Faust-Gespräch mit Friedhelm Hengsbach

Geheimwissen bewusst gemacht

Die Sorge, Finanzmärkte könnten als »fünfte Gewalt« eine »Wächterrolle« übernehmen, ist bereits alarmierend real geworden. Der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach hat diesen Prozess aus der Perspektive des Ökonomen und Theologen analysiert und  Alternativen formuliert. mehr

200. Geburtstag – Sören Kierkegaard

Der tiefere Grund

Vor zweihundert Jahren wurde Sören Kierkegaard, der Ahnherr der Existenzphilosophen, geboren. Otto A. Böhmer hat in seinem neuen Buch »Reif für die Ewigkeit. Sören Kierkegaard und die Kunst der Selbstfindung« den scharfsinnigen Denker als einen modernen Zeitgenossen identifiziert. mehr

Briefwechsel 1936/37

Beckett in Deutschland

In seinen Werken ist die Kunstfertigkeit, aber nicht das Individuum Samuel Becketts zu finden. Wer eine Ahnung vom Reichtum seiner Persönlichkeit bekommen möchte, muss seine Tagebücher und seine Briefe lesen. Vier seiner Briefe, die er während seiner Reise aus dem nationalsozialistischen Deutschland schrieb, sind hier zu finden. mehr

Gespräch mit Nancy Hünger

Ohne Verbeugung oder Verbiegung

Die Schriftstellerin Nancy Hünger wirkt scheu, spricht entschieden und auffallend präzis. Ihre neuen Verse kommen bildlich daher und halten sich im Gedächtnis fest. Für Faust-Kultur hat sie einige ihrer Gedichte gelesen, und im Gespräch mit Bernd Leukert berührt sie die wichtigen Kriterien ihrer Arbeit. mehr

Moderne Kirchen

Arche und Zelt

Nach dem Bombenschaden hat man historische Bausubstanz gerne abgerissen und durch schrecklich moderne ersetzt. Der Architekturkritiker Dieter Bartetzko hat in seiner Bestandsaufnahme »Arche und Zelt« beschrieben, welche Kirchenneubauten nach dem Krieg in Frankfurt möglich waren, Bauten, die die Stadt bis heute schmücken. mehr

150. Geburtstag von Gabriele D’Annunzio

Der Sang der Zikaden

Seine Villa in Gardone Riviera gehört zu den Attraktionen des Gardasees. Gabriele D’Annunzio war ein italienischer Symbolist, Dramatiker, Kriegshasardeur und Frauenheld. Nach Erscheinen des zweisprachigen »Alcyone« können wir nun den Dichter D’Annunzio entdecken. Bernd Leukert empfiehlt das Werk allen, die gute Dichtung schätzen. mehr

Ausstellung in London

Ground Control to Major Bowie

David Bowie meldet sich zurück! Eine neue CD erschien gerade, und eine große Ausstellung in London feiert ihn als Meister des Gesamtkunstwerks. Für Faust-Kultur hat Isa Bickmann die Ausstellung im Londoner Victoria and Albert Museum besucht. mehr

Frankfurt liest ein Buch

Guckloch in die Welt von gestern

Vom 15. bis 28. April 2013 wird diesmal in Frankfurt Siegfried Kracauers Roman »Ginster« in über 70 Veranstaltungen gelesen. Sie werden wieder so gut besucht sein, dass eine weitere Empfehlung am Platze ist. Die ausgewählten Reportagen und Feuilletons von Siegfried Kracauer, die Detlev Claussen in die Welt von gestern blicken lassen. mehr

Eine Geschichte in Briefen

»Ginster« und anderes von Siegfried Kracauer

Schon Peter Suhrkamp hatte über die Veröffentlichung der gesammelten Essays und des Romans »Ginster« nachgedacht, dann ermunterte Adorno Suhrkamps Nachfolger Siegfried Unseld, mit Kracauer erneut Kontakt aufzunehmen und den Plan voranzutreiben. Den unveröffentlichten Briefwechsel darüber dokumentiert Faust-Kultur hier exklusiv. mehr

Zum Tod von Chinua Achebe

»Achebe hat der Welt Afrika gebracht«

Weltweit galt Chinua Achebe als »Vater der modernen afrikanischen Literatur«. Zugleich war er nicht nur der »große Lehrer«, der Afrikanern erklärt, welche Probleme ihren Kontinent heimsuchen, sondern auch der wohl bedeutendste afrikanische Autor, der der Welt erzählt, was Afrika bewegt. Peter Ripken blickt zurück auf das Gesamtwerk des verstorbenen Autors. mehr

250. Geburtstag von Jean Paul

Das Auge des Todes

Jean Paul Friedrich Richter hat sich unter dem Namen Jean Paul als unangepasster, witziger, unendlich reicher Autor bekannt gemacht und ist eine Herausforderung bis heute geblieben. Vor 250 Jahren wurde er geboren. Und Otto A. Böhmer hat ihn porträtiert. mehr

Neue deutsche Höflichkeit

Für Ihre Garderobe wird keine Haftung übernommen. Vielen Dank. (Oskar’s)

Bei Zahlung mit Kreditkarte möchte der Verzehr mindestens 15 € betragen. (Raststätte in Sachsen-Anhalt)

Diebstahl lohnt sich leider nicht. Wir bitten um Verständnis. (HL Lokalbahnhof)

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Faust-Gespräch mit Michail Schischkin

Schreiben war meine Arche Noah

Michail Schischkin zählt zu den wichtigsten russischen Autoren der Gegenwart. Sein Roman »Briefsteller« über die Liebe, das Sterben und die Aufhebung der Zeit zeigt einen politisch feinsinnigen Autor, dem das artistische Spiel mit Sprache zur zweiten Natur geworden ist. Schischkin lebt zur Zeit als DAAD-Stipendiat in Berlin und sprach dort über die Schutzwirkung des Schreibens. mehr

MANIFEST FÜR DIE FLIEGENDE VOLKSBÜHNE

Die Gall lääft übber!

Im Schauspiel Frankfurt fand eine Sonder-Matinée zur Unterstützung der Fliegenden Volksbühne von Michael Quast statt. Für alle, die nicht dabei sein konnten, sind hier die Beiträge von Günther Rühle, Rainer Dachselt, Karlheinz Braun und Anne Bohnenkamp-Renken zu lesen. mehr

INTERVIEW MIT CHIRIKURE CHIRIKURE

Lautmalerei und Rebellion

Als die Republik Simbabwe 1980 ihre Unabhängigkeit erklärte, war Chirikure Chirikure gerade 18 Jahre. Dieser Wendepunkt hat den Dichter geprägt. Das widersprüchliche Zusammenwirken afrikanischer Tradition und kultureller Prägung durch die britische Kolonialmacht gibt seinen Texten eine spannungsreiche Dramaturgie. Welche Bedeutung das für seine Lyrik hat, erläutert er im Faust-Gespräch mit Andrea Pollmeier. mehr

Prosa- und Lyrikwerkstätten im Literaturhaus Frankfurt

Die anarchische Lust am Wort

Seit acht Jahren gibt es im Literaturhaus Frankfurt Schreibwerkstätten für Jugendliche. Unter Federführung von Franziska A. Lindner sind hier schreibfördernde Initiativen entstanden, die jungen Autoren in frühen Jahren Orientierung geben. Faust-Kultur möchte diesen Prozess unterstützen und eine Auswahl der dort entstandenen Texte vorstellen. mehr

Goetheplakette an Paulus Böhmer

Brüche und Dissonanzen

Die längste Zeit seines Lebens blieb dem Dichter Paulus Böhmer die öffentliche Anerkennung versagt. Nun, jenseits der 70, bekommt er Ehrungen und Preise. Gerade wurde ihm die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main für sein Lebenswerk verliehen. Harry Oberländer, selbst Lyriker, hat in seiner Festrede eine elegante Verbindung Böhmers zu Goethe aufgespürt. mehr

Berlinale 2013

Berlinale jenseits des Main-Streams

Auch die Gegner kunstfeindlicher Tratschkultur haben auf der Berlinale ihren Ort. Thomas Rothschild hat sie im Internationalen Forum des jungen Films entdeckt. Hier gibt es weder Mord, noch Autojagd, keine Spannungsdramaturgie und keinen Höhepunkt. Dennoch hält das oft junge Publikum im voll besetzten Saal 90 Minuten lang den Atem an. Wie das gelingt, erläutert der Faust-Bericht. mehr

Faust-Gespräch mit Harry Oberländer

Soll die Welt mal zufrieden sein

Dass Harry Oberländers Leben bis jetzt in einer gewissen Spannung zu seiner Lyrik verlief – eine Spannung, die er gleichmütig zum Normalfall verklärt –, erklärt den biographischen Schwerpunkt des Faust-Gesprächs, in dem es schließlich um Poesie geht. Bernd Leukert sprach mit dem Schriftsteller und Literaturvermittler. mehr

Schwerpunkt Afrika

Interview mit Conceição Lima

Conceição Lima war die einzige portugiesisch-sprachige Autorin bei den Afrikanischen Literaturtagen in Frankfurt. Die Journalistin und Lyrikerin aus São Tomé und Príncipe nahm unter anderem am Werkstattgespräch »No gender palava« über die Situation schreibender Frauen teil. Renate Heß sprach mit Conceição Lima über ihre Arbeit und die aktuelle Situation in São Tomé und Príncipe. mehr

INTERVIEW MIT ILIJA TROJANOW

Globalisiertes Alphabetentum für Europa

Ilija Trojanow ist in Deutschland der bedeutendste Autor, der Schriftsteller aller Kontinente mit überzeugender Präsenz aktiv zueinander führt. Er ist misstrauisch gegen Begriffe wie Authentizität und Schubladen-Denken. Am Rande des Frankfurter Literaturfests »Afrikanissimo« spricht er mit Andrea Pollmeier über ein globalisiertes Alphabetentum und intellektuelle Enge in Europa. mehr

Porträt von Ravi Shankar

Klang ist Gott

Ravi Shankar war der erste moderne Musiker der indischen Klassik. Sein Stil und sein musikalischer Ausdruck prägten Generationen indischer Musiker. Der Meister auf der Langhalslaute Sitar ist mit 92 Jahren in Kalifornien gestorben. Clair Lüdenbach stellt den Künstler in einem Porträt vor. mehr

Dichter-Porträt

13 Arten Michael Lentz zu betrachten

Für Faust-Kultur hat der Literaturwissenschaftler Jan Wilm in seiner Untersuchung »13 Arten Michael Lentz zu betrachten« die Besonderheiten der Lentzschen Arbeit beschrieben. mehr

