Theater
Theater: Endspiele in München

Bittere Tränen und Zidanes Kopfstoß

Im Gegensatz zum Fußball weiß der Spielleiter im Theater, wie das Spiel ausgeht. Er legt sogar jeden Spielzug fest, wenn er ihn nicht der Improvisation überlässt. Nicht jedes Theaterstück ist also ein Sportstück und umgekehrt, außer vielleicht in München, wo Walter H. Krämer von der Theaterliga berichtet.

Fiston Mwanza Mujilas

Zu der Zeit der Königinmutter

Fiston Mwanza Mujila, geboren 1981, ist ein kongolesischer, französischsprachiger Schriftsteller, der in Graz lebt. Er wollte ursprünglich Musiker werden. Weil es aber dort, wo er wohnte, keine Musikschule gab, improvisierte er mit der Sprache. Nun hat er sein erstes deutschsprachiges Theaterstück geschrieben. Im Wiener Akademietheater wurde es aufgeführt, und Elvira M. Gross hat es gesehen.

Falsch von René Kalisky

Blumen im brüchigen Frühling

René Kalisky war ein belgischer Schriftsteller polnisch-jüdischer Herkunft. Ein Jahr vor seinem Tod 1981 veröffentlichte er das Bühnenstück „Falsch“, in dem ein älterer Herr auf der Straße zusammenbricht und daraufhin in eine Welt gerät, in der Zeiten und Orte nicht mehr getrennt sind, aber die Individuen des familiären Umkreises unverändert bleiben. Elvira M. Gross hat sich die österreichische Erstaufführung im Wiener Theater Nestroy/Hamakom angesehen.

Medea von Simon Stone

Wie ist sie, die Liebe Medeas?

Im Wiener Burgtheater hat Simon Stone die »Medea« des Euripides zeitgenössisch überschrieben. Zeit, Ort, Umstände und Personen sind verändert, der Plot aber ist der gleiche. Für Elvira M. Gross ist das neue Stück nicht ohne Wirkung geblieben.

Der Menschenfeind

Die Lächerlichkeit des Affektierten

Herbert Fritsch hat an die historischen Mittel eines autonomen Theaters erinnert, das nicht auf Einfühlung und Nachahmung setzt. Bernadette Sonnenbichler verschreibt sich in ihrer Stuttgarter Inszenierung von Molières „Menschenfeind“ dieser Methode. Wer sie nicht grundsätzlich ablehnt, hat seinen Spaß daran. Konsequenter jedenfalls war keine Regie in der ersten Saison von Burkhard C. Kosminski, meint Thomas Rothschild.

Die Wildente von Henrik Ibsen

Wahrheit als Zumutung

Henrik Ibsens Stück „Die Wildente“ fragt nach dem Wert der Wahrheit im Leben einer Familie. Burkhard C. Kosminski, seit kurzem Intendant des Schauspiel Stuttgart, hat Elmar Goerdens Inszenierung aus Mannheim an seinen neuen Wirkungsort mitgenommen. Thomas Rothschild sah die Premiere.

Die sieben Todsünden in Stuttgart

Ach Brecht, ach Weill, ach Frank Zappa

In Stuttgart sind Bertolt Brechts und Kurt Weills „Sieben Todsünden“ als Koproduktion von Staatsoper, Ballett und Schauspiel zu sehen. Anna-Sophie Mahler lässt das Stück in einem Boxring spielen und verschafft der Sängerin Peaches einen prominenten Auftritt. Thomas Rothschild vermisst das kritische Potential des Originals.

Uraufführung

sklaven leben

Zur Frage, wie De-facto-Sklaverei mitten in Europa wirkt, haben Konstantin Küspert (Text) und Jan-Christoph Gockel (Regie) zusammen mit ihrem Ensemble ein neues Stück entwickelt, das im Rahmen der Frankfurter Positionen 2019 unter dem Titel „sklaven leben“ am Schauspiel Frankfurt mit Komplexität und Komik überzeugend uraufgeführt worden ist. Andrea Pollmeier hat die Premiere im Kammerspiel gesehen.

»WARTEN AUF GODOT«

Es wird ihm doch nichts passiert sein?

Die erste Premiere am Schauspiel Frankfurt im neuen Jahr: Becketts „Godot“ – ein Stück, das nur vom Warten handelt, den Zuschauer mit einbezieht. Und das, nach Tausenden von Inszenierungen weltweit, immer noch Erwartungen wecken – und enttäuschen – kann. Martin Lüdke berichtet von der Premiere.

Eine Frau flieht vor einer Nachricht

Natur ohne Grün

Mit dem Mut zur radikalen Adaption und Kürzung hat sich die Regisseurin Jessica Glause an den opulenten Roman des israelischen Autors David Grossman „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ herangewagt. Entstanden ist in der deutschsprachigen Erstaufführung am Schauspiel Frankfurt eine überzeugend eigenständige Inszenierung. Andrea Pollmeier hat die Premiere gesehen.

Theater: Medea in Stuttgart

Die Bestechlichkeit der Kinder

Der Schriftsteller Franz Grillparzer hatte das Pech, die Klassik zu pflegen, als sie aus der Mode gekommen war. Die Regisseurin Mateja Koležnik hat nun am Schauspiel Stuttgart Grillparzers Trägodie „Medea“ inszeniert. Thomas Rothschild hat gutes Theater gesehen.

THEATERPREMIEREN IN STUTTGART

Paradigmenwechsel in Stuttgart

Mit sechs Premieren an zwei Wochenenden beginnt am Stuttgarter Schauspiel die Intendanz von Burkhard C. Kosminski. Thomas Rothschild sah die deutsche Erstaufführung des Stücks „Vögel“ von Wajdi Mouawad, eine Bearbeitung der „Orestie“ durch Robert Icke und die Uraufführung eines neuen Stücks des österreichischen Schriftstellers Clemens J. Setz.

Biedermann und die Brandstifter in Frankfurt

Zündhölzer und viele Wahrheiten

Die schlichte Fabel vom Biedermann und den Brandstiftern wird bei Max Frisch dramatisch, weil sie mit der Warnung vor den Menschenverächtern die Gastfreundschaft aufs Spiel setzt. Die Landungsbrücken Frankfurt, das offste Theater der Stadt, setzt damit die gegenwärtige Naivität aufs Spiel. Walter H. Krämer war dabei.

Aktuelle Inszenierungen in Wien

Aktuelle Wiener Theaterinszenierungen

In die Zwischenkriegszeit und zugleich in unsere Gegenwart führen die Theaterinszenierungen von Klaus Manns „Mephisto“, „Glaube Liebe Hoffnung“ nach Ödön von Horváth und das Flüchtlingsdrama „Die Reise der Verlorenen“. Thomas Rothschild hat an der Wiener Burg, im Akademietheater und in der Josefstadt diese und weitere aktuelle Stücke gesehen.

Kabale und Liebe in Cottbus

Was Theater alles kann

Die Liebe in Zeiten der politischen Parteilichkeit wird schnell zum Skandal, wenn der oder die Falsche geliebt wird. Es sei denn, die Liebesbeziehung wird wieder zur Handelsbeziehung. Was hat das bürgerliche Trauerspiel, das sich in Schillers „Kabale und Liebe“ darstellt, dem Publikum des Jahres 2018 zu sagen? Walter H. Krämer hat Jo Fabians Inszenierung in Cottbus gesehen.

