Internationaler Literaturpreis

Internationaler Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt 2014

Die Preisträger des Internationalen Literaturpreises – Haus der Kulturen der Welt 2014 sind der haitianisch-kanadische Autor Dany Laferrière und die Übersetzerin Beate Thill. Beide werden für den Roman „Das Rätsel der Rückkehr“ ausgezeichnet, der im Verlag Das Wunderhorn erschienen ist. Aus 154 Titeln hatte die Jury, der u.a. Hans Christoph Buch angehört, zunächst sechs herausragende Werke für die Shortlist nominiert. Die Preisträger werden zusammen mit diesen nominierten Autoren am 3. Juli im Haus der Kulturen der Welt an der Langen Nacht der Shortlist & Preisverleihung teilnehmen, die um 18 Uhr mit einer Festrede der japanischen Autorin Yoko Tawada eröffnet wird. Zur Shortlist für den Internationalen Literaturpreis 2014 gehören:

Zsófia Bán Als nur die Tiere lebten
Suhrkamp Verlag 2014, aus dem Ungarischen von Terézia Mora
Amikor még csak az állatok éltek, Magvet? 2012

Georgi Gospodinov Physik der Schwermut
Literaturverlag Droschl 2014, aus dem Bulgarischen von Alexander Sitzmann
Fizika na tagata, Janet 45 2012

Mohsin Hamid So wirst du stinkreich im boomenden Asien
DuMont Buchverlag 2013, aus dem Englischen von Eike Schönfeld
How to Get Filthy Rich in Rising Asia, Riverhead Books 2013

Bernardo Kucinski K. oder Die verschwundene Tochter
Transit Buchverlag 2013, aus dem Portugiesischen von Sarita Brandt
K., Expressão Popular 2012

Dany Laferrière Das Rätsel der Rückkehr
Verlag das Wunderhorn 2013, aus dem Französischen von Beate Thill
L'énigme du retour, Éditions Grasset & Fasquelle 2009

Madeleine Thien Flüchtige Seelen
Luchterhand Literaturverlag 2014, aus dem Englischen von Almuth Carstens
Dogs at the Perimeter, McClelland & Stewart 2011

Die Begründung der Jury zur SHORTLIST 2014:

„Die Parodie eines Ratgebers, das mäandernde Langgedicht, die in Fragmente zerbrochene, dafür den Mythos integrierende Autobiografie – das sind, anders als der klassische Roman, Beispiele für Herangehensweisen heutiger Autoren an eine jeweils verschiedene Wirklichkeit. Die sechs Shortlisttitel des Internationalen Literaturpreises 2014 zeigen die große formale Bandbreite gegenwärtiger Erzählliteraturen weltweit. Sie lassen auf je eigene Weise die Mächte erfahrbar werden, gegen die sich Menschen auf allen Kontinenten heute behaupten müssen. Für diese Erfahrungen haben insbesondere die Übersetzer der Werke einen unverwechselbaren Ton gefunden. Immer wieder kreisen die existenziellen Erkundungen, teils sarkastisch und voller Trauer, mal aber auch mit heiterer Souveränität, um den Begriff der Würde. Das Erzählen erweist sich für alle Autoren als Ort, von dem aus die Welt begriffen, geordnet und neu zusammengesetzt werden kann: die eigene und möglicherweise auch die anderer. Etwa die des Lesers.“

Die Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger erfolgt am 23. Juni 2014. Der Preis wird für einen herausragenden fremdsprachigen Titel und seine deutsche Erstübersetzung verliehen. 25.000 Euro gehen an den Autor und 10.000 Euro an den Übersetzer.

Die Preisverleihung findet am 3. Juli 2014 ab 18 Uhr im Rahmen der Langen Nacht der Shortlist statt. Auf der Dachterrasse lädt das HKW zu einem sommerlichen und polyglotten Fest der Literaturen mit Lesungen, Gesprächen und Reflexionen von und mit für die Shortlist nominierten Autoren, Übersetzern und Jurymitgliedern. Die Festrede zur Eröffnung hält die japanisch-deutschsprachige Wortkünstlerin Yoko Tawada. Um 21Uhr findet die Preisübergabe statt, gefolgt von Lesung und Gespräch mit den diesjährigen Preisträgern.

Die Anzahl der Einsendungen ist 2014 leicht gestiegen: 81 deutschsprachige Verlage reichten 154 Titel ein (2013: 71 Verlage, 124 Titel), deren Autoren aus 64 Herkunftsländern stammen und in 27 Sprachen schreiben. Erstmals zählen auch e-books zu den eingereichten Werken.

Bekanntgabe der Preisträger: 23.Juni 2014??

Preisverleihung & Lange Nacht der Shortlist: 3. Juli 2014

internationaler literaturpreis

Die Jury 2014

Die Jury: Egon Ammann, Sabine Peschel, Jörg Plath, Iris Radisch, Kersten Knipp, Leila Chammaa, Hans Christoph Buch (v.l.n.r.) © Santiago Engelhardt

Egon Ammann (Verleger)

Egon Ammann, geb. 1941, Schulbildung, Lehre als Verlagsbuchhändler und Studien in Bern und Fribourg. Tätigkeiten als Lektor in verschiedenen Verlagen des deutsch- und fremdsprachigen Auslands. 1981 Gründung, zusammen mit Marie-Luise Flammersfeld, des Ammann Verlags in Zürich. Nach Schließung des Verlags 2011 Umzug nach Berlin. Weiterführende Tätigkeit u.a. als Herausgeber der Werke von Fernando Pessoa.