Philipp Mosetter: Tragischer Vorfall Nr. 98 mehr

Interview mit Zsuzsanna Gahse

Ein gesatteltes Gespräch

Die Autorin und Übersetzerin Zsuzsanna Gahse hat über 20 Bücher veröffentlicht, in denen sie erzählend den Worten nachgeht und den Erzählungen der Worte nachspürt. Im Gespräch mit Bernd Leukert verrät sie, was sie beim Schreiben bewegt und wie ihr neues »Südsudelbuch« entstanden ist. mehr

Zum 75. Geburtstag von Robert Gernhardt

Der rettende Witz

Robert Gernhardt, der außergewöhnliche Fall einer Dreifachbegabung: Maler und Zeichner, Dichter und Erzähler, Essayist – und auf allen Gebieten wird er von seinen Freunden und Lesern heftig vermisst. Detlev Claussens Telegramm an einen der großen Vertreter der Neuen Frankfurter Schule hier und ein (später) Glückwunsch von Martin Lüdke hier

Cartoon von Hanspeter Ludwig
Cartoon von Hanspeter Ludwig
PETER HANDKE – 70. GEBURTSTAG

Briefwechsel Peter Handke und Siegfried Unseld

Peter Handke, der Kärntner slowenischer Herkunft und vielleicht der produktivste Schriftsteller deutscher Sprache, ist nun 70 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass veröffentlicht der Suhrkamp-Verlag den Briefwechsel mit dem Verleger Siegfried Unseld. Bei Faust-Kultur kann man einige dieser Briefe lesen und einen Einblick gewinnen in das Verhältnis zwischen Autor und Verleger. mehr

Gespräch mit dem Dichter Jan Wagner

Pure Sprachlust

Wer zu dem Schluss kommt, dass es fast richtiger wäre zu sagen, Dichter erreichen überhaupt niemanden, und dennoch unbekümmert sein Dichterleben weiter betreibt, dem kann man gewiss eine Obsession unterstellen. Im Faust-Gespräch gibt Jan Wagner Auskunft darüber, wie er zum Dichter wurde und warum es für ihn keinen Grund gibt, nicht Dichter zu sein. mehr

Georg Büchner 2012/13

Eine entsetzliche Gleichheit

War Georg Büchner, der mit 23 Jahren an Typhus starb und gerade im Eiltempo vom Medizinstudenten promoviert und zum Dozenten avanciert war, ein Revolutionär? Oder ein Sozialrevolutionär? Oder vielleicht gar keiner? Otto A. Böhmer hat den enormen Schriftsteller des Vormärz in einem Porträt vergegenwärtigt, worin dessen Fatalismusbrief eine zentrale Bedeutung zukommt. mehr

75. Geburtstag von F. K. Waechter

Der Erzähler

Friedrich Karl Waechter, der 2005 starb, hat sich mit etwa fünfzig Büchern voller Zeichnungen, Cartoons, überraschenden Versen und fesselnden Kindergeschichten bekannt gemacht. Dass seine spielerische Fantasie universal war, daran erinnert Marion Victor und stellt den Künstler in einer anderen Hauptrolle vor: als Theaterautor. mehr

Barbara Englert im Gespräch mit Clemens J. Setz

Die Null ist für mich schwarzgrau

Literatur inspiriert immer häufiger Theatermacher. Die Schauspielerin und Regisseurin Barbara Englert hat der dramaturgischen Seite in den Werken von Clemens Setz nachgespürt. Ein Gespräch mit dem Autor über seinen neuen Roman »Indigo« führt von der Bühnenwelt über das Zonenspiel zu den Farbtönen von Zahlen. mehr

Georg Büchner 2012/13

Mythos Georg Büchner

Die Forschung hat die pädosexuellen Motive in Büchners Werk bislang negiert. Büchners kulturbetriebliche Vermarktung als demokratiebringendem Helden stand dem vermutlich entgegen. Dem Dichter und Menschen Georg Büchner kommen diese Entschlüsselungen aus Christian Milz' neuem Buch indes zugute. Zwei Auszüge finden sich hier. mehr

Ein Gespräch mit Ruth Löffelholz über Kleidung

Kleidung ist Kommunikation, die es in sich hat

Bekleidung, das sei nur Oberfläche, aber eine, die es in sich habe, sagt die Frankfurter Modedesignerin Ruth Löffelholz. Für Faust Kultur spricht sie über ihre langjährige Tätigkeit im Wechselspiel der Moden, den Zusammenhang zwischen politischer Überzeugung und Bekleidungscode. mehr

Gedenkblatt für Hilde Domin

Ich lebte in finsteren Zeiten

Im Oktober 2012 wird in Givat Haviva, in Israel, zum Gedenken an die deutsche Dichterin Hilde Domin eine »Leseecke« eingeweiht. Zu diesem Zweck hat Martin Lüdke das folgende »Gedenkblatt für Hilde Domin« verfasst. mehr

25 Jahre Passagen Verlag

Es besteht ein Bedarf an Denken!

Der feine und anspruchsvolle Wiener Passagen Verlag schaut auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Im Gespräch erzählt der Philosoph und Verleger Peter Engelmann von seinen persönlichen Erfahrungen in der DDR, ohne die es vielleicht nie zur Verlagsgründung vor 25 Jahren gekommen wäre. mehr

Gespräch mit Werner Söllner

Ein Konsonant verändert das Gedicht

Der Dichter Werner Söllner wuchs im siebenbürgischen Arad auf. 1982 übersiedelte er nach Frankfurt am Main. Er übersetzte die Werke Mircea Dinescus ins Deutsche und leitete von 2002 bis 2010 das Hessische Literaturforum. Im Faust-Gespräch spricht er über politische und poetische Wahrheiten. mehr

Internationaler Literaturpreis 2012

Hypothalamus und Mandelkern

Unter den wenigen rumänischen Schriftstellern, die in den letzten Jahren im deutschsprachigen Raum bekannt geworden sind, ist Mircea Cartarescu der herausragendste. Seine Erzählungen waren fast ein Publikumserfolg, seine inhaltlich und formell komplexe Romantrilogie haben ihn zu einem Liebling des Feuilletons gemacht. Harry Oberländer unternimmt eine Annäherung an Cartarescus Romane. mehr

THEATERGESPRÄCH

Faust ohne Gott

Die Neuinszenierungen der beiden Faust-Teile am Schauspiel Frankfurt haben Fragen der Krise Europas und des gescheiterten Geistes ins Zentrum ihrer Interpretation gestellt. Regisseur Stefan Pucher löst zusammen mit dem Dramaturgen Michael Eberth Faust im 1. Teil radikal aus gewohnten Ordnungsmustern. Wie die Inszenierung auf die Jetztzeit verweist und Faust das Sinnbild eines »zum Selbst geschrumpften Helden« wird, beschreibt Michael Eberth im Gespräch mit Karlheinz Braun. mehr

AUF ORPHEUS' SPUREN DURCH SÜDBULGARIEN

Thrakisches Tagebuch

Wir sind dabei! Die Einladung des Goethe-Instituts, bulgarische Ausgrabungsstätten zu besuchen, bekam der Dichter Jan Volker Röhnert. Er hat von jedem Tag seiner Reise einen Kurzbericht an Faust-Kultur gemailt, damit wir alle das attraktive Projekt nachvollziehen können: Das Thrakische Tagebuch. mehr

Dialog über eine Ausstellung

A House Full of Music

Die Faust-Redakteure Bernd Leukert und Isa Bickmann haben die Darmstädter Ausstellung besucht und über ihre Beobachtungen per E-Mail diskutiert. mehr

Würdigung von Ror Wolf

Gelassene Reisen in weitverstreuten Trümmern

Selbst als Schriftstellerdarsteller hätte Ror Wolf nach den Kriterien unserer Massenmedien keine Chance. Allenfalls das ›Alleinstellungsmerkmal‹ wäre ihm da gutzuschreiben. In seiner Hommage an Ror Wolf, der in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden ist, schildert Jürgen Roth das Einmalige dieses großartigen Schriftstellers. mehr

Gespräch mit Heiner Goebbels

Polyphone Stimmführung

Wenn überhaupt jemand nach dem Zweiten Weltkrieg die Darstellende Kunst erneuert hat, dann war es Heiner Goebbels. Jetzt inszeniert der amtierende Intendant der Ruhrtriennale in Bochum die »Europeras 1&2« von John Cage. In diesem Jahr wurde Heiner Goebbels 60 Jahre alt und hat den Ibsenpreis empfangen. Im Faust-Gespräch erklärt er, worauf es ihm ankommt. mehr

50.Todestag von Hermann Hesse

Mehr Sehnsucht als Erfüllung

Er ist einer der weltweit erfolgreichsten deutschen Schriftsteller, seine Werke werden in den USA gelesen, in El Salvador, Usbekistan, Neuseeland und China. Zudem hat er, meist unfreiwillig, ganze Generationen mit bekennender Literatur versorgt, allen voran die Hippies der sechziger und siebziger Jahre. Otto A. Böhmer erinnert an Hermann Hesse. mehr

Gespräch mit Eduard Erne über Samar Yazbek

Unter Lebensgefahr

Nach dem Erscheinen des Buches »Schrei nach Freiheit« von Samar Yazbek befragte der Dokumentarfilmer Eduard Erne die syrische Autorin nach den Hintergründen der Veröffentlichung und den Begleitumständen ihrer Entstehung. mehr

Zum Tod von Gore Vidal

Geschichte in Geschichten freilegen

Wie kein anderer amerikanischer Schriftsteller stand Gore Vidal für Geist und Glanz, war er auf der intellektuellen Bühne New Yorks ebenso zu Hause wie auf dem politischen Parkett Washingtons oder in der Glitzerwelt Hollywoods. Er war ein patriotischer Zyniker, ein scharfzüngiger Polemiker und ein witziger Kommentator – und wurde nicht zufällig als Mark Twain seiner Generation bezeichnet: Nun ist Gore Vidal gestorben. mehr

Internationale Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt

Was treibt die eigentlich um?

