Essays
Das Gartenreich Dessau-Wörlitz

Eine Landschaft der Aufklärung

Inmitten der Auenlandschaft des Biosphärenreservats Mittelelbe, in Sachsen-Anhalt, liegt das Gartenreich Dessau-Wörlitz – eine im 18. Jahrhundert angelegte, einzigartige Kulturlandschaft. Als Naturschutzgebiet und als Weltkulturerbe steht sie unter dem Schutz der UNESCO. Walter H. Krämer unternimmt einen Ausflug in Geschichte und Gegenwart des Gartenreichs.

Kultur in der Bundesrepublik der 1970er

Mit Beuys, Grass und Hegel

Wer will, kann die kulturelle Entwicklung in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, und besonders seit der Dynamik, der sie seit dem Ende der 60er Jahre folgte, an vielen gesellschaftspolitischen und künstlerischen Neuerungen markieren. Sie ist letztlich nicht so zielgemäß verlaufen, wie mancher gefürchtet hatte. Der im letzten Jahr gestorbene Kulturhistoriker, -politiker und Publizist Hermann Glaser beschrieb die Bedingungen und die Motive der Protagonisten.

Über Duftmittelbarkeiten

Niemand kommt durch die Nase denn durch mich

Der Riechsinn hat neuerdings eine Aufwertung erfahren, ebenso Duft und Düfte, die dem Flüchtig-Fluiden unserer Kultur schmeicheln. Dass hier Korrekturen und Unterscheidungen not tun, meint, mit Blick auf Kulturgeschichte wie auch Inszenierungspraxis der Wohldüfte, der Kunsthistoriker Christian Janecke.

Egon Schiele im Gefängnis

Bilder einer Ausnahme

1990 wurde die österreichische 500-Schilling-Gedenkmünze Egon Schiele in Silber geprägt. Zu Lebzeiten hatte die staatliche Exekutive den später gefeierten Maler hinter Gitter gebracht. Der starb 1918 mit 28 Jahren an der spanischen Grippe. Johannes Winter war in Neulengbach im Wienerwald, auf den Spuren der Affäre Schiele.

Essay

Reflexionen zu Pieter Bruegel

Vor kurzem zeigte das Kunsthistorische Museum Wien eine umfangreiche Ausstellung mit Gemälden und Graphiken von Pieter Bruegel dem Älteren. Ein Besuch der Blockbuster-Schau regte Gudrun Braunsperger zu Beobachtungen über die Wahrnehmung der Kunst und ihre Rolle in der Gegenwart an.

GEDANKEN ZUM ALLTAG EINES MUSEUMSMENSCHEN IM JAHR 2025

Die Kulturmanagerin von morgen

Lange Zeit konnten Kulturmanager und -managerinnen sich auf die traditionellen Aufgaben des Museums beschränken: Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln. In der digitalen Transformation werden sie zusätzlich auf fünf Ebenen gleichzeitig und verschränkt agieren müssen, um museale Sammlungen im Bewusstsein des Publikums zu halten. Barbara Fischer stellt die Ebenen dar und zeigt Chancen und Anforderungen auf.

Das Jüngste Gericht von Tintoretto

Sintflut im Zeitraffer

Es gibt Gemälde, die sehr modern wirken, obwohl sie schon Jahrhunderte alt sind. Der Venezianer Jacopo Tintoretto malte um 1556 ein solches Bild. Es heißt: „Das Jüngste Gericht“ und hängt in der gotischen Kirche Madonna dell`Orto. Zum bevorstehenden 500. Geburtstag Tintorettos blickt Ria Endres auf das dramatische Gemälde und das Venedig seiner Entstehungszeit.

Der Maler Emil Nolde auf Hallig Hooge

Wo Emil Nolde Gespenster sah

Dunkelglühendes Rot, Lila, Orange und düsteres Blau, Blumenbilder, verhangene Sonnenuntergänge am Meer. Daran erkennen wir die Arbeit des Expressionisten Emil Nolde. Doch dann offenbarte eine Ausstellung in Wiesbaden eine ganz andere Seite des Malers, die Johannes Winter zur Hallig Hooge führte und zu den Gespenstern.