Albert Drach in Wien

Den Wurschtl kann keiner erschlagen

Albert Drach, 1902 in Wien geboren, 1995 in Mödling gestorben, hatte wegen seiner jüdischen Herkunft vor allem im französischen Exil während der deutschen Besetzung ein riskantes Leben, schrieb Romane, Erzählungen, Dramen, Essays und Gedichte. Jetzt hat das Wiener Theater Nestroyhof/Hamakom einen Drach-Schwerpunkt aufs Programm gesetzt. Elvira M. Gross hat sein „Kasperlspiel vom Meister Siebentot“ gesehen.

Calderóns Stück aus dem 17. Jahrhundert in Mainz

Ein Traum, im Theater gespielt

„Das Leben ein Traum“ - Der Regisseur K. D. Schmidt hat sich dieser Einsicht gestellt. Am Staatstheater Mainz inszeniert er Calderóns gleichnamiges Stück aus dem Jahr 1635. Schmidt ist es gelungen, eine platte Aktualisierung und eine historistische Darstellung zu vermeiden, meint Martin Lüdke.

Die Perser von Aischylos in Frankfurt

Vier Stunden zu Fuß unterwegs

Ulrich Rasche hat am Schauspiel Frankfurt „Die Perser“ inszeniert. Die Tragödie des griechischen Dichters Aischylos gilt als das älteste Drama der Welt. Die Begeisterung über die knapp vierstündige Aufführung war mächtig, die Erschöpfung trotz hoher Lautstärke deutlich, berichtet Martin Lüdke.

Theater: Die Nashörner in Esslingen

Ionescos »Nashörner« trampeln durch Esslingen

Was als Komödie beginnt, wandelt sich zu einer Schreckensvision: „Die Nashörner“, Eugène Ionescos Parabel über Konformismus, Opportunismus und Massenhysterie, wurde 1959 uraufgeführt. Nun eröffnet der Dreiakter die neue Spielzeit an der Württembergischen Landesbühne Esslingen. Thomas Rothschild hat einen großen Theaterabend erlebt.

Gespräch mit Marion Tiedtke

Unterschiedliche Stile kommen zusammen

Die zweite Saison der Intendanz von Anselm Weber am Frankfurter Schauspiel hat gerade begonnen. Marion Tiedtke ist seit 2017 Chefdramaturgin am Schauspiel und leitet das Haus zugleich als Co-Intendantin mit. Zuvor hat sie an der Hochschule für Darstellende Kunst in Frankfurt gelehrt. Zur Zeit ruht diese Funktion. Vor dem Hintergrund der zurückliegenden Spielzeit und am Beginn der neuen Saison spricht Andrea Pollmeier mit Marion Tiedke über die Ziele, die sie am Frankfurter Theater realisieren möchte.

Neue Spielzeit in Frankfurt

Wohin die Reise geht

Mit Eugene O’Neills Stück „Der haarige Affe“, übersetzt und bearbeitet von Clemens Meyer, und Ewald Palmetshofers „Räuber. Schuldenreich“ startet das Schauspiel Frankfurt in die Spielzeit 2018/19. Beide Stücke kommentieren laut und deutlich die gegenwärtige politische Situation. Die zweite Spielzeit unter dem Intendanten Anselm Weber fängt gut an, findet Martin Lüdke.

Der Theatermacher in Dortmund

Geschichte einer Empörung

Kay Voges hat am Schauspiel Dortmund Thomas Bernhards Stück „Der Theatermacher“ als Punk-Operette, Travestie, Splatter-Movie, Nummernrevue und Selbst-Zitat des Produktionsteams inszeniert. Walter H. Krämer spürt der Motivation des Dortmunder Regisseurs und Schauspieldirektors nach, das Stück auf die Bühne zu bringen.

Karin Bergmann am Wiener Burgtheater

Ein kleiner Sieg der Chancengleichheit

Seit 2014 leitet Karin Bergmann das Wiener Burgtheater. Der Tochter eines Bergarbeiters und einer gelernten Schneiderin aus dem Ruhrgebiet war eine Theaterdirektion nicht in die Wiege gelegt. Thomas Rothschild würdigt Bergmanns Werdegang und ihre erfolgreiche Arbeit.

Schillers »Maria Stuart« in Mainz

Machtspiele am Königshof

Friedrich Schillers Drama um Maria Stuart, Königin von Schottland, wurde 1800 in Weimar uraufgeführt. Es erzählt vom Duell zweier Frauen im Kampf um Männer und Macht. Das betagte Trauerspiel erlebte nun am Staatstheater Mainz eine grandiose Wiedergeburt. Martin Lüdke sah die Premiere.

Kleists Penthesilea in Salzburg

Love is not a game, but I’m winning

Johan Simons hat Kleists „Penthesilea“ in Salzburg als archaisch-modernes Beziehungsdrama inszeniert. Sandra Hüller spielt Penthesilea, während Jens Harzer die Rolle des Achilles übernommen hat. Trotz mancher Einwände ist es eine außerordentliche und fesselnde Produktion, meint Elvira M. Gross.

„Stimmen einer Stadt“

Ein vielstimmiger Chor

Das Schauspiel Frankfurt startete unlängst das auf drei Spielzeiten angelegte Projekt „Stimmen einer Stadt“. Jeweils drei Autoren bekommen den Auftrag, nach ausführlichen Gesprächen mit einem Einwohner Frankfurts ein Monodrama für je einen Schauspieler zu schreiben. Walter H. Krämer blickt auf den ersten Teil des Projekts zurück.

Endstation Sehnsucht am Berliner Ensemble

Zauber statt Realismus

Wie bei der Fahrt zur Endhaltestelle einer Straßenbahn, die „Desire“ heißt und dem Dramatiker Tennessee Williams zum Titel einer der erfolgreichsten Stücke der Nachkriegszeit verhalf, sind die dramaturgischen Gleise in „Endstation Sehnsucht“ gelegt, wenn das Spiel beginnt. Über die aktuelle Inszenierung des über 70-jährigen Dramas am Berliner Ensemble berichtet Walter H. Krämer.

Theaterabend in Zürich

Die Crew gibt keine Antwort

Erlösung ist ein religiöser Begriff. „Es ist offensichtlich unerträglich, unser Dasein.“, schreibt der Schweizer Komponist, Kulturwissenschaftler, Philosoph und Soziologe Patrick Frank. Deshalb realisierte er das Projekt „Und was erlöst uns heute?“ in der Gessnerallee Zürich. Rumora Mottenfrass schildert ihre Eindrücke.

Rückkehr nach Reims an der Schaubühne Berlin

Echte und synthetische Menschen

Thomas Ostermeier machte mit dem Stück Furore: „Rückkehr nach Reims“ ist die massiv reduzierte Bühnenbearbeitung des gleichnamigen Buchs von Didier Eribon. Thomas Rothschild hat die erfolgreiche Inszenierung an der Berliner Schaubühne gesehen, ebenso Susanne Kennedys „Selbstmord-Schwestern“ an der Volksbühne.

Theaterkollektiv RAUM+ZEIT

Die Suche nach Nähe

Im Jahr 2009 konnte man der wohl berühmtesten deutschen Prostituierten, Rosemarie Nitribitt, in ihrer Wohnung begegnen. Sie, die seit 1957 tot ist, wurde von Regisseur Bernhard Mikeska und den Dramaturgen Alexandra Althoff und Lothar Kittstein in einer szenischen Installation in Frankfurt am Main heraufbeschworen: Walter H. Krämer stellt das Kollektiv RAUM+ZEIT vor.