Studenten aus allen Ländern der Erde strömen nach Darmstadt, um die Intensität des Diskurses, in Instrumental- und Theoriekursen und vor allem in den Konzerten die Sensation des Neuesten zu erfahren. Organisiert wird das Faszinosum Internationale Ferienkurse für Neue Musik vom Internationalen Musikinstitut Darmstadt (IMD). Über dessen Arbeit gibt Thomas Schäfer, Institutsleiter seit 2009, Auskunft. mehr

Gespräch mit Thomas Ostermeier

Alltag im Theater

Der Regisseur Thomas Ostermeier zählt zu den Leitfiguren des deutschen Gegenwartstheaters. Er inszeniert weltweit an Brennpunkten des Zeitgeschehens, greift Tabuthemen auf und gibt dem Theater eine eigene politische Stimme. Ein Jahr nach der Ermordung des israelischen Regisseurs Juliano Mer Khamis spricht Katja Maurer mit Thomas Ostermeier über seine Verbindung zu dem von Mer Kahmis gegründeten Freiheitstheater und die Bedeutung politischer Theater-Projekte. mehr

Olga Martynova – hier im Video von Harald Ortlieb

Bachmannpreis 2012

Olga Martynova

Olga Martynova ist die Gewinnerin des mit 25.000 Euro dotierten Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Preises 2012. Ihrem Text »Ich werde sagen: Hi« wurde hintersinniger, anarchischer Witz bescheinigt. Den hat sie. Die in Frankfurt lebende russische Lyrikerin Olga Martynova erhält auch das diesjährige Frankfurter Autorenstipendium. Sie hat mit ihrer Poesie die Ahnung bestätigt, dass zwischen Himmel und Erde etwas für uns Wesentliches existiert, von dem wir bestenfalls träumen können. Nun bringt sie das Spielerische ins Spiel. Bernd Leukert sprach mit ihr über die Wurzeln ihres Schreibens. mehr

Zur Lage der Kreativen

Die Wissensgesellschaft und ihre freien Idioten

Im post-industriellen Zeitalter tritt Wissen an die Stelle von Arbeit. Doch was so sauber klingt, so befreit vom Schmieröl der alten Industriegesellschaft, hat einen doppelten Boden. Was wäre, wenn das ökonomische Prinzip »Wissen« nicht die Handarbeit in den Himmel des Geistes hebt, sondern die Kopfarbeit ans Fabrikband drückt? Andrea Roedig hat die materielle Realität freier Autoren untersucht. mehr

Dichter-Porträt

Wallace Stevens – Hellwach

Was wissen wir über den amerikanischen Dichter Wallace Stevens? Mit Sicherheit zu wenig. Stevens gilt als der bedeutendste amerikanische Lyriker des 20. Jahrhunderts. Er war ein Kenner, ein skrupulöser Künstler, der wusste: Das Unvollendete ist unser Paradies. Bernd Leukert stellt ihn vor. mehr

Faust-Gespräch: Leistungsschutzrecht für Verlage

Monopolrecht auf Worte

Das Rechtssystem, das einst Autoren, Verleger und Leser in gutem Verhältnis zueinander hielt, gibt heute Verlagen ein bedrohliches Übergewicht. Am 4. Juli soll im Bundeskabinett ein weiterer Schritt auf diesem Weg beschlossen werden. Der Münsteraner Rechtswissenschaftler Thomas Hoeren nimmt im Faust-Interview Stellung zum neuen Gesetzentwurf. mehr

250. Geburtstag – Johann Gottlieb Fichte

Wie Johann Gottlieb Fichte zum Philosophen wurde

Johann Gottlieb Fichte, nach Hegel und Schelling der dritte des idealistischen Trios, war wohl ein ziemlich unangepasster Mensch mit einer rhetorischen Begabung, die seinen Schriften auf die Füße half. Otto A. Böhmer gratuliert dem Philosophen zum 250.Geburtstag. mehr

Zur Erinnerung an Margarete Mitscherlich

Psychoanalytische Zeitdiagnose

Im letzten Jahr starb die Psychoanalytikerin, Ärztin und Publizistin Margarete Mitscherlich. Einer größeren Öffentlichkeit wurde sie durch das gemeinsam mit ihrem Mann Alexander verfasste Buch »Die Unfähigkeit zu trauern« bekannt. Der Psychoanalytiker und Soziologe Hans-Jürgen Wirth plädiert für eine Neuinterpretation ihrer Thesen. mehr

Orphil-Preis für Ursula Krechel

Wortfindungslust pur

Die Lyrikerin Ursula Krechel hat am 6. Juni 2012 den Lyrikpreis »Orphil« erhalten. Der Preis wurde erstmals von der Stadt Wiesbaden vergeben. Silke Scheuermann, die zur Jury gehörte, würdigt die Dichterin in ihrer Laudatio. mehr

Faust-Gespräch mit Ratna Omidvar

Debatte mit Brandstifter-Potential

Dozentin der »Alfred-Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung« 2012 war die kanadische Migrationsexpertin Ratna Omidvar. In Diskussionen und Vorlesungen erläuterte sie an der Frankfurter Goethe-Universität ihre Erfahrungen innerhalb einer Einwanderungsgesellschaft. Im Interview spricht Andrea Pollmeier mit ihr über die aktuelle Lage und die Chancen der Migrationspolitik in Deutschland. mehr

FAUST-GESPRÄCH mit Tamar Jacoby

Akzeptanz ist mehr als Toleranz

Die Migrationsexpertin Tamar Jacoby, Präsidentin und Geschäftsführerin von Immigration Works USA, beschreibt den Status quo deutscher Einwanderungspolitik. mehr

Audio und Text

Jochen Nix liest Leïla Marouane

Der Sprecher und Regisseur Jochen Nix hat in szenischen Lesungen und öffentlichen Rundfunk-Features dazu beigetragen, neue Wege der Literaturpräsentation zu erschließen. Inzwischen zieht es ihn wieder zurück zur selbstentwickelten Lesung, gern gibt er Autoren fremder Sprachen eine deutsche Stimme. Für Faust-Kultur hat er Auszüge aus dem Roman von Leïla Marouane »Das Sexleben eines Islamisten in Paris«, der in der Edition Nautilus in deutscher Erstveröffentlichung erschien, in einem Audio-Beitrag hörbar gemacht.. mehr

50. Todestag von Hermann Hesse

Prügel für den Steppenwolf

»Gute Gesinnung, wenig Geist«, »schwärmerisch singender Asket in kurzen Hosen«: Sein Kritikerleben lang hat Marcel Reich-Ranicki versucht, Hermann Hesse »aus der Literaturgeschichte herauszukatapultieren«. Woher rührt diese Aversion, warum die nicht endenden Diskriminierungsversuche? Anlässlich des 50. Todestags des Dichters versucht Volker Michels, langjähriger Hesse-Lektor bei Suhrkamp, Herausgeber und intimer Kenner des Gesamtwerks, den Gründen auf die Spur zu kommen. Eine scharfe Attacke auf Reich-Ranicki, eine leidenschaftliche Verteidigung Hermann Hesses. mehr

Faust-Gespräch mit Marcus Roloff

Es wird immer schwerer

Was es heißt, heute als Lyriker zu leben, kann man sich denken, – wenigstens, was den ökonomischen Teil der Dichterexistenz betrifft. Die anspruchsvollste aller Wortkünste kann ihren Autor gewöhnlich nicht ernähren. Darüber aber, was es heißt, heute Gedichte zu schreiben, weiß man wenig. Der in Frankfurt lebende Lyriker Marcus Roloff hat nun im Gespräch mit Bernd Leukert über das Ringen um das Richtige vom Möglichen Auskunft gegeben. mehr

Gespräch mit Gerhard Polt

Indien muss warten

Der Kabarettist, Darsteller, Sprachkünstler und Philosoph Gerhard Polt feierte seinen 70. Geburtstag. Jürgen Roth sprach mit ihm über den Biergarten, das Wetter, die Zeit und andere windige Dinge. mehr

Künstlerinnen-Porträt

Das weibliche Territorium der Justine Otto

Justine Otto beeindruckt mit einer handwerklich äußerst geschickten Malerei und vieldeutig-rätselhaften Darstellungen, in denen sie junge Frauen zwischen Schuld und Unschuld, Zartheit und Grausamkeit positioniert. »Albträume mit der malerischen Wucht eines Haudegens« nennt Jean-Christophe Ammann diese Werke. Faust veröffentlicht einen Auszug aus dem Katalogbeitrag des früheren Leiters des Frankfurter Museums für Moderne Kunst über die Künstlerin und stellt ihre Gemälde vor. mehr

Olympische Spiele

Heiner Goebbels bekommt den Ibsen-Preis

Heiner Goebbels Biographie spiegelt den Weg eines unentwegt schöpferischen Menschen. Wer in sein Werkverzeichnis blickt, dem kann angesichts der schieren Fülle schwindelig werden. Weltweit schenkte man dem Künstler lange größere Aufmerksamkeit, als in seiner Heimat. Jetzt hat der Theaterautor, Regisseur und Komponist Heiner Goebbels den Internationalen Ibsen-Preis 2012 der norwegischen Regierung erhalten. Eine Kurzbiografie und Auszüge aus eigenen Texten finden sie hier

nur mal so

auf der straße zum anfassen
dachtest du locker
dahingeschlendert bist du

von wegen, frag nicht
wer immer wieder
deine freunde kauft
für peanuts, versteht sich

und dann fällst du & fällst
im eigenen ansehen & auf die schnauze
& aus allen registern & allen regalen

ich würde zu dir halten, hättest
du dir meinen namen gemerkt.

Julia Mantel

Zeitzeugen-Video

Erinnerung an Ivan Nagel

Ivan Nagel, dieser wagemutige, ja waghalsige Intendant, dieser sanfte, kultivierte Herr, dieser feinsinnige Erforscher des Theaters und der Kunst konnte einem mit seinen kühnen und manchmal abenteuerlichen Gedankengängen den Kopf verdrehen. Nun da er tot ist, bleiben uns seine Bücher und ein Zeitzeugen-Video, in dem er die Herkunft des Gemäldes erklärt. mehr

Pier Paolo Pasolini – 90. Geburtstag 2012

Messianische Paradoxie

Pier Paolo Pasolini war Katholik und postulierte zugleich in seinen Werken einen unbedingten Atheismus. Eine »messianische Paradoxie« prägte, so Harry Oberländer, den Weg des großen Filmregisseurs. Der Frankfurter Autor beschreibt Pasolinis Lebensweg und lenkt den Blick auf seine Jugend im Friaul, seinen Regionalismus und Antifaschismus im Italien Mussolinis und auf seine Filme: Passionsgeschichten vom Leiden des Menschen. mehr

Audio

Michael Krüger liest Gedichte

Zugegeben: nicht alle Dichter haben die Fähigkeit, ihre eigenen Texte überzeugend vorzutragen. Michael Krüger aber hat sie. Frei von Manierismen, vom falschen Pathos, von der manischen Untertreibung oder der peinlichen Übertreibung liest er seine Verse. mehr

