Philosophie: Holzwege
Der Philosoph Jürgen Habermas

Sancho Pansa und Prometheus

Jürgen Habermas ist sicher der bekannteste der lebenden deutschen Philosophen und Soziologen. Viele seiner Begriffe und Thesen sind in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen, ohne dass uns das bewusst wurde. Dass kommunikatives Handeln etwa eine starke Ich-Identität voraussetzt, war auch Otto A. Böhmer klar, – bis er den Denker auf einer Abendgesellschaft sah.

Der Philosoph Augustinus

Zu leicht befunden

Augustinus wurde als Heide im römischen Nordafrika geboren, begann lebenslustig sein Studium, ließ sich bekehren und schrieb schließlich als Bischof von Hippo Regius reuig seine Bekenntnisse auf. Als einer der Kirchenväter und streitbarer Philosoph verteidigte er die christliche Staatsreligion gegen Andersdenkende und Heiden. Gegen Ende seines Lebens hatte er, wie Otto A. Böhmer weiß, sogar ein ‚Gesicht’.

Der Philosoph Ludwig Feuerbach

»Grüß Gott, Herr Oberforstrat!«

Seine erste Publikation, „Gedanken über Tod und Unsterblichkeit“ wurde sofort verboten, und gegen ihren Verfasser, Ludwig Feuerbach, wurde wegen Religionskritik polizeilich ermittelt. Die Kritik an Religion und Christentümelei hat der Philosoph lebenslang betrieben und selbst im Wald, wo Otto A. Böhmer ihn sah, musste er sich Revierkämpfen stellen.

Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau

Man kennt mich

Ein wilder Edler war Jean-Jacques Rousseau eher als der edle Wilde, den er als Gegenstück der durch Zivilisation und Kultur verdorbenen Zeitgenossen imaginierte. Mit intellektuellen Freunden wie d’Alambert und Diderot, die ihm halfen, hat er sich gewöhnlich zerstritten. Voltaire aber hat ihn gleich verspottet. Otto A. Böhmer hat den Schweizer Philosophen bei einem Spaziergang beobachtet.

Der Philosoph David Hume

Ein dicker Engländer

David Hume warf gern einen nüchternen Blick auf die irdischen Verhältnisse. So sah er den freien Willen nur im Rahmen der äußeren Bedingungen walten. Und doch gab es für den schottischen Philosophen in Frankreich eine Situation – so berichtet Otto A. Böhmer – in der er es selbst wagte, die äußeren Bedingungen zu verändern.

Der Philosoph Giordano Bruno

Schöne Träume

1590, zwei Jahre, bevor die Heilige Inquisition nach ihm griff, lebte der Philosoph Giordano Bruno in Frankfurt am Main. Dort, weiß Otto A. Böhmer, hatte der weise Ketzer, der schon in vielen europäischen Städten die Frommen gegen sich aufgebracht hatte, die Gelegenheit, sich mannhaft zu bewähren.

Der Philosoph Martin Heidegger

Einsam ist man im Wald

Der weltberühmte Fundamentalontologe Martin Heidegger verstand Philosophie als Bauen, Wohnen und Gedenken. Sein Hauptgebäude „Sein und Zeit“ entstand in einer Hütte in Todtnauberg, wohin er sich im Alter wieder zurückzog. Der in die Jahre gekommene und zum Doppelwesen gewordene Heidegger zog sich selbst zur Rechenschaft. Das konnte er aber nur tun, weil er nicht allein, sondern einsam war. Einsam ist man im Wald, allein ist man in der vollen rauchgeschwängerten Gaststube, weiß Otto A. Böhmer mit Heidegger über Heidegger zu berichten.

DER PHILOSOPH LUDWIG WITTGENSTEIN

Der russische Freund

Bevor Ludwig Wittgenstein 1951 starb, äußerte er noch, dass er ein wundervolles Leben gehabt habe. Tatsächlich aber wurde der Philosoph der Sprache und der Mathematik von Depressionen geplagt. „Er sagt von sich, dass er jeden Morgen voller Hoffnung beginne, aber jeden Abend in Verzweiflung ende.“, berichtete Bertrand Russell. Otto A. Böhmer sah, dass es auch umgekehrt ging.

