Thomas Rothschild kommentiert den Ausgang der Bundestagswahl 2017 und zieht historische Parallelen.

Kontrapunkt

Aus der Geschichte gelernt

Harald Martenstein, Kolumnist, in einem Gespräch mit der „Stuttgarter Zeitung“: „Ich kann zwar die Besorgnis der Leute nachvollziehen, aber 13 Prozent ist so viel nicht.“

1920: Gründung der NSDAP
1928: Die NSDAP erhält bei der Reichstagswahl 2,8 Prozent der Stimmen
1930: Die NSDAP erhält bei der Reichstagswahl 18,3 Prozent der Stimmen
1932: Die NSDAP erhält bei der Reichstagswahl 37,4 Prozent der Stimmen
1933: Die NSDAP erhält bei der Reichstagswahl 43,9 Prozent der Stimmen
1933-1945: !!!
2013: Gründung der AfD
2017: Die AfD erhält bei der Bundestagswahl 12,6 Prozent der Stimmen
2020: ???

Thomas Oppermann, scheidender Fraktionsvorsitzender der SPD, 2016 im „Tagesspiegel“ auf die Frage, welche Positionen die Linke aufgeben müsste, damit sie für die SPD bündnisfähig wäre: „Die Linke muss ohne Vorbehalte akzeptieren, dass jede Bundesregierung der internationalen Verantwortung Deutschlands etwa im Rahmen der Nato jederzeit gerecht werden muss. Wer Auslandseinsätze der Bundeswehr kategorisch ablehnt, ist unter den im Bundestag vertretenen Parteien nicht anschlussfähig.“

Mittlerweile feiert die SPD ihren Sieg: Sie hat die Linke aus der Rolle des Oppositionsführers verdrängt. Die Linke ihrerseits muss bekanntlich die Mitschuld ihrer Ahnen, der KPD, am Aufstieg der NSDAP abbüßen, die Zerschlagung der linken Opposition durch die Sozialfaschismus-These.

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erstellt am 29.9.2017