Eine Annäherung

Auf Umwegen zu Ann Cotten

Gedichte können ihre Leserinnen und Leser im Handstreich erobern. Es gibt aber auch Gedichte, die wollen erobert werden. Beim ersten Rendezvous zeigen sie sich abweisend und verschlossen. Bemüht man sich aber um sie, enthüllen sie allmählich ihre Gestalt, ihr kompliziertes Innenleben und ihre eigensinnigen Verhältnisse. Diese Erfahrung kann man mit den Gedichten von Ann Cotten machen, um die sich der Literaturwissenschaftler Malte Kleinjung bemühte. Was sich ihm dabei offenbarte, lesen Sie hier

Gespräch mit Bazon Brock

Jetzt wird es komplex

Bazon Brock ist emeritierter Professor für Ästhetik, Kunsttheoretiker und Künstler. Er hat mit Joseph Beuys gearbeitet und von 1968 bis 1992 die Besucherschulen der documenta in Kassel geleitet. Die Fragen stellte der taz-Autor Alem Grabovac, der sich im Brock'schen Sinne zur Weltgemeinschaft der Nichtskönnenden und Nichtswissenden zählt. hier

Faust-Gespräch: Philosophie im Film

Vom Verschwinden der Realität

Ein Gespräch zwischen Filmregisseur Burghard Schlicht und Thomas Regehly über Wirklichkeitsvorstellungen von Michel de Montaigne, Jean Baudrillard und Hans Blumenberg. – Burghard Schlicht hat in drei philosophischen Film-Reportagen einen visuellen Zugang zu den unterschiedlichen Denkwelten realisiert und zeigt, wie die Welt der Begriffe ins Bild zu setzen ist. mehr

Faust-Gespräch mit Boualem Sansal

»So sieht keine Revolution aus«

Der algerische Autor Boualem Sansal, der 2011 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten hat, unterscheidet Stufen, die zu einer Revolution führen. Der Zorn in Nordafrika sei, wie das Beispiel Tunesien zeige, bisher vor allem eine »Revolte« gegen Arbeitslosigkeit und Erniedrigung. Es fehle der arabischen Freiheitsbewegung, so Sansal, eine auf die Zukunft gerichtete Vision. In einem Faust-Gespräch während der Arabischen Literaturtage in Frankfurt appelliert Boualem Sansal an die demokratischen Kräfte, sich zusammenzuschließen und geeint den islamistischen Bewegungen entgegenzutreten. mehr  

Zur Aktualität Ernst Blochs

Tagträume des Zukünftigen

Der alttestamentarische Furor und die barocke Eloquenz, mit denen Ernst Bloch seine Reden und Lesungen vortrug, blieben einem in Erinnerung, aber auch die enormen Sprachbilder, in die er seine Erkenntnisse kleidete. Dieser Abraham a Sancta Clara der Studentenbewegung konfrontierte die politisierte Jugend mit den fremd gewordenen Argumenten abendländischer Bildung, was allein deshalb schwer in den Wind zu schlagen war, weil es auf dem Vehikel eines abgewandelten Marxismus daher kam. Otto A. Böhmer erinnert an die Aktualität dieses starken Denkers. mehr

Faust-Gespräch mit Gerald Zschorsch

Absichtlich absichtslos

Gerald Zschorsch ist ein Dichter aus Elsterberg im Voigtland, an dem, seit 30 Jahren in Frankfurt am Main ansässig, die Gefängniszelle seiner rebellischen Jugend festsitzt wie an der Schnecke das Haus. Es verwundert nicht, wenn in den überwiegend kurzen, lakonischen Gedichten eine Radikalität erscheint, die der Gewalt, die ihm zugefügt wurde, eine kämpferische Energie entgegensetzt. Anlässlich seines 60. Geburtstags sprach Harry Oberländer mit dem Dichter hier
Eine Auswahl seiner Gedichte lesen und hören Sie hier

Briefwechsel

Joseph Roth schreibt

an Stefan Zweig

Bedeutende Briefwechsel, schriftliche Gespräche unter vier Augen, die von der ganzen Welt mitgehört werden wollen, sind stets mit einer besonderen Sorgfalt formuliert, und die attraktive Mixtur aus persönlicher Befindlichkeit und (welt-)politischer Bezugnahme, aus Intimität und kulturellem Interesse weckt unsere Neugier. Mit einer Reihe von Briefen berühmter Autoren, die Raimund Fellinger auswählt und vorstellt, wollen wir dieser Neugier entgegenkommen. Wir beginnen mit einem Brief von Joseph Roth an Stefan Zweig aus dem Jahr 1935. mehr

Faszinosum Deutsch

Wörter und Unwörter

»Keine Angst vor Anglizismen« sagt Gerhard Stickel und zeigt, daß und wie der Wortschatz der deutschen Sprache sich ständig erneuert, nicht nur durch die Entlehnung von Wörtern aus anderen Sprachen, sondern mehr noch durch die Bildung neuer Wörter aus vorhandenen eigenen Wörtern und Wortteilen. Die deutsche Sprache wird zum Faszinosum in diesem Vortrag des ehemaligen Direktor des Instituts für Deutsche Sprache, den Faust hier veröffentlicht. mehr

Ästhetische Betrachtungen

Goethe und die Gotik

» … eile herbei, daß du schauest sein treffliches Werk«, fordert Goethe in seinem Frühwerk Von deutscher Baukunst aus dem Jahr 1773 auf, in dem er dem Erbauer des Straßburger Münsters huldigt. Später steht der Dichter der gotischen Architektur weitaus kritischer gegenüber. Dieser Entwicklung folgte Hubertus Kohle in einem Vortrag, den Faust hier veröffentlicht. mehr

Klaus Reichert

Zwischen den Zeilen

Wer über eine Google-Übersetzung einmal herzlich gelacht hat und dann versucht, eine korrekte Fassung des fremdsprachigen Textes zu erstellen, kann an der eigenen Gewissheit irre werden. Im Italienischen gibt es das böse Wortspiel mit traduttore traditore, in dem das Übersetzen mit dem Verräter in eins gesetzt wird. Folgen wir den Ausführungen des prominenten Übersetzers der Werke von William Shakespeare und James Joyce, Klaus Reichert, dann liegt dem eine fundamentale Wahrheit zugrunde. In Zwischen den Zeilen – Über das Un-Angemessene der Übersetzung erfahren wir anhand frappierender Beispiele, dass Übersetzen heißt: Verwandlung einer Gestalt in eine andere. mehr

Faust-Gespräch

»Phantastisch zu spüren, wie mein Gedicht wächst«

Kurz nach der Verleihung des Literaturnobelpreises 2011 war es schwer geworden, Gedichtbände von Tomas Tranströmer zu bekommen. Im Nu waren die vorhandenen ausverkauft. Ist er bis dahin ein Dichter der Dichter gewesen? Wird er jetzt auch von den Lesern wahrgenommen? Auskünfte über Arbeitsweise und die Bedeutung Tranströmers gibt der Übersetzer Hanns Grössel, der sämtliche Gedichte des schwedischen Poeten ins Deutsche gebracht hat. mehr

So viele ›Ichs‹ kann ich gar nicht sein

Peter O. Chotjewitz: Éducation sentimentale

Was für eine Leistung! Über 30 Bücher hat er übersetzt, vor allem Dario Fo und Leonardo Sciascia, über 40 Bücher hat er selbst verfasst, und dennoch gilt er als Szeneschriftsteller. Die Erinnerungen, die Peter O. Chotjewitz vor seinem Tod für Jürgen Roth zur Sprache brachte, lassen noch einmal den leidenschaftlichen Schilderer unserer Verhältnisse hervortreten. Dass er nun verstummt ist, ist ein Jammer, denn man möchte doch weiterlesen. mehr

Im Kurzvideo von Harald Ortlieb liest Ilija Trojanow aus: »Zu den heiligen Quellen des Islam. Als Pilger nach Mekka und Medina«.

Von Suhrkamp zum Verlag der Autoren

Chronik der Lektoren

Die »Chronik der Lektoren«, Erinnerungen von vier am sogenannten ›Aufstand der Lektoren‹ 1968/69 im Suhrkamp Verlag Beteiligten: Karlheinz Braun, Klaus Reichert, Peter Urban und Urs Widmer, sowie Briefe des 2006 gestorbenen Walter Boehlich, dem damaligen Cheflektor, sind gerade erschienen. Jeder der Zeitzeugen schildert differenziert die Auseinandersetzungen, die Vorgeschichte(n) und die Konsequenzen aus seiner Sicht. Faust bring Auszüge daraus hier

Peter Sloterdijk und die Höchstgewächse des Denkens

Der Gegensänger

Gab es seit Friedrich Nietzsche einen deutschen Philosophen, der jenseits akademischer Kreise, also in der Öffentlichkeit, so präsent war, wie Peter Sloterdijk? Von seinen Kollegen wird er als Nicht-Philosoph geschmäht, von seinen Lesern als anregender Schriftsteller geschätzt. Indem er gesellschaftlich verwurzelte Überzeugungen konsequent zuende dachte, brachte er unangenehme Befunde zur Sprache, die gegen ihn verwendet wurden. Und von seiner überbordenden Formulierungslust hat er sich nicht selten zu prekären Positionen fortreißen lassen. Otto A. Böhmer hat den streitbaren Mann porträtiert. mehr

Faust-Fragen an

Philipp Mosetter

Die Faust-Fragen beantwortet hier der in Frankfurt und Wien lebende Autor und Kabarettist Philipp Mosetter, der für Faust auch einige seiner »Tragischen Vorfällle« verfilmt hat: hier

Kurzer Essay über lange Gedichte

Geisterzeichen, Engels-Töne

Poesie? Kurz oder lang? – Wir kennen den Ausdruck der Fassungslosigkeit auf den Gesichtern derjenigen, die erfahren, dass wir uns für Gedichte interessieren. Wie konnte das passieren? Darauf gibt es zu viele Antworten. Die weitverbreitete Geringschätzung der Poesie ließe sich plausibel mit unserem modernen Nützlichkeitsdenken erklären. Bernd Leukert hat sich in seinem kurzen Essay zum langen Gedicht mit der Poeterey befasst, mit den poetischen Regeln wie Regelverstößen und ist dabei auf einige Widersprüche gestoßen. mehr

Im Kurzvideo von Harald Ortlieb liest Paulus Böhmer aus seinem Gedicht »An Angel«

Ein FaustVideo von Harald Ortlieb litchannel.tv

FaustVideo

Peter Kurzeck diktiert seinen Roman »Vorabend«

Im Literaturhaus Frankfurt diktierte Peter Kurzeck seinen Roman »Vorabend«, der im Stroemfeld Verlag erschienen ist. Für dieses Werk erhielt Peter Kurzeck den Grimmelshausenpreis. Ein Gespräch mit Peter Kurzeck führte Achim Stanislawski. mehr

