Das älteste Völkerkundemuseum Deutschlands heißt nun Museum Fünf Kontinente. Man orientiert sich an einem typischen Besucher, nämlich an Susanne, einer Frau in mittleren Jahren. Nun fragen sich die Münchener Kuratoren, wie sich Susanne eine Ausstellung wünscht. Im Gespräch mit Clair Lüdenbach erläutert Dr. Christine Kron, die Direktorin des Museums, ihren Weg zu einem attraktiven Haus für die Kulturen aller Kontinente.

Das »Museum Fünf Kontinente« in München

Ein Museum für Susanne

Interview mit Dr. Christine Kron, Museum Fünf Kontinente München

Lüdenbach: Ich habe die Myanmar-Ausstellung angesehen. Sie ist sehr beeindruckend. Wie kamen diese Ausstellungsstücke ins Museum?

Die Stücke dieser Ausstellung wurden im Rahmen einer achtmonatigen Forschungsreise eines unserer Direktoren gesammelt – 1910 bis 1911. Lucian Schermann, der von 1907 bis 1933 Direktor dieses Museums war, hatte mit seiner Ehefrau Christine eine längere Asienreise unternommen, die sie nach Indien, Ceylon und dem damaligen Burma führten. Er war Indologe, hatte diese Reise akribisch vorbereitet und seine Frau als Begleiterin dabei, die die Reise fotografisch dokumentiert hat. Was diese Sammlung so einzigartig macht, ist, dass es nicht nur diese Objekte gibt, sondern auch die entsprechenden Dokumentationen dazu: Wann die Objekte erworben und wie sie verwendet wurden; Christine Scherman hat dies dann auch noch mit über 1200 Fotografien belegt.

Gleichzeitig gibt es aber auch einen nachgestellten Markt mit Dingen aus dem heutigen Myanmar.

Genau. Wir haben im letzten Jahr eine Fotoausstellung gezeigt, die historische Fotos von Christine Scherman zeitgenössischen Fotos von Birgit Neiser gegenüberstellte. Birgit Neiser ist eine Fotografin, die 2013 hier im Museum war, weil sie mir eine Ausstellung zu Myanmar vorschlug. Im Laufe des Gesprächs habe ich sie auf die Fotos von Christine Scherman aufmerksam gemacht. Frau Neiser hat sie sich angeschaut und festgestellt, dass sie an fast allen Orten war, an denen auch Christine Scherman fotografiert hatte – zum Teil mit fast genau der gleichen Perspektive, dem gleichen Aufnahmewinkel. Da ist dann die Idee geboren worden, diese Fotos, zwischen denen 100 Jahre liegen, einander gegenüberzustellen. Die Ausstellung war ein unglaublicher Erfolg, der noch einmal den Entschluss verstärkte, dass wir auch die Objekte aus dieser Sammlungsreise präsentieren möchten. Was auch ganz einzigartig an dieser Sammlung ist, dass Christine Scherman als Frau nochmal ganz andere Objekte gesammelt hat, als es typischerweise Männer zur damaligen Zeit taten. Sie hatte einen wesentlich leichteren Zugang zur Frauenwelt, sich sehr für Textilien interessiert und daher eine ganz einzigartige Textilsammlung zusammengetragen, die es so nicht geben würde, wenn ihr Mann alleine gefahren wäre.

Was ist die Geschichte dieses Museums? Man macht ja diesen Museen häufig den Vorwurf, dass alles aus der Kolonialzeit stammt und Produkte von Ausbeutung sind – oder gar gestohlen wurden. Wie ist das hier? Sind es privaten Sammlungen? Oder entstand das Museum, wie in Berlin, aus dem Wunsch der Herrscher, mit den Sammlungen als Statussymbole der Macht zu protzen?

Protzen, nein, dazu war München immer zu behäbig. Wir sind das älteste deutsche Völkerkunde-Museum, gegründet 1862. Den Grundstock bildeten die ethnografischen Sammlungen der Wittelsbacher, die bereits aus dem beginnenden 19. Jahrhundert stammen. Die bekannteste ist vielleicht die von Spix und Martius, den beiden Brasilienforschern, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Brasilien unterwegs waren und viele Ethnografica und Zoologica mit nach München brachten. Wir sind ein Vierteljahrhundert vor dem Beitritt Deutschlands in die Reihe der Kolonialmächte gegründet worden. In diesem Gebäude sind wir seit 1926. Unsere Sammlungen setzen sich aus Objekten zusammen, die unter den unterschiedlichsten Bedingungen ins Haus kamen.

Aber sind sie mehrheitlich über Forschungsreisen erworben?

