Haïti: Insel der Widersprüche
Un Prix Nobel Alternatif pour une rebelle

« J’écris en Maryse Condé »

Depuis qu’elle a reçu à Stockholm le Prix Nobel Alternatif de Littérature en octobre 2018, décerné par La Nouvelle Académie 2018, l’écrivaine Guadeloupéenne Maryse Condé a retrouvé un nouvel élan qu’elle communique à son public et dans les medias avec l’enthousiasme et la franchise qui la caractérisent. En femme libre et rebelle. Autrice engagée, Maryse Condé est aussi une militante qui d’emblée revendique l’indépendance pour son pays « occupé ». Marlène Séraphin en a fait un portrait lors de sa participation au Salon du Livre de Genève en Mai 2019.

Alternativer Literaturnobelpreis für eine Rebellin

»Ich schreibe in Maryse Condé«

Seit Maryse Condé im Oktober 2018 von der Neuen Akademie in Stockholm den Alternativen Literaturnobelpreis verliehen bekam, zeigt sich die erkrankte Autorin in der Öffentlichkeit wieder wie gewohnt rebellisch und fordert für ihre Heimatinsel Guadeloupe die Unabhängigkeit. Marlène Seraphin hat die Autorin porträtiert.

Gespräch mit dem Autor Gary Victor

In seinen Kriminalromanen rückt der haitianische Autor Gary Victor nah an die soziale Wirklichkeit des Karibikstaates heran. Kenntnisreich analysiert er dessen Wandel. Im Gespräch mit Andrea Pollmeier spricht Gary Victor über seine Rolle als Autor und postkoloniale Mechanismen im französischsprachigen Sprachraum.

Gespräch mit dem Autor Lyonel Trouillot

»Das Ungesagte hören«

Das Werk des haitianischen Autors Lyonel Trouillot verbindet auf höchstem Niveau Literatur und gesellschaftspolitisches Engagement. Soeben erschien sein Roman „Yanvalou für Charlie" in deutscher Übersetzung. Andrea Pollmeier stellt Lyonel Trouillot in Zusammenarbeit mit Marlène Seraphin in einem Autorengespräch vor.

Danticat, Kein anderes Meer

Claire im Meereslicht

Edwidge Danticat gehört zu der Generation junger SchriftstellerInnen, die als Heranwachsende ihre Heimat verlassen mussten. In den USA gelingt es ihr mit großem Erfolg, Themen ihrer haitianischen Herkunft literarisch zu bearbeiten. In dem Roman „Kein anderes Meer“ richtet sie den Blick auf den Ort Léogane, an dem sich 2010 das Epizentrum des Erdbebens befunden hat. Uli Aumann hat den Roman von Edwidge Danticat gelesen.

Anthony Phelps Portrait d'auteur

L' Exil in aeternum

L'œuvre d'Anthony Phelps est marquée par la thématique de l'exil, l'expérience de la dictature et de la répression, l'amour du pays meurtri par l'héritage colonial et l'occupation américaine. Deux œuvres d'Anthony Phelps sont actuellement traduites en allemand: La contrainte de l'inachevé, et Mémoire en Colin- Maillard, présenté par Andrea Pollmeier et Marlène Séraphin en version allemande et française.

Porträt des Autors Anthony Phelps

Ewiges Exil

In Haiti gehören Autoren wie Anthony Phelps zu einer besonderen Generation. Postkoloniale Fragen nach der eigenen Herkunft beeinflussten ihr Denken ebenso wie die Erfahrung der Okkupation durch die USA und das Leben in einer Diktatur. Zwei Werke von Phelps sind jetzt ins Deutsche übersetzt und werden von Marlène Séraphin und Andrea Pollmeier in deutsch- und französischsprachigen Beiträgen vorgestellt.

Der Filmregisseur Raoul Peck

Beben im Innenhof der Elite

Der aktuelle Film des haitianischen Regisseurs Raoul Peck ist ein sozialkritischer Spielfilm, der zeigt, wie sehr das Erdbeben in Haiti die Grenzen zwischen Arm und Reich verschoben hat. Der Film, der jetzt in die deutschen Kinos kommt, ist Teil einer Folge politischer Filmessays, in denen der Regisseur nach Art des französischen Autorenkinos zeitgeschichtliche Ereignisse analysiert, beschreibt Andrea Pollmeier.

Dany Laferrière: »Das Rätsel der Rückkehr«

Geheimnisvolle Heimkehr

Dany Laferrière ist im Mai 2015 in die Académie française aufgenommen worden. Laferrière ist der erste Haitianer und der erste Bürger Quebecs, der einen Sitz unter der Kuppel erhalten hat. Marlène Séraphin hat sein bisher einziges auf Deutsch erschienenes Buch „Das Rätsel der Rückkehr” gelesen.

Dany Laferrière: »L´énigme du retour«

Le retour énigmatique

Dany Laferrière, né à Port-au-Prince il y a 62 ans, a été élu et intronisé à l'Académie française. Laferrière est le premier Haïtien et le premier Québécois à siéger sous la Coupole où il occupera le fauteuil numéro 2, qui fut jadis celui de Montesquieu. Marlène Séraphin a lu son livre »L´énigme du retour«.