Die Kunst des Transhumanismus

Der Künstler als Knoten im Netzwerk

Wie sich Kunst und Wissenschaft bei der Vorstellung von der Maschinisierung des Menschen gegenseitig beeinflusst haben und wie sich die Technozukunft in der künstlerischen Praxis zeigt, dem ging Hubertus Kohle in einem Vortrag nach, den er Anfang Februar 2018 in München gehalten hat. Transhumanistische Kunst sei noch immer eine sehr esoterische Angelegenheit, meint der Kunsthistoriker. Faust-Kultur dokumentiert den Text.

Das Städel in Frankfurt am Main

Museum als Avantgarde

Im Mai 1917, vor genau einhundert Jahren, wurde der Deutsche Museumsbund auf einer Tagung im Frankfurter Städelmuseum gegründet. Damit einher ging eine visionäre Debatte um die Demokratisierung des Kunstmuseums – und seine Öffnung hin zur Avantgarde. Jana Baumann blickt auf eine folgenreiche Phase der deutschen Kulturgeschichte zurück.

Überlegungen zum Symposium »Newsflash Kunstkritik?«

Das Chamäleon und die Schildkröte

Ein Symposium diskutierte kürzlich in Frankfurt, wie die Kritik angesichts zunehmender Präsentation und Verbreitung zeitgenössischer Kunst in sozialen Netzwerken und Internetplattformen agieren kann. Man sollte die Kunstkritik als Informations- und Kommunikationsangebot sehen, das dienend und herausfordernd zugleich ist, meint Ellen Wagner in der Nachschau.

Design in Frankfurt 1960-69

Produkt und Protest

Die 1960er Jahre waren ein politisches und ein nicht minder visuelles und konsumorientiertes Jahrzehnt. In Frankfurt entstanden in dieser Zeit eine der weltweit wichtigsten Positionen des Produktdesigns, aber auch eine visuelle Protesthaltung gegen eine allzu fortschrittsorientierte Welt. Klaus Klemp lässt das Designgeschehen in Frankfurt der 1960er Jahre Revue passieren.

ESSAY

Nichtberlinern

Es gibt kein kulturelles Segment, das vom anhaltenden Sog Berlins nicht betroffen wäre. Junge Künstler, Literaten, Musiker und Kreative ziehen unablässig in die Hauptstadt. Sie kommen aus Deutschland und aus aller Welt. Christian Janecke nähert sich dem Phänomen und zeigt seine Auswirkungen am Beispiel der Kunstwelt.

Weltzien: Design und Krieg

Fashiondesign als Waffe

In seinem Essay untersucht der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Friedrich Weltzien zeitgenössische Design-Strategien, die sich als ziviler Ungehorsam definieren lassen. Weltzien möchte zeigen, dass es eine Schnittmenge von Gestaltung und politischem Aktivismus gibt, die sich designtheoretisch fruchtbar machen lässt.

Zum 125 Todestag von Vincent van Gogh

Der jähe Abbruch auf dem Höhepunkt seines Schaffens

Vor 125 Jahren, am 29. Juli 1890, starb der Künstler Vincent van Gogh in einer armseligen Kammer des Gasthauses der Familie Ravoux in Auvers-sur-Oise. In seinem Essay erinnert J. R. Bechtle an die rätselhaften Todesumstände und die von einem Schaffensrausch geprägten letzten Lebensjahre van Goghs.

Essays

Winter: James Ensor in Ostende

Über Kunstmigration in Deutschland

Fremde Zeitgenossenschaften

Die Begegnung zwischen Kulturen in einer Einwanderungsgesellschaft der Gegenwart führt oft zu gegenseitiger Distanz und Befremden. Auch Künstler bekommen das zu spüren. Ljudmila Belkin zeigt die für Deutschland spezifischen Schwierigkeiten und Differenzen am Beispiel postsowjetischer Kunstmigranten.

Reportage

Auf den Spuren der Impressionisten in der Normandie

Monet, Manet, Renoir. Ist der französische Impressionismus als französisches Weltkulturerbe zu sehen? Als Phänomen von ungeheurer Anziehungskraft auf jeden Fall, meint Petra Kammann. Für Faust-Kultur ist sie durch die Orte des Impressionismus in der Normandie gereist.