Hans Christoph Buch (Schriftsteller)

Hans Christoph Buch, geb. 1944, Romancier, Reporter und Essayist, studierte an der Universität Bonn und an der FU Berlin Germanistik und Slawistik. 1972 promovierte er an der Technischen Universität Berlin bei Walter Höllerer zum Doktor der Literaturwissenschaft. In den siebziger Jahren war er Lektor im Rowohlt Verlag, für den er die Zeitschrift Literaturmagazin herausgab. Später lehrte er als Dozent an Universitäten in Deutschland und den USA, Chile und Kuba. Ausgedehnte Reisen durch Nord- und Südamerika, Afrika und Asien, längere Aufenthalte in der VR China. Eine besondere Beziehung entwickelte Buch seit den achtziger Jahren zum karibischen Raum, speziell Haiti, das häufig Schauplatz seiner Romane ist. In den neunziger Jahren trat er mit Reportagen aus Kriegs- und Krisenregionen hervor.

Leila Chammaa (Übersetzerin, Islamwissenschaftlerin)

Leila Chammaa, geb. 1965, studierte Islamwissenschaften, Arabistik und Politologie an der Freien Universität Berlin. Seit 1992 ist sie als Übersetzerin arabischer Prosa und Lyrik ins Deutsche und Beraterin und Gutachterin für Verlage und Institutionen im Bereich arabische Literatur tätig. 2004 war sie Koordination und dramaturgische Organisation der literarischen Lesungen im arabischen Ehrengastprogramm auf der Frankfurter Buchmesse. 2002 gründete sie die Agentur »Alif« zur Vermittlung arabischer Literatur im deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus ist sie Dozentin für Arabisch im Auswärtigen Amt.

Kersten Knipp (Kulturjournalist/ Literaturkritiker)

Kersten Knipp, geb. 1966, promovierter Romanist, studierte portugiesische, französische und englische Philologie in Köln, Toulouse und Fortaleza / Brasilien. Er lebt als freier Journalist in Köln, arbeitet zu Spanien, Portugal und Lateinamerika. Nach den Anschlägen von New York entschloss er sich, Arabisch zu lernen. Seitdem schreibt er auch über die Kultur und Literatur dieses Sprachraums. Er schreibt regelmäßig über Kultur und Politik im Nahen Osten u.a. für den Deutschlandfunk und den WDR, die FAZ und die NZZ sowie den „Freitag“. Derzeit schreibt er eine Kulturgeschichte Brasiliens sowie ein Buch über säkulare Kultur in der arabischen Welt.

Sabine Peschel (Sinologin, Übersetzerin, Kulturredakteurin Deutsche Welle) 

Sabine Peschel, geb. 1955, studierte Sinologie und Germanistik in Tübingen. Sie lebte in Taipei, als Universitätslektorin in Niigata/Japan sowie 15 Jahre lang als freischaffende Projektorganisatorin und Übersetzerin in Berlin. In dieser Zeit publizierte Sabine Peschel zu China, sie begann am Rundfunk zu arbeiten und stellte zahlreiche chinesische Schriftsteller erstmals in Deutschland vor. 1999 wechselte sie als Leiterin der China-Redaktion zur Deutschen Welle nach Köln, wo sie nach deren Umzug nach Bonn weiterhin als Redakteurin mit besonderen Aufgaben arbeitet. Sie übersetzt Romane, Essays und Gedichte der modernen und der zeitgenössischen chinesischen Literatur. 

Jörg Plath (Literaturkritiker/ Kulturjournalist)

Jörg Plath, geboren 1960, studierte nach einer Ausbildung zum Buchhändler Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Geschichte und Politik in Freiburg, Wien und Berlin. 1993 promovierte er über Franz Hessel, war freier Lektor, Ghostwriter, Literaturredakteur und arbeitet heute als Literaturkritiker und Journalist für überregionale Medien wie die „Neue Zürcher Zeitung“, „Deutschlandradio Kultur“ und „Deutschlandfunk“.

Iris Radisch (Literaturkritikerin/ Journalistin)

Iris Radisch, geb. 1959, deutsche Literaturjournalistin und –kritikerin, Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie in Tübingen und Frankfurt am Main. Seit 1990 war sie Literaturredakteurin der ZEIT, dessen Feuilleton sie heute leitet. Neben Gastprofessuren in St. Louis, USA und Göttingen übernahm sie Moderationen zahlreicher Literatursendungen u.a. „Bücher,Bücher“ (HR) und „Literaturclub“ (3sat/ SF1), Bekanntheit erlangte Sie als Teilnehmerin der Sendung „Das literarischen Quartett“ (2000-2001). Von 1995 bis 2000 war sie Jurymitglied des Ingeborg-Bachmann-Preises; von 2003 bis 2007 gehörte sie der dortigen Jury als Vorsitzende an. 2008 wurde sie von der Gesellschaft für deutsche Sprache mit dem Medienpreis für Sprachkultur in der Sparte „Presse“ ausgezeichnet. 2009 ernannte die französische Kulturministerin Christine Albanel Radisch zum „Chevalier des Arts et des Lettres. 2013 erschien ihre Biographie “Camus – Das Ideal der Einfachheit”.

Medienpartner: u. a. Faust-Kultur

erstellt am 19.12.2013
aktualisiert am 20.2.2015

weitere informationen

Haus der Kulturen der Welt

Zsófia Bán © Miklós Szüts
Zsófia Bán © Miklós Szüts
Georgi Gospodinov © Dafinka Stoilova
Georgi Gospodinov © Dafinka Stoilova
Mohsin Hamid © Jillian Edelstein
Mohsin Hamid © Jillian Edelstein
Madeleine Thien © Carolin Seeliger
Madeleine Thien © Carolin Seeliger