Buchkritik | Bruno Laberthier

Reisen nach Timbuktu

Die Tagesaktualität liefert zwar keinen zwingenden Grund, aber doch einen Anlass, sich den zwei Timbuktu-Textern René Caillié und Thomas Stangl zuzuwenden. mehr

Faust-Gespräch mit Carola Saavedra

»Interpretationen dieser Wahrheit«

Carola Saavedra zählt zu den herausragenden Protagonistinnen der neuen brasilianischen Literatur, deren »Brasilianität« vor allem darin besteht, so offensiv wie selbstverständlich universell zu sein. Im Faust-Gespräch mit Andrea Pollmeier sprach sie über ihre Herkunftsgeschichte und ihr Leben als Schriftstellerin. mehr

Buchkritik

Die vergessene Realität

Wolfram Ettes »Kritik der Tragödie. Über dramatische Entschleunigung« beschreibt den Zusammenhang zwischen politisch-kulturellem Kontext und der Entwicklung der Tragödie von Aischylos bis Heiner Müller. Bernd Leukert ist davon begeistert. mehr

CD-KRITIK

Bach-Illuminationen

Es hat wohl seinen Grund, warum die Musik des barocken Meisters auch miserable Aufführungen sowie Adaptionen durch Jazz und Rock überstand. Nun hat Hans-Klaus Jungheinrich bemerkenswerte Bearbeitungen mit Angelika Nebel und Stefano Scodanibbio entdeckt. mehr

Glosse

Missglückte Reprise

Die Guten und die Bösen. Das sind Glaubensartikel, die Christian Y. Schmidt mit seinem Buch »Wir sind die Wahnsinnigen. Joschka Fischer und seine Frankfurter Gang« stärkt, und Detlev Claussen hat darauf reagiert. mehr

Ausstellung: Zwei New Yorker in Frankfurt

Thomas Mann im Hobbykeller

Die Frankfurter Galerie Art Virus zeigt noch bis 29. Juni Arbeiten von Myla DalBesio und Trong Gia Nguyen. Eugen El ist vorab durch die Ausstellung gegangen und hat mit den beiden New Yorker Künstlern gesprochen. mehr

CD-Besprechung

Ein anderer Bruckner

Anton Bruckner hat seit jeher polarisiert. Den einen klingt er zu naiv-katholisch, den anderen hörbar zu devot Wagner gegenüber. Hans-Klaus Jungheinrich ist nun auf eine CD-Edition gestoßen, mit der Mario Venzago einen anderen Bruckner entdeckt. mehr

Street Art | KLONE

My Generation

Der Kunstverein Friedberg zeigt noch bis 19. Mai eine Ausstellung des in Tel Aviv lebenden Street Art-Künstlers KLONE. Unser Autor Eugen El hat sich in Friedberg umgeschaut und dabei überraschende Bezüge zum Künstler aufgedeckt. mehr

Gespräch mit Bombay S. Jayashri

Imagination und Mathematik

Vor kurzem wurde Bombay S. Jayashri mit dem Wiegenlied, das sie im Film »Schiffbruch mit Tiger« sang, für einen Oscar nominiert. In Indien wird die Sängerin schon lange als eine herausragende Interpretin der klassischen, südindischen Musik geschätzt. Clair Lüdenbach sprach mit ihr. mehr

European Media Art Festival

Zeit, Ort und Format als Thema

Thomas Rothschild war auf dem European Media Art Festival in Osnabrück und zeigt, dass der Anspruch von Film als Kunst den Kommerzialismus unserer Epoche in Nischen überlebt hat. mehr

Kurzessay

Der kalte Friede

Der Berliner Schriftsteller, Künstler und Musiker Thomas Kapielski hat den Charakter unseres fast 70-jähriger Friedens – dem längsten seit erdenklichen Zeiten – durchdacht und nennt ihn, zuerst in der Zeitschrift TUMULT und jetzt auf Faust-Kultur, den kalten Frieden. mehr

Textauszug

Die gottlose Gesellschaft

Spätestens seit Nietzsches berühmtem Diktum, dass Gott tot sei, haben Beunruhigung und Zweifel das Verhältnis des Menschen zu Gott beeinflusst. Aber ganz ohne Gott drohe die Banalität, so der ZEIT-Redakteur Jan Roß in seinem neuen Buch. mehr

Ausstellung in Giessen

»Im Raum und aus der Zeit«

Anna Viebrock, eine der international erfolgreichsten Bühnenbildnerinnen, ist als erste Frau mit dem Hein-Heckroth-Preis ausgezeichnet worden. Ihre außerordentliche Arbeit zeigt eine Ausstellung in der städtische Kunsthalle Gießen, deren Eröffnung Dagmar Klein erlebt hat. mehr

Buchkritik

»Blitzkrach«

Friedhelm Hengsbach hat in seinem Buch »Die Zeit gehört uns« die Informationstechnik für die lebensfeindliche Beschleunigung verantwortlich gemacht. Peter Eisenhardt hat die Zeit-Schrift kritisch gesichtet. mehr

Dokumentarfilm über die Geschwister Scholl

Sofies Schwester

Vor 70 Jahren wurden Hans und Sophie Scholl unter Roland Freisler zum Tode verurteilt. Hanna Laura Klar hat ihren Dokumentarfilm, in dessen Mittelpunkt ein Gespräch mit der Schwester der Ermordeten steht, Faust-Kultur in voller Länge zur Verfügung gestellt. mehr

Kleine Collage

Am Tag als Margaret Thatcher starb

Die Frage ist, ob Staatsführung stets eine gewisse Menschenverachtung mit einschließen muss. Die Verachtung jedenfalls kommt zum Urheber zurück. Klaus Walter hat eine Collage über eine enorme Frau komponiert. mehr

Interview mit dem Graphic Novel Autor Simon Schwartz

»Der den Teufel besiegte«

Dass ein Schwarzer namens Matthew Henson der erste Mann am Nordpol war, darf nicht wahr sein und hat deshalb in der Geschichtsschreibung der Weißen nicht stattgefunden. Im Faust-Gespräch mit Thomas Scholz erzählt Simon Schwartz von der Entstehung seiner Graphic Novel »Packeis«. mehr

Buchkritik | Peter Kapp

Helle Momente

Auffällig ist, wie Martina Webers Gedichte mal mehr, mal weniger lichtdurchlässig sind. Licht ist eines der Grundmotive ihrer Lyrik. mehr

Interview

Was »ist« Zeit?

Weder hat die Zeit uns, noch sind wir ständig Herr unserer Zeit. Die Botschaft, alles schaffen zu können, passt zwar zur Leistungsideologie unserer Gegenwart, ist aber trotzdem falsch, meint Kulturphilosophin Yvonne Förster-Beuthan. Christian J.Grothaus hat mit ihr über Zeit-Fragen und ihr neues Buch gesprochen. mehr

CD-Kritiken

Jazz vom Besten

Thomas Rothschild hat neu veröffentlichten Raritäten durchgehört: Aufnahmen von Ricky Nelson, Wes Montgomery und dem Clifford Brown-Max Roach Quintet. mehr

Buchkritik

Opium fürs Volk

Von der Sucht nach Reichtum und dem Elend der Opiumsucht mit all seinen Folgen für China handelt Amitav Ghoshs Roman »Der rauchblaue Fluss«. Clair Lüdenbach hat das Buch gelesen. mehr

SCHWERPUNKT: portugiesischsprachige Literatur

Die Durchsichtigen

Portugiesisch zählt zu den wichtigsten Sprachen der Welt, nur ein kleiner Teil dieser Literatur ist jedoch ins Deutsche übersetzt. Der Übersetzer Michael Kegler startet parallel zum diesjährigen Buchmesse-Ehrengastland Brasilien darum eine Reihe der lusophonischen Literatur auf Faust-Kultur, seinen Beitrag über den angolanischen Autor Ondjaki gibt es hier

Übersetzungsvergleich

Chinua Achebe »Alles zerfällt«

Chinua Achebe, der als Begründer der zeitgenössischen afrikanischen Literatur gilt, ist im Alter von 82 Jahren in Boston gestorben. Sein Hauptwerk, Things Fall Apart, ist 2012 für den Fischer Verlag von Uda Strätling neu übersetzt worden. Den veränderten Blick auf das Werk Achebes erläutert Silke Pfeiffer. mehr

Buchkritik | FRANZISKA LÜDTKE

Petrows Manon

Im Jahr 1946 schrieb der eben aus dem Krieg heimgekehrte Leningrader Kunstwissenschaftler Wsewolod Petrow (1912 – 1979) eine Novelle mit dem Titel Die Manon Lescaut von Turdej. mehr

Künstler-Porträt

Jan Albers

Dagmar Klein porträtiert den Konzeptkünstler Jan Albers, dessen Werk zurzeit in der Gießener Kunsthalle zu sehen ist. mehr

GESPRÄCH MIT JAKUBA KATALPA

Die aus Deutschland

Die tschechische Autorin Jakuba Katalpa hat einen Roman über das schwierige Verhältnis zwischen Deutschen und Tschechen geschrieben. Er umfasst die Jahre 1912 bis 2000, repräsentiert von einfühlsam gezeichneten Charakteren, und bietet Spannung und Tiefe. Eva Novak hat die Autorin über die Inhalte ihres Buches befragt. mehr

Übersetzungsvergleich

Beowulf

Die Geschichten über den Gotenprinzen Beowulf sind in einem heute unverständlichen angelsächsischen Dialekt geschrieben worden. Stefana Sabin vergleicht die letzten zwei deutschen Übersetzungen. mehr

Faust-Gespräch mit Kornelia Koepsell

Mein Leben in dieser Welt der Dichter

Seit März 2002 veröffentlicht Kornelia Koepsell ihre Gedichte in renommierten Literaturzeitschriften. Bei ihr kommen profunde Bildung, Intuition, Formbewusstheit, Detailbeobachtung, feines Gespür und Qualitätsbewusstsein zusammen, um ein Gedicht hervorzubringen. Im Gespräch mit Bernd Leukert thematisiert sie ihren Zugang zum Poetischen und ihren spielerischen Umgang mit der Suggestion alter Formen. mehr

Buchkritik | Stefana Sabin

Der Fall Tulajew

Ein Roman über die stalinistischen Säuberungen und über die universelle Feigheit, die totalitäre Systeme möglich macht. mehr