DER PHILOSOPH MACHIAVELLI

Werter Herr Gesandter

Nachdem die Medici mit Hilfe der Spanier nach Florenz zurückgekehrt waren, verlor Niccolò Machiavelli alle seine Ämter, wurde gefoltert und auf sein Landgut verbannt. Dort schrieb er 1513 mit „verkrüppelten Händen“ IL PRINCIPE, ein Werk, das bis heute in aller Welt nachgedruckt wird. In einem Brief, bei dessen Abfassung ihm Otto A. Böhmer über die Schulter sah, schildert er seine Situation in rosigen Farben.

DER PHILOSOPH DEMOKRIT

Noch nicht tot

Man nannte den Philosophen Demokrit von Abdera den lachenden Philosophen. Die heitere, gelassene Stimmung war ihm Ziel und Anliegen. Doch zu Hause, wie Otto A. Böhmer weiß, musste ihm das Lachen vergangen sein, besonders im fortgeschrittenen Alter, das ohnehin nicht so lustig ist.

DER PHILOSOPH SENECA

Dieser Mann ist wahnsinnig

Lucius Annaeus Seneca sei, heißt es, mit seinen Reden bekannt geworden, die aber verloren sind. Bekannt geblieben ist der Stoiker als glückloser Erzieher Neros und gehorsamer Selbstmörder. Otto A. Böhmer sieht ihn, wie er entsetzt vor der Zukunft, nämlich unserer Gegenwart, sich vorfindet.

Der Philosoph Johann Gottlieb Fichte

Sehr unhöflich

Johann Gottlieb Fichte ließ zuweilen ganz persönliche Erfahrungen in seine philosophischen Erörterungen einfließen: „Mein Heiligstes ist dem Spotte preisgegeben.“ Otto A. Böhmer wurde nun Zeuge, wie der Gelehrte mit Steinen, Grobianen und dichterfürstlichen Sottisen zu kämpfen hatte.

Der Philosoph Karl Christian Friedrich Krause

Werter Herr Schulze

Karl Christian Friedrich Krause wurde 1781 geboren, prägte den Begriff ‚Panentheismus’, sprach vom Wesen sowie vom Urwesen und brachte die Idee der allharmonischen Sozialformationen in die Welt, die, wie Otto A. Böhmer weiß, in Dresden durch einen eigensinnigen Nachbarn ins Wanken geriet.

DER PHILOSOPH ARISTOTELES

Nahezu nüchtern

Aristoteles war der Schüler Platons und der Lehrer Alexander des Großen, aber auch vieler anderer Epheben, die keine Strategen wurden. Der Philosoph sprach im Gehen mit seinen Studenten über Logik, Analytik, Ethik, Politik, Metaphysik, Physik und benutzte, wie Otto A. Böhmer weiß, zur Begrenzung seines Kurzschlafes einen Wecker.

Der Philosoph Georg Christoph Lichtenberg

Die Klunker des Königs

„Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert. Und mehr als das Blei in der Flinte das im Setzkasten.“, schrieb der Philosoph Georg Christoph Lichtenberg. Und tatsächlich hatte er, wie Otto A. Böhmer weiß, einmal Gelegenheit, diese Behauptung in einem privaten Kriminalfall in Anwendung zu bringen. Sogar noch vor der Drucklegung.

DER PHILOSOPH IMMANUEL KANT

Alte Zeitungen?

In seinen Träumen, sofern er sich daran erinnere, treffe der Mensch „lauter wilde und abgeschmackte Chimären“ an, schrieb Immanuel Kant. Doch solche Träume können auch wahr werden. Otto A. Böhmer berichtet, wie der Königsberger Philosoph unter einem solchen prophetischen Traum litt.

DER PHILOSOPH PLATON

Es ist unziemlich

Philosophen sind ernste Denker, und die wenigen, die die schmale Brücke des Unernstes über die Abgründe unseres Seins betraten, wurden dafür böse gescholten. Platon aber widerfuhr das Gegenteil. Otto A. Böhmer ist vermutlich der einzige Zeuge, der wahrnahm, wie der große Lehrer seiner Haltung untreu wurde.

Der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz

Überall ist Nordhausen

„Nirgendwo ist die Leibnizsche Infinitesimalrechnung anschaulicher geworden als in den unendlichen Lockendrehungen der Perücke des Philosophen.“, schrieb Albert Breier. Otto A. Böhmer aber sieht den Grenzwert der Erkenntnis eher in den unendlich gewundenen Innereien des frühen Aufklärers.