Theater- und Operninszenierungen in Wien

Politik und Psychologie im Wiener Theater

Am Wiener Burgtheater setzt Andrea Breth auf präzise Arbeit mit den Schauspielern, das Theater in der Josefstadt zeigt das politische Stück „In der Löwengrube“. Am Volkstheater gibt man Peter Shaffers „Komödie im Dunkeln“. Benjamin Brittens Oper „A Midsummer Night's Dream“ überzeugt derweil am Theater an der Wien, berichtet Thomas Rothschild.

Unterleuten von Juli Zeh

Solche Dramen braucht das Land

In ihrem 2016 erschienenen Roman „Unterleuten“ zeichnet Juli Zeh ein Gesellschaftsporträt und erzählt vom Rückbau eines Dorfes in Brandenburg. Das Potsdamer Hans Otto Theater zeigt den Bestseller nun in eigener Bearbeitung. Walter H. Krämer hat die gelungene Inszenierung gesehen.

Theater in Wien

Dimensionen des Vergessens

In seinem Stück „Rosa oder Die barmherzige Erde“ verknüpft der Regisseur Luk Perceval eine zeitgenössische Geschichte über Demenz mit William Shakespeares Liebesdrama „Romeo und Julia“. Elvira M. Gross hat die Aufführung im Wiener Akademietheater gesehen und erlebte eine Sternstunde des Schauspielers Tobias Moretti.

Kafkas Amerika am Theater Willy Praml

Finsternis des modernen Lebens

Franz Kafkas postum veröffentlichtes Romanfragment „Amerika oder Der Verschollene“ erzählt von Ankunft und Abstieg des 16-jährigen Pragers Karl Rossmann im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das Frankfurter Theater Willy Praml adaptiert „Amerika“ zu einem vierstündigen Parcours. Walter H. Krämer hat die facettenreiche Inszenierung besucht.

Verstehen Sie den Dschihadismus in acht Schritten

Reiner Guckkasten

„Verstehen Sie den Dschihadismus in acht Schritten / Zucken“ heißt ein Stück von Sasha Marianna Salzmann, das Jana Vetten am Wiener Theater Nestroyhof / Hamakom inszeniert hat. Es erzählt von unterschiedlichen Arten der Radikalisierung. Das Stück wirkt wie eine Collage bloßer Versatzstücke und bleibt bis zum Schluss abstrakt, meint Elvira M. Gross.

Theater und Kabarett in Berlin

»Mensch! Das klingt… stolz!«

Menschen auf der Suche nach ihrem besseren Ich: Daniela Löffner inszeniert Maxim Gorkis „Sommergäste“ am Deutschen Theater Berlin, das Kabarett „Distel“ zeigt das Programm „Wenn Deutsche über Grenzen gehen“ von Michael Frowin und Philipp Schaller. Thomas Rothschild hat beide Aufführungen besucht.

Autorenprogramm am Berliner Ensemble

Neue Dramen braucht das Land

Oliver Reese, seit der Spielzeit 2017/18 Intendant des Berliner Ensemble, möchte die zeitgenössische Dramatik in der Tradition Bertolt Brechts und Heiner Müllers fördern. Unter Mithilfe von Moritz Rinke hat er ein Programm für Gegenwartsautoren aufgelegt, das zur Entstehung neuer Stücke beitragen soll. Walter H. Krämer stellt das Autoren-Programm des BE vor.

Theater und Tanz

Stuttgarter Premieren

Claus Peymann kehrt mit „König Lear“ an den Ort seiner größten Erfolge zurück, Eric Gauthier lässt Nadav Zelner sein erstes abendfüllendes Ballett choreographieren, während Schorsch Kamerun den „Sommernachtstraum“ mit Kybernetik verbindet. Thomas Rothschild hat drei bemerkenswerte Premieren in Stuttgart besucht.

Die Orestie in Wien

Durch Leiden lernen?

„Die Orestie“ ist eine der wenigen erhaltenen Tragödien des produktiven und schon zu Lebzeiten sehr erfolgreichen Dramatikers Aischylos. Antu Romero Nunes hat die antike Tragödie am Wiener Burgtheater inszeniert. Es gelingt ihm, archaische Bilder auf drastische Weise vorzuführen und gleichzeitig zu brechen, meint Elvira M. Gross.

LAUDATIO AUF ARIANE MNOUCHKINE

Das muss man sich vorstellen

Ariane Mnouchkine und das Théâtre du Soleil sind den aufmerksamen Zeitgenossen ein Begriff. Aber wüssten sie die Besonderheit dieses innovativen Theaterkollektivs zu erklären? Rembert Hüser hat in seiner Laudatio bei der Verleihung des Goethepreises der Stadt Frankfurt am Main an die Compagnie Proben seiner Erkenntnisse preisgegeben.

Aktuelle Inszenierungen in Wien

Tanz nach rechts

Peter Turrinis geradlinige Absage an Chauvinismus und Fremdenhass am Theater in der Josefstadt, Georg Schmiedleitners Nestroy-Revision am Burgtheater und Christof Loys ideal besetzte Inszenierung der Oper „Maria Stuarda“ im Theater an der Wien: Thomas Rothschild hat sich im Bühnenleben der österreichischen Hauptstadt umgesehen.

Elfriede Jelineks „Am Königsweg"

Wie war das mit den Hund?

Elfriede Jelineks Stück „Am Königsweg“, das am Schauspiel Frankfurt Premiere hatte, handelt von Donald Trump. Es wird klar: Frau Jelinek hat etwas gegen den US-Präsidenten. Ansonsten passiert nicht viel. Miloš Loli?s Inszenierung ist erstaunlich unterhaltsam, meint Martin Lüdke.

Bonnopoly am Theater Bonn

Der Ausverkauf der Stadt

Das Stück „Bonnopoly“ bringt den Skandal um den Bau des Bonner World Conference Center (WCCB) auf die Bühne. Es prangert die Sparpolitik der Städte an, die sich mehr für die „schwarze Null“ interessieren als für die Lebensqualität der Bewohner. Walter H. Krämer hat sich die Inszenierung angesehen.

Die Kirche bleibt im Dorf

Volkstheater auf Schwäbisch

Im Fernsehen hat sich Ulrike Grotes Film „Die Kirche bleibt im Dorf“ zu einer 24-teiligen Serie erweitert. Nun reisen die Protagonisten mit der Württembergischen Landesbühne Esslingen in die schwäbische Provinz, wo ihre Geschichte spielt. Thomas Rothschild hat sich die Uraufführung angesehen und empfiehlt, nicht nach einem tieferen Sinn zu suchen.

Alle meine Söhne in Frankfurt

Arme Würstchen im leeren Raum

Der neue Intendant Anselm Weber hat aus Bochum fast das halbe Ensemble nach Frankfurt mitgebracht, dazu Teile seines Stabs und einige fertige Inszenierungen. Auch die jüngste Premiere von Arthur Millers Klassiker „Alle meine Söhne“ ist eine Übernahme aus Bochum. Der Ansatz der Inszenierung, die Handlung zu enthistorisieren, ist problematisch, meint Martin Lüdke.

URAUFFÜHRUNG IN FRANKFURT

Eine Truppe kommt in Fahrt

„Das Ministerium der verlorenen Züge“ des ungarischen Regisseurs Viktor Bodó handelt von einer Eisenbahnreise von Moskau nach Peking. Das Stück wurde im Bockenheimer Depot des Frankfurter Schauspiels uraufgeführt. Die Reise in die Phantasie, die das Programmheft verspricht, bleibt in der (banalen) Realität stecken. Sie lohnt sich trotzdem, meint Martin Lüdke.