Kunst | KENNETH ALME

Wo Malerei wieder möglich wird

Der junge norwegische Künstler Kenneth Alme untersucht mit den Mitteln der Malerei und reflektierter Distanz zum Medium allgemeine Probleme der Sichtbarkeit. Die aktuellen Arbeiten beeindrucken mit exponierter Leere und spekulativem Inhalt. Ein Künstlerporträt von Claudia Olbrychmehr

ZIAF Lecture 2013

Short Story Essay

Auch als Wissenschaftler und Herausgeber zeitgenössischer afrikanischer Autoren tritt Helon Habila hervor. Seine Einführung zur Sammlung zeitgenössischer afrikanischer Short Stories gibt es in der Originalfassung. hier

DEUTSCHES HISTORISCHES MUSEUM BERLIN

Zerstörte Vielfalt 1933-1938-1945

Die Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin führt in einer Art Stadtrundgang die Besucher an ausgewählte Orte, die in den 30er Jahren eng mit der Etablierung der NS-Diktatur verknüpft waren. Alexandra Hartmann ist diesem historischen Weg gefolgt. mehr

Ortstermin | Belarus

Eine Landschaft von Massengräbern

Wir waren nicht immer so empfindlich, wie wir es jetzt gegenüber Gedenkorten und Mahnmalen sind. Diese Empfindlichkeit schärft auch den Blick auf den Umgang anderer Nationen mit dem unangenehmen Erbe. Der Zeithistoriker Johannes Winter hat Chatyn in Weißrußland (Belarus) besucht und die Unterschiede des Gedenkens wahrgenommen. mehr

YOKO ONO – RETROSPEKTIVE

We are halves already

Am 18. Februar 2013 wurde Yoko Ono 80 Jahre alt. Die Retrospektive in der Schirn Kunsthalle Frankfurt bietet eine Gelegenheit, der hinter dem Pop-Mythos verborgenen Künstlerin näherzukommen. Isa Bickmann hat sich mit ihren wegweisenden Konzepten auseinandergesetzt. mehr

Gesellschaft

Deutsch-stadt statt Deutsch-land

Deutschlands Dörfer schrumpfen, Deutschlands Städte wachsen. 85 Prozent der Menschen leben hier zu Lande bereits in Städten. Eine Landpartie unternahm Christiane Florin, die sich die Dörfer in Niedersachsen ansah und viel guten Willen, aber immer weniger Menschen entdeckte. mehr

Porträt Andreas Altmann

Literatur gibt Rätsel auf

Der Lyriker Andreas Altmann wurde 1963 im sächsischen Hainichen geboren und lebt jetzt in Berlin. Die magischen Sprachbilder und Perspektivwechsel seiner Gedichte tasten Natur im Vergehen ab. Hanne Kulessa stellt den Poeten näher vor. mehr

Erinnerung an Thomas Langhoff

Im Labyrinth des Übergangs

Als Regisseur hat Thomas Langhoff Konfrontationen und Hierarchien vermieden. Er galt als integrierende Persönlichkeit, was ihn nicht davor bewahrte, zwischen die Fronten zu geraten. Michael Eberth erinnert an den großen Theatermann, dessen Todestag sich erstmalig jährt. mehr

Grenzgänge

Sebastian Stöhrers Vasen

Wann hört die Kunst auf und wann beginnt sie Kunsthandwerk zu sein? Auf dieser schmalen Linie der Wertigkeit bewegt sich Sebastian Stöhrer mit seiner Vasen-Serie. Isa Bickmann stellt sie vor. mehr

Person und Gewissen

Schnelle Worte zu einem langen Abschied

Annette Schavan ist erst mal politisch weg vom Fenster. Ihre Anhänger ziehen sich in die Schmollecke zurück. Nur Verlierer? Guttenberg, Koch-Mehrin; Mathiopoulos und Schavan – alles Einzelfälle oder eine strukturelle Kumpanei von Wissenschaft und Politik? mehr

ORTSTERMIN: BUENOS AIRES

Michael Gielens aufregendster Tristan

Die Geschichte des Teatro Colón in Buenos Aires ist seit seiner Gründung eng mit europäischer Kultur und Politik verflochten. In den dreißiger und vierziger Jahren, fanden viele Wagner-Heroen, für die das Leben in Deutschland unmöglich geworden war, am Colón eine neue Wirkungsstätte. Einzelheiten erläutert Sieglinde Oehrlein. mehr

Fotografie-Ausstellung

»Das Auge der Zeit«

Margaret Bourke-White zählt zu den wichtigsten Pionierinnen der Fotografie. Als Kriegs- und Industriefotografin hat sie Zeitgeschichte in Bildern übermittelt. Die Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau gibt einen Überblick über das historische Werk der amerikanischen Fotoreporterin, die Alexandra Hartmann hier porträtiert. mehr

Musik | Songtexte

Judentum und Popmusik

Dass die populärsten Weihnachtslieder von jüdischen Komponisten stammen, dass Bob Dylan mit einer eigenen Version eines jüdischen Liedes begann, dass Leonard Cohen liturgische Texte zu Songs umarbeitete – in seinem Beitrag spürt Klaus Walter die Verbindungen zwischen Judentum und Popmusik auf. mehr

Buchkritik | Th. Rothschild

Peter Zadek

Eine Publikation der Berliner Akademie der Künste richtet den Blick auf die Bühnenbildner des wohl genialsten deutschen Theaterregisseurs der vergangenen Jahrzehnte. mehr

Die Gedächtnisinstitution im digitalen Zeitalter

Museum 2.0

Der Kunsthistoriker Hubertus Kohle widmet sich der Zukunft der Museen im Zeitalter des Internet und damit der Partizipation des einzelnen – für ihn Teil der zentralen Fragen des gegenwärtigen kulturellen Lebens. Er stellt außerdem das von ihm mitbegründete Annotationsspiel artigo vor. mehr

Lyriker lesen

Chirikure Chirikure

Chirikure Chirikure ist einer der wichtigsten Lyriker und Performer Zimbabwes. In seinen Gedichten nimmt er in einer eigenwilligen, von der Shona-Kultur abgeleiteten Formen- und Bildsprache Stellung zur politischen Situation seiner Heimat. Chirikure war Gast bei den Literaturtagen »Afrikanissimo«, die auf Initiative von litprom am Wochenende im Frankfurter Literaturhaus stattgefunden haben. mehr

Schwerpunkt Afrika

Somalias teure Freiheit

Der UN-Korrespondent Marc Engelhardt hat unter dem Titel »Somalia« eine profunde Analyse der aktuellen Entwicklungen am Horn von Afrika publiziert. Er beschreibt die komplexen Mechanismen, die Krisen wie Piraterie, Hungersnöte und Religionskonflikte immer wieder eskalieren lassen. mehr

Diskurskonzert | work in progress

Im blinden Fleck der Postmoderne

Quantifizierung verändert die Vorstellung von Qualität. Gut ist, was von Suchalgorithmen im Internet-Ranking nach oben gebracht wird. Der Komponist Patrick Frank hat die destruktive Seite dieser Entwicklung in ein multimediales Kompositionskonzept eingefügt und als Diskurskonzert auf die Bühne gebracht. »wir sind außergewöhnlich« wurde am 19. und 20. Januar in den Berliner Sophiensälen uraufgeführt. mehr

Technik oder Kunst?

Kittler und seine Terroristen

Friedrich Kittler war nicht nur ein Selbstdenker, sondern auch ein Weiterdenker, dessen Geschick, heterogene Gedanken miteinander zu verknüpfen, seine Zuhörer in Bann schlagen konnte. Dem Freidenker hat nun die Zeitschrift »Tumult«, die im Verlag Büchse der Pandora erscheint, eine Ausgabe gewidmet. Geoffrey Winthrop-Young stellt sie mit einem Textauszug vor. mehr

Interview zur Ausstellung

Was ist ein Schatz?

In der Bundeskunsthalle in Bonn zeigt die Ausstellung »Schätze der Weltkulturen« aus dem British Museum, wie Alltag und Kunst, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einer globalisierten Welt zueinander finden. Clair Lüdenbach unterhielt sich mit der Kuratorin Elisenda Vila Llonch. mehr

Bob Dylans Spätwerk

Hinterland

Davon, dass Bob Dylan ein einzigartiger Performer ist, muss man niemanden überzeugen. Als Robert Allen Zimmerman wurde er vor gut siebzig Jahren geboren, und immer noch ist er eine Ikone der Popkultur. Ulrich Breth hat in seiner Reflexion »Zur Funktion des Erhabenen in Bob Dylans Spätwerk« den Höhenflug des Barden nachgezeichnet. mehr

Matthias Nawrat, Foto: Lorena Simmel
Interview mit Matthias Nawrat

Eine Lebensentscheidung,

die man treffen muss

Was ist denn ein »Freier Schriftsteller«? Ein Euphemismus wie »Stiller Ozean«? Besteht der Unterschied darin, dass ein unfreier Schriftsteller für Lohn, ein freier Schriftsteller aber für Honorar schreibt? Malte Abraham sprach darüber mit dem Autor Matthias Nawrat. mehr

Maria Knissel
Gespräch mit Maria Knissel

»Rumsitzen-ist-scheiße«

Nach einem Motorradunfall muss Klaus neu Leben lernen. Mühsam gelingt es ihm, nicht nur drei, sondern sieben Worte zusammenhängend auszusprechen. Wie viel mehr Spielraum diese feine Differenz bedeutet, beschreibt die Autorin Maria Knissel in ihrem neuen Roman. Ein Gespräch mit ihr sowie eine Rezension mit Romanauszug finden Sie hier

Ausstellung

Camille Corot in Karlsruhe

Ein besonderer Genuss ist die opulente Ausstellung des Franzosen in der Karlsruher Kunsthalle, die bis zum 20. Januar 2013 verlängert wurde. mehr

Interview mit Jeffrey Yang

Musik in den Worten

Die Gedichte von Jeffrey Yang sind mehr als Lyrik. Sie sind eine poetische Wanderung durch Zeit und Raum. Yang versetzt seine Leser in ein Zauberkabinett, das mit merkwürdigen Schlüsseltexten angefüllt ist. Für Faust-Kultur sprach Clair Lüdenbach mit dem Dichter. mehr

Porträt und Gespräch – Luis Ruffato

Unprätentiös, aber verwegen

Der Aufstieg des Autors Luiz Ruffato erscheint märchenhaft. Geboren im Hinterland Brasiliens, zählt er heute zu den wichtigsten Schriftstellern dieser aufstrebenden Wirtschaftsmacht. Faust-Kultur dokumentiert ein Gespräch zwischen dem Autor und seinem Übersetzer Michael Kegler. mehr

Thomas Rothschild

Deix and beyond

Manfred Deix hat längst über die Grenzen Österreichs hinaus seine Fans. Er war es, der die Geschmacklosigkeit, weitaus radikaler als die Kollegen von der Neuen Frankfurter Schule, die in pardon und später in der Titanic ihr Zentralorgan fanden, zum Kunstprinzip erhob. mehr

BESPRECHUNG | STEFANA SABIN

Ingo Schulzes Dresdner Rede

In seiner Dresdner Rede formulierte der Schriftsteller Ingo Schulze seine Empörung über ein politisches Denken und Handeln, dessen Ziel nicht das Gemeinwohl, sondern das Wohl der Finanzmärkte ist. Aber Schulzes Empörung richtet sich ebenso gegen die Kritiklosigkeit der Allgemeinheit, die die evident falsche Politik hinnimmt statt sich dagegen zu wehren. mehr

Gespräch mit Gonzáles

Das spröde Licht

Der kolumbianische Autor Tomás González hat in seinem neuen Roman eine Situation tiefsten seelischen Schmerzes eindrucksvoll nachvollzogen. Ruthard Stäblein konnte im Gespräch mit dem Autor autobiographische Bezüge sichtbar machen. mehr

Text und Audio

Granaz Moussavi

Der Film »My Teheran for Sale«, der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, machte die iranische Autorin und Regisseurin Granaz Moussavi international bekannt. Ihr lyrisches Werk ist bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt. Eine kleine Auswahl hat Isabel Stümpel für Faust-Kultur auf persisch und deutsch zugänglich gemacht. mehr

KÜNSTLERTEXT

Wieso benutzte Lucio Fontana nicht meine Nähmaschine?