Mehrheitlich nicht, aber das war auch ein Teil. Der zweite Direktor des Museums, Max Buchner, hat z.B. Ende der 1880er eine Weltreise gemacht, die man aber nicht als ethnologische Forschungsreise definieren würde. Das ersten gezielten ethnologischen Forschungsreisen fanden im ersten Jahrzehnt nach 1900 statt, z.B. die Kamerunreise des Berliner Afrikanisten Bernhard Ankermann. Ein anderer Direktor, Heinrich Ubbelohde-Döhring, war erstmals in den 1930ern in Lateinamerika und vor allem archäologisch interessiert. Es gibt darüber hinaus auch Sammlungen von Münchnern oder Bayern, die in den deutschen Kolonien tätig waren und gesammelte Objekte nicht nach Berlin geschickt haben – entgegen der Anordnung, dass alles erst einmal an das Berliner Völkerkundemuseum gehen sollte. Es gab private Reisende, die einfach gereist sind und Objekte mitgebracht haben, die sie dann dem Museum vermachten. Es gibt nicht den einen Sammlungshintergrund, sondern dieser sind vielschichtig und heterogen, wie die Sammlungen selbst.

Sie nennen sich jetzt „Museum Fünf Kontinente“. Das ist ja ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Wie kam das zustande?

Ich leite das Haus seit 2011 und habe vorher u.a. an den völkerkundlichen Museen in Berlin und Frankfurt gearbeitet. Als neue Direktorin dieses Museums habe ich mir zunächst einmal die Aufgabe einer Analyse gestellt: Wo steht das Haus innerhalb der Münchener, der bayerischen und der deutschen Museumslandschaft? Das Ergebnis war so, dass man damit nicht zufrieden sein konnte. Wir hatten, trotz des hervorragenden Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramms, das wir anbieten, nicht die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, die wir uns wünschen würden. Wir haben dann in einer Reihe von Workshops zur Neupositionierung unseres Hauses u.a. Parameter herausgearbeitet, für wen wir unser Museum „machen“. Wer sind unsere Zielgruppen? Wir sind dann zu bestimmten Erkenntnissen und damit auch Ergebnissen gekommen; das alles ist Teil eines Prozesses, den wir 2011 begonnen haben und der auch immer noch andauert. Ein weiteres Ergebnis der Neuorientierung bestand darin, dass wir uns für ein neues Logo entschieden haben, denn das vormalige gab die Umrisszeichnung dieses Gebäudes wider. Dieses war jedoch 1858-1865 als Bayerisches Nationalmuseum erbaut worden und hatte per se also erst einmal nichts mit uns zu tun. Die ethnographischen Sammlungen befinden sich seit 1925/26 in dem Haus. Ein weiterer Schritt war dann schließlich auch die Entscheidung zur Umbenennung des Hauses, von deren Notwendigkeit ich am Anfang gar nicht so überzeugt war. Der Begriff Völkerkunde entstammt zunächst einmal der deutschen Aufklärung, er besagt nichts anderes, als die Kunde über die Völker. Natürlich ist er in der europäischen Wissenschaftstradition entstanden, die beinhaltete, dass Europäer die Kunde über andere Völker zusammentrugen und vermittelten. Aber dies beinhaltete im 18/19. Jahrhundert eben auch die Kunde über europäische Kulturen, es ging ja nicht nur um außereuropäische Völker. Als wir uns dann nach einem Wettbewerb verschiedener Agenturen für dieses neue Logo entschieden, wurde ein Spannungsverhältnis zwischen „Staatlichem Museum für Völkerkunde München“ und Logo deutlich. Die Umbenennung von Völkerkundemuseen läuft seit den 1990er Jahren, als viele Völkerkundemuseen eine Krise durchliefen (was sie ja z.T. auch heute noch tun). Völkerkundemuseen gelten als verstaubt, haben nicht genügend Besucherzahlen und hoffen durch eine Namensänderung zu anderen Besucherzahlen zu kommen. Das hat sich nicht überall bewahrheitet, denn eine bloße Umbenennung reicht nicht. Es sind die Inhalte, die sich ändern müssen und anders vermittelt werden müssen. Wir haben dann bei unseren Analysen festgestellt, das wir bereits seit langem spannende, innovative Inhalte anbieten, aber dass diese durch den problematischen Begriff Völkerkunde(museum) nicht genügend vermittelt werden konnten. Wir haben dann nach einem Namen gesucht, der unsere Inhalte und unser Leitbild zum Ausdruck bringt. „Museum Fünf Kontinente“ erschien uns als überaus passender Begriff, denn wir wollten auch nicht das 25. Museum für Weltkulturen oder World Cultures sein. Über die Anzahl der Kontinente gab es vor allem im Nachhinein zahlreiche Reaktionen von Befürwortern oder Kritikern unserer Umbenennung. Je nach Definition spricht man ja mittlerweile von 3 bis 8 Kontinenten. Solange die Weltgemeinschaft mit 5 olympischen Ringen leben kann, fühlen wir uns mit dem Namen „Museum Fünf Kontinente“ bestens aufgehoben. Er zeigt, dass Europa eben explizit einbezogen ist.