Entretien avec Raoul Peck

« Assistance mortelle »

Raoul Peck a été invité à Francfort en février 2014 par medico, à l’Université Goethe, où se tenait la deuxième conférence sur le développement « Beyond Aid ». C’est dans le cadre de cette conférence qu’Andrea Pollmeier a interviewé Raoul Peck sur les enjeux des projets de développement en Haïti.

Entretien avec Dany Laferrière

»L´énigme du retour«

Dany Laferrière a publié 18 livres en français avant qu’une de ses œuvres soit traduite en allemand. Le livre obtiendra le prix de littérature internationale – Maison des cultures du monde, à Berlin. Andrea Pollmeier s’est entretenue avec l’auteur sur son livre, sur son pays, et sur l’expérience de l’exil.

Faust-Gespräch mit Dany Laferrière

»Das Rätsel der Rückkehr«

Dany Laferrière musste erst 18 Bücher auf Französisch publizieren, bevor ein Werk von ihm ins Deutsche übersetzt wurde. Dann allerdings bekam er gleich den Internationalen Literaturpreis. Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Andrea Pollmeier hat mit dem Autor über seinen Roman »Das Rätsel der Rückkehr«, seine Heimat und seine Exilerfahrungen gesprochen.

Faust-Gespräch mit Raoul Peck

Ein eigenes Leben ist möglich

Raoul Peck zählt zu den engagiertesten Regisseuren der zeitgenössischen Filmszene. Als ehemaliger Kulturminister Haitis hatte er die Chance, politische Prozesse nach dem Erdbeben 2010 in Haiti von innen zu verfolgen und in seinen Filmen zu bearbeiten. Andrea Pollmeier sprach mit Raoul Peck über Defizite und die Zukunft von Entwicklungsprojekten.

Weltempfänger-Buchtipp

Schweinezeiten in Haiti

Gary Victor ist unter den haitianischen Autoren in seiner Heimat der meistgelesene Schriftsteller. In seinen surreal anmutenden Werken spiegeln sich kenntnisreich die schwierigen sozialen Realitäten der Inselrepublik. Anita Djafari stellt seinen Kriminalroman »Schweinezeiten« vor.

internationaler literaturpreis 2014

Laudatio auf Dany Laferrière & Beate Thill

Dany Laferrière ist ein Meister frivoler, melancholischer oder auch witziger Buchtitel, sagt Laudator Hans Christoph Buch über den haitianischen Autor. Sein erster, von Beate Thill ins Deutsche übersetzter Roman errang sogleich die begehrte ILP-Auszeichnung im Haus der Kulturen der Welt in Berlin.

Gespräch mit Yanick Lahens

»Ich glaube an den Sinn des Handelns«

Yanick Lahens zählt zur kritisch-engagierten, intellektuellen Elite Haitis. Sie wurde 1953 in Port-au-Prince geboren, hat Literaturwissenschaft in Paris studiert und als Lehrerin, Dozentin und Lektorin in Haiti gearbeitet. Sie war Gründungsmitglied der Schriftstellervereinigung und engagiert sich bis heute in führenden gesellschaftspolitischen Initiativen. Andrea Pollmeier sprach mit Yanick Lahens.

Die Kunst der Strassen

Haitis Graffiti – Jerry Rosembert

Der Ethnologe Francis Djomeda hat für die Hilfsorganisation LandsAid drei Monate in Haiti medizinische Teams mobiler Kliniken koordiniert. Am Rande seines aufreibenden Einsatzes fielen seinem geschulten Blick außergewöhnliche Graffiti-Bilder auf, die er in den unterschiedlichsten Vierteln von Port-au-Prince an Mauern und Wänden entdeckte. Spontan begann er, die Zeichnungen zu fotografieren, schließlich lernte er auch ihren Urheber kennen: den Sprayer Jerry (Jerry Rosembert).

Haiti – Insel der Widersprüche

Was wissen wir über Haiti?

Eine gute Eingangsfrage, wenn man sich mit Haiti auseinandersetzt, lautet: Was wissen wir eigentlich über Haiti? Zu den Schlagworten, die momentan assoziativ fallen, gehören: Die Armut (Haiti gilt als das „Armenhaus Lateinamerikas“), das Erdbeben und neuerdings in den Medien präsent: Die Cholera. Andrea Gremels blickt genauer hin.

Gespräch mit Franketienne

Eine Flaschenpost im Meer

Franketienne, geboren 1936 in Artibonite, ist der bedeutendste, in Haiti lebende Autor. Im März 2010 wurde er zum „UNESCO Künstler für den Frieden“ ernannt. Franketienne gilt als Multitalent. Er wirkt als Dichter, Dramaturg, Maler und Schuldirektor und war 1988 kurzfristig Kulturminister. Andrea Pollmeier sprach mit ihm nach dem Erdbeben 2010.

Interview Andrea Pollmeier, Regie: Harald Ortlieb

Video-Gespräch mit Kettly Mars

Die haitianische Autorin Kettly Mars, die nach dem Erdbeben vom 12. Januar in der „Zeit“ über die akutelle Situation der Bevölkerung berichtet hat, warnte bereits im Oktober vor der Durchführung der am 28. November 2010 stattfindenden Wahlen. Sie kritisiert die internationale Gemeinschaft und die haitianische Regierung.

erstellt am 04.2.2015