Was macht eine Nähmaschine in einem Künstlerbuch und was hat die Kunstgeschichte damit zu tun? Die italienisch-amerikanische Künstlerin Elena Berriolo erklärt, wie sie unbekannte Räume öffnet. mehr

Buchkritik | Martin Lüdke

»Aber Oma!«

Annegret Helds neuer Roman ist die Lebensgeschichte der Großmutter Apollonia, die uns von ihrer Enkelin Marie erzählt wird. Sie deckt fast das ganze vergangene Jahrhundert ab. Ein Leben auf dem Land, mitten im tiefsten Westerwald, der hier freilich, in diesem Buch, zur Welt wird. mehr

Kunst und Kitsch

Der Hohenemser David

Seit 20 Jahren beschäftigt sich der Schweizer Künstler Pavel Schmidt mit der David-Figur des Michelangelo. Indem er die Verkitschung einer kulturellen Ikone thematisiert, trägt er zur Metaverkitschung bei. In Schmidts Umgestaltung wird Michelangelos David zum Freak. Hanno Loewy berichtet vom Besuch dieser Freak-David-Figuren in Hohenems. mehr

Audio-Mitschnitt

Ursula Krechel liest aus »Landgericht«

Ursula Krechel erhielt 2012 den Deutschen Buchpreis. In »Landgericht« spricht sie von der Zeit, als die Bundesrepublik ihren Anfang nahm. Nüchternes Aktenmaterial liegt ihren Recherchen zugrunde. Es gibt Aufschluss über eine Welt, in der Heimkehrende sehr selektiv willkommen geheißen wurden. Audio-Auszüge aus der Lesung und einer sich anschließenden Diskussion gibt es hier

Claas Janssen & Tommy Mayer

CARTOON

mehr

Zeitgeschichte

Günter Grass, Carola Stern und ich

Im September 1975 kündigte der SPIEGEL das Erscheinen einer neuen Zeitschrift mit dem Titel L 76 an, die von Heinrich Böll und Günter Grass herausgegeben werden sollte. Wie es dann weiterging, erzählt Thomas Rothschild als Beteiligter und Betroffener. mehr

Porträt der Lyrikerin Eunice de Souza

»Sind das Gedichte?«

Um sich die besondere Position der indischen Lyrikerin Eunice de Souza zu vergegenwärtigen, müssten wir uns vorstellen, dass alle Kulturen Europas in einer Person und ihrem Werk sich gleichzeitig zu Wort melden. Clair Lüdenbach porträtiert die Dichterin. mehr

Schwarzbuch Rassismus

Mein Rassismus

Rassistisch motivierte Gewalt bleibt in Deutschland eine Gefahr. Im Wallstein Verlag ist gerade ein Sammelband erschienen, herausgegeben von Walter Gerlach und Jürgen Roth. Faust-Kultur veröffentlicht daraus den Beitrag von Phillip Mosetter. mehr

Ausstellung Glaskunst

Heiß und Kalt – eine Allianz der Gegensätze

Das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt zeigt Glasobjekte des international renommierten Künstler-Duos Monica Guggisberg und Philip Baldwin. Sabine Runde, die Kuratorin dieser Ausstellung, hat die Werke regelrecht in Szene gesetzt. Ihr Aufsatz über die Arbeiten ist auf Faust-Kultur exklusiv zu lesen. mehr

Zeitkritik

Beifall von der falschen Seite

Nicht Parteisoldaten und Fraktionszwänge gehören zu den Voraussetzungen einer funktionierenden Gesellschaft, sondern die Selbstdenker. Und weil der Literaturwissenschaftler, Autor und Journalist Thomas Rothschild zu ihnen gehört, muss er den Vorwurf, mit einer Äußerung den Beifall von der falschen Seite zu bekommen, als infam empfinden. mehr

Ausstellung: Gustave Caillebotte

Ein neuer Blick zwischen Malerei und Fotografie

Die Frankfurter Kunsthalle Schirn zeigt etwa 500 Bilder, die einen Zusammenhang zwischen der Malerei von Gustave Caillebotte und der Fotografie beweisen sollen. mehr

Gespräch mit Stephen Bambury

Parfümierte Vertrautheit

Stephen Bambury betreibt in seiner Kunst Malerei-Forschung. Dabei knüpft er an die frühen Avantgarden der Abstraktion an. Wie er sich als neuseeländischer Künstler englischer Herkunft begreift und was ihm das Reisen bedeutet, erklärt er im Faust-Interview. mehr

Reihe »Geld und Geist«

Das Geld und das Böse

Der bekannte Theoretiker der Tierrechtsbewegung Jean-Claude Wolf hat sich in seinem Vortrag Das Geld und das Böse mit dem Wesen unserer Zahlungsmittel in Zeit und Raum, im Guten und im Bösen beschäftigt, mit Macht und Prostitution, Wert und Bedeutung. Faust-Kultur veröffentlicht zwei Auszüge. mehr

Friedenspreis des deutschen Buchhandels an Liao Yiwu

Homer und Odysseus in einer Person

Der diesjährige Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels, Liao Yiwu, hat am 14. Oktober 2012 in der Frankfurter Paulskirche die Rede eines Mannes gehalten, der nach konfuzianischer Vorstellung »weiß, was seine Bestimmung ist«. mehr

Neuseeland – Porträt: Patricia Grace

Chef-Muster passen nicht in die Welt der Maori

Patricia Grace wurde 1937 in Wellington, Neuseeland, geboren. Sie ist eine der Pionierinnen der zeitgenössischen Maori-Literatur. Für den Roman »Potiki« erhielt sie 1987 den New Zealand Book Awards und 1994 den LiBeraturpreis. mehr

Text und Audio

Das geschriebene Glück

Er ist ein stiller Zeitgenosse, mit Haut und Haar ein Dichter. Und er hat mit seinen hervorragenden Übersetzungen den Lyriker des rumänischen Widerstands, Mircea Dinescu, bei uns bekannt gemacht. Werner Söllner, der nüchterne Zweifler an der Wirklichkeit, der Virtuose des beredten Schweigens, hat für uns neue Gedichte gelesen. mehr

Gerty-Spies-Literaturpreis 2012

F.C. Delius – Brandstifter, Chronist, Dichter

Der Schriftsteller Friedrich Christian Delius wurde am 27. September »für seine ›diskursiven Stolpersteine‹ zu den bundesrepublikanischen Zuständen« mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis 2012 ausgezeichnet. Er ist ist einer der radikalsten Experimentatoren der deutschen Gegenwartsliteratur, so Martin Lüdke in seiner Laudatio, die hier im Wortlaut zu lesen ist. mehr

Theater – Yasmina Reza

Gefallsucht bricht Leidenschaft

Yasmina Reza zählt zu den weltweit meistgespielten zeitgenössischen Dramatikerinnen, ihr Stück »Der Gott des Gemetzels« wurde 2011 von Roman Polanski verfilmt. Michael Eberth beschreibt seine Sicht auf die französische Schriftstellerin, die ein Theater jenseits der Gefallsucht einfordert und Fragen nach Verblendung und Wahrheit existentiell diskutiert. mehr

Film | Interview

Die Wiederentdeckung der Filmpionierin Alice Guy

Alice Guy (1873-1968) war lange vergessen. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten haben Filmhistorikerinnen begonnen, das Werk der weltweit ersten Regisseurin zu erforschen. mehr

Literaturgespräch mit Bodo Kirchhoff

»Ich richte den Finger auf mich selbst«

Alte Paare sind Archive, weh dem, der sie öffnet. Bodo Kirchhoffs Roman »Die Liebe in groben Zügen« geht offen auf dieses Risiko zu und nähert sich mit sicherem Gespür den Bruchstellen einer gealterten Liebe. Für Kirchhoff-Kenner Wolfgang Rüger ist das neue Buch des Autors, das die Literaturkritik mit Vorbehalten aufgenommen hat, sein Opus magnum. Im Faust-Gespräch wird deutlich, warum. mehr

Buchkritik von Jan Wilm

Teju Cole »Open City«

Teju Coles Roman erzählt die Geschichte von Julius, einem jungen deutsch-nigerianischen Psychotherapeuten, der durch die offene Stadt New York wandert und versucht, in die Geschichten der Großstadt und ihrer Menschen einzutauchen. mehr

Zu Ehren von John Cage

4'33. Die Pause

In der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts ist John Cage der einzige wirklich wertestürzende Künstler, der unter den Kulturschaffenden seiner Zeit große Verwirrung stiftete. 4’33 ist wohl sein bekanntestes Stück. Bernd Leukert hat »4’33. Die Pause« geschrieben, einen Text, den man in genau 4 Minuten und 33 Sekunden lesen kann. mehr

Kommentar

Preis des Grabes, Grab des Preises?

