Lesung im Video

Han Kang

Die Vegetarierin ist der dritte Roman der südkoreanischen Autorin Han Kang. Er wurde im vergangenen Jahr mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet. Auch im deutschsprachigen Feuilleton wurde der bizarr anmutende Text mit Respekt aufgenommen. Schnell konnte er Bestenlisten erklimmen.

Han Kang erzählt die Geschichte einer Frau, die sich weigert, Lebendiges zu töten, um sich selbst davon zu ernähren. Diese Haltung nimmt sie nicht nur gegenüber Tieren ein, sondern im Verlauf der Erzählung auch gegenüber Pflanzen. Ihr Wunsch, ein gewaltfreies Leben zu führen, löst in der patriarchal geprägten Gesellschaft jedoch selbst wieder neue, nun gegen sie selbst gerichtete Gewalttaten aus. Brutal versucht man ihr beispielsweise bei einem Familienfest, Fleischstücke in den Mund zu stopfen. Wie stark Gewalt in einer Gesellschaft verankert ist, hat die 45-jährige südkoreanische Autorin auch in ihrem jüngst auf Englisch erschienenen Buch “Human Acts” thematisiert. Noch ist der Roman, der von der Unterdrückung der Demokratiebewegung in Südkorea handelt und an ein Massaker in Gwangju, dem Heimatort der Autorin erinnert, nicht übersetzt. Im Gespräch mit Katharina Borchardt gibt Han Kang beim Litprom-Weltempfänger-Salon im Haus des Buches in Frankfurt Einblick in den langsamen Verbreitungsweg ihrer Bücher und spricht über die Bedeutung ihres literarischen Werkes. Ki-Hyang Lee, die bereits den Roman „Die Vegetarierin“ für den Aufbau-Verlag übersetzt hat, dolmetscht das Gespräch konsekutiv. Passagen des Buches werden von Jochen Nix gelesen. Im Video sind Auszüge des Abends zusammengeführt.(poll)

Han Kang "Die Vegetarierin" from Andrea Pollmeier on Vimeo.

erstellt am 16.10.2016