DER PHILOSOPH VOLTAIRE

Nur vom Besten

Der Philosoph Voltaire hat mehrmals in der Bastille gesessen, wurde verprügelt, verfolgt und verbannt; in Frankfurt wurde er in der Hauptwache wegen Diebstahls inhaftiert, und trotzdem gab es noch etwas, was er noch mehr fürchtete als alles Erlittene, und zwar in der Wetterau. Otto A. Böhmer beschreibt, welchen Demütigungen der große Franzose ausgesetzt war.

DER PHILOSOPH PLOTIN

Das erste Mal

Plotin lehrte, dass alles seinen Ursprung in dem Einen hatte, das Geistige und das sinnlich Wahrnehmbare. Zugleich wünschte er seiner Philosophie die soziale Anwendung im Alltag. Otto A. Böhmer beobachtete, wie Plotins Schüler nach einer schmerzlichen Erfahrung die Nutzanwendung eigennützig interpretierte.

Der Philosoph Francis Bacon

Was für Staubwolken!

1626, als der englische Politiker und Philosoph Francis Bacon herausfinden wollte, ob sich die Haltbarkeit toter Hühnchen durch Ausstopfen mit Schnee verlängern ließe, bekam er eine Lungenentzündung, an der er starb. Otto A. Böhmer sah den Empiriker zu Lebzeiten mit dem Nachbarn disputieren, der seine eigene Logik praktizierte.

Der Philosoph Diogenes von Sinope

Überall nur Gesindel

Nach allem, was man weiß, gehörten selbstgewählte Armut, die Erledigung der Notdurft, Essen und Masturbieren in der Öffentlichkeit zur radikalen Lebensweise des Diogenes von Sinope. Der Kyniker lebte, was er lehrte, und konnte deshalb nach Ansicht Otto A. Böhmers mit Sicherheitsfragen nichts anfangen.

Der Philosoph Baruch de Spinoza

Der Zugriff der Unvernunft

Im Jahre 1656 wurde Baruch de Spinoza, der vertraut war mit den Schriften des Maimonides und des Descartes, wegen seiner angeblich schlechten Meinungen und Handlungen von der jüdischen Gemeinde in Amsterdam ausgeschlossen. Er hatte an deren Glaubenslehren gezweifelt. Otto A. Böhmer weiß aber auch zu berichten, dass der Philosoph der Ratio von Träumen heimgesucht wurde, die sich nicht an die Vernunft hielten.

Der Philosoph Michel de Montaigne

Was für ein Wasser

Nach drei Jahren, in denen Michel de Montaigne schon an Nierenkoliken litt, begab er sich auf eine große Bäderreise über Paris, die Schweiz und Deutschland mit sechs Begleitern zu Pferde, drei Männern zu Fuß, zwei Dienern und einem Maultiertreiber nach Rom. Aber schon in Plombières sah Otto A. Böhmer den Philosophen bei einer Trink-Kur zur Erkenntnis kommen.

Der Philosoph Jean-Paul Sartre

Das Ohr des Anderen

Der Philosoph Jean Paul Sartre, der in einem russischen Restaurant auf Simone de Beauvoir wartete, ärgerte sich über die Existenz des Anderen, der, in Gestalt eines Kellners, ein selektives Hörvermögen hat. Otto A. Böhmer gewahrte, wie dieser Umstand beim Existentialisten die Sehnsucht nach russischer Volksweisheit weckte.

Der Philosoph Wilhelm von Ockham

Kein übler Geselle

Der englische Franziskaner Wilhelm von Ockham, der aus einem jahrelangen päpstlichen Ketzerprozess in Avignon zum Kaiser Ludwig IV. nach München geflohen war, geriet dort, wie Otto A. Böhmer berichtet, mit seinem Freund, dem Bierbrauer Vinzenz Duttenhofer, in einen bayerischen Nominalismusstreit.

Der Philosoph Bertrand Russell

Differenz der Briefmarken

„Ein Gemeinwesen bedarf zu seiner Weiterentwicklung außergewöhnlicher Menschen“, schrieb der englische Philosoph Bertrand Russell, und zweifellos rechnete er sich zu diesen. Als der berühmte Analytiker während seiner dritten Ehe gewahr wurde, dass er vor lauter öffentlichen Aktivitäten seine Frau aus den Augen verloren hatte, reiste er, wie Otto A. Böhmer berichtet, nach Cornwall und machte dort eine Entdeckung.