Haben Sie auch Sammelobjekte aus Europa?

Ja, aber nur sehr wenige, vielleicht dreihundert Objekte. Es ist nie explizit gesammelt worden, denn dafür gab es das Bayerische Nationalmuseum.

Ein neues Logo, ein neuer Name. Reicht das, um neue und mehr Besucher anzulocken?

Nein, durch die Umbenennung allein nicht. Das allein könnte es nicht sein. Damit einher geht auch eine erweiterte Programmatik der Ausstellungsinhalte. Begonnen haben wir 2012 mit der Fotoausstellung „Letzte Ölung Nigerdelta“ über die ökologischen und sozialen Folgen der Erdölförderung im westafrikanischen Nigerdelte. Wir haben fortgesetzt mit der Ausstellung „Augenblick Afghanistan. Angst und Sehnsucht in einem versehrten Land“, die zeitgenössische Fotografien von afghanischen Journalistinnen und Journalisten denen von der deutschen Bundeswehr gegenüberstellte. Dafür haben wir viel Prügel bekommen. Aber wir fanden es wichtig, den unterschiedlichen Sichtweisen auf den Alltag in Afghanistan unseren Besuchern darzulegen und, ja, auch der Bundeswehr Raum zu geben. Die Erfahrungen mit dieser Ausstellung waren sehr bewegend. Einander unbekannte Besucher sind vor den Texttafeln miteinander ins Gespräch gekommen und haben über Recht und Unrecht der Stationierung deutscher Soldaten in Afghanistan debattiert. Viele Soldaten der Münchner Bundeswehrakademie sind vor ihrem Einsatz in Afghanistan hier in die Ausstellung gekommen und haben erstmals etwas über Afghanistan kennengelernt. In diesem Jahr haben wir eine weitere wichtige Ausstellung eröffnet: „Un/Sichtbar“. Frauen überleben Säure. Fotografien der deutschen Fotografien Ann-Christin Woehrl, die Frauen in sechs Ländern einfühlsam porträtiert hat, die durch Säure- und Brandattentate verletzt wurden. Mit diesen Ausstellungsformaten möchten wir aufzeigen, dass Museen wie unseres Positionen beziehen können – und meiner Meinung nach auch sollten – an denen aktuelle gesellschaftliche Debatten sichtbar gemacht werden, ob sie nun hier oder anderswo stattfinden.

Das heißt, dass Sie Objekte, die Sie hier im Haus seit langem haben, mit zeitgenössischen Objekten oder Fotografien kombinieren.

Ja, die Einbeziehung zeitgenössischer Kunst in unsere Dauer- und Sonderausstellungen ist uns ein wichtiges Anliegen. Das haben wir bei der Nigerdelta-Ausstellung begonnen, bei der Afghanistan- und jetzt auch der Myanmar-Ausstellung fortgesetzt. Wir können und dürfen uns meiner Meinung nach nicht mit der Präsentation der historischen Sammlungen begnügen – die Welt ist ja nicht vor 100 Jahren zum Stillstand gekommen. Es gibt in der Myanmar-Ausstellung z.B. eine Installation von Htein Lin, einem spannenden zeitgenössischen myanmarischen Künstler, der über neun Jahre in einem Straflager interniert war, dann nach England emigrierte und seit 2013 wieder in Myanmar lebt. Htein Lin arbeitet u.a. mit Straßenkindern in Myanmar, auf den Philippinen, aber auch in anderen Ländern. Zwar stellen wir die 1910/11 von Scherman gesammelten Objekte aus, doch durch die zeitgenössische myanmarische Kunst wird die Brücke zur Gegenwart geschlagen. Die Werke der Künstlerinnen und Künstler zeigen eindrucksvoll, wie fruchtbar der Boden des alten Burma, aber auch die politische Vergangenheit und Gegenwart des Landes für die Kunst des neuen Myanmar sind. Wir können myanmarische Leben natürlich nicht eins zu eins darstellen, das würden wir uns auch nicht anmaßen. Aber wir können unseren Besuchern einen Einblick in die vergangenen und heutigen Lebenswelten der Menschen dieses faszinierenden Landes geben. Und wir merken, dass es offenbar eine Sehnsucht danach gibt, dass die Besucher großes Interesse daran haben.

Ausstellungen sind teuer. Haben Sie ein großes Budget? Ist München besser aufgestellt als andere Städte?

Ich kenne die Finanzsituation anderer Städte nicht, aber ich würde mir natürlich schon ein größeres Budget wünschen. Die heutige Erwartungshaltung von Besuchern an die Ausstellungsgestaltung, und hier vor allem den Multimedia-Bereich, ist sehr hoch. Dem können wir bei unserem derzeitigen Budget noch nicht entsprechen.