Kulturgeschichte

Unterwasserballett: Jean Painlevé

Ursula Harter hat ein reich illustriertes Buch über „Aquaria in Kunst, Literatur und Wissenschaft“ vorgelegt. Faust Kultur bringt einen Textauszug, in dem die Autorin sich mit dem Dokumentarfilmer Jean Painlevé, dessen Schaffen die Surrealisten inspirierte.

Architektur-Essay

Ferdinand Kramer: Genial oder banal?

Ferdinand Kramer (1898–1985) zählt zu den bedeutendsten Architekten und Produktgestaltern des 20. Jahrhunderts. Vor allem Kramers radikal moderne Bauten für die Frankfurter Universität regen bis heute gleichermaßen die einen auf wie die anderen an, meint Astrid Hansen in ihrem Essay.

ESSAY

Parallelwelten des Kunstbetriebs

Die zunehmende Ökonomisierung der Kunst im Zeichen des Neoliberalismus hat immer mehr Verwerfungen im System zur Folge. Isa Bickmann stellt zwei Publikationen vor, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln das Thema behandeln, und zeigt anhand der Neuaufstellung des Frankfurter Museums für Moderne Kunst, wie sich die öffentliche Hand der Macht des Geldes ausliefert und dieses die Welt der Kunst und unseren Blick bestimmt.

Medientheorie

Umschreibung des Museums im Zeitalter der Globalisierung

Weil im digitalen Zeitalter die Museen so museal wirken, fordert Peter Weibel, Direktor des Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, das performative und perforierte Museum der globalisierten Gegenwart.

Spurensuche

Otto Dix in seinem Exil

1933 gehörte Otto Dix zu den ersten Kunstprofessoren, die entlassen wurden. Darüberhinaus zwangen die Diffamierungen nationalsozialistischer Kollegen den Maler, Dresden zu verlassen und sich an den Bodensee zurückzuziehen. Dort begab sich Johannes Winter auf Spurensuche.

Architektur

Stadt - Zeit - Bilder

Wie ein Buch lässt sich auch ein Bild lesen – oder eine Stadt, besonders wenn sie als Vedute in einer Zeitschrift oder auf dem Bildschirm erscheint. Der Architekt und Autor Christian J. Grothaus versucht in seinem Essay, nicht nur die dritte Dimension für die Bilder von Stadt und Architektur (wieder) einzufordern, sondern auch die vierte.

Kunst und Protest

Ohnmacht als Situation

Alexander Klose geht der Frage nach, inwiefern das in der Gegenwart verbreitete Gefühl der Ohnmacht zu einer gestaltbaren Situation werden kann.

Architektur

Moderne Kirchen

Nach dem Bombenschaden hat man historische Bausubstanz gerne abgerissen und durch schrecklich moderne ersetzt. Der Architekturkritiker Dieter Bartetzko hat in seiner Bestandsaufnahme »Arche und Zelt« beschrieben, welche Kirchenneubauten nach dem Krieg in Frankfurt möglich waren, Bauten, die die Stadt bis heute schmücken

Die Gedächtnisinstitution im digitalen Zeitalter

Museum 2.0

Der Kunsthistoriker Hubertus Kohle widmet sich der Zukunft der Museen im Zeitalter des Internet und damit der Partizipation des einzelnen – für ihn Teil der zentralen Fragen des gegenwärtigen kulturellen Lebens. Er stellt außerdem das von ihm mitbegründete Annotationsspiel artigo vor.

Visual Culture

Alles ist Bild

„Visual Culture“, so der Fachbegriff, stellt ein Forschungsgebiet der Kulturwissenschaft dar, das sich den historischen und globalen Veränderungen im Verständnis, der Vermittlung und der Rezeption von Bildern widmet.

Hubertus Kohle

Goethe und die Gotik

„…eile herbei, daß du schauest sein treffliches Werk“, fordert Goethe in seinem Frühwerk auf, in dem er dem Erbauer des Straßburger Münsters huldigt. Später steht der Dichter der gotischen Architektur weitaus kritischer gegenüber.

erstellt am 02.10.2013