Der Philosoph Sokrates

Die Lust ist ein krauses Ding

Kopf und Bauch, Vernunft und Empfindung – dem Philosophen Sokrates war nach einem guten Mahl nicht danach, die scheinbaren Gegensätze dialogisch zu lösen. Er entzog sich deshalb, dringlichst und notdürftig auf dem Heimweg, wie Otto A. Böhmer bezeugt, dem erkennenden Gespräch mit seinen Schülern.

Der Philosoph Friedrich Engels

Welt- und Weingeist

Friedrich Engels war Philosoph, kommunistischer Revolutionär und erfolgreicher Unternehmer. Überdies war ihm noch die Fähigkeit zu eigen, zwölf Sprachen zu sprechen. Die Grundgesetze der Dialektik, die er vor Marx’ Tod formulierte, fand er aber, wie Otto A. Böhmer bemerkt, im geistigen Gespräch mit seinem Freund Moses Heß etwas missverstanden.

Der Philosoph Karl Jaspers

Der Mann im schwarzen Leder

Der Psychiater Karl Jaspers, der erst sein Fach philosophisch betrachtete, dann die Grenzsituationen der Existenz, fand bei einem Ausflug ans Meer, dass nichts mehr so war wie einst. Aber dann bemerkte Otto A. Böhmer, wie der Denker in einem Gasthaus die geistige Situation der Zeit an der Nase herumgeführt sah.

Der Philosoph Arthur Schopenhauer

Schadenfreude

Dass die Witterung Einfluss auf den Willen, aber nicht auf die Vorstellung hat, die sich den Menschen bis in den Schlaf hinein drängt, musste, wie Otto A. Böhmer berichtet, der Philosoph Arthur Schopenhauer erfahren. Sogar seine misogyne Schadenfreude wendete sich dabei gegen ihn selbst.

Der Philosoph Max Scheler

Nur keine Hemmungen

Dass der Philosoph Max Scheler für die Beurteilung menschlichen Verhaltens gern auf die Tierpsychologie zurückgriff, kam ihm einst bei einem Streit zwischen einem Pferd und einem Reptil zugute. Otto A. Böhmer war Zeuge der Auseinandersetzung.

Der Philosoph Jakob Böhme

Die Morgenröte bricht an

Seine geistlichen Nachfolger verweigerten ihm ein christliches Begräbnis und besudelten sein Grab. Denn Jakob Böhme fand Gott „in sich selber naturlos, sowohl affekt- und kreaturlos“, weil sich in ihm das Gute und das Böse aufhob. Otto A. Böhmer aber sah im Riesengebirge den gelernten Schuster und autodidaktischen Philosophen vom Naturburschen Rübezahl heimgesucht.

Der Philosoph Theodor W. Adorno

Das Bewendenlassen

Man bekommt nicht immer, was man bestellt hat, und man weiß nicht immer, mit wem man ins Gespräch kommt. Otto A. Böhmer nutzte die Wartezeit in einem Bahnhofsrestaurant, um ein denkwürdiges Gespräch zwischen dem Philosophen Theodor W. Adorno und einem Herrn aus dem Schwarzwald zu belauschen.

Der Philosoph Ernst Bloch

Gut gebrüllt

Der Philosoph Ernst Bloch dozierte nicht nur wie ein barocker Kanzelprediger, er dachte wohl auch so. Und selbst als er, der aus seinen humanistisch ausgreifenden Synthesen aus Marx, Christus und Müntzer die unverwüstlichen Begriffe „konkrete Utopie“ und „das Prinzip Hoffnung“ destilliert hatte, auf einem einsamen Spaziergang die Rede kommen spürte, hörte ihm nicht nur Otto A. Böhmer zu.

Der Philosoph George Edward Moore

Gar nicht so unbegabt

Die Skeptiker prüften einst alles, was über das sinnlich Erfahrbare hinaus ging, mit peinlicher Gründlichkeit. Dagegen argumentierte George Edward Moore mit seiner rechten und linken Hand, deren sichtbares Vorhandensein schon die Existenz einer externen Welt beweise. Otto A. Böhmer sah nun, wie das Argument zur leeren Geste verkam, weil ein Schüler sich als der Meister des Philosophen erwies.

Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Feuchte Vollmondträume

Georg Wilhelm Friedrich Hegel war so dem dialektischen Prozess verfallen, dass er auf den eigenen Widerspruch angewiesen war. Aber er war auch so sehr Meister seiner Gedanken, dass er – rauschhaft, wie Otto A. Böhmer versichert – den Widerspruch sogar leibhaftig spüren konnte.

Der Philosoph Franz von Baader

Ein gerecht denkender Mensch

Seinen Arztberuf hatte er aufgegeben, weil der Anblick menschlichen Leidens ihm unerträglich war. Aber auch die sozialen Unterschiede machten Franz von Baader zu schaffen, die er mit christlicher Nächstenliebe beglichen wünschte. Otto A. Böhmer sah allerdings das Streben des Sozialreformers in Gesellschaft mit einem Geizhals und einem Bettler auf eine harte Probe gestellt.

Der Philosoph Friedrich Nietzsche

Einsamer Wanderer

Friedrich Nietzsche wusste, dass man für andere „eine in die Augen springende Einzelheit“ ist, „welche den Eindruck bestimmt“. Daher könne der „sanftmütigste und billigste Mensch, wenn er nur einen großen Schnurrbart hat, gleichsam im Schatten desselben sitzen“. Vielleicht bleibt einem dann nur übrig, am Abgrund unter dem eigenen Schnurrbart seine Beine baumeln zu lassen, so wie es Nietzsche bei Otto A. Böhmer tut.

Der Philosoph Cicero

Wieder klug gedacht

Der Politiker, Anwalt, Redner, Konsul, Schriftsteller und Philosoph Marcus Tullius Cicero war ein überzeugter Mann der römischen Republik. Als solcher kam er verschiedentlich in Konflikt mit machtgierigen Herrschern. Auf seinem Landgut Tusculum, weiß Otto A. Böhmer, dachte er über das glückliche Leben nach, scheiterte aber an der Gerechtigkeit.

Der Philosoph Wilhelm Dilthey

»Willy ist schon richtig«

Als Ludwig Börne aus Paris seine berühmten Briefe schrieb, wurde Wilhelm Dilthey in Wiesbaden-Biebrich geboren, wurde später der Philosoph, der die Theorie der Geisteswissenschaft begründete, um sie vom Naturalismus zu lösen. Biebrich aber macht ihn, wie Otto A. Böhmer weiß, unglücklich, weil ihn dort zu viele Menschen kannten.

Der Philosoph Meister Eckhart

Enorme Verkehrsprobleme

Der Magister Eckhart, der Meister genannt wurde, stand im Rufe, unerschütterlich seinen hochfliegenden Gedanken zu folgen. Ein Erfurter Domprediger aber wollte den Ruf des berühmten Philosophen beschädigen. Otto A. Böhmer beschreibt die niederträchtigen Anschläge der Thüringer Geistlichkeit.

Der Philosoph Ernst Cassirer

Das Wetter ist herrlich

Im dritten Teil seiner großen Philosophie der symbolischen Formen versuchte Ernst Cassirer, das schwierige Verhältnis von Begriff und Anschauung zu beleuchten. Es hat ihn wohl darüberhinaus beschäftigt. Otto A. Böhmer berichtet, wie der Philosoph im winterlichen New York es wagte, einem Taxifahrer die Einsteinsche Relativitätstheorie zu erklären.

Der Philosoph Parmenides

Halte den Gedanken fern

Parmenides war einerseits ein klar denkender Vorsokratiker, andererseits ein griechischer Träumer im Süden Italiens, der gegen Zweifel an der eigenen Existenz nicht immer gefeit war. Otto A. Böhmer hat ihm Prüfungen auferlegt.

Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Schelling

Philosophie des Bockbiers

„Freiwillig entläßt die Natur keinen aus ihrer Vormundschaft, und es gibt keine geborenen Söhne der Freiheit", schrieb Schelling. Aber sobald der Mensch sich mit der äußeren Welt in Widerspruch setzt, beginnt er zur Philosophie zu schreiten. Doch gibt es dann einen Weg zurück? Otto A. Böhmer ertappte den feschen Philosophen bei einer Versuchung.

