gangster mit manischem Realismus – Der Literaturnobelpreis geht nach Malibu. Das ist die Nachricht des Tages. Zuckerberg & Zimmermann - Auf Facebook begrüßen Verehrer die Stockholmer Entscheidung; nach Jahrzehnten des Kopfschüttelns endlich Zustimmung. Eine ergraute Moderne kommt noch einmal zurück auf die Cover der Welt

Jamal Tuschick

Auf Ostsafari

Wie wirkt die Vergangenheit in die Zukunft? - Antworten gibt die „Dritte Generation Ost im Gespräch mit ihren Eltern”

Jamal Tuschick

Antikoloniales Märchen

Im Film „Legend of Tarzan” von David Yates bleibt der Kongo schwarz.

Jamal Tuschick

Jan Kuhlbrodt: Das Modell

Jan Kuhlbrodt erzählt von einem ostdeutschen Soziallethargiker, der in Frankfurt am Main nicht glücklich wurde

Jamal Tuschick

Bastian Asdonk: Mitten im Land

Spitzendebüt – Bastian Asdonks erster Roman „Mitten im Land” ist auch eine Farbenlehre

Jamal Tuschick

Elena Ferrante: Meine geniale Freundin

Elena Ferrantes Saga-Auftakt „Meine geniale Freundin” beschreibt die Mädchenblüte in einem neapolitanischen Krawallviertel

Jamal Tuschick

Marcia Zuckermann: Mischpoke

„Trauerklöße haben bei uns nichts zu lachen“ - Marcia Zuckermann erzählt in ihrem Roman „Mischpoke” mit einem Stich ins Geniale vom Erhalt der Kohanims als Sippe und Stamm großartiger Lebenskünstler.

Jamal Tuschick

Gerhard Falkners Roman „Apollokalypse”

Gerhard Falkners Roman “Apollokalypse” konzentriert Facetten einer altbundesrepublikanischen Daseinsform vor vielen Kulissen

Jamal Tuschick

Die Künstlerin Dotschy Reinhardt als Vorsitzende der Romnokher Berlin-Brandenburg

Die Künstlerin Dotschy Reinhardt macht sich als Vorsitzende des neugegründeten Landesrates der Roma und Sinti - Romnokher Berlin-Brandenburg - für ihre Minderheit stark

Jamal Tuschick

Zeit für Legenden – Ein neuer Film über Jesse Owens

Der schwarze Ausnahmeathlet Jesse Owens schlägt Adolf Hitler 1936 mit der Wunderwaffe seines Körpers. – Vielleicht funktioniert der Film deshalb: Weil Regisseur Stephen Hopkins die Machtzentren wie eine Herrenmenschenverschwörung inszeniert, in der ein schwarzer Siegeswille u.U. bloß wie Vorwitz erscheint.

Jamal Tuschick

Martin Wimmer, “Ich bin der neue Hilmar und trauriger als Townes”

Zwischen Programm und zerfaserndem Ich - Martin „Texas Tornado” Wimmer, Büroleiter des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann, hat ein orkanartiges Buch geschrieben: “Ich bin der neue Hilmar (Hoffmann) und trauriger als Townes (Van Zandt): Eine Kulturgeschichte der deutsch-texanischen Beziehungen”

Jamal Tuschick

Der neue Genazino

„Außer uns spricht niemand über uns” - In Wilhelm Genazinos jüngstem Roman ist der Held ein namenloser Sprecher

Jamal Tuschick

Volker Michels über Robert Walser

Volker Michels, der Robert Walser dem Suhrkamp Verlag einverleibte, streift durch Walsers Leben und Werk.

Jamal Tuschick

Ramita Navais neuer Roman

Ramita Navai begegnet dem Ungeheuer Alltag auf den Straßen Teherans

Jamal Tuschick

TEXTLAND Berlin

Begehren, Liebe, Verrat - Uisenma Borchus Spielfilmdebüt wühlt auf und strengt an mit direkten, konfrontativen Schilderungen. „Schau mich nicht so an” ist ein Film mit Sogwirkung

Jamal Tuschick

Hou Hsiao-Hsien: The Assassin

Hou Hsiao-Hsiens Arthouse-Eastern „The Assassin” erinnert an weibliche Einzel- und Nahkämpfer im feudalen China

Jamal Tuschick

Lou Andreas-Salomé. Der Film

Nietzsche als Liebeskasper, Rilke androgyn und russisch fiebernd – Cordula Kablitz-Posts Liebeserklärung an Louise Andreas-Salomé changiert zwischen Geschichtsschreibung und Glorifizierung

Jamal Tuschick

TEXTLAND Berlin

„Die Ungehaltenen“ von Denis Utlu auf der Bühne des Berliner Maxim Gorki Theaters

Jamal Tuschick

TEXTLAND Berlin

Frank Möllers Biografie „Das Buch Witsch - Das schwindelerregende Leben des Joseph Caspar Witsch” stellt dem Verleger von Rolf Dieter Brinkmann, Heinrich Böll und Erich Maria Remarque keinen Persilschein aus

Jamal Tuschick

TEXTLAND Berlin

Auf der einen Seite das Grauen und auf der anderen das Vergessen - Eine Reise ans Ende der Nacht mit zwei Autoren: Sjón, „Der Junge, den es nicht gab” und Andrzej Stasiuk, „Der Osten”

Jamal Tuschick

TEXTLAND Berlin

Jamal Tuschick liest Hazel Bruggers Buch „Ich bin so hübsch”, das bei Kein & Aber erschienen ist, und beschreibt eine Lesung zum Gedenken an Nazim Hikmet mit Safiye Can im Maxim Gorki Theater.

erstellt am 07.6.2016