Das siebte Kreuz in Frankfurt

Entkernt und frisch aufgekocht

Anselm Weber inszeniert am Schauspiel Frankfurt das Hochamt des antifaschistischen Widerstands, die Theaterfassung von Anna Seghers einst berühmtem Roman „Das siebte Kreuz“. Und er macht daraus, mit einigem Erfolg – eine Fluchtgeschichte. Der Beifall war nicht stürmisch, aber doch kräftig. So darf man von einem zwar klassisch abgefederten, nicht eben tollkühnen, aber doch gelungenen Neustart sprechen, meint Martin Lüdke.

Rose Bernd in Frankfurt

Das Leben ist kein Kinderspiel

Anselm Weber, neuer Intendant des Frankfurter Schauspiels, brachte einiges aus Bochum mit: Schauspieler, Regisseure, Inszenierungen. Mit Shakespeare, Büchner und Hauptmann hat er ein klassisches Programm mit sensiblen Eingriffen in die Gegenwart vorgelegt. Nun hatte Gerhart Hauptmanns „Rose Bernd“ in Frankfurt Premiere – eine atemberaubende Inszenierung, meint Martin Lüdke.

SAISONSTART IN STUTTGART

Bloß keine Klassik

Die neue Spielzeit eröffnet das Schauspiel Stuttgart mit Stephan Kimmigs „Faust I“. Am Stuttgarter Ballett präsentiert Reid Anderson den Abend „Cranko pur“ – eine Reminiszenz an den Choreografen John Cranko. In einer Nebenspielstätte des Schauspiels ist zudem eine Bühnenfassung von Ágota Kristófs Roman „Das große Heft“ zu sehen, berichtet Thomas Rothschild.

Oliver Reeses Abschied

Aus und vorbei

Intendant Oliver Reese hat das Frankfurter Schauspiel in Richtung Berlin verlassen. Er wurde mit einem rauschenden Theaterfest verabschiedet. Reeses Nachfolger Anselm Weber könnte zum Konkursverwalter werden, meint Martin Lüdke im Hinblick auf die Diskussion um einen möglichen Neubau des Schauspielhauses.

Theater: „Luther!“ in Esslingen

Allein gegen die Macht

Die Württembergische Landesbühne Esslingen hat sich entschieden, anlässlich des 500. Jahrestags seit dem Anschlag der berühmten Thesen einen Auftrag für ein Luther-Stück zu vergeben. Verglichen mit Dieter Fortes großem Wurf von 1970 wirkt Jörg Ehnis „Luther!“ in der Regie von Marcel Keller naiv, meint Thomas Rothschild.

Bungalows „Meister und Margarita" in Mainz

In Moskau ist der Teufel los

Von 1928 bis zu seinem Tod, 1940, schrieb Michail Bulgakow an seinem Opus magnum „Der Meister und Margarita“. Erst Ende der sechziger Jahre konnte der Roman erscheinen. In der neuen deutschen Übersetzung von Alexander Nitzberg diente er als Vorlage für die jetzt in Mainz gespielte Inszenierung von Jan-Christoph Gockel. Martin Lüdke hat einen vor allem unterhaltsamen Theaterabend erlebt.

Theater der Welt in Hamburg, Teil 3

Kunst kann keine Wunder vollbringen

Das Hamburger Festival „Theater der Welt“ neigt sich dem Ende zu. Thomas Rothschild sah dort eine szenische Adaption von Haydns „Schöpfung“, eine dilettantische Aufführung des niederländische Kollektivs Wunderbaum sowie mit „Sanctuary“ und „Burning Doors“ zwei erschütternde, politische Inszenierungen.

Zum Tod von Tankred Dorst

Einer, der immer fragte

Tankred Dorst begann mit zeitkritischen Stücken für Marionettentheater. Seit 1960 aber schrieb er für Schauspieler. Er gehörte zu den meistgespielten Theaterautoren. Unter den unzähligen Dramen, die er seit 1971 zusammen mit seiner Frau Ursula Ehler verfasste, ist das bekannteste „Merlin oder das wüste Land“. Am 1. Juni 2017 starb Tankred Dorst im Alter von 91 Jahren in Berlin. Ernst August Klötzke erinnert an den großen Dramatiker.

Theater der Welt in Hamburg, Teil 2

Hyperrealismus und Revue

Thomas Rothschild berichtet vom Hamburger Festival „Theater der Welt“. Er wohnte dort unter anderem einer arabischen Interpretation des mittelalterlichen Rolandslieds bei, sah eine revueartige Inszenierung von Jules Vernes „In 80 Tagen um die Welt“ und erlebte den Hyperrealismus des Konversationsstücks „The Gabriels“.

Theater der Welt in Hamburg, Teil 1

Hamburg und die Welt

Zum ersten Mal seit 1989 findet das Festival „Theater der Welt“ wieder in Hamburg statt. Thomas Rothschild hat dort die ersten Inszenierungen besucht, unter anderem „Die Weber“ nach Gerhart Hauptmann. Er berichtet außerdem von der Premiere des Stücks „Valentin“ von Herbert Fritsch am Deutschen Schauspielhaus.

Schwarze Jungfrauen in Trier

Abendkleid statt Schleier

Der Theatertext „Schwarze Jungfrauen“ von Günter Senkel und Feridun Zaimoglu beruht auf Interviews mit radikalisierten Muslimas. Der Frankfurter Regisseur Jakub Gawlik hat den Text nun am Theater Trier inszeniert. Gawliks große Leistung besteht darin, Sympathie für die Figuren zu erzeugen und die Angst vor ihnen abzubauen, meint Andreas Engelmann.

Premierenkritik

Drei Tage auf dem Land in Frankfurt

Die Vorlage stammt von dem russischen Schriftsteller Iwan Turgenjew (1818 – 1883). Patrick Marber hat Turgenjews Stück „Ein Monat auf dem Lande“, das in den 1840er Jahren spielt, entstaubt, deutlich gestrafft und frisch aufgeputzt: „Drei Tage auf dem Land“. Der Regisseur Andreas Kriegenburg hat jetzt die Übersetzung dieser Bearbeitung am Schauspiel Frankfurt – erfolgreich – auf die Bühne gebracht. Eine Premierenkritik von Martin Lüdke.

Samuel Becketts: Glückliche Tage

Ganz großes Theater

Samuel Becketts „Glückliche Tage“ sind ganz großes Theater. Nun hat Armin Petras das Stück am Schauspiel Stuttgart inszeniert. Bei der Premiere durfte er sich den durch kein einziges Buh getrübten Applaus mit den Schauspielern teilen, ohne sich verleugnen zu müssen, berichtet Thomas Rothschild.

»Eine Familie« in Frankfurt

Schaustück für Schauspieler

„Eine Familie“ von Tracy Letts: Oliver Reese hat mit dieser, seiner letzten Inszenierung in Frankfurt eine Visitenkarte hinterlassen (wollen), auf der sich ablesen lässt, was gutes Theater mit besten Schauspielern heute noch sein kann, und, mit zarter Schrift und klein geschrieben: was nicht. Es war eine perfekte Aufführung, berichtet Martin Lüdke.