Der diesjährige Adorno-Preis der Stadt Frankfurt wurde an Judith Butler verliehen. Für Faust-Kultur kommentiert Detlev Claussen die Preisverleihung und die Kontroverse um Butlers umstrittene politische Positionen. mehr

Künstlerinnen-Porträt Ankalina Dahlem

Die Sehnsucht hat der Blitz getroffen

Ankalina Dahlems Bilder lassen an die Heilige Magdalena im Haarkleid, an eine Medusa mit den Schlangenhaaren und an Evas paradiesische Zeiten vor dem Sündenfall denken. Oder an eine Venus, die hier mit der Hand im Schoß einen ganzen Fluss bewacht. Carola Muysers führt in ihr Werk ein. mehr

Buchkritik von Jan Wilm

Tim Parks: »Sex ist verboten«

In seinen Memoiren beschreibt Tim Parks, wie buddhistische Meditation ihm geholfen hat, krisenhafte Zustände und chronische Schmerzen zu überwinden. Nun lässt er seinen neuen Roman in einem buddhistischen spirituellen Zentrum spielen, wo die Hauptfigur nach seelischer Heilung sucht. Jan Wim hat ihn für Faust-Kultur gelesen. mehr

GESPRÄCH MIT SILKE SCHEUERMANN

Alltagsolympischer Dauerdruck

Ironisch und mitfühlend zugleich wendet sich Silke Scheuermann in ihrem neuen Roman »Die Häuser der anderen« dem abweisenden Szenario einer Frankfurter Nobelstraße zu. Hinter Prachtfassaden macht sie innere Zustände einer aufstrebenden Gesellschaft sichtbar. Im Faust-Gespräch mit Andrea Pollmeier erläutert sie Hintergründe ihres Textes. mehr

Stefana Sabin

Allerlei Träume

Zum 150. Geburtstag von Arthur Schnitzler ist eine sorgfältig edierte Ausgabe seines Traumtagebuchs erschienen. mehr

Frankfurter Positionen

Über die Zukunft der Moderne

Das Institut für Sozialforschung (IfS) organisiert in Zusammenarbeit mit den Frankfurter Positionen 2013 eine Vorlesungsreihe zum Thema »An der Grenze? Über die Zukunft der Moderne«. Rudolf Walther berichtet über den Start der Reihe. mehr

Kleine Geschichte der Film-Vorschau

Nach dem Film ist vor dem Trailer

Filmtrailer sind in erster Linie dazu da, die Menschen ins Kino zu locken. In ihrer über hundertjährigen Geschichte boten sie sich nicht nur als reißerische Werbung für einen Film dar, sondern auch als eine eigene Kunstform. Kai Mihm geht ihren verschiedenen Ausprägungen nach. mehr

Porträt des Musikproduzenten Joe Meek

Der Techno-Nekromantiker

It´s not what you have, it´s how you use it – nach dieser Devise revolutionierte Joe Meek den Sound seiner Zeit und erfand einen neuen Beruf – den Produzenten. Ein Porträt von Klaus Walter. mehr

Text und Audio

Jan Wagner

Wer den Namen Jan Wagner erwähnt, bekommt auch von den Skeptikern Anerkennendes bis Schwärmerisches zu hören. Welcher Poet sonst kann mit einer solchen Zustimmung rechnen? Und worauf gründet sie sich? Das ist schnell gesagt: Wagners Gedichte haben einen einnehmenden Oberflächenreiz, der der Anverwandlung der besten lyrischen Traditionen entspringt. mehr

Ferienkurse für Neue Musik

»Als langsam als positiv«

Alle Aktivitäten der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt sind von der Spannung der Gegenwart angeregt, ja sie vibrieren geradezu vor Gegenwart. Wie sich das für jemanden darstellt, der zum ersten Mal an diesen Ferienkursen teilnimmt, hat für Faust-Kultur Friederike Kenneweg aufgeschrieben. mehr

Text und Audio

Silke Scheuermann

Ihre Gedichtüberschriften stehen oft in einer gewissen Distanz zum Inhalt der Gedichte selbst. Es bildet sich dazwischen ein Spannungsbogen, der zu bedenken ist. Aber keine Verrätselung bietet Silke Scheuermann an, sondern starke Bilder flicht sie in ihre zwischen Tagtraum und Realität oszillierenden Beobachtungen ein. Sie liest aus ihrem Gedichtband »Über Nacht ist es Winter«. mehr

Ehrengast der Buchmesse 2012: Neuseeland

Von »zero to hero«

Der neuseeländische Autor Alan Duff zählt heute zu den bekanntesten Autoren seiner Heimat. Sein erster Roman »Warriors«, der die soziale Not der Maori in ergreifender Intensität sichtbar macht, wurde von der nationalen Kritik zunächst tot geschwiegen. Erst die Verfilmung des Buches löste eine Flut von Debatten und Initiativen aus. Sein Werdegang habe von ›zero to hero‹ geführt, erzählt er im Interview mit Andrea Pollmeier. mehr

Franziska Lüdtke

»Export A«

Eine Besprechung des Debütromans von Lisa Kränzler, die den 3sat-Preis beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt erhielt. mehr

Faust-Gespräch mit Klaus Hensel

Das Wichtigste ist die Klarheit

Man könnte auf den Gedanken kommen, es handele sich um wilde Tiere, wenn Klaus Hensel über seine Gedichte spricht. Sie kommen auf ihn zu, wehren sich aber dagegen, von ihm gefasst zu werden. Seine Verse sind einfach, seine Sprachbilder klar und mit Erfahrung bezahlt. Im Gespräch mit Bernd Leukert erzählt Klaus Hensel, wie er der wurde, der er ist. mehr

Ortstermin

Lale und Lili Marleen

Dem Freunde wie dem Feinde, wird berichtet, sei es wehmütig um’s Herz geworden, und nicht wenige hätten Tränen vergossen, wenn wieder einmal »Vor der Kaserne, vor dem großen Tor« aus dem Radio erklang. Lale Andersen hatte dieses internationale klassische Soldatenlied interpretiert. Johannes Winter hat sie nun auf der Insel Langeoog ausfindig gemacht. mehr

Zeitgenössische Kunst

documenta 13

Die dreizehnte Documenta fand im Sommer 2012 in Kassel unter der künstlerischen Leitung von Carolyn Christov-Bakargiev statt. Harry Oberländer und Isa Bickmann waren vor Ort und schildern ihre ersten Eindrücke. mehr

Verschärfung des Schweizer Asylrechts

Biologisches Roulette

Der Schweizer Nationalrat hat mit den Stimmen der bürgerlichen Parteien über eine drastische Verschärfung des Asylrechts entschieden. Der in Zürich lebende, international anerkannte Dramatiker Lukas Bärfuss kritisiert den Entscheid vehement und bezeichnet ihn als Prozess zunehmender Feudalisierung. mehr

Künstlerporträt

Monika Linhard – Das Wesen der Dinge

Die Objektkünstlerin Monika Linhard widmet den Dingen ihre künstlerische Arbeit. Christian Kaufmann führte anlässlich ihrer aktuellen Ausstellung »Strömungen« in das Werk ein. mehr

Fotokunst

Peter Loewy – »Drawings«

In seiner Serie »Drawings« fotografiert Peter Loewy Ausschnitte von Zeichnungen bekannter Maler aus verschiedenen Jahrhunderten – von Rembrandt über Dürer bis Hockney. Loewys Fotokunst beschreibt Stefana Sabin in ihrem Essay als Konzeptkunst. mehr

Philosophischer Essay

Unterschiede zwischen Philosophie und Poesie

Dass in ihren Kindertagen die Philosophie eins war mit der Poesie, ist uns als Ursprungsmythos überliefert. Aber auch das Gegenteil. In seinem Essay klärt Wolfgang R. Köhler nun die grundlegenden Unterschiede zwischen Philosophie und Poesie. mehr

Visual Culture

Alles ist Bild

Der Kulturphilosoph Enno Rudolph beschreibt die totale Erfassung der Lebensverhältnisse durch das Bild im Zeitalter der perfekten und allumfassenden Visualisierung. Sein Aufsatz, den Faust-Kultur hier veröffentlicht, leitet einen Band über den »Machtwechsel der Bilder« ein. mehr

Thema Urheberrecht

Was bleibt vom Urheberrecht?

Zum Einstieg in die Debatte beschreibt Thomas Hoeren, Direktor des Instituts für Medienrecht an der Universität Münster, die komplexen Zusammenhänge, in die das Urheberrecht eingebettet ist. mehr

Thema Urheberrecht

Der Barbier und die Folgen

Marion Victor hat in ihrer Rede im Rahmen der Gesellschafterversammlung des Verlags der Autoren in Frankfurt am 2. Juni mit der Entstehungsgeschichte des Urheberrechts seine Berechtigung für die Gegenwart untermauert. mehr

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Liao Yiwu – Held wider Willen

Liao Yiwu ist im Sommer 2011 aus China geflohen, um sein Buch »Für ein Lied und hundert Lieder. Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen« publizieren zu können. Faust-Kultur widmet Liao Yiwu einen Schwerpunkt und hat Beiträge über seine erschienenen Werke, Audio-Mitschnitte und ein Porträt des Soziologen Detlev Claussen zusammengeführt. mehr

Literatur

Abdellah Taïa: »Der Tag des Königs«

Dem marokkanischen Autor Abdellah Taïa gelingt es, extreme soziale Spannungen in einem auf Elementarsätze reduzierten, kargen Ton zu schildern. Sein neuer Roman »Der Tag des Königs« erzählt »bis zum Exzess, überbordend, grenzenlos und getrieben« von der Leidenschaft eines jungen homosexuellen Mannes im Umfeld des marokkanischen Königs Hassan II. Auszüge aus dem Roman mit einer Einführung von Ruthard Stäblein hier

Video-Interviews. – Eine interaktive Dokumentation über das bedingungslose Grundeinkommen (BGE). mehr

Porträt der Filmemacherin Hanna Laura Klar

Life History Filme

Die Doku-Regisseure stehen nicht im Scheinwerferlicht, sondern im Schatten ihrer Filme. Die in Frankfurt am Main lebende Regisseurin Hanna Laura Klar aber, die mit ihrer Arbeit außergewöhnlichen Biographien nachspürt, bringt die Umstände der Interviewsituationen teilweise mit auf die Leinwand und wird so mehr und mehr selbst Teil ihrer Life History Filme. Der Filmhaus-Redakteur Martin Loew stellt die Filmemacherin vor. mehr

Künstler-Porträt

Klaus Schneider – Löcher im Licht

Verbindendes und Trennendes in der Wahrnehmung von Text und Bild stehen im Mittelpunkt des Interesses von Klaus Schneider. Bekannt wurde der Künstler durch die Verwendung der Blindenschrift als für Sehende visuell unverständliche serielle Variation von abstrakter Form. Faust-Kultur stellt den Frankfurter mit einem Beitrag von Stefanie Bickel vor. mehr