Syrien/Irak: Literatur und Kultur
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Schwerpunkt Syrien – Literatur und Kultur

Austausch mit irakischen Autorinnen

»Jedes Thema ist vermint«

Am 12. Mai finden unter schwierigen politischen Bedingungen im Irak Parlamentswahlen statt. Sechs Monate zuvor kam drei irakische Autorinnen, die an einer Schreibwerkstatt der Initiative elbarlament teilgenommen hatten, Andrea Pollmeier dokumentiert das Gespräch.

Drei irakische Autorinnen

Gedichte

Schreiben kann in schwierigen Lebensphasen befreiend wirken. Gedichte, die von Suhad Issa, Zainab Aleani und Nidaa Hasan angeregt durch die Schreibwerkstätten der NGO elbarlament im Irak entstanden sind, werden in der Übersetzung von Leila Chammaa und Ilke S. Prick vorgestellt.

Syrische Literatur in der Diaspora

Schreiben in Freiheit

Das Jahr 2011 markiert in Syrien nicht nur den Beginn des zunächst friedlichen Aufstands gegen das Regime des Diktators Baschar al-Assad. Auch das literarische Schaffen nahm in dieser Zeit einen enormen Aufschwung. Die meisten Schriftsteller leben allerdings heute im Exil – viele von ihnen in Deutschland. Larissa Bender gewährt Einblicke in die Szene syrischer Diasporakünstler.

STIMMEN AUS SYRIEN

Der lange Weg der Frauen

Seit Beginn der Aufstände gegen das syrische Regime haben sich Syriens Frauen aktiv und mutig an verschiedensten Aktionen beteiligt. Die zunehmende Militarisierung der Revolution und die Entwicklung hin zu einem Krieg auf verschiedenen Ebenen hat den Frauen jedoch zusätzliche Bürden auferlegt und sie in prekäre Lebenssituationen gebracht, beschreibt die Sozialwissenschaftlerin Huda Zein.

Interview mit Sadik J. Al-Azm

Nicht-Handeln verschärft Konflikt in Syrien

Nach einer langen Phase von Diktatur, Unterdrückung und Verfall hat sich der Unmut der Bevölkerung zunächst durch zivilen Widerstand Luft gemacht. Die später einsetzende Radikalisierung der Bewegung ist durch die extrem harte Gegenreaktion des Regimes und die kurzsichtige, passive Realpolitik der westlichen Regierungen vorangetrieben worden, erklärt der international hoch angesehene Philosoph Sadik J. Al-Azm im Gespräch mit Andrea Pollmeier über die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe der Kriegssituation in Syrien.

Stimmen aus Syrien

Wohnen im „sicheren“ Viertel, in dem die Angst umgeht

„Ich wurde aller Rechte beraubt. Das einzige Recht, das mir geblieben ist, ist das Recht zu sterben“, schreibt Salma Salim. Sie lebt in der Innenstadt von Damaskus, die kaum direktem Beschuss ausgesetzt ist – ein Luxus, den nur wenige Menschen in Syrien genießen. Trotzdem ist das Leben dort das wahre Grauen.

Aktueller Bericht aus Syrien von Haitham Hussein

Revolution … Traum und Heimat

In der Syrischen Arabischen Republik, wie Syrien offiziell heißt, wurde die kurdische Identität untergraben. Kurdisch in der Öffentlichkeit zu sprechen, war zeitweise verboten. Der Schriftsteller Haitham Hussein beschreibt in seinem Essay, welche Hoffnungen er sich als Kurde zu Beginn der Revolution machte und warum er schließlich doch das Land verlassen musste.

Gespräch über Kunst von Tammam Azzam

»Verzweiflung ist die einzige Wahrheit«

Der syrische Künstler Tammam Azzam verbindet europäische Kunsttraditionen mit der Katastrophe in seinem Heimatland. Als seine ersten Bilder auf Facebook die Runde machten, begeisterte er viele mit seiner ungewöhnlichen Kunst. Martina Sabra hat ihn Anfang 2014 anlässlich einer Ausstellung in Beirut getroffen.

Interview mit Rafik Schami

»Die Zeit der Versöhnung ist vorbei«

Vor 43 Jahren musste der Schriftsteller Rafik Schami Syrien verlassen. Früh hatte er gegen die Herrschaft Hafiz al-Assads Position bezogen. Im Faust-Gespräch mit Andrea Pollmeier beschreibt er seine Erfahrungen aus der Entstehungszeit der Diktatur und erläutert innen- wie außenpolitische Hintergründe, die zur anhaltenden Grausamkeit des gegenwärtigen Bürgerkriegs beitragen.

aktueller originaltext

Sie schießen auf die Freiheit!

Obwohl die Demonstranten in der südsyrischen Provinz und gleichnamigen Stadt Suwaida für Freiheit und Würde auf die Straße gingen, obsiegte bei der Mehrheit der drusischen Bevölkerung die Angst vor der Ausbreitung eines radikalsunnitischen Islam. In seinem Essay schildert der Schriftsteller Mamdoh Azzam diese bedrückende Atmosphäre der Angst und die damit einhergehende Spaltung der Gesellschaft.

Aktueller Bericht von Yassin Al Haj Saleh

Mein Weg ins Exil

Islamistische, mit AL-Kaida verbundene Gruppierungen wie der »Islamische Staat in Irak und Syrien« (ISIS) oder die »Nusra-Front« beherrschen immer größere Gebiete im Norden Syriens. Viele Aktivisten und Intellektuelle werden von ihnen entführt, etliche getötet. Andere haben Syrien verlassen. Einer von ihnen ist der international bekannte Journalist und Publizist Yassin Al Haj Saleh. Er berichtet über seinen beschwerlichen Weg ins Exil.