Marthaler und Thalheimer in Berlin

Sprache, Bilder und die UNESCO

An der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz hat Christoph Marthaler einen Abend eingerichtet unter einem Titel, der Botho Strauß verballhornt: „Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter“. An der Schaubühne wurde Arthur Schnitzlers „Professor Bernhardi“ vom Premierenpublikum euphorisch bejubelt. Thomas Rothschild berichtet aus dem Berliner Theaterleben.

Vater in Stuttgart

Genau wie der demente Onkel

In seinem Stück „Vater“ widmet sich der französische Boulevardautor Florian Zeller der Altersdemenz. Verglichen mit anderen Dramen über das Altern wirkt Zellers „Vater“ platt und unbeleckt von dramaturgischem Raffinement. Das Stuttgarter Publikum spendete dennoch großherzig Applaus, berichtet Thomas Rothschild.

Lolita in Stuttgart

Lolita – eine Versuchung

Es ist ein Wagnis, Vladimir Nabokovs „Lolita“ für die Bühne zu bearbeiten. Christopher Rüping legt seiner Inszenierung am Schauspiel Stuttgart nicht den Roman zugrunde, sondern ein von Nabokov selbst verfasstes Drehbuch. Da kommen zusätzliche Probleme hinzu. „Lolita“ ist trotzalledem eine lohnenswerte Inszenierung, meint Thomas Rothschild.

Prinz von Homburg in Frankfurt

In den märkischen Sand gesetzt?

Ein großer, leerer Platz. Dunkler Hintergrund. Der Prinz von Homburg, von einem preußischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt, hängt in der Luft, zwischen Himmel und Erde schwankend. Michaels Thalheimers Frankfurter Inszenierung von Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“ zeigt zwar überzeugende Ansätze, kann aber im Ganzen nicht überzeugen, meint Martin Lüdke.

Theater in Wien und Graz

Österreichische Impressionen

Wien hat, allen Unkenrufen und allen berechtigten Klagen zum Trotz, eine reiche und vielfältige Theaterlandschaft. Neben den Traditionshäusern des Sprech- und Musiktheaters gibt es jede Menge mittlere und kleine Bühnen, Kabaretts und neuerdings Spielstätten für freie Gruppen. Thomas Rothschild ist nach Wien und Graz gereist und berichtet vom dortigen Bühnengeschehen.

Safe Places in Frankfurt

»Wir schaffen das!« – Nicht?

Der Regisseur Falk Richter und die Choreographin Anouk van Dijk haben für ihr Projekt „Safe Places“ vier Sprecher und eine Gruppe von sieben Tänzern aus aller Welt auf die Bühne des Frankfurter Schauspiels geholt. Unser kulinarisches Theater wird so wieder politisch, meint Martin Lüdke.

Harold und Maude in Stuttgart

Ein Lob der Anarchie

Die Komödie „Harold und Maude“ handelt von der Liebe zwischen dem 18-jährigen Harold, dem es Vergnügen bereitet, seine Umgebung mit makabren Späßchen zu erschrecken, und der 80-jährigen Maude. Manfred Langner hat die Komödie in Stuttgart auf die Bühne gebracht. Sehenswert ist die Inszenierung wegen Anita Kupsch, einer idealen Besetzung für Maude, meint Thomas Rothschild.

THEATER: Die Nervensäge

Ein Heidenspaß

Ein Auftragskiller bereitet sich darauf vor, von einem Hotelzimmer aus sein Geschäft zu erledigen. Da kommt ihm die „Nervensäge“ in die Quere. Sie hat ihr eigenes Problem, sie will Selbstmord begehen. Wie die beiden mit einander zurecht oder vielmehr nicht zurecht kommen – davon erzählt Francis Vebers Komödie „Nervensäge“, die nun am Stuttgarter Studio Theater Premiere hatte.

Theater: »Oshi-Deutsch« in Osnabrück

Zwischen Deutschland und Namibia

Im Rahmen des Osnabrücker „Africa is rising“-Festivals hatte ein Stück über afrikanische Flüchtlingskinder in der DDR Uraufführung. Eine große Bühne bietet „Oshi-Deutsch“ dabei namibischen Teenagern, die an der Seite von Profischauspieler/innen agieren. Das gelingt – trotz einiger wohlfeiler Passagen – sehenswert, meint Bruno Laberthier.

Struwwelpeter in Frankfurt

Und die Mutter blicket stumm auf dem ganzen Tisch herum

Rainald Grebe, Liedermacher, Schauspieler, Kabarettist, Autor und Regisseur, hat Heinrich Hoffmanns Kinderbuch-Klassiker „Struwwelpeter“ in Frankfurt auf die Bühne gebracht. Die Premierenbesucher hatten sich amüsiert und wussten nur nicht so recht, auf welchem Niveau, berichtet Martin Lüdke.

Schweizer Theatertreffen 2016

Das Theater sucht sein Publikum

Zum dritten Mal fand, diesmal in Genf, das Schweizer Theatertreffen statt. Die Vorstellungen in fünf verschiedenen Häusern waren halbleer, Festivaleuphorie wollte nicht aufkommen. Als Höhepunkt des kleinen Theatertreffens erwies sich Ewald Palmetshofers Neufassung von Christopher Marlowes „Edward II“, berichtet Thomas Rothschild.

Theater: »Macbeth« in Mainz

Sondermüll im Staatstheater, entsorgt

Nach der Walpurgisnacht setzt sich das Hexentreiben fort. Vielleicht stützt sich die Mainzer „Macbeth"-Inszenierung schon deshalb auf grundlosen Boden. Aber hat William Shakespeare sein mörderisches Stück für die Situation im Jahre 2016 geschrieben? Martin Lüdke war bei der Premiere dabei und hat sich echt gewundert.

Theater: »Der Sturm« in Frankfurt

Sind wir vom gleichen Stoff wie unsere Träume?

Andreas Kriegenburg hat Shakespeares letztes Stück am Schauspiel Frankfurt inszeniert. Die Komödie „Der Sturm“ ist auch eines der kühnsten Stücke Shakespeares. In Frankfurt hat Kriegenburg die Bühne buchstäblich unter Wasser gesetzt. Die Inszenierung ist sehenswert, meint Martin Lüdke.

Zarzuela in Madrid

Schlicht und volkstümlich

In Spanien erfreut sich die Zarzuela, eine der Operette vergleichbare Variante des Musiktheaters, das mit gesprochenen Passagen durchsetzt ist, großer Beliebtheit. In Madrid wird die Zarzuela in einem prunkvollen Logentheater mitten in der Stadt gepflegt. Außerhalb Spaniens ist sie aber so gut wie unbekannt. Thomas Rothschild hat eine Zarzuela-Aufführung besucht.

THEATERGESCHICHTE

»Luzi, isch liebe disch unwahrscheinlisch!«

Hausbesetzungen, blutige Straßenschlachten, Proteste, Flugblätter, Demonstrationen; Wasserwerfer. Der Musiker, Komponist, Hörspielautor, Regisseur und Professor für Angewandte Theaterwissenschaft, Heiner Goebbels, erinnert sich im Vorwort zum Buch „Das TAT. Das legendäre Frankfurter Theaterlabor“, wie er damals aus dem Aufruhr in ein unvergessliches Bühnenerlebnis geriet.

I'm searching for I.N.R.I in Stuttgart

Katerstimmung

Jossi Wieler hat am Schauspiel Stuttgart ein Stück des Kollegen Fritz Kater inszeniert. „I'm searching for I.N.R.I“ spielt in der Zeit von 1941 bis 1989. Im Mittelpunkt stehen zwei Menschen, die einander fremder nicht sein könnten und sich doch lieben. Wielers Regie kann man am ehesten als minimalistisch kennzeichnen, meint Thomas Rothschild.