Wie sehen Sie die Zukunft der ethnologisch-völkerkundlichen Museen?

Wenn ich das wüsste – ich bin immer so gespalten. Auf der einen Seite sage ich ihnen eine große Renaissance voraus, wenn sie sich neu aufstellen. Und ich persönlich glaube, dass eine der zentralen Fragen für Völkerkundemuseen diejenige nach ihren Zielgruppen sein sollte. Wen wollen wir ansprechen? Haben wir nicht einen Bildungsauftrag? Kommen wir dem noch nach, und wenn ja, wie gestaltet er sich? Völkerkundemuseen können eine wichtige gesellschaftsrelevante Rolle übernehmen, wenn sie diese denn annehmen und ausführen.

Wer sind Ihre Zielgruppen? Sie sagten ja, es sei wichtig, die Zielgruppe zu kennen.

Wir haben uns in mehreren sehr arbeitsintensiven Prozessen zwei Kernzielgruppen und eine Orientierungszielgruppe erarbeitet. Dabei haben wir mit sogenannten Sinusmilieus gearbeitet, die die Werteheimaten der Menschen unserer Gesellschaft untersuchen. Wer sieht sich in welchem Milieu verankert? Wir haben uns für zwei Kernzielgruppen entschieden, beides Mal handelt es sich um Frauen, wir haben sie „Susanne“ genannt. Die eine ist zudem verheiratet und Mutter von zwei kleinen Kindern. Beide Frauen haben Abitur, aber keinen akademischen Hintergrund und sind an anderen Kulturen und Ländern interessiert. Wir haben uns für diese Kernzielgruppen entschieden, weil wir deutlich mehr Frauen als Männer unter unseren Besuchern verzeichnen. Diese Frauen wirken, zusammen mit ihren Kindern, als Multiplikatoren und sollen das Museum als einen Ort erleben, an dem sie allein oder mit der Familie auf Entdeckungsreise gehen können. Wir möchten die Neugier auf „das Fremde“, das ja bei näherer Betrachtung gar nicht so „fremd“ ist, wecken und die Erkenntnis ermöglichen, wieviel die Menschen im Grunde eint.

Man versucht heute fast überall, auf eine Zielgruppe hin zu arbeiten, was oft auch absurd ist. Könnte man nicht sagen, ich mache Ausstellungen, die mich berühren, die für mich wichtig sind, und die mache ich so gut, wie ich sie machen kann? Dass dann auch der Funke überspringt, statt an eine Personengruppe zu denken, die letztlich wiederum sehr heterogen ist.

Wir glauben, dass das nicht unser Weg ist. Entscheidend ist für uns der Blick von außen, nicht der von innen. Natürlich gibt es viele Ausstellungsthemen, die Kuratoren gerne realisieren würden. Aber nicht jedes Thema, das einem Kurator am Herzen liegt, ist auch ein Thema, das die Besucher interessiert. Wir sind der Meinung, dass wir viel mehr ein Gespür dafür entwickeln müssen, was unsere Besucher eigentlich gerne sehen würden. Dies ist einer der Gründe, warum wir den Pfad „von der Wissenschaft für die Wissenschaft“ verlassen und neue Wege der Öffnung unseres Hauses einschlagen.

Susanne kann ja sehr verschieden aussehen. Gleicht sich der Typ vielleicht mit jeder Ausstellung mehr an den Idealtyp an? Hat man da vielleicht auch die Schere im Kopf?

Das glaube ich nicht. Wir haben jetzt sehr, sehr unterschiedliche Ausstellungen gezeigt. Die Bandbreite der thematischen Möglichkeiten von Völkerkundemuseen ist enorm und erschöpft sich z.B. nicht nur in dem Aspekt der Präsentation von „Kunst“, der den reinen Kunstmuseen zugrunde liegt. Darin liegt zum einen eine Schwierigkeit, zugleich aber auch eine ungeheure Chance.

Das Gespräch führte Clair Lüdenbach

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erstellt am 06.12.2014

MYANMAR
Vasundhara-Figur, Kloster Kauktein bei Kenghkam, 19. Jh., Sammlung Scherman, © Museum Fünf Kontinente, Marianne Franke

NORDAMERIKA
Kachina-Figur „Schmetterlingsmädchen”, um 1900, © MFK, Marianne Franke

ORIENT
„Khosrau sieht Schirin beim Bade”, Bildfliese, Iran, 2. Hälfte 19. Jh., © MFK, Marietta Weidner

OZEANIEN
Rindenbastmaske aus Muliama, Süd-Neuirland, © MFK, Marietta Weidner

AFRIKA
„Bird Shit Justice”, Sokari Douglas Camp, UK & Nigeria, Afrika, © MFK, Marianne Franke