Der Philosoph Martin Buber

Puppentheater der Denker

Otto A. Böhmer erzählt von einem Frühlingstag in Frankfurt und vom Philosophen Martin Buber, der an der Trägheit seiner Studenten leidet. Nach dem Seminar begibt sich Buber in die Aufführung eines besonderen Puppentheaters, die ihn dazu bringt, über das Wesen der Heiterkeit nachzudenken.

Der Philosoph Anselm von Canterbury

Zorn des Himmels

Gewittern begegnete der Philosoph Anselm von Canterbury eher ängstlich. Einmal jedoch, in einem Traum, fühlte er sich so frei und mächtig wie nie zuvor. Es waren Blitz und Donner, die ihn wieder zur Besinnung brachten und seine Gottesfurcht stärkten, erzählt Otto A. Böhmer.

Der Philosoph Epikur

Was für schöne Augen

Nach allem, was wir wissen, war Epikur kein Epikuräer. Er gab sich mit Wenigem zufrieden und war für Ausschweifungen nicht zu haben. Otto A. Böhmer aber sah, wie ein Wunder ihn von seinen Schmerzen befreite.

Der Philosoph Thomas von Aquin

Alles wie Spreu

Der Philosoph Thomas von Aquin hielt die Hinrichtung von Häretikern für legitim und wurde etwa 50 Jahre nach seinem Tod für heilig erklärt. Otto A. Böhmer hat ihn zweimal aufgesucht: als er umfänglich leidend in einen Widerspruch geriet und von höherer Warte aus.

Der Philosoph Anaximander

Die Rache des Himmels

Anaximander soll der Autor der ersten Zeile griechischer Philosophie überhaupt gewesen sein, und mehr gibt es nicht von dem Naturphilosophen und Astrophysiker. Die aber hat es in sich, denn sie spricht von Unrecht und Buße. Otto A. Böhmer beschreibt, wie der Mileser zu seiner Erkenntnis kam.

Der Philosoph Georg Simmel

Mit Seufzern behängte Träume

Der Stadtmensch Georg Simmel ist gerade dem raschen und ununterbrochenen Wechsel äußerer und innerer Eindrücke, die sein Nervenleben steigerte, aufs Land entrückt. Dort beeindrucken ihn, wie Otto A. Böhmer berichtet, nicht nur nächtliche Illuminationen, sondern auch ein Geist, den er einst beschwor.

Der Philosoph René Descartes

Aus der Hand

Dass der Mensch sich seine Existenz bestätigt, weil er denkt, ist für viele unserer Mitmenschen bis heute nicht realisierbar. Die Erkenntnis aber stammt vom Philosophen René Descartes, den die Franzosen zum Begründer des Rationalismus machten. Als Offizier im Dreißigjährigen Krieg hatte er in Neuburg an der Donau drei bedeutsame Träume. Otto A. Böhmer war dabei.

Der Philosoph Max Horkheimer

Im Schlaf gesprochen

Günter Grass wollte ursprünglich Bildhauer werden. Karlheinz Stockhausen sah sich anfangs als Romancier und schickte seinen Roman zur Begutachtung an Hermann Hesse. Otto A. Böhmer hat nun die Spur des Sozialphilosophen Max Horkheimer aufgenommen, der gerne Dramatiker geworden wäre. Holzwege

Der Philosoph Søren Kierkegaard

Fleischgewordenen Karikaturen

Der Däne Søren Kierkegaard musste exemplarisch seinen christlichen Gott gegen die christliche Kirche verteidigen. Die Schöpfung erfreute ihn, „aber der Mensch, das Wunder der Schöpfung, ihr Schmuck, wie die geistlichen Herren gegen Bezahlung sagen, er ist das einzig Entstellende.“ Otto A. Böhmer hat den Philosophen der Gesellschaft ausgesetzt.

Der Philosoph Karl Marx

Webende Grazien

Mit Geld konnte der bedeutende Ökonom Karl Marx gar nicht umgehen. Oft musste er die Arbeit am Kapital unterbrechen, weil er das Schreibpapier nicht bezahlen konnte. Im Alter entsann er sich glücklicher Zeiten. Otto A. Böhmer hat ihn beim Träumen ertappt.