Fernweh in Stuttgart

Die Enten auf der Autobahn

Das Stuttgarter Kleintheater tri-bühne hat den Nachwuchs eines renommierten ungarischen Theaters eingeladen, unter dem Titel „Fernweh“ eine Revue in losem Zusammenhang mit Märchen der Brüder Grimm zu schreiben und zu inszenieren. Thomas Rothschild erinnert daran, dass noch immer das Leben die schönsten Märchen schreibt.

THEATER UND BALLETT

Die Sprache der Körper

Am Zürcher Opernhaus inszeniert Herbert Fritsch Henry Purcells „King Arthur“. Fritsch konzentriert sich auf die gesprochenen Teile mehr als auf die gesungenen. Für die jüngsten Stuttgarter Kammerballette ist auf der Bühne die Körpersprache zumindest ebenso bedeutsam wie das Wort. Thomas Rothschild berichtet aus Zürich und Stuttgart.

Handke, Bernhard und Grieg in Wien

Die Macht der Kunst

Die beiden Kontrahenten der österreichischen Gegenwartsliteratur, Peter Handke und Thomas Bernhard, stießen unmittelbar aufeinander. Die Premieren von Handkes neuestem Stück in einer Inszenierung von Claus Peymann und Oliver Reeses Dramatisierung von Bernhards „Auslöschung“ fanden im Abstand von einem Tag statt. Thomas Rothschild berichtet aus Wien.

Der Revisor in Frankfurt

Ins Leere gelaufen

1836 wurde Nikolai Gogols Komödie „Der Revisor“ in fünf Akten in St. Petersburg uraufgeführt. Nun wurde Gogols Prunkstück von Sebastian Hartmann am Schauspiel Frankfurt kleingehackt. Martin Lüdke berichtet von seinem Leiden an einer unausgegorenen Aufführung.

Hexenjagd in Zürich

Kein Anlass zur Heiterkeit

Arthur Millers Drama „Hexenjagd“ von 1953 basiert auf einem realen Vorfall aus dem 17. Jahrhundert, zielt aber auf den McCarthyismus, zu dessen Opfern Miller gehörte. Am Schauspielhaus Zürich verlässt sich Jan Bosse ganz auf Arthur Millers Text. Er will nicht klüger sein als der Autor, und er nimmt ihn im wörtlichen Sinne ernst, berichtet Thomas Rothschild.

Zwei Gastspiele in Stuttgart

Zwei Gastspiele

Armin Petras, der Intendant des Stuttgarter Schauspiels, bringt immer wieder hochkarätige Gastspiele in sein Haus. Mit „tauberbach“ zeigt das Ensemble von Alain Platel ein unorthodoxes Tanzstück. Thorsten Lensings Theater T1 spielt Tschechows „Kirschgarten“. So viele hervorragende Darsteller sieht man selten zusammen auf der Bühne, meint Thomas Rothschild.

Die Nashörner in Mainz

Von der Avantgarde zum Boulevard

Eugène Ionescos Theaterstück „Die Nashörner“ entstand Ende der fünfziger Jahre, als das absurde Theater an seine Grenzen gestoßen war. In seiner Mainzer Inszenierung geht Frank Hoffmann nun konsequent vor: Statt Avantgarde-Theater liefert er Boulevard. Hoffmann setzt auf Unterhaltung statt auf Provokation, meint Martin Lüdke.

Theater in München

Tanzen in Kafkas »Bau«

In München inszeniert Jakub Gawlik Franz Kafkas Erzählung „Der Bau“ mit Valéry Tscheplanowa. Die Premiere fand am 4. November 2015 im Marstall des Residenztheaters statt. In einer minuziösen Konzentration auf den Text trifft Gawlik das Stück und den Spielort erstaunlich präzise, meint Andreas Engelmann.

Inszenierungen in Wien

Wiener Spitzen

Die Kammeroper zeigt eine „Antigone“ des italienischen Komponisten Tommaso Traetta. Hermann Bahrs selten aufgeführtes „Konzert“ läuft am Burgtheater, Werner Schwabs umso beliebtere „Präsidentinnen“ am Akademietheater. In der Josefstadt ist Georges Feydeaus „Gockel“ zu sehen. Thomas Rothschild berichtet über aktuelle Inszenierungen in Wien.

Penthesilea in Frankfurt

Wen die Liebe fällt

Die Uraufführung von Kleists „Penthesilea“ fand erst 1876 in Berlin statt. Das Echo der zeitgenössischen Kritik war verheerend. Michael Thalheimer konzentriert sich bei seiner Frankfurter „Penthesilea“-Inszenierung allein auf den Text. Sie wird zu einem Theaterhöhepunkt des Jahres, meint Martin Lüdke.

Nathan der Weise in Mainz

Die Umarmung bleibt aus

Lessings Prunkstück der deutschen Aufklärung, „Nathan der Weise“, wurde in letzter Zeit selten gespielt. Nun zeigt das Staatstheater Mainz die berühmte Ringparabel. Die Mainzer Inszenierung von „Nathan der Weise“ demonstriert, wie man Klassiker entstauben und Kunstfiguren lebendig machen kann, meint Martin Lüdke.

Theater

Kästners Triumph

Gerade feiern Erich Kästners Helden, Emil, das doppelte Lottchen, Pünktchen und Anton auf den Bühnen wieder Auferstehung. So auch in Stuttgart. Die Schauspieler der dortigen Inszenierung von „Pünktchen und Anton“ sind mit außergewöhnlicher Freude bei der Sache, meint Thomas Rothschild.

»Kinder der Sonne« in Basel

Theater statt Effekt

Maxim Gorkis Stück „Kinder der Sonne“ wurde 1905 uraufgeführt. Wie in „Nachtasyl“ gibt es ein Panorama unterschiedlicher Typen, die aber diffuser, weniger konturiert erscheinen als in Gorkis bekanntestem Drama. Nora Schlocker hat nun „Kinder der Sonne“ am Theater Basel inszeniert. Ein großer Abend, meint Thomas Rothschild.

Russisches in Stuttgart und Wien

Lokomotiven und geschredderte Akten

Das jüngste Theaterwochenende in Stuttgart und Wien hatte einen russischen Schwerpunkt. Gogol, Gorkij und Platonow standen auf dem Programm. Die Inszenierungen erweisen sich in der Zusammenschau als eine Parade aktueller Möglichkeiten des Bühnenbilds, berichtet Thomas Rothschild.

THEATER IN TEMESWAR

Zwei Möwen, eine Elektra und die verblichene Pracht Temeswars

Die Festung Temeschburg befand sich, geschützt von Wassergräben, an der Stelle, wo heute das Nationaltheater Timi?oara steht. Dorthin begab sich Thomas Rothschild, um sich während des Festivals „Eurothalia” für Tschechows „Möwe“ zu begeistern und eine moderne „Elektra“ zu betrachten.

Neuerscheinung

Michael Eberths theatrale Wiedervereinigung

1990 beruft Thomas Langhoff den westdeutschen Dramaturgen Michael Eberth an das ehemalige Staatstheater der DDR. Eberth, getragen vom Erneuerungselan bundesrepublikanischer Bühnenkunst, stößt dort auf ein betagtes Konzept neuen Theaters und bestenfalls auf eine Mauer subversiven Gehorsams. In seinen Tagebüchern schreibt er alles auf. Und das könnte Ärger geben, meint Karlheinz Braun.