Orginaltext von Khaled Khalifa

Jeder Blick ein Abschied

Viele syrische Intellektuelle haben das Land bereits verlassen. Khalid Khalifa ist einer, der geblieben ist – obwohl er als international bekannter Schriftsteller viele Möglichkeiten gehabt hätte, dem Horror zu entfliehen. Sein Rettungsanker ist das Schreiben. Aber, so fragt er sich, hat das Schreiben Sinn, wenn das Leben im Warten auf den Tod besteht?

Spendenaufruf

Hilfe für Syrien

Die Dringlichkeit der Not veranlasst uns, Sie über diese Originalbeiträge hinaus auf ausgewählte Hilfsorganisationen hinzuweisen, die in Syrien unabhängig aktiv sind.

Originaltext von Khalil Sweilih

Innere Emigration und flüchtige Begegnungen

Wird Syrien bald zu einer erinnerten Vergangenheit – wie Dinosaurier oder Fossilien? Der Autor Khalil Sweilih beschreibt die Verlorenheit, die der Zurückbleibende mitten im schwersten Fluchtstrom der Zeitgeschichte fühlt.

Aktueller Essay von Fawwaz Haddad

Ein neuer Blick auf die glücklichen Demokratien

Freiheit und Gerechtigkeit, für die die Syrer auf die Straße gingen, scheint der Westen nur sich selbst zuzubilligen, schreibt Fawwaz Haddad in seinem Bericht. Die westlichen Staaten, die die syrische Revolution anfangs mit großen Worten unterstützten, haben das Land jedoch aus Angst vor den Dschihadisten im Stich gelassen.

Aktueller Bericht von Amer Matar

Eine Leiche legt Zeugnis ab

Am 14. August 2013 explodierte in Rakka, einer Stadt im Nordosten Syriens, eine Autobombe. Seit jenem Tag wird der Aktivist und Bürgerjournalist Muhammad Nur Matar vermisst. Amer Matar, Journalist und Bruder des Vermissten, hielt sich zu jener Zeit in Rakka auf und beschreibt die bange Suche seiner Familie.

Kurzgeschichte von Dima Wannous

Samih

Der Taxifahrer Samih liebt sein bunt ausstaffiertes Taxi über alles. Um sich die langen Wartezeiten in den vielen Staus zu vertreiben, versucht er, auf jede erdenkliche Art mit seinen Fahrgästen ins Gespräch zu kommen – und dies mitunter auf recht ungewöhnliche Art und Weise.

Aktueller Essay von Dima Wannous

Der Wandel in den sozialen Beziehungen der Syrer

Die Brutalität, mit der der Krieg in Syrien geführt wird, hat die Menschen überrascht. Die in Beirut lebende syrische Schriftstellerin Dima Wannous beschreibt in ihrem Essay die Spaltung der syrischen Gesellschaft.

Orginaltext und Romanauszug

Omar Kaddour : Leben mit dem Zufall

Wie verhalten sich Menschen unter permanenter Lebensbedrohung? Wie entwickeln sich zwischenmenschliche Beziehungen in einer Kriegssituation? Wie viel Zeit für Trauer hat der Mensch, wenn das Sterben alltäglich ist und man selbst nicht sicher ist, ob man noch lebt? An diese Fragen tastet sich der in Damaskus lebende syrische Schriftsteller Omar Kaddour heran, indem er ein Leben im Ausnahmezustand beschreibt.

Originaltext von Monzer Masri

Lass mein Volk leben

Der syrische Lyriker und Maler Monzer Masri lebt bis heute in der syrischen Küstenstadt Latakia. In einem wie eine Ode erklingenden Langgedicht beschreibt er für Faust-Kultur die mit der Revolution verbundenen Hoffnungen, das durch den Krieg entstandene Leid und die Veränderungen, die sich in die Gesellschaft eingeschlichen haben.

Gespräch mit dem Autor

Fawwaz Haddad

In diesem Jahr erschien der Roman „Gottes blutiger Himmel“ des berühmten syrischen Schriftstellers Fawwaz Haddad. Larissa Bender hat den Autor in Hamburg getroffen und mit ihm über den Roman und die Situation in Syrien gesprochen.

Porträt

Der Autor Nihad Siris

Dieses Jahr erhielt der syrische Autor Nihad Siris den Coburger Rückert-Preis, denn Syrien, so die Jury in ihrer Begründung, verdiene unsere ganze Aufmerksamkeit. Susanne Schanda stellt den Schriftsteller und seinen Roman vor.

Romanauszug

Rosa Y. Hassan: Wächter der Lüfte

Gespräch mit der Autorin

Rosa Yassin Hassan

Im Interview mit Larissa Bender erzählt die syrische Schriftstellerin Rosa Yassin Hassan von ihren Erfahrungen während der Revolution und erläutert, welche Aufgabe ihrer Meinung nach Schriftstellern und Intellektuellen zukommt.

Video und Textauszug

Navid Kermani: Intensivstation

Buchkritik von Andea Pollmeier

Samar Yazbek: Schrei nach Freiheit

Bericht

Samar Yazbek antwortet Eduard Erne

Gespräch mit Eduard Erne über Samar Yazbek

Unter Lebensgefahr

Nach dem Erscheinen des Buches »Schrei nach Freiheit« von Samar Yazbek befragte der Dokumentarfilmer Eduard Erne die syrische Autorin nach den Hintergründen der Veröffentlichung und den Begleitumständen ihrer Entstehung.

erstellt am 23.9.2016