Der Philosoph Thomas Hobbes

Worte zarter Ironie

In den blutigen Jahren, in denen Oliver Cromwell in England die Republik durchsetzen wollte, hatte die Abneigung gegen den menschlichen ›Naturzustand‹ den politischen Philosophen Thomas Hobbes an der Seite des aufgeklärten Absolutismus gehalten, der ihm die Errungenschaften der Zivilisation zu garantieren schien. Im Deutschland des Dreißigjährigen Kriegs sieht ihn Otto A. Böhmer an der eigenen Überzeugung zweifeln.

Der Philosoph Edmund Husserl

Vom Brennen und Stechen

Indem er sich von den Glaubensartikeln und psychologischen Deutungen abwandte und die Philosophie wieder zu einer wissenschaftlichen Disziplin machte, wurde Edmund Husserl zu einem phänomenalen Phänomenologen. Otto A. Böhmer hat indessen einen besonderen Wahrheitsaspekt bei ihm entdeckt.

Der Philosoph John Locke

Die Idee des Notwendigen

John Locke wurde 1632, im gleichen Jahr wie der Rationalist Baruch Spinoza, geboren und vertraute vor allem seinen fünf Sinnen, der Idee und der Vernunft. 1690 veröffentlichte er seinen „Versuch über den menschlichen Verstand“, in dessen 2. Buch er „von der Kraft“ schreibt. Darin taucht plötzlich ein Tennisball auf. Otto A. Böhmer hat die Fährte aufgenommen.

Der Philosoph Thales

Nie zur rechten Zeit

Seinen Satz über das rechtwinklige Dreieck durften wir in der Schule lernen, aber die thrakische Magd soll sich über den Himmels- und Wasserphilosophen Thales von Milet auch lustig gemacht haben. Immerhin beginnt mit ihm die abendländische Philosophiegeschichte. Otto A. Böhmer kennt ihn darüberhinaus als Kenner der Pünktlichkeit.

Der Philosoph Raimundus Lullus

Wunder wider Willen

Die römische Kirche ließ ihn selig sprechen und seine Werke verbieten. Der mallorquinische Philosoph, Logiker und Theologe Ramon Llull (lat. Raimundus Lullus), der im Mittelalter eine logische Maschine mit sieben drehbaren Scheiben konstruierte, begründete auch die europäische Orientalistik. In seiner Heimat sah ihn Otto A. Böhmer leicht missverstanden.

Der Philosoph Nikolaus von Kues

Der Herr im Schlaf

Nikolaus von Kues, Fürst und Kardinal, war ein starker Selbstdenker. Von Haus aus Jurist, aber überaus wissbegierig, verfasste er die philosophischen Grundlagen des Humanismus und der Renaissance. Otto A. Böhmer aber sah ihn auch scheitern.

HOLZWEGE: DER PHILOSOPH BONAVENTURA

Die Wahrheit liegt im Himmel

Monatelang grübelte der Philosoph Bonaventura über das Wesen der Engel nach. Otto A. Böhmer erzählt, wie sich Bonaventura ausgerechnet beim Angeln der Lösung seines Problems nähern konnte.

Holzwege: Der Philosoph Heraklit

Etwas ganz Unschätzbares

Die eigene Art ist des Menschen Dämon, soll Heraklit geäußert haben. Den ‚dunklen’ Philosophen aus Ephesos, dem wir frühe Erkenntnisse über uns selbst verdanken, schildert Otto A. Böhmer in einer windigen Situation.

Holzwege: Der Philosoph Blaise Pascal

Die Grenzen der Geduld

In der zweiten Folge seiner Reihe Holzwege berichtet Otto A. Böhmer vom Philosophen Blaise Pascal, der sich als Altenpfleger in Geduld zu üben versucht, bis ihn der Zorn über seinen Pflegling über eine Grenze treibt.

Holzwege: Der Philosoph Zenon von Kition

Eine Beule, Meister, nicht mehr

In der ersten Folge seiner Reihe „Holzwege“ berichtet Otto A. Böhmer vom Philosophen Zenon, der sich um den Zustand der Säulenhalle Stoa sorgt, von seinem Schüler Nikidion und von dessen handwerklich begabten, aber philosophisch desinteressierten Vettern, die Zenon zu Hilfe kommen.

erstellt am 15.7.2014