KULTUR IM RUHRGEBIET

Im Schauspielhaus und in der Maschinenhalle

Tamás Ascher hat in Bochum Tschechows „Kirschgarten“ inszeniert. Aschers Stärke liegt in der minutiösen psychologischen Zeichnung der Figuren. Im benachbarten Gladbeck spielten die Bochumer Symphoniker und das ChorWerk Ruhr ein musikalisch anspruchsvolles, wenngleich durch und durch bürgerliches Programm, berichtet Thomas Rothschild.

Theater

Marlene Haushofers Roman »Die Wand«

Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ ist 1963 erschienen und wurde nach dem frühen Tod der Autorin von feministischen Kritikerinnen und Leserinnen als wegweisendes Exemplar der Frauenliteratur wiederentdeckt. Beim Ludwigsburger Theatersommer spricht Renate Winkler den stark gekürzten Roman, ergänzt von sparsamen musikalischen Einspielungen und szenischen Signalen, berichtet Thomas Rothschild.

Theater in Basel

Marthalers jüngster Streich

Der Blues sei wie die Liebe, erklärte Thomas Rothschild einst: immer das Gleiche, aber man kann nicht davon lassen. Jetzt hat Rothschild „Isoldes Abendbrot“ besucht, das Christoph Marthaler, der Großmeister des dramatischen Blues, in Basel auf die Bühne brachte.

Theater in Konstanz

Widewidewitt bum bum

Walter Hasenclever und Kurt Tucholsky schrieben die Komödie „Christoph Kolumbus oder Die Entdeckung Amerikas“ im Jahr 1932, kurz vor Ende der Weimarer Republik. Nun wurde sie am Theater Konstanz wiederentdeckt. Der ganz große Wurf ist dieses Stück nicht, meint Thomas Rothschild.

Kasimir und Karoline in Zürich

Die Menschen wären gar nicht schlecht

Barbara Weber hatte am Schauspielhaus Zürich nicht den Ehrgeiz, Ödön von Horváths viel gespieltes Stück aus der Endzeit der Weimarer Republik neu zu erfinden. Sie nimmt den Text ernst. Die Aktualität von „Kasimir und Karoline“ liegt im Wunsch nach sozialem Aufstieg, zumal in Zeiten der drohenden Arbeitslosigkeit, meint Thomas Rothschild.

Theater

O und A

An der Berliner Volksbühne wendet sich Herbert Fritsch Konrad Bayer zu, dem legendären Dandy der Wiener Gruppe, der sich 1964 das Leben nahm. Sieben Schauspieler „spielen“ Texte Bayers, die größtenteils nicht für die Bühne gedacht waren. Der Theaterabend mit dem Titel „der die mann“ lässt den Geist der Konkreten Poesie auferstehen, meint Thomas Rothschild.

Theater

Berlin contra Stuttgart

Tracy Letts' international erfolgreiches Stück „August: Osage County“ wird derzeit auch in Deutschland gespielt. Für Ilan Ronen, den Regisseur der Berliner Aufführung, ist eine genaue Figurenzeichnung oberstes Gebot. In Stuttgart zeigt Stephan Kimmig hingegen kein Zutrauen zum Naturalismus der Vorlage, berichtet Thomas Rothschild.

ATIR Teatro Ringhiera

Blut aus der Pampelmuse

Das Stück „In meinem Alter rauche ich immer noch heimlich“ thematisiert die Situation der Frauen im heutigen Algerien. Die algerische Autorin, die unter dem Pseudonym Rayhana schreibt und in Frankreich lebt, ist nach der Pariser Aufführung dieses Stücks, das nun beim 12. Stuttgarter Europa Theater Treffen gezeigt wurde, nur knapp einem Mordanschlag entgangen, berichtet Thomas Rothschild.

Theater in Esslingen

Erstunken und erlogen

„Himmel und Hölle! – dazwischen die Leut!“ lautet der ebenso unorthodoxe wie programmatische Titel des Stücks von Franz Xaver Ott, das als „Freilichtspektakel“ in der Maille, der Parkinsel zwischen zwei Neckarkanälen in Esslingen, uraufgeführt wurde. Es ist Volkstheater im besten Verständnis und ein Erfolg, findet Thomas Rothschild.

THEATER

Das selbstwertige Wort

Den Wortkaskaden, den Repetitionen, Permutationen, Variationen zuzuhören, die drei Ensemblemitglieder des Theaters und drei Studierende der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg vor einer surrealen Kulisse im Schauspiel Stuttgart vortrugen, war pures Vergnügen, meint Thomas Rothschild.

100. Geburtstag von George Tabori

Flucht in den Witz

George Tabori machte schreckliche Witze. Sie führten möglichst zu dem Punkt, wo das Groteske, das Entsetzen und die Banalität in eins fallen und man sich, wenn es schon zu spät ist, fragt, ob es erlaubt war zu lachen. Zum 100. Geburtstag des großen Theatermanns hat Wend Kässens ihn gewürdigt.

Dreigroschenoper in Stuttgart

Brecht, Weill, Baumgarten

Derzeit steht in Stuttgart eine neue Inszenierung von Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ auf dem Spielplan. Dass es trotz einiger Ungereimtheiten ein vergnüglicher Abend ist, liegt an der Spielfreude des Ensembles, dem überbordenden Bühnenbild und an der Musik von Kurt Weill, findet Thomas Rothschild.

Der Theaterweg des Regisseurs Jürgen Gosch

Auf der Suche nach einer Sprache der Liebe

Wer aus den Verkrustungen und Manierismen des Theaters herausfinden will, geht ein hohes Risiko ein, das vom Publikum nicht immer gewürdigt werden kann. Michael Eberth beschreibt am Beispiel des vor fünf Jahren gestorbenen Regisseurs Jürgen Gosch, welchen Abstürzen und Missverständnissen ausgesetzt ist, wer sich „auf der Suche nach einer Sprache der Liebe“ von nichts anderem als dem eigenen Gefühl leiten lässt.

Onlinearchiv

Nestroy für alle

Alle Freunde von Johann Nepomuk Nestroy, dem großen österreichischen Theatermann, haben nun freien Zugang zu seinen sämtlichen Werken. Thomas Rothschild zeigt, wo sie zu finden sind.

Video-Interview

15 Jahre TheaterGrueneSosse

Frankfurt hat sich zu einem bedeutenden Zentrum der Kinder- und Jugendtheaterwelt entwickelt. Teil dieser Szene ist das Junge Ensemble des TheaterGrueneSosse das seit 15 Jahren besteht. Das Jubiläum war Anlass, alle im Repertoire befindlichen Stücke in einer Festwoche aufzuführen. Faust-Kultur hat die Produktionen filmisch begleitet und mit den Künstlern gesprochen.

theater

Sätze zum MonoDrama

Karlheinz Braun hat einen Band mit Theaterstücken unter anderem von Thea Dorn, Rainer Werner Fassbinder, Barbara Honigmann, Dea Loher und F.K. Waechter herausgegeben, in denen jeweils nur eine Person das Drama gestaltet. Denn es handelt sich um Monodramen, wovon es mehr gibt, als man glauben möchte.

Das Burgtheater widmet sich der »Szene Ungarn«

Jenseits des Café Korb

Seitdem in Ungarn unter der rechtsnationalen Regierung Viktor Orbans das Parlament entmachtet, die Pressefreiheit eingeschränkt und die Juden ausgegrenzt wurden, ist dort ein Klima der Angst entstanden, dessen Folgen das Theater nicht aussparen. Thomas Rothschild besuchte ein Ungarn-Festival am Wiener Burgtheater, um mehr darüber zu erfahren.

