28. April 2018 bis 02. Juni 2018 - Instituto Cervantes, Staufenstr. 1, 60323 Frankfurt am Main

Mateo Vilagrasa – La Luz

Ausstellungseröffnung: Samstag 28. April 2018 um 18 Uhr

 

Das Instituto Cervantes präsentiert eine umfassende Werkschau des zeitgenössischen Malers Mateo Vilagrasa, die vor allem Einblicke in seine Zeit in Frankfurt erlaubt. Die Wahl Frankfurts als Schauplatz der Werkschau verdeutlicht die signifikante Rolle der Stadt für den Schaffensprozess des Künstlers.

Mateo Vilagrasas Leben und künstlerisches Werk ist ein philosophisches Experiment mit beeindruckendem Ausmaß. Der Kunsthistoriker und Autor Franscesc Miralles beschreibt den bedeutenden spanischen Maler der Gegenwart als einen „Denker, der malt“. Auf der Suche nach seinem eigenem Selbst geht es Vilagrasa vor allem darum, „das Licht zu malen, das die Membran, welche das Tiefsinnige verdeckt, durchlässt“, wie er selbst erklärt. Denn die Malerei, so erläutert Vilagrasa weiter, suche die Wahrheit, den Sinn des Lebens, und ist nicht der Versuch, pure Schönheit abzubilden.


Mateo Vilagrasa schafft Kunstwerke, in denen die Rastlosigkeit seiner Gedanken festgelegte Formen und bekannte Muster aufbricht. Die Vermischung von Pigmenten und Inhalten, die in diesem Bruch stattfindet, spielt mit der Wahrnehmung des Betrachters. Vilagrasa stellt jedoch die Technik seines Malens nicht in den Vordergrund. Es ist vielmehr die Wirkung seiner Kunst, die dem Betrachter Wege ebnet und zum Denken anregt.

Vilagrasas Werk ist eng mit den verschiedenen Stationen seines Lebens verknüpft. In den siebziger Jahren flieht Mateo Vilagrasa vor der spanischen Franco-Diktatur und kommt über Paris nach Frankfurt. Von der intensiven, freien Stimmung der 68er-Bewegung in den Bann gezogen, lebt Vilagrasa in Frankfurt „zwischen Revolution und Kunst“. Für den Maler stellt dies eine wichtige Zeit des Lernens dar. Er nimmt an Städel-Klassen teil und beschäftigt sich mit der Kritik der Frankfurter Schule. Darüber hinaus besucht er Vorlesungen Theodor W. Adornos und begegnet Herbert Marcuse und Angela Davis. Während sein Interesse für deutsche Kunst, Literatur und Philosophie wächst, rücken seine Bilder, Zeichnungen und Grafiken schnell in den Fokus von Galeristen und Sammlern. Nach der Flucht in die Revolution tragen bereits die ersten Arbeiten des Künstlers den Stempel des Unverwechselbaren. 

Die Retrospektive „Mateo Vilagrasa – La Luz“ vereinigt den Großteil von Mateo Vilagrasas in Frankfurt entstandenen Werken und führt durch die nachfolgenden Phasen seines dynamischen künstlerischen Werdegangs. Zusätzlich wird im Rahmen der Ausstellung Vilagrasas neues Buch „Libro de Libros“ erstmals in Deutschland vorgestellt.

Mateo Vilagrasas Vielfältigkeit zeigt sich in einer weiteren Darstellungsform:

In Kooperation mit der Kammeroper Frankfurt wird ab dem 29. April 2018 auf der Bühne des Instituto Cervantes die „Winterreise“ von Franz Schubert mit eigens für diese Inszenierung komponierten Liedern des zeitgenössischen Komponisten Andrea Cavallari aufgeführt. Eine große Installation Vilagrasas bildet das Zentrum des Bühnenbildes.

Die Kraft der Künstlerfreundschaft zwischen dem Leiter der Frankfurter Kammeroper Rainer Pudenz und dem Künstler Mateo Vilagrasa verbindet beide seit Jahren. Pudenz bezeichnet den Maler als einen „großen Impulsgeber, dem wir unendlich viel verdanken“. (Isabelle Ushky)

 

Präsentiert von der Kammeroper Frankfurt und dem Instituto Cervantes:

Die Winterreise – Szenische Realisation in einer Installation von Mateo Vilagrasa, Text von Wilhelm Müller / Musik von Franz Schubert und Andrea Cavallari; Aufführung: Sonntag 29. April 2018, Wiederaufnahme Mi. 2. Mai, Fr. 4. Mai, Sa. 5. Mai, Mi. 9. Mai und Do. 10. Mai 2018, um jeweils 20 Uhr.

Ausstellung bis 2. Juni 2018

 

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erstellt am 10.6.2015