Theater

Eins zu null für den Holländermichel

Wilhelm Hauffs Kunstmärchen „Das kalte Herz“ lässt sich durchaus als Kapitalismuskritik lesen. Damit widerlegt es die gängige Vorstellung von der weltabgewandten Romantik. Nun wurde „Das kalte Herz“ von Armin Petras am Schauspiel Stuttgart inszeniert. Bei Thomas Rothschild hat die Premiere gemischte Gefühle ausgelöst.

Theater: Wir haben Deinen Traum im Mund

Schauen Sie!

»Wir haben Deinen Traum im Mund« ist Jakub Gawliks zweites Stück, das er am Frankfurter Autoren Theater inszeniert. Durch die musikalische und selbstbewusste Sprache, die auf’s lakonisch Aufgesagte stößt, gelingt ihm in Zusammenarbeit mit Valery Tscheplanowa und Tolga Tekin eine Inszenierung, die dieses Tonspektrum tänzerisch einfangen kann. Ein besonderer Fall, wie Andreas Engelmann berichtet.

»Der Kick« von Andres Veiel

Nationalsozialistischer Untergrund

Was nützt uns unser Selbstverständnis, wenn uns andere nach ihrem Bedürfnis zu der Person machen, die ihren Absichten entspricht? In milden Varianten begegnet uns diese Zumutung fast täglich. Eine lebensgefährliche hat Andres Veiel unter dem Titel „Der Kick“ nach einer wahren Begebenheit im Willy Praml-Theater herausgebracht. Detlef zum Winkel hat das Stück gesehen.

Maxim Gorki am Schauspiel Frankfurt

Mäßiges Stück, gut inszeniert

Maxim Gorkis »Kinder der Sonne« sind in Gefangenschaft entstanden. Sein Protest gegen das brutale Vorgehen der Armee gegen Zivilisten am Petersburger Blutsonntag hatte ihn dorthin gebracht. Das Drama, das er unter diesem Eindruck schrieb, hat Martin Lüdke in Frankfurt gesehen.

Theaterkritik: Wille zur Wahrheit

Die Wahrheit, immer in der »entgegengesetzten Richtung«

Kann man die Wahrheit sprachlich fassen? Um diese Frage dreht sich Oliver Reeses Inszenierung von Thomas Bernhards Autobiografie am Schauspiel Frankfurt. Martin Lüdke über einen mächtig beeindruckenden Theater-Abend bei der Frankfurter Uraufführung.

Theater und Wirklichkeit

Das Frankfurter Experiment

Vor fünfzig Jahren wurde der Neubau des Frankfurter Schauspielhauses am heutigen Willy-Brandt-Platz eingeweiht. Aus diesem Anlass blickt der Dramaturg Michael Eberth auf die Auseinandersetzungen um das Mitbestimmungstheater zurück, die sich in einer Zeit voller gesellschaftlicher Umbrüche abspielten.

Martin Lüdke

Vom burgundischen Worms ins heutige Frankfurt

Mit einem »Deutschen Trauerspiel« von Friedrich Hebbel, »Die Nibelungen« eröffnete das Schauspiel Frankfurt die neue Saison. Ein großes Stück. Ein mutiger Start. Die junge Regisseurin Jorinde Dröse wagte sich auf Neuland vor. Sie inszenierte die alte Sage auch als (modernen) Kampf um Anerkennung. Martin Lüdke war in der Premiere.

Gespräch mit Wolfgang Deichsel

Der hessische Molière

Die Zauberformel, mit der Wolfgang Deichsel sein anspruchsvolles Volkstheater entwarf, bestand aus der Kombination von hessischer Mundart und gebundener Sprache. In einem neuen Buch finden sich Texte von Wolfgang Deichsel und Rainer Dachselt sowie ein Gespräch Karlheinz Brauns mit Deichsel über »Dialekt auf dem Theater«.

Gespräch über Theater

Geboren am Fluss, in dem Orpheus badete

Dimiter Gotscheff war eins mit seinem Beruf, seiner Berufung. Er trug das Theater, das er doch jedesmal neu schaffen wollte in sich. Verwandte Geister beschwor er im Gespräch mit Michael Eberth, Samuel Finzi und Wolfram Koch.

Theater

Theaterkritik: Tschechow, die Moewe

Theater

Eberth: Susanne Lothar

Theater

Kostüme von Anna Viebrock

MANIFEST FÜR DIE FLIEGENDE VOLKSBÜHNE

Die Gall lääft übber!

Im Schauspiel Frankfurt fand eine Sonder-Matinée zur Unterstützung der Fliegenden Volksbühne von Michael Quast statt. Für alle, die nicht dabei sein konnten, sind hier die Beiträge von Günther Rühle, Rainer Dachselt, Karlheinz Braun und Anne Bohnenkamp-Renken zu lesen.

Theater

Karlsruher Gespräche: Kinder der Revolution

Erinnerung an Thomas Langhoff

Im Labyrinth des Übergangs

Als Regisseur hat Thomas Langhoff Konfrontationen und Hierarchien vermieden. Er galt als integrierende Persönlichkeit, was ihn nicht davor bewahrte, zwischen die Fronten zu geraten. Michael Eberth erinnert an den großen Theatermann, dessen Todestag sich erstmalig jährt.

Theater

Buchkritik: Peter Zadek und seine Bühnenbildner

Erstaufführung in Wien

Jelineks Schatten

Elfriede Jelineks Theaterfassung von »Schatten (Eurydike sagt)« wurde in Wien erstaufgeführt. Thomas Rothschild war in der Premiere.

Theater

100 Jahre Simpl

Theater

Dantons Tod in Karlsruhe

Theater

Faust I

THEATERGESPRÄCH

Faust ohne Gott

Die Neuinszenierungen der beiden Faust-Teile am Schauspiel Frankfurt haben Fragen der Krise Europas und des gescheiterten Geistes ins Zentrum ihrer Interpretation gestellt. Regisseur Stefan Pucher löst zusammen mit dem Dramaturgen Michael Eberth Faust im 1. Teil radikal aus gewohnten Ordnungsmustern. Wie die Inszenierung auf die Jetztzeit verweist und Faust das Sinnbild eines »zum Selbst geschrumpften Helden« wird, beschreibt Michael Eberth im Gespräch mit Karlheinz Braun.

Yasmina Reza

Gefallsucht bricht Leidenschaft

Yasmina Reza zählt zu den weltweit meistgespielten zeitgenössischen Dramatikerinnen, ihr Stück »Der Gott des Gemetzels« wurde 2011 von Roman Polanski verfilmt. Michael Eberth beschreibt seine Sicht auf die französische Schriftstellerin, die ein Theater jenseits der Gefallsucht einfordert und Fragen nach Verblendung und Wahrheit existentiell diskutiert.

Theater

Auftrag: Lorey

Theater

»Jedermann« in Frankfurt

Theater

Theater Landungsbrücken: Sauerstoff

Theater

Ivan Nagel

Theater

Stäblein, Der Kaufmann von Venedig

Theater

Das Erbe Shylocks

Theater

Stäblein, Hamlet

Theater

Sabin, Hamlet

Theater

Peter Iden: Theater der 70er Jahre

Theater

Peter Iden: Theater der 60er Jahre

Theater

Gespräch: Iden-Braun

erstellt am 26.9.2013